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Erhöhter PSA-Wert durch intensives Training

Erhöhter PSA-Wert Erhöhte Prostatawerte durch intensives Training?

PSA ist ein in der Prostata gebildetes Eiweiß, das ein Indiz für Krebs sein kann. Ist ein erhöhter PSA-Wert nach hartem Training ein Grund zur Sorge?

PSA ist ein Eiweiß, welches beim Mann in den Prostatadrüsen gebildet wird. Ein kleiner Teil davon gelangt ständig ins Blut. Der PSA-Wert gibt den Anteil des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut an. Mit der Messung dieses Wertes möchte man frühzeitig Hinweise auf Prostatakrebs erlangen.

Warum kann ein PSA-Wert erhöht sein?

Das kann diverse Gründe haben. Betroffene rechnen dann zumeist mit der Diagnose Prostatakrebs. Um Sie zu beruhigen: Dies ist nur ein KANN und kein MUSS! Verantwortlich für die Erhöhung des PSA-Wertes im Blut kann zum einen das Alter sein, zum anderen können andere Erkrankungen und Infektionen den Auslöser darstellen. Dazu gehören zum Beispiel eine Prostataentzündung, eine Harnwegsentzündung oder auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Letzteres ist sogar recht häufig der Fall, denn mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Prostata ganz natürlich und somit ergibt sich bei der Messung häufig ein höherer PSA-Wert. Des Weiteren können Medikamente gegen eine gutartige Prostatavergrößerung für eine Erhöhung des PSA-Wertes sorgen.

Wissenswert für Sportler: Der PSA-Wert im Körper kann sich auch durch körperliche Aktivität erhöhen. Vermutet wird, dass sowohl durch die die mechanische Irritation der Prostata als auch durch den erhöhten Blutfluss bei sportlicher Betätigung mehr PSA ins Blut gelangt.

Leserfrage

Zu diesem Thema hat uns eine Leserfrage erreicht, die wir von Dr. Andreas Nieß, Facharzt für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor der Abteilung Sportmedizin an der Medizinische Universitätsklinik Tübingen, beantworten lassen.

"Ich (57) laufe seit 17 Jahren, auch Marathons. Bei Routine-Untersuchungen ist in den letzten Jahren mein PSA-Wert langsam, aber kontinuierlich angestiegen. Hohe Werte (9 bis 13) wurden immer dann gemessen, wenn ich intensiv trainiert habe bzw. gerade einen Marathon gelaufen war, niedrige Werte (6 bis 8), wenn ich wenig gelaufen bin."

Es stellt sich nun die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Laufen und erhöhten PSA-Werten gibt.
Der Experte Dr. Andreas Nieß antwortet:

Erhöhte PSA-Werte zeigen eine Veränderung der Prostata an

"Eine Erhöhung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blutserum oder -plasma kann Folge einer Vergrößerung, Entzündung oder aber auch einer bösartigen Veränderung der Prostata sein. Entsprechend wird dieser Laborwert bei Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung untersucht. Bei einer Erhöhung ist eine weitere fachärztlich-urologische Abklärung der Prostata notwendig.

Reizungen können PSA-Werte vorübergehend erhöhen

Eine mechanische Reizung der Prostata, wie sie zum Beispiel bei der Austastung des Enddarmes im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung vorkommt, kann den PSA-Wert vorübergehend ansteigen lassen. Denkbar ist auch, dass umfangreiche Belastungen auf dem Fahrrad durch eine solche Irritation zu erhöhten PSA-Werten führen könnte. In ­einzelnen Studien konnten Hinweise auf einen solchen Zusammenhang gefunden werden, wenngleich auch diese Ergebnisse nicht ganz einheitlich waren.“

So zeigte sich in einer Studie, dass sich die PSA-Werte bei älteren Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung und einem auch im Ruhezustand erhöhten PSA-Wert von mehr als 4 ng/ml, erhöhten. Dieser Anstieg ließ sich in der Regel nach einstündigem Lauf- oder Radtraining feststellen. Demgegenüber kam es bei Probanden mit einem normalen Ausgangswert von weniger als 2 ng/ml zu keiner sportbedingten PSA-Konzentrationsveränderung im Blut. Dies galt sogar auch für professionelle Radrennfahrer.

Prostata nicht nach Marathon checken lassen

"Allerdings sind in Einzelfällen Anstiege, zum Beispiel nach einem Marathonlauf beschrieben worden. In jedem Falle sollte man berücksichtigen, dass wie bei jeder Laborbestimmung, im Verlauf auch die Messungen des PSA-Wertes Schwankungen unterworfen sein können. Dennoch oder auch gerade deshalb sollten die regelmäßigen Verlaufskontrollen Ihres PSA-Wertes unter den gleichen Bedingungen, also am ehesten nicht in den Tagen nach einem Marathonlauf vorgenommen werden. Dieses Vorgehen ist insbesondere auch dann zu empfehlen, wenn bei Voruntersuchungen bereits erhöhte Werte ermittelt wurden."

Was kostet eine PSA-Wert Messung?

Üblicherweise kostet eine PSA Messung etwa 15 bis 20 Euro. Die Kosten können sich jedoch mit dem dazugehörigen Arztgespräch erhöhen. So kann der Preis dann auf 50 Euro steigen, abhängig von der Länge des Gespräches und den gemessenen Ergebnissen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Rechnungskosten in der Regel nicht. Dennoch gilt: Fragen Sie nach. Hier hat jede Krankenkasse ihre eigenen Richtlinien.

So sollten Sie sich am besten ernähren

Empfohlen werden vor allem Lebensmittel, die prostataschonend sind. Diese finden sich häufig in der asiatischen und mediterranen Küche. Dazu gehören Nahrungsmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil, wie zum Beispiel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkorn-Getreideprodukte. Zudem wirken Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Phytoöstrogenen positiv auf die Prostata. Sie verlangsamen das Wachstum und halten somit den PSA-Wert relativ niedrig. In diese Gruppe fallen auch Haferflocken, Leinsamen und Hülsenfrüchte. Wichtig ist ebenfalls, dass Sie vermehrt pflanzliches Fett mit ungesättigten Fettsäuren verzehren und tierische Fette meiden. Greifen Sie verstärkt zu Oliven-, Lein- oder Sojaöl.

Fazit

Obwohl der Test zur Messung des PSA-Wertes umstritten ist, wird er häufig empfohlen. Eine 100-prozentige Sicherheit, dadurch nicht an Prostatakrebs zu erkranken gibt es nicht. Die häufigste Ursache für erhöhten PSA-Wert ist eine gutartige Prostatavergrößerung. Eine Prostataentzündung, eine Harnwegsentzündung oder auch körperliche Aktivität sorgen ebenfalls für einen Anstieg des PSA-Wertes im Blut. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet also nicht sofort die Diagnose „Prostatakrebs“.

Um möglichen Prostata-Erkrankungen vorzubeugen, empfiehlt es sich, auf eine prostataschonende Ernährung umzustellen. Dazu sollten Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, Produkte mit vielen Phytoöstrogenen und pflanzliche Fette mit ungesättigten Fettsäuren in ihren Ernährungsplan integrieren.

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