Colombo / Standard Chartered Dubai Marathon

WM-Vorschau Teil 3: Marathon Frauen Ruth Chepngetich ist die große Favoritin

Bei der Leichtathletik-WM 2019 werden die Marathon-Läufe aufgrund der Hitze nachts gestartet. Hier kommt unsere Vorschau auf das Frauen-Rennen.

Das gab es noch nie in der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften: Die Marathonrennen der Männer und Frauen werden nachts gestartet. Zu groß und zu gefährlich für die Athleten wäre ansonsten die Hitze in Doha (Katar). Trotz des mitternächtlichen Starts ist mit Temperaturen von rund 30 Grad zu rechnen. Die Hitze ist ein Grund, warum eine Reihe von Weltklasseläufern auf das Rennen in Doha verzichten. Das allerdings ist nichts neues bei einem WM-Marathon. Bei den bisherigen Titelkämpfen, die normalerweise im Hochsommer stattfinden, gab es immer wieder Hitzerennen. Und meist waren die Starterfelder entsprechend schwächer besetzt, als man dies bei einer WM erwarten könnte. Doch ein WM-Marathon ist für viele Athleten weniger attraktiv als ein bedeutender City-Marathon im Herbst. In Teil 3 dieser vierteiligen WM-Vorschau geht es um den Marathon der Frauen.

Start: 27. September, 22.59 Uhr
Weltmeisterin 2017: Rose Chelimo (BRN)
Olympiasiegerin 2016: Jemima Sumgong (KEN)
Jahresweltbestzeit: 2:17:08 Ruth Chepngetich (KEN)
Deutscher Starterinnen: keine

Obwohl die Liste der Athletinnen, die nicht in Doha starten, prominenter ist als die Startliste bei den Weltmeisterschaften, gibt es doch einen absoluten Topstar im Feld: Ruth Chepngetich hat sich mit famosen Siegen in Istanbul vor knapp einem Jahr und in Dubai Ende Januar in die Gruppe der besten Marathonläuferinnen der Welt geschoben. Vielleicht ist die Kenianerin sogar die Nummer eins. In Dubai trumpfte sie mit einem Streckenrekord von 2:17:08 Stunden auf. Das ist die drittbeste je gelaufene Zeit. Nur Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien/2:15:25) und Afrika-Rekordlerin Mary Keitany (Kenia/2:17:01) waren schneller. Ruth Chepngetich ist eigentlich die große Favoritin in Doha. Allerdings weiß niemand, wie die einzelnen Athletinnen durch die Hitze beeinträchtigt werden. In einem solchen Meisterschaftsrennen kann vieles passieren. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Überraschungen.

Deutsche Läuferinnen fokussieren sich auf die Olympia-Norm

Zum Kreis der Läuferinnen mit Chancen auf eine Medaille zählt neben den drei Äthiopierinnen Ruti Aga, die ihre Bestzeit von 2:18:34 Stunden im vergangenen Jahr als Zweite in Berlin aufstellte, Roza Dereje (2:19:17) und Shure Demisa (2:20:59) auch die aus Kenia stammende und für Israel laufende Lonah Salpeter (2:19:46).

Drei Läuferinnen, die in der Hitze Erfahrung haben und bei hohen Temperaturen ein Meisterschaftsrennen bereits gewonnen haben, sind ebenfalls zu beachten: Edna Kiplagat (Kenia) hat sogar bei den vier vergangenen Weltmeisterschaften dreimal eine Marathon-Medaille gewonnen. 2011 und 2013 war die inzwischen 39-Jährige Weltmeisterin, vor zwei Jahren Zweite in London. Jene Athletin, die 2017 die Goldmedaille gewann, ist ebenfalls wieder am Start: Rose Chelimo, die aus Kenia stammt, startet für Bahrain. Außerdem wird die Europameisterin von Berlin 2018 in Doha laufen: Volha Mazuronak (Weißrussland) hatte auch schon bei Olympia 2016 überzeugt. Damals war sie als beste Europäerin Fünfte.

Für die deutschen Läuferinnen haben die Herbst-Marathonläufe Vorrang, zumal es für sie auch um das Erreichen der Olympia-Norm von 2:29:30 Stunden geht. Die Spiele finden 2020 in Tokio statt.

Text: race-news-service.com

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