Selbsttest: Wie ehrgeizig bist du?

Das gesunde Maß
Selbsttest: Wie ehrgeizig bist du?

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 04.03.2026
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Ein jubelnder Läufer reißt die Arme hoch.
Foto: iStockphoto

Zu viel Ehrgeiz ist einer der gefährlichsten Feinde der Gesundheit von Läuferinnen und Läufern. Mangelnde Ambition ist weniger riskant für die Gesundheit, sie lässt dich lediglich im Rennen unter deinen Möglichkeiten bleiben. Wo die eine zu ambitioniert rennt, bleibt der andere im Trainingsprogramm zu zaghaft. Was für ein Lauftyp bist du? Lässt du dich leicht mitreißen, oder ist dir gleichgültig, wie es im Training oder Wettkampf für dich läuft? Finde in unserem Selbsttest heraus, wie es um deinen Ehrgeiz steht!

Anschließend findest du Wissenswertes zum Ehrgeiz und Tipps für jeden Typ, damit du dich weder unter- noch überforderst und beides erreichst: Gesundheit und Leistungssteigerung (wenn du möchtest).

Was bedeutet Ehrgeiz eigentlich?

Ehrgeiz ist das Streben nach persönlichen Zielen, sprachlich leitet sich das Wort aus den beiden althochdeutschen Begriffen für Ehre und Gier ab. Im Laufsport geht es bei den persönlichen Zielen beispielsweise um persönliche Bestzeiten oder gute Platzierungen bei einem Rennen. Allgemein streben ehrgeizige Menschen stärker nach Erfolg, Anerkennung, Macht und Einfluss. In einem gewissen Maße ehrgeizig zu sein, gilt als positiv, man spricht häufig von „gesundem Ehrgeiz“. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn das Erreichen der Ziele allzu verbissen verfolgt wird, sodass negative Begleiterscheinungen auftreten: Übertraining, Überlastungsbeschwerden und Verletzungen im Sport; persönliche Konflikte in der Familie, im Freundeskreis oder bei der Arbeit; Vernachlässigung anderer Interessen und Bedürfnisse.

Selbsttest: Wie ehrgeizig bist du?

Um deinen Ehrgeiz zu messen, bedarf es keiner komplexen Laboruntersuchung. Oft reicht eine ehrliche Selbstreflexion. Gehe die folgenden Fragen durch, um deine Tendenz zu erkennen:

Gesunder vs. ungesunder Ehrgeiz

Ehrgeiz ist wie ein zweischneidiges Schwert. Er bringt Vorteile und Stärken mit sich, birgt aber auch signifikante Nachteile und Schwächen, wenn er aus dem Gleichgewicht gerät. Überambitionierte Freizeitsportler und Hobbyathletinnen laufen Gefahr, Opfer ihres ungesunden Ehrgeizes zu werden. Und das betrifft nicht nur Profi-Läuferinnen und Läufer. Auf der anderen Seite ist eine zu lockere Einstellung auch nicht wirklich zielführend: Willensschwache Hobbyläufer sind permanent in Gefahr, von ihrem inneren Schweinehund besiegt zu werden und entweder gar nicht weiter zu trainieren oder immer gleich zu trainieren.

Gegen einen gesunden Ehrgeiz ist nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil: Ein gesunder Leistungswille fördert deine Motivation und hilft dir dabei, am Ball zu bleiben. Im Idealfall halten sich Ehrgeiz und Gelassenheit in etwa die Waage. Sich Ziele zu setzen hilft dir, konsequent ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Dabei solltest du dich allerdings nicht an anderen orientieren, sondern eigene Maßstäbe finden, auf seinen Körper hören und seine Bedürfnisse im Blick behalten.

Tipps: So findest du das richtige Maß an Ehrgeiz

Hast du den Test gemacht? Dann weißt du jetzt, ob du dazu neigst, sehr ambitioniert unterwegs zu sein oder das Laufen lässig und entspannt angehen. Neben grundsätzlichen Tipps, zeigen wir dir hier, wie du dich in Situationen, die typisch für die jeweilige Veranlagung sind, richtig verhälst und die Freude am Laufen bewahrst.

Aber egal, welcher Typ du bist: Dein Ziel sollte ein optimales Level sein – genug Drive, um voranzukommen, aber nicht so viel, dass die Lebensqualität leidet.

Diese Tipps helfen dir grundsätzlich, ein gesundes Maß an Ehrgeiz zu finden:

  1. SMART-Ziele setzen: Ziele sollten spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein.
  2. Frage dich: „Möchte ich das für mich selbst – oder will ich jemand anderen beeindrucken?“ (Die Antwort sollte ganz klar bei dir selbst liegen.)
  3. Feiere Zwischenerfolge und belohne dich. Das hält deine Dopamin-Ausschüttung stabil.
  4. Reflexion: Nutze regelmäßig einen kleinen Ehrgeiz-Test, um zu prüfen, ob du noch auf dem richtigen Pfad bist oder dich bereits übernimmst.

