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Der Fitness-Tracker von Whoop im Test

Der gehypte Fitness-Tracker Whoop Strap im Test

Bei diesem Fitness-Tracker geht es weniger um die Bewegung, sondern vielmehr um die Ruhe. Der Whoop Strap möchte genaue Auskunft über die Regeneration und den Schlaf liefern, um stets optimal erholt trainieren zu können. Wir haben ihn getestet.

Immer mehr Profisportler tragen ein Whoop-Armband und schwärmen davon, dass sie so mehr über ihre Belastung, ihre Regeneration und ihren Schlaf erfahren. Auf der Website heißt es zum Whoop, er unterstütze dabei, ungenutztes Potenzial freizulegen. Ein Tracker, der verspricht, nicht nur Gesundheitsdaten zu dokumentieren, sondern auch aktiv zu beraten – funktioniert das? Wir haben getestet, was das Teil wirklich kann.

Wie trägt sich der Whoop-Tracker?

Der eigentliche Tracker kommt in einer schmalen Verpackung und ohne viel Schnickschnack an. Das Gehäuse lässt sich ganz leicht an dem dünnen, elastischen, wechselbaren Armband befestigen. Dieses sitzt fest, aber nicht unangenehm eng am Handgelenk und ist in verschiedenen Farbvariationen erhältlich – von schwarz bis neongelb. Auf der Unterseite befindet sich der optische Herzfrequenzsensor.

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Das Whoop-Armband ist komfortabel und schmiegt sich gut an das Handgelenk an, sodass man es kaum spürt.

Auf den ersten Blick ist der Whoop-Tracker schmal und recht unauffällig. Gerade für Menschen mit dünnem Handgelenk, bei denen normale Sportuhren schnell klobig aussehen, ist das ideal. Der Tragekomfort ist hoch, sodass man das Fitness-Armband kaum spürt. Nachteil: Helle Armbändern nehmen Schweiß und Schmutz auf. Wenn man aber mindestens ein Ersatz-Armband besitzt, ist dieses Problem mit einem Waschgang für das benutzte Band ganz schnell gelöst.

Geladen wird der Tracker mit einem kleinen Akku-Aufsatz, den man über das Gehäuse schieben kann. So muss das Whoop-Band beim Tragen nicht abgenommen werden – praktisch, da so die Messung der Daten zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wird. Der Akku-Aufsatz selbst wird über ein USB-Kabel geladen.

Beim Thema Tragekomfort überzeugt der Whoop also allemal. Und auch die Einrichtung der App ist einfach und recht schnell erledigt – Whoop fragt dazu Daten wie Gewicht, Alter und Körpergröße ab, um ein individuelles Profil anzulegen. Die Benutzeroberfläche der App wirkt intuitiv und übersichtlich. Ein kleines Manko: Bisher ist die App nur in englischer Sprache verfügbar. Wenn man sich etwas mit den Begriffen beschäftigt (was ohnehin geschieht, wenn man sich mit der App vertraut macht), sollte die Handhabung der App auch mit minimalen Englisch-Kenntnissen möglich sein. Sie teilt sich in vier wesentliche Hauptbereiche ein, die das Grundprinzip von Whoop widerspiegeln.

Was kann der Whoop-Strap?

Wichtig: Der Tracker hat keinen eingebauten GPS-Sensor und ist nicht dazu geeignet, die genauen Trainingsdaten einer Einheit zu ermitteln. Beim Laufen ist daher eine zusätzliche Uhr nötig, um beispielsweise Pace und Distanz aufzuzeichnen. Gerade Läufer, die hauptsächlich an diesen Daten interessiert sind, werden mit dem Whoop alleine wohl nicht glücklich. Doch die Stärken des Whoop liegen woanders – er kann Ihnen verraten, ob Sie gesund sind, wie Sie geschlafen haben, wie Sie trainieren sollten oder ob Sie gar pausieren sollten. Kurz: Whoop gibt Rückmeldung, wie belastet und belastbar Sie derzeit sind.

