Adidas Running by Runtastic im Test

Running-Apps im Praxis-Check
Adidas Running by Runtastic im Test

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 10.03.2023
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Adidas Running by Runtastic im Test
Foto: Screenshot

Laufen, tracken, belohnen lassen: Adidas Running bündelt sauberes GPS-Tracking, Story-Running und Live-Cheers mit einem echten Mehrwert außerhalb der Strecke. Wer mitläuft, sammelt adiClub-Punkte und kann sie in der Adidas-App gegen Vorteile und Gutscheine eintauschen. Fürs Lauftraining stehen adaptive Trainingspläne bereit – ideal für Einsteiger, aber auch spannend für Ambitionierte.

Langjährige Nutzerinnen und Nutzer von Adidas Running behaupten vermutlich immer noch, sie würden mit Runtastic laufen. Wie kommt das? Dafür blättern wir kurz im Geschichtsbuch zurück. Anders als der ewige Konkurrent Nike hatte Adidas zu Beginn der 2010er Jahre verschlafen, eine eigene Fitness-App zu entwickeln. Deshalb kaufte das Unternehmen 2015 das erfolgreiche österreichische Start-up Runtastic für 220 Millionen Euro. Vier Jahre später entschied Adidas, die weitgehend autonome Tochter in den Konzern zu holen und die App fortan nur noch als Adidas Running zu promoten.

Was ist neu in der Adidas Running-App? (Stand: Dezember 2025)

Die vielleicht größte Veränderung: In der aktuellen Version der App hat Adidas das Premium-Abo entfernt – im Test waren alle früher kostenpflichtigen Funktionen ohne Aufpreis nutzbar. Trainingspläne, Intervall-Workouts, Auto-Pause, persönliche Rekorde und detaillierte Statistiken lassen sich derzeit ganz normal verwenden, ohne dass eine Paywall erscheint.

Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: Adidas Running ist momentan eine voll ausgestattete Lauf-App, die sich komplett kostenlos verwenden lässt. Wie Adidas die App künftig genau gestaltet, kommuniziert das Unternehmen noch nicht – Stand November 2025 profitieren Läuferinnen und Läufer aber von einem deutlich umfangreicheren Funktionsumfang.

Was kann Adidas Running?

Wie jede vernünftige Lauf-App zeichnet Adidas Running Dauer, Distanz, Kalorien, Pace/Geschwindigkeit verlässlich auf – sofern du der App gestattest, im Hintergrund Strom zu verbrauchen und auf deine GPS-Position zuzugreifen. Der Energiesparmodus kann die Aufzeichnung unterbrechen. Wer einfach draufloslaufen will, kann nach dem Download sofort mit der Aufzeichnung beginnen. Wer auf andere Parameter Wert legt als auf die vier Standardeinstellungen (Dauer, Distanz, Kalorien, Pace), kann aus zehn weiteren Anzeigeoptionen wie zum Beispiel Schritte, Höhenmeter oder Uhrzeit wählen. Für die Anzeigeoption Herzfrequenz ist ein externer Herzfrequenz-Sensor notwendig, der mittels Bluetooth verbunden wird.

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Wie kann ich die Adidas Running-App konfigurieren?

Im Aktivitäts-Setup kannst du deinen Lauf oder eine andere von 94 Sportarten (darunter Exoten wie E-Sport, Padel-Tennis und Tabata) individualisieren. Du kannst ein Work-out-Ziel festlegen (auswählbar sind Distanz, Dauer, beides in Kombination oder Kalorien), eine vorausgegangene Aktivität herausfordern, Intervalltraining einbauen oder die Vorgaben eines Trainingsplans aus der App umsetzen. Außerdem kannst du den Sprachcoach komplett auf deine Bedürfnisse konfigurieren: Wie oft soll er (Hans) oder sie (Vanessa) sich melden (oder ein anderer Coach in einer von sieben Fremdsprachen) und mit welchen Parametern (Distanz, Dauer, Pace, Herzfrequenz, …)?

Eine der spannendsten Funktionen ist das Live-Tracking. Aktivierst du diese Funktion, können Freunde deine Aktivität live mitverfolgen und dich mit akustischen Signalen unterstützen: Wahlweise wirst du von einer LaOla erfasst, von einer Fanfare nach vorn geblasen oder mit einem „Go, Go, Go“ angetrieben. Das kann deiner mentalen Verfassung während eines Marathons durchaus neuen Auftrieb geben. Dasselbe gilt auch für deine Lieblingsmusik, die du via Apple Music oder der internen Musikbibliothek einbinden kannst. Oder du wählst die Option „Story Running“, bei der dich während des Laufens ein virtueller Coach begleitet und anleitet. Adidas Running bietet in Zusammenarbeit mit Les Mills kostenlos eine vierteilige Serie für den Laufanfang und weitere drei „Hörbücher“ an, die sich auf achtsames Laufen konzentrieren. Derzeit sind die Inhalte nur auf Englisch verfügbar.

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Punkte sammeln für den „adiClub“

Für das Community-Gefühl hält Adidas regelmäßig Challenges bereit, zum Beispiel 50 Kilometer pro Monat zu laufen. Wer das schafft, erhält Punkte für das Kundenbindungsprogramm, den „adiClub“. Jedes freigeschaltete Level belohnt Adidas mit exklusiven Produkten und Prämien, die Adidas-Fashionistas beispielsweise im Online-Shop einlösen können. Punkte können darüber hinaus bei ausgewählten Partnern eingelöst werden. Dazu gehören unter anderem Maurten (Gels oder Drink Mix gratis), Zwift (3 Monate kostenlose Mitgliedschaft) oder Spotify (bis zu 3 Monate kostenlose Mitgliedschaft). Außerdem ruft die App dazu auf, an Events teilzunehmen, beispielsweise an einem virtuellen 10-Kilometer-Rennen, zu dem man seine Freunde einladen kann. In der Rangliste kannst du sehen, wie viele Kilometer du im Vergleich zu deinen Freunden oder Kontrahenten abgespult hast.

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Im Newsfeed tauchen chronologisch die Laufergebnisse deiner Community, also Sportlerinnen und Sportler, denen man selbst folgt, auf. So hast du ähnlich wie bei Strava die Möglichkeit, anderen mit einem Herz-Icon deine Anerkennung zum Ausdruck zu bringen oder einen anspornenden Kommentar zu hinterlassen. Empfehlenswert und einzigartig unter den Running-Apps ist auch der Blog, der immer wieder im Newsfeed auftaucht. Hier informiert Adidas in kurzen Beiträgen zu Training, Regeneration, Ernährung und Schlaf.

Im Lauftagebuch (Menüpunkt: „Fortschritt“ > „Statistiken“) kannst du deine Läufe anschauen und detailliert auswerten. Dabei lässt sich zwischen verschiedenen Sportarten filtern. Außerdem lassen sich Umfang, Trainingszeit und Kalorien komfortabel über Wochen-, Monats- und Jahresansichten vergleichen – ideal, um Trends und seine eigenen Trainingsblöcke im Blick zu behalten.

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Adidas Running: Für wen eignet sich die App?

  • Lauf-Einsteiger und Wiedereinsteiger, die „Install & Run“ wollen.
  • Hobby- und Freizeitläufer, die ihr Training strukturieren und Fortschritte sehen möchten.
  • Community-Fans, die sich mit Freunden messen oder eigene Gruppen gründen.
  • Nutzer mit Sportuhren/Trackern (Garmin, Polar, Suunto, Coros, Apple Health etc.).
  • adidas-Fans, die mit ihren Aktivitäten adiClub-Punkte sammeln und Belohnungen einlösen wollen.

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