Yalemzerf Yehualaw Haspa Marathon Hamburg / Hoch Zwei

Yalemzerf Yehualaw will den Marathon-Olympiasieg

Olympischer Marathon Yalemzerf Yehualaw will den Marathon-Olympiasieg

Auch wenn Yalemzerf Yehualaw dieses Jahr keinen weiteren Marathon mehr laufen möchte, hat sie für die Zukunft Großes vor.

Es war nicht die schnellste Marathonzeit des Jahres, aber wahrscheinlich die, die im Frühjahr für das meiste Aufsehen sorgte: Yalemzerf Yehualaw erreichte in Hamburg vor gut einem Monat bei ihrem ersten Rennen über die klassische Distanz von 42,195 km sensationelle 2:17:23 Stunden. Die Äthiopierin lief das schnellste Marathondebüt einer Frau aller Zeiten. Die bisherige Bestzeit in dieser Hinsicht hatte Paula Radcliffe 2002 in London mit 2:18:56 aufgestellt.

Wirklich vergleichbar sind die Leistungen allerdings nicht mehr. Mit der heutigen Schuh-Technologie wäre die britische Ausnahmeläuferin sicherlich deutlich schneller gelaufen und würde nach wie vor den Weltrekord halten, der inzwischen bei 2:14:04 steht (Paula Radcliffe lief 2003 2:15:25). Doch unabhängig vom Schuh-Vorteil ist die Leistung von Yalemzerf Yehualaw außerordentlich. Die Äthiopierin wurde in Hamburg auf Anhieb zur sechstschnellsten Marathonläuferin aller Zeiten, pulverisierte den Streckenrekord und lief die schnellste je in Deutschland gelaufene Zeit einer Frau. Der Kursrekord stand in Hamburg zuvor bei 2:21:54, der deutsche „Allcomers Record“ stammte aus Berlin mit 2:18:11.

Und noch etwas war einmalig an der Zeit von Yalemzerf Yehualaw, denn sie ist erst 22 Jahre alt. Keine andere Läuferin war in diesem Alter im Marathon jemals schneller.

Mit Yalemzerf Yehualaw und der Halbmarathon-Weltrekordlerin Letesenbet Gidey, die noch in diesem Jahr ihr Marathon-Debüt laufen könnte und das Potenzial hat, auf Anhieb noch schneller als die Hamburg-Siegerin zu sein, könnte es an der Weltspitze eine Wachablösung geben. In den letzten fünf Jahren kam die schnellste Läuferin jeweils aus Kenia. Yalemzerf Yehualaw und Letesenbet Gidey haben das Potenzial, das zu ändern.

„Für meinen ersten Marathon lief das Rennen sehr gut für mich. Die schnelle Strecke lag mir und die Zuschauer waren eine große Unterstützung. Es war mein Traum, den Streckenrekord zu brechen“, sagte Yalemzerf Yehualaw, die im Alter von zwölf Jahren mit dem Laufsport begann. Seit ein paar Jahren gehört sie zum NN-Running-Team ihres holländischen Managements Global Sports Communication von Jos Hermens. Star dieses Teams ist Kenias Ausnahmeläufer Eliud Kipchoge. Sehr professionelle Strukturen bieten den Läufern optimale Voraussetzungen für ihre Entwicklung. Davon profitiert auch Yalemzerf Yehualaw, die in Sululta - einem Vorort der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba - lebt und dort in Höhenlagen von rund 2.800 Metern trainiert.

2019 lief Yalemzerf Yehualaw ihre ersten internationalen Rennen. Außerhalb Afrikas startete sie erstmals im Oktober 2019 beim Neu Delhi-Halbmarathon, wo sie auf Anhieb flotte 66:01 Minuten lief und Zweite wurde. Nachdem sie im Jahr darauf Rang drei bei der Halbmarathon-WM belegt hatte, kehrte sie nach Indien zurück, gewann in Neu Delhi und steigerte sich dabei bereits auf 64:46. Noch schneller lief Yalemzerf Yehualaw im folgenden Jahr über die „halbe Distanz“: Zweite war sie zunächst in Istanbul mit 64:40. Dann stellte sie im nordirischen Larne mit 63:44 sogar einen vermeintlichen Weltrekord im Halbmarathon auf, doch die Strecke erwies sich um 54 Meter zu kurz, so dass diese Bestzeit nicht anerkannt werden konnte. Yalemzerf Yehualaw bestätigte dann zwar diese Leistung in Valencia im Oktober, doch ihre Zeit von 63:51 reichte wieder nicht zum Weltrekord da ihre Landsfrau Letesenbet Gidey im gleichen Rennen noch schneller war (62:52). Zur Weltrekordlerin wurde Yalemzerf Yehualaw dann jedoch im Februar in Castellon (Spanien), wo sie überraschend über die 10-km-Distanz 29:14 Minuten erreichte. Aufgrund dieser Leistung und ihrer Halbmarathon-Zeiten war das Hamburger Marathon-Ergebnis dann gar nicht mehr so überraschend.

Yalemzerf Yehualaw hat sicherlich das Potenzial, im Marathon Zeiten im Bereich des aktuellen Weltrekordes von 2:14:04 Stunden zu erreichen. In diesem Jahr allerdings wird die Äthiopiern keinen Marathon mehr laufen. „Sie konzentriert sich jetzt zunächst auf die Halbmarathon-Distanz“, sagt Daan van den Berg, der die Läuferin bei Global Sports Communication betreut. Ende August wird sie zunächst nach Larne zurückkehren, und am 13. November will Yalemzerf Yehualaw dann bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften im chinesischen Yangzhou starten.

„Langfristig habe ich zwei große Ziele im Marathon“, sagt Yalemzerf Yehualaw, die auch daran arbeitet ihre Englischkenntnisse zu verbessern: „Ich möchte einen olympischen Marathon gewinnen und den Weltrekord brechen.“

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