Der (zu) ehrgeizige Typ: Du bist sehr wettkampforientiert

Du liebst es zu laufen. Noch mehr liebst du es an Tag X im Wettkampf alles zu geben. Doch Vorsicht: Wenn der Ehrgeiz zum Tunnelblick wird, läufst du Gefahr, genau das zu zerstören, was du dir eigentlich erarbeiten möchtest. Wenn du ständig am Limit läufst, riskierst du nicht nur deine Gesundheit, sondern verlierst oft den Blick für das Wesentliche in deinem Sozialleben. Gehörst du zu den Läufern, die eher gebremst als motiviert werden müssen? Dann ist es Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme, damit dein Antrieb nicht dein größter Feind wird.

Folgende Fehler können typisch für dich sein:

  1. Du trainierst nach dem Programm leistungsstärkerer Läuferinnen und überforderst dich damit. Du bist ständig im Übertraining und verlierst auch langsam die Motivation am Laufen.
  2. Dein Tag besteht nur aus Essen, schlafen und laufen. Für dein Sozialleben, Freunde und Familie nimmst du dir nur noch wenig Zeit.
  3. Du wirst über den Haufen, was du dir für ein Wettkampf vorgenommen hast, nur um die Konkurrenz abzuhängen oder andere versuchen zu beeindrucken.
  4. Beim Training in der Gruppe läufst du stets ganz vorne und ziehst das Tempo an.

Und hier die Lösung:

  1. Höre immer auf deinen Körper. Das ist effektiver, als den Zielen eines anderen hinterherzuhecheln. Achte darauf, ob du dich zunehmend schlapp und müde fühlst, Schlafprobleme hast oder sich körperliche Beschwerden einstellen. Steigere das Trainingspensum von Woche zu Woche um nicht mehr als zehn Prozent. So kann sich der Körper gut an die wachsende Belastung anpassen, Überlastungsbeschwerden werden vermieden.
  2. Wenn du vor lauter Wettkampforientierung andere Lebensbereiche vernachlässigst, kann das problematisch werden. Mache dir eine Liste der Dinge, die dir wichtig sind, und sorge dafür, dass jede Woche Zeit dafür bleibt. So schlagen auch eventuelle Verletzungspausen nicht so sehr aufs Gemüt.
  3. Erstelle dir in den Tagen vor dem Wettkampf einen Plan, den du immer wieder in Gedanken durchgehst. Setze dir realistische, auf deine eigenen Möglichkeiten und Bedürfnisse zugeschnittene Ziele (etwa: gleichmäßiges Tempo laufen), anstatt dich an anderen zu orientieren.
  4. Eine zu starke Wettkampforientierung im Training kann das Gegenteil dessen bewirken, was man eigentlich beabsichtigt. Zudem wird dadurch Stress aufgebaut. Schreibe dir doch mal auf, was dir am Laufen gefällt, dann wird dir klarer, warum du läufst.

Der entspannte Typ: Dir könnte etwas mehr Ehrgeiz guttun

Fehlender Ehrgeiz ist selten ein Zeichen von Faulheit, sondern meist ein Symptom dafür, dass Handlungen und innere Werte nicht im Einklang stehen. Oft steckt eine Unterforderung dahinter, fehlender Sinn oder die Angst vorm Scheitern und der damit verbundenen Verantwortung. Gleichzeitig kann Laufen für dich vor allem Entspannung bedeuten: Also etwas, was du genießt, und das ist völlig legitim. Wenn du jedoch eigentlich mehr aus dir herausholen möchtest, aber immer wieder in deinen gewohnten Trott zurückfällst, lohnt sich ein Blick auf die Gründe: Meist ist es nicht die mangelnde Lust, sondern die Sorge vor Erwartungsdruck, die dich davon abhält, dich neuen Herausforderungen zu stellen. Als entspannter Typ solltest du an deinem Selbstvertrauen arbeiten und lernen, deine Trainingserfolge auch im Wettkampf zu zeigen. Und das, ganz ohne Stress.

Folgende Fehler sind typisch für dich:

  1. Im Training läufst du locker und schnell, aber sobald du eine Startnummer trägst, bleibst du hinter deinen Möglichkeiten.
  2. Du vermeidest Tempoläufe oder Intervalle, weil du die damit verbundene Anstrengung oder den Leistungsvergleich fürchtest. Gleiches gilt für Wettkämpfe.
  3. Du setzt dir bewusst keine Ziele, um frei zu bleiben. Dabei nimmst du dir jedoch selbst die Chance auf das Gefühl, etwas geschafft zu haben.
  4. Du läufst seit Jahren die gleiche Runde im gleichen Tempo, weil es sich sicher anfühlt, auch wenn die Unterforderung eigentlich langweilt.

Und so kann es besser laufen:

  1. Führe dir vor einem Wettkampf vor Augen, wie stark du im Training warst. Ersetze deine Selbstzweifel durch die Frage: „Warum sollte ich heute nicht einen richtig guten Lauf haben?“ Du kannst stolz auf deine Leistung sein.
  2. Setze dir kleine Zwischenziele auf dem Weg zu einem größeren Ziel. Durch das Erreichen von kleineren Zielen, wird Dopamin ausgeschüttet und du bleibst motiviert.
  3. Integriere kleine Fahrtspiele in deine lockeren Dauerläufe. So gewöhnst du dich an Intensität, ohne dass es sich wirklich härter anfühlt.
  4. Suche dir einen Laufpartner, der nur ein kleines bisschen ambitionierter ist als du. Lasse dich gelegentlich mitziehen, ohne den Spaß an der Lockerheit zu verlieren.

Fazit