Istanbul-Marathon 2022 Spor Istanbul

Kipkemboi siegt im zweiten Anlauf in Istanbul

Istanbul-Marathon 2022 Kipkemboi siegt im zweiten Anlauf in Istanbul

Nach einem spannenden Zweikampf gewann Robert Kipkemboi in Istanbul in 2:10:18 Stunden. Am letzten Anstieg lief er Marius Kimutai davon.

Im zweiten Anlauf hat Robert Kipkemboi den N Kolay Istanbul-Marathon gewonnen: Der Kenianer triumphierte nach einem spannenden Zweikampf in 2:10:18, nachdem er erst auf dem letzten Kilometer während einer Bergauf-Passage Marius Kimutai hinter sich lassen konnte. Der für Bahrain startende Ex-Kenianer wurde Zweiter in 2:10:27 vor Sila Kiptoo (2:11:42). Moses Kemei (beide Kenia) und Tadesse Temechachu (Äthiopien) blieben mit Zeiten von 2:11:55 beziehungsweise 2:11:58 auf den Rängen vier und fünf auch noch unter 2:12 Stunden. Hohe Temperaturen verhinderten die avisierten besseren Zeiten.

Schnellste Frau war die Äthiopierin Sechale Dalasa, die nach dem Rom-Marathon im März nun bei einem zweiten bedeutenden Rennen über die 42,195 km in diesem Jahr triumphierte. Sie lief nach 2:25:54 mit einer persönlichen Bestzeit ins Ziel und hatte einen deutlichen Vorsprung vor ihren Landsfrauen Melesech Tsegaye und Ethlemahu Sintayehu, die 2:29:01 beziehungsweise 2:31:38 erreichten. Dahinter folgten die Kenianerinnen Stacy Ndiwa (2:31:53), die ebenso wie Sintayehu ihr Debüt in Istanbul lief, und Judith Jerubet (2:32:29).

Istanbul-Marathon 2022
Spor Istanbul
Die Äthiopierin Sechale Dalasa war in Istanbul schnellste Frau.

Als Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu um 9 Uhr den Marathon startete und sich die Läufer auf den Weg machten vom asiatischen Teil der Stadt in den europäischen herrschten bei 14 Grad noch gute Bedingungen. Rahmenwettbewerbe über kürzere Lauf-Distanzen hinzugerechnet, verzeichneten die Veranstalter von Spor Istanbul rund 60.000 Anmeldungen. Mit dieser Zahl gehört das Rennen zu den größten Straßenläufen weltweit in diesem Jahr.

Bei zunehmender Sonne und Temperaturen von über 20 Grad Celsius schmolzen die Hoffnungen auf einen Streckenrekord (2:09:44) und auf die schnellste je auf türkischem Boden erzielte Zeit (2:09:27) bei den Männern zunehmend dahin. Eine große Spitzengruppe passierte die Halbmarathonmarke nach 64:32. Mit dieser Zeit war man noch im Rennen um die angepeilten Bestzeiten. Doch in der Folge wurde das Tempo langsamer und es entwickelte sich ein taktisches Rennen. 15 Läufer liefen nach 30 km immer noch gemeinsam an der Spitze. Erst rund fünf Kilometer vor dem Ziel ergriff dann Robert Kipkemboi die Initiative und verschärfte das Tempo. Lediglich Marius Kimutai, der mit einer Bestzeit von 2:05:47 der schnellste Läufer auf der Startliste war, konnte noch mithalten. Doch als es auf dem letzten Kilometer bergauf in das historische Zentrum Istanbuls ging, war auch er geschlagen. Robert Kipkemboi lief zum größten Sieg seiner Karriere und erreichte mit 2:10:18 zufällig genau jene Zeit, mit der auch Victor Kiplangat (Uganda) vor einem Jahr in Istanbul triumphiert hatte.

„Es war ein gutes Rennen. Als es warm wurde, habe ich mich nur noch auf den Sieg konzentriert und nicht mehr auf die Zeit. Ich wusste natürlich, dass das Schlussstück sehr schwierig ist und hatte mich darauf auch speziell vorbereitet beim Training“, sagte der 34-jährige Sieger, der eine Bestzeit von 2:07:09 aufweist und sich zutraut, „auf einer flachen Strecke 2:06 zu laufen“.

Bei den Frauen dominierte Sechale Dalasa von Anfang an das Geschehen und sorgte hinter einem Pacemaker laufend zunächst für ein ambitioniertes 2:20-Tempo. Drei Läuferinnen lagen an der 10-km-Marke (33:11 Minuten) noch direkt hinter ihr: Melesech Tsegaye, Ethlemahu Sintayehu und Stacy Ndiwa. Als Dalasa, die mit einer Bestzeit von 2:26:09 an den Start gegangen war, die Halbmarathonmarke nach 70:23 passierte, war nur noch Sintayehu übrig. Und ab Kilometer 24 lief Dalasa dann ohne Konkurrentinnen hinter einem Tempomacher an der Spitze. Obwohl die 31-Jährige später auch deutlich langsamer wurde, vergrößerte sich ihr Vorsprung stetig weiter. Am Ende hatte sie mit 2:25:54 über drei Minuten Vorsprung. „Ich bin stolz, dieses Rennen gewonnen zu haben und freue mich über eine neue Bestzeit“, sagte die Siegerin.

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