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Olympische Spiele in Tokio 2021 Olympia-Marathon-Qualifikation doch schon ab September möglich

Drei Monate früher als zuletzt geplant, beginnt für die Marathonläufer nun die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele in Tokio 2021. Berechtigung für die Olympia-Teilnahme erhält man jedoch nur durch die Zeit und nicht über die Platzierung.

Wie der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics bekannt gab, hat man entschieden, die derzeit aufgrund der Corona-Pandemie eigentlich noch bis zum 1. Dezember geltende Qualifikations-Sperre für die Läufer und die Geher auszusetzen. Für das klassische Rennen über die 42,195 Kilometer bei Olympia können sich die Athleten damit ab dem 1. September 2020 wieder qualifizieren.

Kurzfristige Änderungen aufgrund geringer Startmöglichkeiten

Allerdings wird eine Qualifikation ausschließlich über die gelaufene Zeit möglich sein und nicht über bestimmte Platzierungen bei Marathonrennen. Zudem müssen diese Rennen festgelegte Voraussetzungen erfüllen. Hintergrund dieses für Marathonläufer eigentlich zu kurzfristigen Kurswechsels ist, dass aufgrund der vielen Absagen von Rennen in diesem Jahr nur noch sehr wenige Möglichkeiten für einen Start bestehen werden. „Die meisten bedeutenden Marathonläufe wurden bereits abgesagt oder verschoben und wir wissen aufgrund der Pandemie nicht, welche Läufe im ersten Halbjahr 2021 stattfinden werden. Dadurch reduzieren sich für die Marathonläufer und Geher, die sowieso nur sehr wenige hochklassige Rennen im Jahr absolvieren können, die Start- und Qualifikationsmöglichkeiten“, erklärte Sebastian Coe, der Präsident von World Athletics. Denkbar sind im Oktober und November zurzeit internationale Toprennen in London, Amsterdam, Istanbul und Paris.

Damit korrigierte World Athletics ein weiteres Mal seinen Kurs bezüglich der Marathon-Olympia-Qualifikation. Vor rund zwei Monaten war bekannt geworden, dass der Verband die ursprüngliche Begrenzung der olympischen Marathon-Starterfelder auf jeweils 80 Läufer und Läuferinnen aufgehoben hatte. Alle Athleten, die die internationalen Normen von 2:11:30 beziehungsweise 2:29:30 Stunden unterboten oder erreicht haben, gelten für World Athletics seitdem als startberechtigt. Die Nominierung erfolgt dann über die nationalen Verbände, und jedes Land kann maximal drei Starter stellen. Eine Qualifikation über die Weltrangliste wird für die olympischen Marathonrennen jedoch nicht möglich sein.

Gabius, Gröschel und Pflieger – potentielle Olympia-Kandidaten

Zwei Männer haben in Deutschland während der Qualifikationsphase bisher die Norm unterboten: Mit 2:10:18 Stunden wurde Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid) im Februar zum zweitschnellsten deutschen Marathonläufer seit der Jahrtausendwende hinter dem nationalen Rekordhalter Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal/2:08:33). Im Dezember hatte Amanal Petros (TV Wattenscheid) zuvor mit 2:10:29 überrascht. Da er jedoch einen Olympia-Start über 10.000 Meter vorziehen würde, sofern er die Qualifikation schafft, sind möglicherweise noch zwei Plätze offen. Arne Gabius, Tom Gröschel (TC Fiko Rostock) und Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg) sind hier wohl die Favoriten im Rennen um die Olympia-Startplätze.

Bei den Frauen haben mit Melat Kejeta (Laufteam Kassel/2:23:57), Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt/2:27:26) und Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg/2:28:25) bereits drei deutsche Läuferinnen die Norm erfüllt. Doch eine Reihe von weiteren Athletinnen macht sich noch Hoffnungen, einen Platz zu ergattern.

Erste Voraussetzung für alle ist aber, dass es überhaupt wieder Rennen gibt – und dass dann auch die Olympischen Spiele 2021 in Tokio stattfinden.

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