Über Sportfrisuren hast du dir mit mehr als streichholzlangen Haaren vermutlich schon oft Gedanken gemacht. Nichts ist nerviger, als wenn dir beim Training die Haare im Gesicht kleben oder sich das Haargummi nach ein paar Kilometern löst. Entscheidend ist deshalb, dass deine Frisur nicht nur gut aussieht, sondern auch Schweiß standhält und selbst bei Tempo, Hitze oder Intervallen sicher sitzt. Ob lange, schulterlange oder kurze Haare – für jede Länge und jeden Haartyp gibt es Lösungen, mit denen du deine Mähne zuverlässig bändigst.
Was macht eine gute Sportfrisur beim Laufen aus?
Eine gute Jogging-Frisur ist vor allem praktisch: Beim Laufen willst du dich auf dein Tempo und deine Atmung konzentrieren, nicht darauf, ständig Strähnen aus dem Gesicht zu streichen oder den Zopf neu zu binden. Sie sollte schnell gemacht sein, damit du im Alltag keine Zeit mit Styling verlierst, sicher sitzen, auch bei Schweiß nicht verrutschen und dabei weder drücken noch Kopfschmerzen verursachen.
Die besten Sportfrisuren fürs Laufen
Beim Laufen ist der gesamte Körper in Bewegung und bei jeder Flugphase und jedem Aufprall schwingen die Haare, je nachdem, für welche Frisur du dich entscheidest, mit. Egal, welches Styling du wählst, achte darauf, dass die Frisur fest sitzt.

Sportfrisuren für lange Haare
Klassiker wie der hohe Pferdeschwanz funktionieren bei langen Haaren eigentlich fast immer – vor allem mit einem festen, aber haarschonenden Haargummi. Wer feines Haar hat, sollte mit einem normalen Zopf oder Pferdeschwanz beim Laufen gut auskommen.
Wenn du sehr dickes Haar, mit einer nicht ganz weichen Struktur hast, kann es sein, dass sich die Haare verknoten. Neigst du dazu, stärker zu schwitzen, können die Haare nass werden. Tipp: Mach dir einen hohen Pferdeschwanz und flechte den Zopf zusätzlich. So ist deine Mähne beisammen und verheddert sich weniger schnell.

Sportfrisuren für schulterlange Haare
Der Dutt ist ebenso ein Allrounder wie der Pferdeschwanz und eignet sich für lange und schulterlange Haare. Er hat den Vorteil, dass die Haare gar nicht mehr herumschwingen können, weil sie auf dem Kopf zusammengewickelt sind. Wie gut ein Dutt beim Laufen funktioniert, hängt wiederum sehr mit der individuellen Haarstruktur zusammen. In jedem Fall solltest du deinen Dutt zum Laufen gut sichern. Dafür gibt es extra Haarklammern, die du seitlich in den Dutt hineinstecken kannst. Das gibt der Frisur zusätzlichen Halt. Empfehlenswert ist es außerdem, mit mehreren Haargummis zu arbeiten.
Mach dir zunächst einen hohen, strengen Pferdeschwanz. Dann nimm den Zopf und beginne damit, diesen um seine eigene Achse zu wickeln. Nimm ein zweites Haargummi und schlingen es um den Dutt herum. Schließlich kannst du das Ganze mit den Haarklammern befestigen. Wer sehr dickes Haar hat, für den empfiehlt es sich, zusätzlich ein dickes Haargummi über den Dutt drüberzuziehen. Besonders gut eignen sich dafür Haargummis aus Stoff, weil diese nicht nur deine Frisur fixieren, sondern auch stylisch aussehen.
Wer feines Haar hat, kann für den Dutt ein Duttkissen benutzen. Das zaubert das nötige Volumen. Zum Joggen eignet sich das allerdings nur bedingt: Wähle lieber die Alternative des herkömmlichen Zopfes, bevor dir beim Laufen die Frisur auseinanderfällt.

