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Atmung Hängt die Laufleistung vom Lungenvolumen ab?

Kann man mit einem größeren Lungenvolumen automatisch ausdauernder laufen? Dr. Heiko Striegel klärt auf.

Lungenvolumen +
Foto: iStockphoto

In aller Regel ist das Lungenvolumen nicht allein ausschlaggebend was die Leistungsfähigkeit anbelangt.

Ein direkter Zusammenhang zwischen Lungenvolumen und Laufleistung lässt sich nicht herleiten. So führt ein großes Lungenvolumen nicht automatisch zu einer guten Ausdaurleistungsfähigkeit. Bestehen keine wesentlichen Vorerkrankungen, so wird dem Organismus mit der Atmung, unabhängig davon, ob die betreffende Person trainiert oder untrainiert ist, ausreichend Sauerstoff zur Verfügung gestellt. Ausnahmen hiervon sind beispielsweise extremere Wirbelsäulenverkrümmungen, die dann in der Tat zu einer Einschränkung des Lungenvolumens und auch der Laufleistung führen können.

Das Lungenvolumen wirkt nicht leistungsbegrenzend

Ein größeres Lungenvolumen liefert zwar mit jedem Atemzug mehr Sauerstoff ins Blut, leistungsbegrenzend ist das Lungenvolumen in der Regel jedoch nicht. Als limitierende Faktoren sind vielmehr der Transport des Sauerstoffs im Blut sowie dessen Verwertung in den Mitochondrien, den sogenannten Kraftwerken der Muskelzellen, anzusehen. Insoweit ist auch der Versuch, ein kleines Lungenvolumen durch eine aktive Steigerung der Atmung über das notwendige Maß hinaus zu steigern, nicht sinnvoll. Genauere Aussagen über individuell begrenzenden Faktoren lassen sich mittels einer Atemgasmessung unter Belastung, einer sogenannten Spiroergometrie treffen.

Herzfrequenz aussagekräftiger als Lungenvolumen

Ein Leser mit diagnostiziertem verkleinerten Lungenvolumen berichtete von geringerer Leistung und höherem Puls als bei seinen untrainierten Freunden. Wie ist das zu erklären? Die Herzfrequenz bei einer bestimmten Belastungsintensität ist ein individueller Parameter und von Person zu Person sehr unterschiedlich. So kann die beim Leser im Vergleich zu seinen Freunden erhöhte Herzfrequenz unter Belastung eine individuelle Schwankung darstellen, aber auch Zeichen einer geringeren Ausdauerleistungsfähigkeit sein. Bei einem kleineren Lungenvolumen hat man darüber hinaus nicht automatisch eine höhere Herzfrequenz. Die Herzfrequenz, die notwendig ist, um die Muskulatur ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, steht vielmehr mit dem Herzschlagvolumen, d.h. der Menge Blut, die bei einem Schlag vom Herzen ausgeworfen werden kann, im Zusammenhang. Je höher das Herzschlagvolumen, um so geringer ist die Herzfrequenz, die notwendig ist, um eine bestimmte Menge Blut in den Kreislauf auszuwerfen.
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Autor: Dr. Heiko Striegel 16.07.2018
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