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Verpasste Dopingkontrollen Wilson Kipsang für vier Jahre gesperrt

Nach mehreren verpassten Dopingkontrollen hat die "Athletics Integrity Unit" eine vierjährige Sperrung für Kipsang verordnet.

Marathon-Topstar Wilson Kipsang wurde von der „Athletics Integrity Unit (AIU)“ des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics (WA) nach einem Doping-Verfahren für vier Jahre gesperrt. Dies wurde jetzt bekannt gegeben. Der 38-jährige Kenianer hat demnach zwischen April 2018 und Mai 2019 viermal eine Dopingkontrolle verpasst. Drei verpasste Proben binnen eines Zwölf-Monats-Zeitraums können zu einer Sperre führen, die nun in dem Verfahren von World Athletics ausgesprochen wurde.

Athletics Integrity Unit geht von Manipulation aus

Die AIU wirft Wilson Kipsang in diesem Zusammenhang auch eine Manipulation vor. Dabei geht es darum, dass der frühere Marathon-Weltrekordler angegeben hatte, dass ein Unfall und ein daraus folgender Stau dazu geführt haben, dass er einen Dopingtest im Mai 2019 verpasst hatte. Die Ermittler fanden laut AIU heraus, dass der angegebene Unfall jedoch zu einem anderen Zeitpunkt passierte.

Bisher keine positive Dopingproben vorhanden

In einer Stellungnahme für Wilson Kipsang erklärte sein holländisches Management „Volare Sports“, dass das Urteil noch nicht endgültig sei und sich der Läufer den Gang vor den internationalen Sport-Gerichtshof (CAS) vorbehält. Aufgrund seiner enormen Erfolge ist davon auszugehen, dass Wilson Kipsang in den letzten zehn Jahren regelmäßig und öfter als viele andere Marathonläufer kontrolliert wurde. „Volare Sports“ betont, dass es zu keiner Zeit eine positive Dopingkontrolle bei Wilson Kipsang gegeben hat.

Karriere-Ende?

Sollte es bei der ab 10. Januar 2020 geltenden Sperre bleiben – zu diesem Zeitpunkt wurde Wilson Kipsang von Wettkämpfen suspendiert –, wäre dies voraussichtlich das Ende der Karriere für den Kenianer.

Kipsang besiegte Kipchoge als Einziger im Marathon

Wilson Kipsang ist einer der erfolgreichsten kenianischen Marathonläufer. Er hatte sich stets für den Kampf gegen Doping eingesetzt und sich in der Vergangenheit auch gegen den eigenen, teilweise korrupten kenianischen Leichtathletik-Verband gestellt. Ein Jahr nach seinem dritten Platz beim olympischen Marathon in London 2012 lief er beim Berlin-Marathon mit 2:03:23 Stunden einen Weltrekord, der aber nach einem Jahr von seinem Landsmann Dennis Kimetto gebrochen wurde. 2016 erzielte Kipsang als Zweiter in Berlin seine Bestzeit von 2:03:13 Stunden.

Wilson Kipsang hat zweimal den Mainova Frankfurt-Marathon gewonnen und ist mit 2:03:42 Stunden (2011) nach wie vor der Streckenrekordler dieses Rennens. Außerdem gewann er zweimal in London (2012 und 2014) sowie jeweils einmal in New York (2014) und in Tokio (2017), wo er mit 2:03:58 Stunden ebenfalls den Streckenrekord hält. Kipsang ist der einzige Läufer, der jemals Kenias Superstar Eliud Kipchoge in einem Marathon besiegt hat (Berlin 2013).

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