Sportfrisuren für kurze Haare
Auch mit kurzen Haaren kannst du beim Laufen für Halt sorgen. Bei kinn- bis schulterlangen Schnitten eignet sich ein kleiner Half Bun oder Mini-Halbzopf aus dem Deckhaar: Du nimmst die obere Partie zusammen und fixierst sie mit einem Haargummi, entweder ganz durchgezogen oder als kleine Schlaufe. So bleiben Pony und kürzere Strähnen aus dem Gesicht, ohne dass die Frisur beschwert.
Sind deine Haare noch kürzer, helfen schmale Haarbänder, Stirnbänder oder einzelne Haarklammern, um fliegende Strähnen zu bändigen. Wichtig ist, dass alles sicher sitzt, nicht drückt und auch bei Schweiß nicht verrutscht.

Trendfrisuren fürs Laufen: Boxer Braids & Co.
Flechtfrisuren sind beim Laufen nicht nur ein Hingucker, sondern vor allem funktional. Sie verteilen das Gewicht gleichmäßig, sitzen eng am Kopf und halten auch bei Wind oder Schweiß zuverlässig – ohne ständig nachjustiert werden zu müssen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass du genug Geduld hast, um dir das Frisieren beizubringen. Vor allem für Wettkämpfe sind Flechtfrisuren zu empfehlen, da sie besonders gut halten und du dir an einem Race Day garantiert keine Gedanken um störende Haare zu machen musst.
Bei Flechtfrisuren hast du die Wahl zwischen verschiedenen Varianten:
Der französische Zopf oder Bauernzopf
Der französische Zopf, auch Bauernzopf genannt, ist der Klassiker. Leider ist es nicht so einfach, ihn selbst zu flechten. Vielleicht hast du aber Glück und ein fähiges Familienmitglied, eine Freundin oder einen Freund, die dir aushelfen können.
Das Haar sollte gut gebürstet und streng nach hinten gekämmt werden. Trenne oberhalb der Stirn das Deckhaar vom Rest der Haare ab. Teile die so entstandene Strähne in drei gleiche Teile. Beginnen dann zu flechten. Nachdem du von jeder Seite einmal geflochten hast, nimm jedes Mal einen weiteren, seitlichen Strang hinzu. Achte darauf, dass die Stränge gleichmäßig dick sind. Halte den Zopf am unteren Ende mit einem Haargummi zusammen.

Du kannst dir auch zwei französische Zöpfe flechten – sie bieten noch mehr Halt und sitzen besonders stabil. Anders als beim einzelnen Zopf startest du mit einer schmalen Strähne direkt am Mittelscheitel, statt das gesamte Deckhaar zu nehmen. Teile die Partie in drei gleich große Stränge und flechte zunächst ein- bis zweimal klassisch. Anschließend nimmst du bei jeder Überkreuzung seitlich neue Haarsträhnen dazu, bis alle Haare sauber eingearbeitet sind.

Der holländische Zopf
Beherrschst du den französischen Zopf schon, probiere doch einmal die holländische Variante aus. Dafür sollte das Haar mindestens schulterlang sein. Der Unterschied ist simpel: Während du beim französischen Zopf die äußeren Strähnen über die mittlere legst, führst du sie beim holländischen unter die mittlere Partie. Nach den ersten ein bis zwei Flechtrunden nimmst du – wie gewohnt – nach und nach von außen weitere Haarsträhnen dazu, bis alles sauber eingearbeitet ist.

Der Fischgrätenzopf
Anders als beim klassisch geflochtenen Zopf, teilst du für den Fischgrätenzopf das Deckhaar oben an der Stirn nicht in drei, sondern in zwei Partien. Lege dann immer abwechselnd einige Haare der Außenseite der einen Strähne auf die Innenseite der gegenüberliegenden Strähne. Achte darauf, dass die Strähnen durchgehend straff bleiben. Binde am Ende alles mit einem Haargummi zusammen.

