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Leichtathletik WM Doha 2019 - Vorschau 1 Wird Joshua Cheptegei zum Nachfolger von Mo Farah?

Ungewöhnlich spät im Jahr starten am 27. September die 17. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha. Wir blicken auf die Langstrecke der Männer.

In Doha finden vom 27. September bis zum 6. Oktober die Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Um die Hitze in Katar für Athleten und Zuschauer zu mildern, wurde das Stadion klimatisiert. Außerdem findet das Gros der Wettkämpfe abends statt. Wie heiß es am Ende wirklich ist, bleibt abzuwarten. Die Marathonläufe werden erst um Mitternacht gestartet. Trotzdem wird es über die 42,195 km Hitzerennen geben. In einer vierteiligen Vorschau blicken wir auf die Langstrecken auf der Bahn sowie die Marathonläufe voraus. In Teil 1 geht es um die 5.000- und 10.000-m-Rennen der Männer.

5.000 m

Start, Finale: 30. September, 20.35 Uhr

Weltmeister 2017: Muktar Edris (ETH)

Olympiasieger 2016: Mo Farah (GBR)

Jahresweltbestzeit: 12:52,98 Telahun Bekele (ETH)

Deutscher Starter: Richard Ringer (LC Rehlingen), Sam Parsons (LG Eintracht Frankfurt)

Im Gegensatz zum traditionellen Zeitplan bei Weltmeisterschaften bilden die 10.000-m-Finals nicht mehr den Anfang der Titelkämpfe. Stattdessen geht es für die Bahn-Langstreckler zunächst um die 5.000-m-Medaillen. Nachdem sich Mo Farah inzwischen auf die Marathon-Distanz konzentriert, über die er allerdings bei der WM nicht starten wird, wird das WM-Gold sicherlich wieder an einen afrikanischen Läufer gehen. Vor zwei Jahren hatte bei den Titelkämpfen in London bereits Muktar Edris (Äthiopien) Mo Farah knapp geschlagen. Edris wird als Titelverteidiger am Start sein, so dass die Äthiopier dadurch mit vier Athleten ins Rennen gehen können. Telahun Bekele ist der schnellste Läufer über 5.000 m in diesem Jahr mit einer Zeit von 12:52,98 Minuten. Selemon Barega und Hagos Gebrhiwet bewegen sich aber auf praktisch dem gleichen Niveau. Die Kenianer sind dagegen mit Läufern am Start, die international bisher weniger geläufig sind. Das WM-Qualifikationsrennen gewann der 20-Jährige Michael Kibet. Wird er auf Anhieb bei einer WM um den Sieg mitlaufen können? Ausgeschlossen ist das nicht, doch mit Joshua Cheptegei (Uganda) ist der Läufer am Start, der zuletzt eine sehr starke Form über 5.000 m zeigte. Cheptegei gewann über diese Distanz beim Diamond League-Finale in Zürich. Zu beachten sein wird auch der aus Äthiopien stammende und für Bahrain startende Birhanu Balew, der in diesem Jahr bereits 12:56,26 Minuten lief. Gespannt sein darf man auf den voraussichtlich stärksten Europäer: Youngster Jakob Ingebrigtsen (Norwegen), der vor einem Jahr in Berlin Europameister über 1.500 und 5.000 m wurde, steigerte sich in dieser Saison auf 13:02,03 Minuten.

Richard Ringer und Sam Parsons über 5.000 Meter für Deutschland am Start

Zwei deutsche Läufer sind in Doha über 5.000 m am Start: Für Richard Ringer (LC Rehlingen) und Sam Parsons (LG Eintracht Frankfurt) wäre es ein Erfolg, sollten sie sich bei den Vorläufen (27. September ab 18.55 Uhr) für das Finale qualifizieren können. Die realistischeren Chancen hat dabei Richard Ringer, der einmal ein WM-Finale über 5.000 m erreichte: 2015 belegte er im Endlauf Rang 14.

10.000 m

Start, Finale: 6. Oktober, 19.00 Uhr

Weltmeister 2017: Mo Farah (GBR)

Olympiasieger 2016: Mo Farah (GBR)

Jahresweltbestzeit: 26:48,95 Hagos Gebrhiwet (ETH)

Deutscher Starter: keine

Im 10.000-m-Finale geht es am Schlusstag der WM um das Erbe von Mo Farah. Dreimal in Folge hatte der Brite zuletzt die WM-Goldmedaille über die längste Bahn-Langstrecke gewonnen. Zudem war er zweimal in Folge Olympiasieger. Nachdem Mo Farah auf die Marathondistanz gewechselt ist, wird in Doha nun ein Nachfolger gesucht. Die Äthiopier beeindruckten bei ihrem WM-Qualifikationsrennen in Hengelo mit einer Reihe von Weltklassezeiten. Hagos Gebrhiwet gewann diesen Lauf in 26:48,95 Minuten knapp vor Selemon Barega und Yomif Kejelcha. Gebrhiwet und Barega könnten sich somit an einem Doppelstart nach dem 5.000-m-Rennen versuchen. Doch der Mann, den es zu schlagen gilt, könnte der Crosslauf-Weltmeister sein: Joshua Cheptegei (Uganda) gewann diesen prestigeträchtigen Titel im Frühjahr. Auch er könnte in Doha sowohl über 5.000 m als auch über 10.000 m an den Start gehen. Der beste Kenianer fehlt dagegen: Geoffrey Kamworor gewann das kenianische WM-Qualifikationsrennen. Doch der Halbmarathon-Weltmeister und -Weltrekordler verzichtet auf die WM, um sich stattdessen auf den New York-Marathon Anfang November vorzubereiten. So wird ein Youngster das kenianische Team in Doha anführen: Der erst 19-jährige Rhonex Kipruto, der bereits im 10-km-Straßenlauf mit Weltklassezeiten für Furore sorgte, kann in Doha sicherlich in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Alles andere als eine afrikanische Dominanz bei diesem Rennen wäre eine große Überraschung. Deutsche Läufer sind über 10.000 m bei der WM nicht am Start.

Text: race-news-service.com

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