U. Metz

Dieter Baumann macht sich stark für Petition

„Save the Events – Rettet unsere Läufe“ Dieter Baumann macht sich stark für Petition

Eine Petition soll die Politik für die Situation der Laufevent-Veranstalter sensibilisieren. Dieter Baumann und andere unterstützen die Aktion.

Dieter Baumann, der 5.000-Meter-Olympiasieger von Barcelona 1992, ist ein weiterer prominenter Läufer, der die Petition „Save the Events – Rettet unsere Läufe“ unterstützt. Zudem fordern der TV-Produzent René Hiepen sowie die Marathon-Veranstalter aus Hannover und Köln, Stefanie Eichel und Markus Frisch, Läufer auf, die Petition zu unterzeichnen.

Die Corona-Pandemie hat so gut wie alle Läufe und Events gestoppt. Damit die für Lauf-Veranstalter bedrohliche Situation auch von der Politik wirklich verstanden und wahr genommen wird, bittet die Vereinigung der deutschen Straßenlaufveranstalter, German Road Races (GRR), alle Läufer, die Petition zu unterstützen. Dies kann man unter folgendem Link: www.openpetition.de/petition/online/save-the-events-o-rettet-unsere-laeufe

Dieter Baumann: „Überbrückungshilfen kommen bei vielen nicht an“

„Ich melde mich aus dem Winterschlaf und denke an viele Kolleginnen und Kollegen auf und hinter der Bühne. Viele tausend Menschen werden und wurden ,stillgelegt’. Ohne großes Aufhebens und trotz sehr guter Hygienekonzepte“, sagt Dieter Baumann, der heute unter anderem als Kabarettist tätig ist und zurzeit sein aktuelles Stück „Dieter Baumann läuft halt. (weil singen kann er nicht).“ nicht aufführen kann. In den letzten Jahren trat der 55-jährige Tübinger im Rahmen vieler Straßenläufe auf. „Mit Beginn der Pandemie wird die Kultur und alle, die damit ihr Geld verdienen, weitgehend vergessen. Überbrückungshilfen kommen bei vielen gar nicht an, weil sie die Kriterien zur Inanspruchnahme nicht erfüllen. Weil sie nicht in das vorgegebene Raster passen.“

„Frei nach dem Motto ,Ist das Kunst oder kann das weg’ ergeht es auch vielen tausend Menschen im Sport. Alle Freizeitsport-Aktivitäten sind eingestellt. Klar, wir dürfen noch laufen. Allerdings nur zu zweit oder alleine im Wald. Doch sind wir einmal ehrlich, es fehlt der Motor unserer Sportart. Ich spreche von den vielen tausend kleinen und großen Laufveranstaltungen. Selbstverständlich nehmen nicht alle Läuferinnen und Läufer an einer solchen Veranstaltung teil, aber fast alle sind indirekt durch solche Laufevents zum Laufen gekommen. Berichte darüber, Gespräche von Freunden oder ein Lauf in der Stadt, in der man lebt, das sind sehr häufig die Gründe, warum Menschen mit dem Laufen beginnen. Laufveranstaltungen sind auch Begegnungsfelder, mit unglaublich positiver Energie. All das bricht im Moment weg und dies gerade in einer Zeit, in der die Gesunderhaltung an erster Stelle stehen sollte. Laufen bringt nicht nur Volksgesundheit, Laufen ist Volksgesundheit. Würde die Politik diesen Nutzen für die Gesellschaft als präventiven Gesundheitsschutz anerkennen, wäre es keine Frage, dass die vielen Laufveranstaltungen, egal ob durch Vereine oder Agenturen organisiert, eine substanzielle und schnelle finanzielle Hilfe erfahren“, erklärt Dieter Baumann.

Stefanie Eichel: „Wir bitten um Support, Offenheit und Transparenz“

„Nach dem absoluten ,nichts läuft mehr’, einigen innovativen Eventtransfers in die digitale Ebene und bewusster #stayathome-Strategie, benötigen wir den Support auf dem Weg zurück“, sagt Stefanie Eichel, die Race-Direktorin des Hannover-Marathons. „Als Veranstalter bitten wir um Unterstützung für den weiteren und verantwortungsvollen Weg in eine über unsere sportlichen Strukturen hinaus bewegende Zukunft! In der Vergangenheit konnten wir viel bewegen und wir werden auch für die Zukunft ganz sicher eine gemeinsame Strategie entwickeln können. Wir bitten um Support, um Offenheit und Transparenz für die notwendigen Strukturen und Wertschätzung für unser Engagement“, erklärt Stefanie Eichel.

René Hiepen: „Alle Veranstalter fürchten um ihre Existenz“

Ganz ähnlich äußert sich auch der Berliner TV-Produzent René Hiepen, der unter anderem für den Berlin-Marathon tätig ist: „Unzählige Dienstleister, die die Veranstaltungen auf der Marathon-Expo, bei den vielen Events rund um den Lauf, im Zielbereich oder auch entlang der Strecke zu einem unvergesslichen Erlebnis gestalten, stehen vor dem Aus. Alle Veranstalter, ob groß oder klein, fürchten um ihre Existenz. Wir benötigen Anerkennung und finanzielle Unterstützung für einen Wirtschaftszweig, der uns alle angeht. Hier geht’s um den Sport von uns allen - die Laufbewegung in Deutschland“, sagt René Hiepen, der selbst mehrmals in New York und Berlin Marathon lief.

Markus Frisch: „Es geht um die gesamte Event-Branche“

Auch der Race-Direktor des Köln-Marathons, Markus Frisch, verweist darauf, dass die gesamte Event-Branche gefährdet ist. „Über die verheerenden wirtschaftlichen Folgen für alle Laufveranstalter – angefangen vom kleinen Laufverein bis hin zum Berlin-Marathon – ist schon ausführlich berichtet worden. Aber nicht nur die Veranstalter sind betroffen, sondern auch die vielen großen und kleinen Dienstleister, die für die Durchführung eines großen Stadtmarathons unerlässlich sind, sind existenziell bedroht. Ohne sie wäre ein Groß-Event wie der Köln-Marathon nicht umsetzbar. Denn nicht alles kann über uns als ausführendes Unternehmen abgewickelt werden“, erklärt Markus Frisch. „Wir haben über 100 externe Unternehmen, die die Technik aufbauen, die Stromanschlüsse legen, das Branding produzieren und aufbauen, Toiletten bereitstellen, die Duschen und das Verpflegungsdorf aufbauen, Catering bereitstellen und noch vieles mehr. Allen fehlen nun die Aufträge der Laufveranstalter und somit die Einnahmen. Es geht nicht nur um uns Laufveranstalter sondern um die gesamte Event-Branche.“

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