In der Kategorie Strain (Belastung) dokumentiert Whoop die jeweilige Tages-Aktivität auf Grundlage der Herzfrequenz. Außerdem fließt körperlicher Stress in die Berechnung der täglichen Belastung mit ein, die auf einer Skala von 1 bis 21 bewertet wird. An trainingsintensiven Tagen und/oder stressigen Tagen ist die Zahl entsprechend höher als an erholsamen, unstressigen Tagen. Der Tracker erkennt eine Vielzahl an verschiedenen Sportarten, deren Strain-Zahl auch einzeln abgelesen werden kann. Das Strain-Prinzip des Whoop scheint konstruktiv, schließlich vergessen wir oft, dass nicht nur sportliche Belastung, sondern auch mentale Unruhe dem Körper einiges abverlangt. Abgesehen von der Belastung des jeweiligen Tages bietet die App auch Übersicht über die Aktivität der letzten Tage und Wochen und erstellt auf dieser Grundlage Durchschnittswerte.

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Im Bereich Strain werden körperliche Aktivitäten dokumentiert – auch der Belastungsfaktor Stress spielt hier eine Rolle.

Im Bereich Recovery (Regeneration) bewertet Whoop die Erholung anhand des Ruhepulses, der Schlafqualität, der Atemfrequenz und der Herzfrequenzvariabilität. Besonders die Herzfrequenzvariabilität wird bei Weitem nicht von allen Fitness-Trackern gemessen. Veränderungen des Wertes im Ruhezustand im Vergleich zu Belastung geben Aufschluss darüber, wie gut sich das Herz an Belastung anpassen kann, ob man krank wird oder gestresst ist.

Basiswissen

Alle Messdaten sind sehr genau und detailliert – außerdem teilt die App die Erholung in der Prozentbereiche mit entsprechenden Farben ein. Grün bedeutet eine Regeneration von mindestens 66 Prozent, gelb deutet auf den Bereich von 33 bis 66 Prozent hin und rot auf eine Erholung von unter 33 Prozent. Anhand dieser Regenerations-Bewertung kann man individuell reagieren. An Tagen, an denen sich die Erholung im gelben oder gar roten Bereich bewegt, sollte die Trainingsintensität gemindert werden. Hier zeigt sich tatsächlich die Funktion des Trackers, Potenzial optimal zu nutzen – denn nur, wer seinem Körper ausreichend Erholung gönnt, kann im Training maximale Leistung zeigen.

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Im Bereich Recovery kann abgelesen werden, wie gut sich der Körper erholt, wie hoch das Stresslevel ist – und wann der richtige Zeitpunkt für die nächste körperliche Belastung ist.

Schließlich erfasst Whoop im Bereich Sleep (Schlaf) die Schlafdauer und Schlafqualität. Dabei sammeln die Sensoren detaillierte Daten über die einzelnen Schlafphasen. Am Morgen lässt sich genau nachverfolgen, wie viel Zeit man in welcher Schlafphase verbracht hat. Aus den Schlafdaten zieht Whoop wiederum Konsequenzen und empfiehlt eine Schlafdauer für die nächste Nacht. Nach anstrengenden Tagen benötigt der Körper deutlich mehr Schlaf, nach ruhigen Tagen mit hohem Erholungswert sehr viel weniger.

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Whoop misst detaillierte Schlafdaten: Von der Atemfrequenz bis hin zur Zeit in verschiedenen Schlafphasen ist hier alles übersichtlich dargstellt.

Schließlich können im Bereich Overview (Übersicht) auf einen Blick die wichtigsten Daten eingesehen werden.

In regelmäßigen Abständen erstellt Whoop Übersichten, die Erholung, Belastung und Schlaf zusammenfassend analysieren. Das hilft dabei, das Training der letzten Wochen zu rekapitulieren und auf besonders anspruchsvolle Trainingsphasen zu reagieren.

Fazit

Ist der Hype um Whoop gerechtfertigt? Insgesamt überzeugt das Konzept des Whoop Trackers durchaus. Die Analysen und Tipps können dabei helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen und die enorm wichtige Balance zwischen Belastung und Erholung zu finden. Wer auf die Ratschläge des Trackers hört, kann letztlich sein Training besser steuern und erhält wertvolle Tipps für die richtige Regeneration. Wem das monatlich 25 Euro wert ist – so viel kostet das Abo-Modell – macht mit dem Whoop Strap alles richtig.

Hersteller-Webseite: www.whoop.com

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