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Barcelona-Halbmarathon 2020 Einmalige deutsche Leistungsdichte in Barcelona

Amanal Petros und Alina Reh bildeten die Spitze eines extrem starken deutschen Feldes beim Halbmarathon in Barcelona.

Amanal Petros hat beim Barcelona-Halbmarathon auch das letzte Kriterium für eine Nominierung für den olympischen Marathon erfüllt: Mit einer persönlichen Bestzeit von 62:18 Minuten belegte der 24-Jährige bei dem Rennen über genau 21,0975 km Platz elf und war der beste deutsche Läufer im Männerfeld. Damit steigerte er sich um 14 Sekunden und erfüllte locker den vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geforderten Leistungsnachweis für eine Nominierung. Hier war eine Zeit von mindestens 65:00 Minuten gefragt. Mit seiner neuen Bestzeit verbesserte sich Amanal Petros in der Liste der schnellsten deutschen Halbmarathonläufer aller Zeiten um einen Platz auf Rang elf. Das Rennen in Barcelona gewann der Kenianer Victor Chumo mit 59:58 Minuten vor Stephen Kissa (Uganda), der nach 60:00 zeitgleich mit dem drittplatzierten Moses Koech (Kenia) im Ziel war.

Gleich vier Deutsche unter 63 Minuten im Ziel

Die deutschen Läufer erreichten in Barcelona ein einmaliges Ergebnis, denn zum ersten Mal liefen vier Deutsche in einem Rennen Zeiten von unter 63 Minuten. Alle erzielten persönliche Bestzeiten. Eine sehr gute Steigerung von über zwei Minuten gelang Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg), der auf Rang 13 eine Zeit von 62:31 erreichte. Seine bisherige Bestzeit stand bei 64:36. Ebenfalls um gute zwei Minuten verbesserte sich Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel), der als 16. nach 62:34 im Ziel war. Sein persönlicher Rekord stand vorher bei 64:44. In der Vorbereitung auf seinen Start beim Hamburg-Marathon am 19. April lief auch Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg) erstmals unter 63 Minuten: Er belegte Rang 19 mit 62:50 und verbesserte sich um 24 Sekunden. Um gut eine Minute steigerte sich Tobias Blum auf Rang 25 mit 63:19. Konstantin Wedel (LG Telis Finanz Regensburg/27. Platz in 63:28) und Simon Stützel (LG Region Karlsruhe/28. In 63:29) waren die nächstplatzierten Deutschen. Sie alle erfüllten damit die Norm für die Europameisterschaften in Paris, die bei 64:00 Minuten steht. Knapp darüber blieb Tom Gröschel (TC Fiko Rostock) als 41. mit 64:09.

Auch einem Österreicher gelang eine sehr starke Steigerung in Barcelona: Thimon Teuer lief auf Platz 15 in 62:34 und verbesserte sich damit sogar um über vier Minuten. Die bisherige Bestzeit des 25-Jährigen stand bei 66:56.

Sehr gute Aussichten Richtung Olympia für Amanal Petros

Trotz der persönlichen Bestzeit war Amanal Petros, der für TV Wattenscheid startet, mit seinem Rennen an der spanischen Mittelmeerküste nicht zufrieden. Nachdem er die 10-km-Marke in sehr schnellen 28:19 Minuten passiert hatte, konnte er dem Tempo der Gruppe nicht mehr folgen und lief fortan weite Strecken alleine. Er wolle im Frühjahr noch einen Halbmarathon laufen und dann eine deutlich schnellere Zeit rennen, sagte Amanal Petros.

Der aus Eritrea stammende Läufer hatte die internationale Marathon-Norm von 2:11:30 Stunden im vergangenen Dezember mit 2:10:29 unterboten, so dass für die Nominierung ein erfolgreicher Formtest über die halbe Strecke ausreicht. Da Amanal Petros die internationale Marathon-Norm zudem deutlich unterboten hat, sollte er mit großer Sicherheit auch unter jenen 80 Läufern sein, auf die das Marathon-Starterfeld bei Olympia limitiert ist. Die olympischen Marathonläufe finden im Sommer in Sapporo statt.

Für die hochklassigste Leistung des Tage sorgte die Frauen-Siegerin: Die Äthiopierin Ashete Bekele lief flotte 66:37 Minuten und gewann damit klar vor ihrer Landsfrau Asnakech Awoke, die nach 67:04 im Ziel war. Dritte wurde die Kenianerin Dorcas Kimeli mit 67:10, als Vierte folgte Roza Dereje (Äthiopien/68:38).

Alina Reh in 70:08 Minuten als Sechste schnellste Deutsche

Hinter der Britin Charlotte Arter (70:01) folgte Alina Reh (SSV Ulm) als Sechste mit 70:08 Minuten. Damit verpasste die 10.000-m-EM-Vierte von 2018 zwar ihre Bestzeit aus dem Jahr 2018 (69:31), konnte aber trotzdem zufrieden sein. „Ich habe das Rennen aus dem vollen Training heraus bestritten. Darum bin ich mit der Zeit zufrieden. Ich hätte vielleicht zwischen Kilometer fünf und zehn mehr riskieren sollen. Da hatten wir Rückenwind. Auf den letzten vier Kilometern hatten wir dann Gegenwind, da habe ich entsprechend Zeit verloren“, sagte Alina Reh.

Vier weitere deutsche Läuferinnen unter 72 Minuten in Barcelona

Auch die deutschen Frauen erzielten in Barcelona ein in der Breite der Spitze sicherlich einmaliges Ergebnis: Fünf Läuferinnen erreichten Ergebnisse von unter 72 Minuten. Und abgesehen von Alina Reh erreichten alle persönliche Bestzeiten. In der Vorbereitung auf einen Frühjahrs-Marathon zeigten Deborah Schöneborn und ihre Zwillingsschwester Rabea (beide LG Nord Berlin) vielversprechende Form. Deborah lief als Achte 71:37 und verbesserte sich um über eine Minute (bisherige Bestzeit: 73:00), Rabea steigerte sich noch deutlicher: Sie war mit einer Bestzeit von 74:15 ins Rennen gegangen und wurde mit 71:40 Neunte. Zeitgleich belegte Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) Platz zehn. Sie konnte sich um 16 Sekunden steigern.

Ihre zuletzt gute Form bestätigte zudem Laura Hottenrott (TV Wattenscheid). Mit 71:56 belegte sie Platz 14 und verbesserte sich um über eine Minute. Ihr bisheriger persönlicher Rekord stand bei 73:15. Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) blieb als 21. mit einer Steigerung von über vier Minuten - von 77:36 auf 73:10 - ebenso unter der Norm für die Europameisterschaften in Paris (74:00), die auch ihre Vereinskollegin Thea Heim als siebte deutsche Läuferin in 73:26 deutlich unterbieten konnte.

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