Ineos 1:59 Challenge

1:59 Challenge Wien 2019 Fällt die 2-h-Marke im Marathon?

Beim Berlin-Marathon wird Weltrekordhalter Kipchoge in diesem Jahr nicht starten. Er bereitet sich auf die 1:59 Challenge in Wien am 12. Oktober vor.

Eine Reihe von weiteren Weltklasseläufern über die Marathon- und Straßendistanzen werden Eliud Kipchoge als „Hasen“ unterstützen, wenn der Kenianer in Wien im Oktober bei der INEOS 1:59 Challenge als erster Athlet den Marathon unter zwei Stunden laufen will. Geplant ist, dass der Olympiasieger, der über die 42,195 km mit 2:01:39 auch den Weltrekord hält, am 12. Oktober auf einer Pendelstrecke im Wiener Praterpark die Fabelzeit jagt. Deswegen wird Eliud Kipchoge in diesem Jahr auch nicht beim Berlin-Marathon starten, der am 29. September stattfindet. Sollten die Wetterbedingungen am 12. Oktober ungünstig sein, könnte das Rennen auch an einem der folgenden acht Tage in Wien stattfinden. Neu in der Gruppe der Tempomacher ist unter anderem der Kenianer Marius Kipserem, der in diesem Jahr den Rotterdam-Marathon gewann.

Hermann Maier und Chris Froome halten Gelingen der Challenge für möglich

Zwei internationale Sport-Legenden machen Eliud Kipchoge vor der 1:59 Challenge, die vor Ort vom Team des Vienna City-Marathons in Kooperation mit dem London-Marathon organisiert wird, Mut vor seinem Rennen: Österreichs Ski-Idol Hermann Maier und Großbritanniens Radsport-Star Chris Froome äußern sich optimistisch bezüglich der Chancen von Eliud Kipchoge in Wien.

„Wenn alle Verhältnisse zusammen stimmen, dann bin ich absolut überzeugt, dass dieser historische Moment passieren wird, es ist ein riesengroßes Ereignis“, sagt Hermann Maier. „Man darf sich nicht in den Kopf setzen: ‚Es ist nicht möglich.‘ Man muss sich immer in den Kopf setzen: ‚Es ist möglich‘.“

"Mit der richtigen Einstellung ist sehr viel möglich"

Hermann Maier weiß wovon er spricht, wenn es um außergewöhnliche Herausforderungen geht. Sein „Jahrhundertsturz“ von Nagano 1998 und der Gewinn von zwei olympischen Goldmedaillen wenige Tage später, haben sich ins kollektive Gedächtnis Österreichs und der Sportwelt eingebrannt. Ein Motorradunfall im August 2001 führte beinahe zur Amputation eines Beines. Doch 18 Monate nach dem Unfall feierte er in Kitzbühel wieder einen ersten Sieg im Weltcup. „Der Begriff ‚Limits‘, das ist für mich eine Einschränkung, die es eigentlich so nicht geben sollte“, sagt Maier über sportlichen Erfolg. „Es hat viel mit Fleiß, mit Training zu tun und natürlich mit der eigenen psychischen Einstellung. Mit dieser Einstellung ist sehr viel möglich.“

Ganz ähnlich äußert sich auch Chris Froome. Der viermalige Tour de France-Sieger, der übrigens in Kenia geboren wurde und dort sowie in Südafrika aufgewachsen ist, hatte in diesem Sommer ebenfalls einen schweren Unfall, der seinen Start bei der Tour de France verhinderte und Karriere-bedrohende Verletzungen mit sich brachte. „Wenn Eliud es schafft, unter zwei Stunden zu laufen, wäre das ein historischer Moment“, erklärte Chris Froome, der sicher ist, dass sich Eliud Kipchoge langfristig und entsprechend fokussiert auf das Rennen vorbereitet hat. „Wenn einer in der Lage ist, die Zwei-Stunden-Barriere zu durchbrechen, dann ist es Eliud.“

Auch ehemaliger 10-km-Weltrekordhalter ist als Pacer dabei

Immer stärker wird währenddessen die Liste der Tempomacher, die Eliud Kipchoge in Wien unterstützen werden. Da sie während des Rennes mehrfach ausgetauscht werden, sind wesentlich mehr „Hasen“ nötig als bei herkömmlichen City-Marathonrennen. Aufgrund dieses Prozederes könnte die Zeit von Eliud Kipchoge auch nicht als offizieller Weltrekord anerkannt werden. Neu im Tempo-Team ist Marius Kipserem, der im April den Rotterdam-Marathon mit einer Weltklassezeit von 2:04:11 Stunden gewann und damit auch einen Streckenrekord aufstellte. Sein kenianischer Landsmann Eric Kiptanui ist der sechstschnellste Läufer aller Zeiten über die Halbmarathondistanz mit einer Bestleistung von 58:42 Minuten. Unter den zusätzlichen Tempomachern sind zudem der ehemalige 10-km-Weltrekordler Micah Kogo (Kenia) und dessen früherer Landsmann Kaan Kigen Özbilen (Türkei), der 2016 einen Marathon-Europarekord von 2:06:10 Stunden aufstellte. „100 Prozent von mir sind nichts im Vergleich zu einem Prozent meines Teams“, sagt Eliud Kipchoge, der die Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg ansieht.

Text: race-news-service.com

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