Ein jubelnder Läufer reißt die Arme hoch. iStockphoto

So treffen Sie den gesunden Mittelweg Selbsttest: Wie ehrgeizig sind Sie?

Testen Sie hier, wie ehrgeizig und wettkampforientiert Sie sind! Dazu zeigen wir Ihnen den gesunden Mittelweg zwischen zu viel Ehrgeiz und mangelnder Ambition.

Zu viel oder mangelnder Ehrgeiz sind die gefährlichsten Feinde der Läufergesundheit. So rennt der eine zu ambitioniert, während der andere zu zaghaft trainiert. Was für ein Läufertyp sind Sie? Lassen Sie sich leicht mitreißen, oder ist Ihnen gleichgültig, wie es im Training oder Wettkampf für Sie läuft? Finden Sie in unserem Selbsttest heraus, wie es um Ihren Ehrgeiz steht!

Anschließend finden Sie Tipps für jeden Typ, damit Sie sich weder unter- noch überfordern und beides erreichen: Gesundheit und Leistungssteigerung (wenn Sie wollen).

Eigene Maßstäbe finden

Überambitionierte Freizeitsportler laufen Gefahr, Opfer ihres ungesunden Ehrgeizes zu werden – und das gilt nicht nur für ­Läufer, die vordere Plätze im Klassement anstreben. Auf der anderen Seite ist eine zu lasche Einstellung auch nicht gerade ideal: Willensschwache Hobbyläufer sind permanent in Gefahr, von ihrem inneren Schweinehund besiegt zu werden. Gegen einen gesunden Leistungswillen ist nichts einzuwenden. Er fördert die Motivation und hilft am Ball zu bleiben. Idealerweise halten sich Ehrgeiz und Gelassenheit in etwa die Waage. Sich Ziele zu setzen hilft einem, konsequent ein Ziel zu verfolgen. Dabei sollte man sich allerdings nicht an anderen orientieren, sondern eigene Maßstäbe finden, auf seinen Körper hören und seine Bedürfnisse im Blick behalten.

Tipps für jeden Läufertyp

Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie sich in Situationen, die typisch für die jeweilige Veranlagung sind, richtig verhalten und die Freude am Laufen bewahren:

Stark wettkampf-orientierter Typ

Typischer Fehler: Sie trainieren nach dem Programm eines anderen, stärkeren Läufers und überfordern sich damit.

Lösung: Hören Sie immer auf Ihren Körper. Das ist allemal effektiver, als den Zielen eines anderen hinterherzuhecheln. Achten Sie darauf, ob Sie sich zunehmend schlapp und müde fühlen, Schlafprobleme haben oder sich körperliche Beschwerden ein­stellen. Wenn ja: Sofort Gas wegnehmen! Dann haben Sie vielleicht noch die Chance, eine Verletzung zu vermeiden, die Sie lange zurückwerfen könnte. Eine Faust­regel lautet: Steigern Sie das Trainingspensum von Woche zu Woche um nicht mehr als zehn Prozent. So kann sich der Körper gut an die wachsende Belastung anpassen, Überlastungsbeschwerden werden vermie­den. Tipp: Es gibt kein Programm, das für alle passt. Trainieren Sie ab und zu mit anderen, dann sehen Sie, dass Training eine sehr individuelle Angelegenheit ist.

Typischer Fehler: Ihr Tag besteht nur aus ­Essen, Schlafen und Laufen.

Lösung: Wenn Sie vor lauter Wettkampforientierung andere Lebensbereiche vernachlässigen, kann das problematisch werden. Machen Sie sich eine Liste der Dinge, die Ihnen wichtig sind, und sorgen Sie dafür, dass jede Woche Zeit dafür bleibt. Indem Sie sich für andere Menschen und andere Aktivitäten Zeit nehmen, gewinnen Sie Abstand zum Laufen. So schlagen auch eventuelle Verletzungspausen nicht so sehr aufs Gemüt.

Typischer Fehler: Sie werfen über den Haufen, was Sie sich für einen Wettkampf vorgenommen haben, nur um einen Konkurrenten abzuhängen.

Lösung: Erstellen Sie sich in den Tagen vor dem Wettkampf einen Plan, den Sie immer wieder in Gedanken durchgehen. Machen Sie daraus eine Art Mantra, das sie während des Rennens ständig vor sich hinmurmeln (zum Beispiel „Langsam starten, später aufdrehen“). Setzen Sie sich realistische, auf Ihre eigenen Möglichkei­ten und Bedürfnisse zugeschnittene Ziele (etwa: gleichmäßiges Tempo laufen), anstatt sich an anderen zu orientieren.

Typischer Fehler: Beim Training in der Gruppe diktieren Sie stets das Tempo.

Lösung: Eine zu starke Wettkampf­orientierung im Training kann das Gegenteil dessen bewirken, was man eigent­lich beabsichtigt. Zudem wird dadurch Stress aufgebaut. Tipp: Schreiben Sie auf, was ­Ihnen am Laufen gefällt, dann wird Ihnen klarer, warum Sie laufen. Starten Sie bei einem Fun-Run ohne Wettkampfcharakter oder stellen Sie sich bei einer Laufveranstaltung als Bremsläufer zur Verfügung.

Lethargischer Typ

Typischer Fehler: Ihre ­Leistungen im Training sind besser als im Wettkampf.

Lösung: Sie können zwar das Letzte aus sich herausholen, sind aber in der Wett­kampfsituation unsicher? Unser Rat: Führen Sie sich vor dem Start vor Augen, wie erfolgreich Sie im Training waren. Bitten Sie einen Lauffreund, Sie darin zu bestärken, auch das kann helfen. Versuchen Sie es mit dem Mantra „Warum nicht ich?“ und machen Sie sich damit klar, dass auch Sie ein Recht darauf und gute Aussichten haben, im Wettkampf gut abzuschneiden.

Typischer Fehler: Sie meiden Wett­kämpfe und Tempo­läufe in der Gruppe.

Lösung: Es gibt Läufer, die vermeiden es, sich Ziele zu setzen, weil sie den damit verbundenen Druck fürchten oder Angst haben, das Ziel zu verfehlen. Abhilfe: Setzen Sie sich Ziele, die leicht zu erreichen sind (zum Beispiel beim Marathon einfach nur anzukommen anstelle eines Zeitziels). Das wird Ihr Selbstbewusstsein stärken.

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