Boxer Braids
Nicht umsonst lieben Profisportlerinnen diese Frisur: Boxer Braids verteilen das Gewicht der Haare angenehm auf dem Kopf, nichts zwackt und nichts fliegt durch die Gegend.

Bürste zuerst deine Haare, dann ziehst du dir einen geraden Mittelscheitel bis hinunter zum Nacken. Teile dein Haar in zwei Partien. Beginne mit einer Seite – die andere binde am besten zusammen, damit dir keine Haare in die Quere kommen, die du noch nicht brauchst.
Flechte dann die offene Seite möglichst nah an der Kopfhaut nach unten. Die Haarsträhnen musst du dabei für klassische Boxer Braids immer unter die Mittelsträhne flechten. Nach jedem Durchgang holst du eine weitere Strähne vom Außenhaar hinzu.
Spezialtipps nach Haartyp
Nicht jede Sportfrisur funktioniert bei jedem Haar gleich gut, vor allem Struktur und Dicke spielen eine entscheidende Rolle. Hast du feines Haar, gib vor dem Binden etwas Trockenshampoo oder Texturspray ins Haar, damit Zopf oder Dutt mehr Grip bekommen. Bei dickem oder schwerem Haar fixierst du deine Frisur am besten mit zwei Haargummis oder zusätzlichen Haarklammern für extra Halt. Lockiges Haar bändigst du leichter, wenn du es vor dem Flechten leicht anfeuchtest oder ein Leave-in-Produkt einarbeitest. So bleiben die Locken definiert und fransen weniger aus.
Auch mit Pony können die Haare beim Laufen nerven. Wichtig ist, dass du ihn auf jeden Fall aus deinem Gesicht entfernst. Denn nichts ist unangenehmer, als wenn der Pony dir auf der Stirn klebt – was im Übrigen auch zu unreiner Haut führen kann.
Für den Sport gibt es glücklicherweise stylische Accessoires wie Stirnbänder, Haarbänder oder auch Schweißbänder, mit denen du deinen Pony einfach aus dem Gesicht zaubern kannst. Außerdem ist er durch das Band super fixiert. Binde den Rest der Haare zu einem klassischen Pferdeschwanz. Sind deine Haare zu kurz, binde sie unten im Nacken zusammen. Alternativ kannst du auch einen Haarreifen benutzen.

