Ingo Kutsche
Challenge Samorin 2022
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Challenge Samorin 2022 150 Bilder

Challenge Samorin 2022: Gustav Iden meldet sich zurück

Challenge Samorin 2022 Gustav Iden meldet sich mit Sieg zurück

Nach seiner kurzfristigen Absage bei der Ironman-Weltmeisterschaft überzeugte der norwegische Überflieger Gustav Iden in der Slowakei.

Auch bekannt als "The Championship" beeindruckte die Mitteldistanz der Challenge-Serie im slowakischen Samorin am Sonntag, den 22. Mai mit einem gewohnt hochkarätigen Starterfeld. Die meiste Aufmerksamkeit durfte sicherlich einem der absoluten Top-Favoriten auf den Ironman-Weltmeister-Titel von St. George zugekommen sein – bis er dort am Vortag krankheitsbedingt absagen musste. Gustav Iden wurde trotz etwas Trainingsrückstand, wie er selbst ausgibt, seiner Rolle gerecht und siegte in 3:43:44 Stunden. Die Spanierin Sara Perez-Sala tat es dem Norweger gleich und siegte in 4:08:19 Stunden. Beste Deutsche waren David Breinlinger als Elfter und Daniela Bleymehl auf Platz sieben.

Für runnersworld.de war der Fotograf Ingo Kutsche beim Challenge Samorin 2022 vor Ort. Seine schönsten Bilder von "The Championship" finden Sie in der Bildergalerie ober- sowie unterhalb dieses Artikels.

Nach dem 1,9 Kilometer langen Schwimmen in der Donau ging es für die Triathleten in Samorin auf die gut 90 Kilometer lange Radstrecke, bevor der abschließende Halbmarathon folgen sollte. Mit drei Runden, sehr vielen Richtungswechseln und variierenden Untergründen fiel es nicht nur dem späteren Sieger und schnellstem Läufer schwer, hier in einen Rhythmus zu finden.

Frederic Funk muss Challenge Samorin 2022 frühzeitig beenden

Als Erster aus der Donau stieg nach 23:22 Minuten der Lokalmatador Richard Varga, 20 Sekunden dahinter lag der Australier Josh Amberger. David Breinlinger vom Team Nikar Heidelberg folgte bereits nach 24:23 Minuten auf Platz fünf. Den heißen Sieg-Favoriten Frederic Funk sah man gut 30 Sekunden später aus dem Wasser kommen, Gustav Iden eine weitere Minute später auf Rang zwölf. Doch bevor für Iden der Weg nach vorn begann, begrüßte ihn ein plattes Rad in der ersten Wechselzone. Schnell aufgepumpt und scheinbar ohne weiteren Defekt startete die Verfolgungsjagd auf dem schnellen Kurs. Auch wenn er selbst nach dem Rennen nicht von den besten Radbeinen gesprochen hatte, gelang ihm in 2:01:36 Stunden die zweitbeste Radzeit. Lediglich der Däne Thor Madsen Bendix, später auf Platz sieben im Ziel, fuhr 23 Sekunden schneller. Deutlich zu früh endete die Aufholjagd für den deutschen Shooting-Star Funk, der aufgrund eines Reifendefekts nach und nach an Luft verlor und letztlich über die Endphase auf dem Rad nur noch auf der Felge in die Wechselzone rollen sollte. Mit über 20 Minuten Rückstand, schon vor dem Start keinem guten Körpergefühl und dem Ironman 70.3 Kraichgau nur sieben Tage später anstehend, entschied er sich, das Rennen in der zweiten Wechselzone frühzeitig zu beenden.

Gustav Idenn läuft allen davon und siegt verdient vor Richard Varga

Besser lief es für Iden, der auf der Laufstrecke ordentlich Druck machte und die 1:40 Minuten Rückstand nach vorn schnell schmelzen ließ. Während der Däne Miki Taagholt schon bald ein- und überholt wurde, konnte der Slovake Richard Varga das Tempo vorerst noch mitgehen. Gegen Ende war jedoch kein Kraut gegen den 26-jährigen Norweger und zweifachen Weltmeister über die Mitteldistanz gewachsen. Mit dem schnellsten Lauf von 1:10:52 Stunden siegte Iden am Ende trotz nicht perfekten Rennverlaufs verdient. Nach 3:43:44 Stunden überlief er die Ziellinie. Kurz darauf durfte sich Richard Varga über Platz zwei nach 3:45:05 Stunden freuen. Dritter wurde der ebenfalls für seine Laufstärke bekannte Österreicher Thomas Steger nach 3:46:33 Stunden. David Breinlinger folgte als bester Deutscher auf Platz elf in 3:53:28 Stunden.

Große Verfolgergruppe sitzt Führungs-Duo nach dem Schwimmen im Nacken

Ein nur gut halb so großes Profifeld stellten die Frauen beim Challenge Samorin 2022. Hier machten von Beginn an zwei Triathletinnen direkt Druck und distanzierten ihre Konkurrentinnen beim Schwimmen um eineinhalb Minuten. Die Britin Lucy Buckingham und die Spanierin Sara Perez-Sala stiegen nach 24:53 Minuten sowie 24:56 Minuten als Führende aus der Donau. Mit den beiden Britinnen Fenella Langridge, Emma Pallant-Brown, der Australierin Ashleigh Gentle und der Niederländerin Sarissa de Vries sowie zwei weiteren Athletinnen knapp dahinter saß dem Führungs-Duo eine schlagfertige Verfolgergruppe im Nacken. Daniela Bleymehl nahm als Elfte nach 30:11 Minuten die Verfolgung auf.

Sara Perez-Sala zeigt in keiner Disziplin Schwächen

Auf der Radstrecke trennte sich die Spreu vom Weizen. Perez-Sala und Buckingham fuhren mit Zeiten von 2:15:42 Stunden auf Augenhöhe mit Langridge, Buckingham und de Vries, die allerdings ihren Rückstand aus der ersten Disziplin mitbrachten. Ebenfalls stark unterwegs war Bleymehl, die mit 2:17:10 Stunden die fünftschnellste Radzeit erreichte. Pallant-Browne verlor unterdessen über fünf Minuten, sollte allerdings danach noch ordentlich Boden gut machen. Doch auch Perez-Sala zeigte an der Spitze wenig Schwächen. Mit einer Laufzeit von 1:22:20 Stunden, der drittschnellsten des Tages, konnte ihr keine Konkurrentin den Sieg mehr streitig machen. Nach 4:08:19 Stunden überlief die Spanierin als Erste die Ziellinie. Fast genau fünf Minuten schneller und damit mit Abstand am flottesten auf der Laufstrecke unterwegs war Pallant-Browne. Mit einem abschließenden Halbmarathon in 1:17:19 Stunden konnte sich die Britin noch bis auf Platz zwei nach vorn laufen und damit auch an ihren beiden Landsfrauen Buckingham und Langridge vorbeistürmen. Nach 4:10:12 Stunden stoppe für Pallant-Browne die Uhr, Buckingham belegte nach 4:11:05 Stunden Platz drei. Für Bleymehl stand am Ende nach 4:19:51 Stunden und einem Halbmarathon in 1:26:33 Stunden Platz sieben zu Buche.