Yasemin Can A.G.Giancarlo Colombo

Crosslauf-Europameisterschaft Lissabon 2019 Robel Fsiha und Yasemin Can Cross-Europameister

Der für Schweden startende Robel Fsiha und die aus Kenia stammende Türkin Yasemin Can wurden in Lissabon Crosslauf-Europameister.

In Lissabon setzte sich am Sonntag, den 8. Dezember über die 10,225 km lange Strecke der aus Eritrea stammende Robel Fsiha überraschend in 29:59 Minuten vor Aras Kaya (Türkei/30:10) und Yemaneberhan Crippa (Italien/30:21) durch. Einen sehr guten sechsten Platz erreichte Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel), der nach 30:39 im Ziel war und die beste Platzierung eines deutschen Läufers in der Geschichte dieser Titelkämpfe im Männerrennen erreichte. Die erste Cross-EM fand 1994 statt.

Yasemin Can siegt zum vierten Mal infolge bei Cross-EM

Zum vierten Mal in Folge heißt die Crosslauf-Europameisterin Yasemin Can. Die Türkin setzte sich über die 8,225 km lange Strecke mit einem Start-Ziel-Sieg in 26:52 Minuten durch. Silber gewann die Norwegerin Karoline Grovdal mit 27:07, Bronze sicherte sich Samrawit Mengsteab (Schweden/27:43). Einmal mehr zeigte Elena Burkhard (LG Farbtex Nordschwarzwald) eine starke Leistung bei einer Cross-EM. Sie belegte Rang neun in 28:10.

In der zum zweiten Mal veranstalteten gemischten Staffel über viermal rund 1,5 km setzte sich das britische Team in 17:55 Minuten souverän durch. Weißrussland war nach 18:01 im Ziel, das französische Team benötigte für die sechs Kilometer lange Distanz 18:05 und sicherte sich die Bronzemedaille. In diesem Wettbewerb war keine deutsche Staffel am Start.

Samuel Fitwi Sibhatu nach starkem Rennen als Sechster im Ziel

Bei guten, trockenen Wetterbedingungen spielte im Rennen der Männer der Titelverteidiger überraschend keine Rolle: Der Norweger Filip Ingebrigtsen war nie in der Spitzengruppe und belegte am Ende Rang zwölf in 30:57 Minuten. Im ersten Teil des Rennens war es der Schweizer Julien Wanders, der immer wieder die Initiative ergriff und das Feld anführte. Hinter ihm liefen die beiden Türken Aras Kaya und Ali Kaya, dann folgte eine kleine Gruppe von weiteren sieben Läufern. In dieser hatte sich auch Samuel Fitwi Sibhatu einsortiert, der ein mutiges Rennen lief. Der aus Eritrea stammende Deutsche war vor einem Jahr bei der Cross-EM im Wettbewerb der unter 23-Jährigen auf Platz zwei gelaufen, nun überzeugte er auch in der Männer-Kategorie. Im letzten Drittel des Rennens machte Samuel Fitwi Sibhatu noch ein paar Plätze gut und kam schließlich als Sechster ins Ziel. Damit war er einen Platz besser als der bisher beste deutsche Läufer im Männerrennen einer Cross-EM: 2013 hatte Richard Ringer (Friedrichshafen) Rang sieben erreicht.

Simon Boch als 15. zweitbester Deutscher im Männer-Rennen

An der Spitze hatten sich nach rund sechs Kilometern Aras Kaya, Robel Fsiha und Yemaneberhan Crippa abgesetzt, während Julien Wanders überraschend etwas zurückgefallen war. Kurz darauf konnte auch Crippa nicht mehr mithalten. Erst in der letzten Runde fiel dann die Entscheidung. In einer Bergauf-Passage konnte sich Robel Fsiha, der bei der Cross-WM im März mit Platz 17 bereits überzeugt hatte, absetzen und gewann am Ende noch klar vor Aras Kaya. Yemaneberhan Crippa sicherte sich Rang drei vor Julien Wanders (30:25) und dem Briten Andrew Butchart (30:38). Dann kam bereits Samuel Fitwi Sibhatu. Eine gute Platzierung erreichte auch Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg), der als 15. nach 31:07 im Ziel war.

Elena Burkard erneut unter den Top Ten

Im Rennen der Frauen stürmten Yasemin Can und Karoline Grovdal unmittelbar nach dem Startschuss davon. Zwischen dem Duo und einer größeren Gruppe hatte sich zunächst Elena Burkard auf Platz drei einsortiert. Bald darauf lief sie in der Gruppe der Verfolgerinnen und zeigte einmal mehr ein überzeugendes Rennen. Die 3.000-m-Hindernis-Spezialistin erreichte zum dritten Mal in Folge eine Top-Ten-Platzierung bei diesen Titelkämpfen: 2017 war sie Fünfte, 2018 belegte sie Rang sechs und nun folgte Platz neun.

An der Spitze war die Vorentscheidung frühzeitig gefallen: Yasemin Can ließ bereits nach rund zwei Kilometern Karoline Grovdal hinter sich und verteidigte ihren Titel einmal mehr. Den Kampf um Platz drei gewann Samrawit Mengsteab mit einem knappen Vorsprung von zwei Sekunden vor Fionnuala McCormack (Irland/27:45). Liv Westphal (Frankreich) wurde in 28:02 Fünfte. „Ich bin gut gelaufen und war auf das hügelige Terrain gut vorbereitet“, sagte Yasemin Can, die in der Zukunft auch ein Debüt über die Halbmarathondistanz anstrebt.

Text: race-news-service.de

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