Du kannst deinen Pony aber auch mit Spangen oder Clips zurückstecken. Je nach Schnitt fixierst du ihn seitlich an der Stirn oder steckst ihn weiter oben am Ansatz fest. Wichtig ist, dass alles sicher sitzt und dir beim Laufen nicht ins Gesicht rutscht.
Tipps für Locken
Hast du eher lockiges Haar, sind Pferdeschwanz oder Dutt meist die unkompliziertesten Optionen. Aber auch eine Flechtfrisur funktioniert gut: Binde dafür einfach zuerst einen tiefen Pferdeschwanz und flechte den Zopf anschließend.
Tipps für herausfallende Strähnen
Wenn sich beim Laufen immer wieder kleine Strähnen lösen, kannst du gezielt gegensteuern. Flechte oder binde deine Haare etwas fester (aber ohne Zugschmerz) und fixiere einzelne Partien zusätzlich mit kleinen Haarklammern.
Praktisch sind neben Haarspray und Gel auch sogenannte Wax- oder Styling-Sticks, die du in jeder Drogerie bekommst. Mit ihnen kannst du abstehende oder herausfallende Strähnen direkt am Ansatz „ankleben“, ohne dass das Haar hart oder verklebt wirkt. Einfach sanft über die betroffenen Stellen streichen und schon sitzt die Frisur auch auf den letzten Kilometern noch ordentlich.
Tipp: Gerade für den Wettkampf lohnt es sich, deinen Race-Day-Hairstyle vorab im Training zu testen. Dann weißt du genau, dass er auch bei maximaler Belastung oder Schweiß hält, und kannst dich voll auf deine Leistung konzentrieren, statt auf herausfallende Strähnen.
Haarpflege vor und nach dem Laufen
Bereite deine Haare schon vor dem Training gut vor: Bürste sie gründlich durch, damit sich keine Knoten festziehen, und verwende bei Bedarf ein leichtes Leave-in-Produkt oder Hitzeschutz, wenn du oft bei Sonne läufst.
Nach dem Lauf solltest du Schweiß möglichst bald ausspülen oder die Haare zumindest am Ansatz trocknen, damit Kopfhaut und Längen nicht gereizt werden. Ein mildes Shampoo und gelegentlich eine feuchtigkeitsspendende Pflege helfen, das Haar geschmeidig zu halten, besonders, wenn du häufig trainierst.
Welche Sportfrisuren eignen sich fürs Krafttraining?
Theoretisch kannst du jede der oben genannten Sportfrisuren auch beim Krafttraining tragen. Magst du es jedoch nicht, wenn dir zu viele Haare ins Gesicht fallen, dann entscheide dich statt für einen Pferdeschwanz für einen Dutt. Damit läufst du keine Gefahr, dass du dich in der Langhantel oder im Latzug verhedderst. Ansonsten eignen sich auch Flechtfrisuren beim Kraftsport prima.
Welche Sportfrisuren sind am besten für Yoga-Übungen?
Für deine Yoga-Übungen kannst du je nach Intensität jede beliebige Frisur wählen, aber auch hier ist ein Dutt eine sehr gute Wahl. Achte beim Dutt darauf, ihn möglichst hoch anzusetzen. Denn in Liegepositionen darf die Frisur nicht stören. Das Gleiche gilt für einen Pferdeschwanz. Sind die Übungen eher sanft, eignet sich auch ein Halbzopf oder tief gebundener Zopf.

Häufige Fragen zu Sportfrisuren beim Laufen
Achte auf das Material: Verzichte unbedingt auf Haargummis mit Metallsteg. Sie können an der Verbindungsstelle reiben und die Haaroberfläche aufrauen. Das begünstigt Haarbruch und Spliss, gerade wenn du viel läufst und deine Frisur regelmäßig Spannung aushalten muss.
Für lange Haare sind Scrunchies aus Seide eine besonders schonende Wahl. Die glatte Struktur reduziert Reibung und beugt Frizz sowie Haarbruch vor. Wenn du hingegen maximalen Halt suchst, etwa für schnelle Einheiten oder Wettkämpfe, greife zu hochwertigen Silikon-Haargummis ohne Naht. Sie leiern weniger aus, rutschen kaum und bleiben auch bei ruckartigen Bewegungen an Ort und Stelle.
Trägst du gern einen strengen, hohen Pferdeschwanz, können Spiral-Haargummis eine gute Alternative sein. Sie sind elastisch, verteilen den Druck gleichmäßiger und hinterlassen keinen starken Knick im Haar. Und bei sehr lockigem oder voluminösem Haar lohnt sich ein Bungee-Haargummi mit Haken: Du kannst die Spannung individuell anpassen, ohne das Haar unnötig zu strapazieren.
Bei Regen gilt: kompakt und eng am Kopf. Ein tiefer Dutt im Nacken oder ein fest geflochtener Zopf – etwa als französische oder holländische Variante – hält Nässe besser stand als ein lockerer Pferdeschwanz. Je weniger Bewegung in den Längen ist, desto geringer die Gefahr, dass sich die Frisur auflöst oder verknotet. Besonders geeignet ist ein Sleek Dutt: glatt zurückgebunden, eng am Kopf fixiert und sauber festgesteckt. Diese Variante schützt die Längen, reduziert abstehende Härchen und bleibt auch bei feuchtem Wetter formstabil. In Kombination mit einem rutschfesten Haargummi oder Stirnband sitzt deine Frisur dann auch bei Dauerregen sicher.





