Eliud Kipchoge im Training vor dem London-Marathon 2020 Virgin Money London Marathon

London-Marathon 2020 mit „Sicherheits-Blase“

Großbritannien London-Marathon in einer „Sicherheits-Blase“

Um Infizierungen mit dem Coronavirus zu vermeiden, müssen die Athleten vor der Veranstaltung in abgesperrten Hotels und Bereichen bleiben.

Der London-Marathon lässt sich auch in Pandemie-Zeiten und trotz deutlich steigender Corona-Fallzahlen in England nicht stoppen. Als erster Top-Marathon seit Beginn der Pandemie im März wird der Klassiker am Sonntag, dem 4. Oktober 2020 gestartet – allerdings nicht als Massenrennen, sondern nur mit einem kleinen Feld von Eliteläufern. Für die Breitensportler gibt es ein virtuelles Rennen, für das sich 45.000 Läufer angemeldet haben. Sie können an ihrem Wohnort starten und ihre Ergebnisse dann über eine App übertragen.

London-Marathon 2020: Ausnahmegenehmigung der Regierung macht das Event möglich

Die Veranstalter haben – wie einige andere Sportveranstalter, darunter zum Beispiel die Premier League – eine Ausnahmegenehmigung der britischen Regierung erhalten. Um das Rennen unter den nötigen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen und mit einem absoluten Weltklassefeld umsetzen zu können, waren sicherlich Investitionen von etlichen Millionen Euro nötig. Das sind Dimensionen, die sich im internationalen Laufsport wohl nur der London-Marathon leisten kann.

Die Strecke führt auf einem gut zwei Kilometer langen Rundkurs um den St. James’ Park im Stadtzentrum herum. Der Kurs wird hermetisch abgeriegelt und für Zuschauer nicht zugänglich sein. Das Ziel bleibt dabei wie seit vielen Jahren auf „The Mall“ nahe dem Buckingham Palast.

Kipchoge gegen Bekele

40 Männer und acht Pacer sowie 25 Frauen plus sieben Tempomacherinnen stehen auf der aktuellen Startliste. Bei den Männern kommt es zum Top-Duell zwischen Weltrekordler und Olympiasieger Eliud Kipchoge (Kenia) und Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele, der vor einem Jahr in Berlin mit einer Zeit von 2:01:41 Stunden den Weltrekord von Kipchoge nur um zwei Sekunden verpasst hatte. Bei den Frauen trifft die kenianische Weltrekordlerin Brigid Kosgei (2:14:04) unter anderen auf ihre Landsfrau Ruth Chepngetich, die vor einem Jahr den Marathon-WM-Titel gewann. Mit dem deutschen Rekordhalter Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal/2:08:33) und Anna Hahner (SCC-Events Pro-Team/Bestzeit: 2:26:44) sind zwei deutsche Läufer am Start der beiden Rennen, die mit einem Abstand von mehreren Stunden gestartet werden.

Sicherheit während der Pandemie: Mit dem Privatflugzeug von Eldoret nach London

Die Athleten bewegen sich unmittelbar nach ihrer Ankunft in London in einer „Sicherheits-Blase“. Die Kenianer wurden vor einigen Tagen sogar mit einem Privatflugzeug aus Eldoret abgeholt – der Stadt im kenianischen Hochland, wo unter anderen auch Eliud Kipchoge mit seiner Familie lebt.

Bis zu ihrer Abreise sind die Athleten quasi „eingesperrt“. Die Londoner Veranstalter haben ein großes Hotel auf einem Landsitz westlich von London komplett gemietet. Auf dem weitläufigen Parkgelände können die Athleten trainieren. Das Hotel und das Gelände ist nicht zugänglich, und die Athleten müssen in dem abgesperrten Bereich bleiben. Vor ihrer Abreise nach London mussten die Eliteläufer einen negativen Corona-Test vorlegen, unmittelbar nach ihrer Ankunft wurden sie im Hotel erneut getestet. Im Falle eines positiven Tests werden die Athleten isoliert und können am Sonntag nicht starten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir für jeden die größtmögliche Sicherheit organisiert haben“, sagte der Londoner Race-Direktor Hugh Brasher.

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