MapMyRun hat eine bewegte Laufbahn hinter sich: Einst als Endomondo groß geworden, später unter dem Dach von Under Armour – und heute zurück in den Händen der originalen Gründer bei der Firmengruppe Outside. Trotz dieser Stationen ist die Idee gleich geblieben: ein unkomplizierter Lauf-Tracker fürs Smartphone mit solider Auswertung, der auch dein Alternativtraining mitschreibt.
Wer weniger Glamour und mehr „einfach raus und aufzeichnen“ sucht, findet hier eine Lauf-App, die über die Jahre viel gesehen hat – und genau deshalb zuverlässig das liefert, worauf es beim Laufen ankommt.
Was ist neu in der MapMyRun-App? (Stand: Dezember 2025)
- Neues Zuhause: Nach Endomondo und der Under Armour-Phase ist MapMyRun jetzt bei Outside (zurück in Gründerhänden)
- Feeds und Challenges: Neben dem Entdecken-Feed und dem Freunde-Feed gibt’s weiterhin regelmäßige Herausforderungen mit Partnermarken für Extra-Motivation
- Training abseits des Laufens: Trainingsroutinen fürs Alternativtraining sind verfügbar (nur auf Englisch)
MapMyRun im Praxistest
Der erste Blick zeigt, dass ansprechendes Design nicht so sehr im Fokus der App-Entwicklung stand. Da hat due Konkurrenz wie Nike Run Club oder Strava schon eine deutliche ansprechendere Nutzeroberfläche. Dass sie aufgrund der Optik auf den ersten Blick nicht unbedingt ausgereift wirkt, lässt sich während der Testläufe jedoch absolut nicht bestätigen. Die App tut, was sie soll. Ohne viel Schnickschnack kann man hier Läufe aufzeichnen und Daten sammeln.
Die Bedienung ist einfach, das GPS-Signal wird angenehm schnell gefunden und im Normalfall zuverlässig gehalten. Jedoch lief nicht alles positiv: Bei der Datenaufzeichnung leidet das Erlebnis etwas unter der geringen Fehlertoleranz von MapMyRun – wenn der Akku leerläuft, Signale verloren gehen oder viele Apps im Hintergrund laufen, war MapMyRun nicht immer stabil und es gingen teils auch aufgezeichnete Daten verloren. Im Test kam es dazu teilweise zu Verzögerungen beim Aufrufen von Aktivitäten.

Schlicht starten, klar auswerten: reduzierter Aufzeichnungsbildschirm – danach Karte, Splits und Kennzahlen. Der Werbebanner lässt sich per MVP ausblenden.
Statistiken: Was lässt sich analysieren?
Die Trainingsanzeige lässt sich vor dem Start komplett individuell konfigurieren. Verfügbare Daten reichen von Dauer und Distanz bis zur Herzfrequenz und Schrittlänge. Der Audio-Coach informiert während des Laufens über zurückgelegte Distanz und Geschwindigkeit – in einem selbst festgelegten Intervall. Auch begehrte Funktionen wie Auto-Pause und Live-Tracking lassen sich einfach einschalten, Letzteres allerdings nur in der Premiumversion.
Nach dem Training zeigt MapMyRun auf dem Smartphone die Trainingsdaten im Überblick. Wie man es kennt, mit einer Karte, auf der die Route eingezeichnet ist, anschaulichen Graphen zur Herzfrequenz, Kilometerzeiten und mit Premium auch umfassenden Wetterdaten.
Die MapMyRun-App bietet jedoch nur einen sporadischen Überblick, wenn es um das Darstellen von Trainingshistorie geht. Wer da mehr Einsicht ins eigene Training will, muss auf die Website oder andere Apps ausweichen. Um Woche für Woche auf Kurs zu bleiben, lassen sich individuelle Ziele einstellen.

Alles auf einen Blick: eigener Feed mit Aktivitäten – plus Wochenziele, die dich auf Kurs halten.
Motivation via Challenges
In der App laufen regelmäßig Herausforderungen (teils partner- oder markengesponsert, z. B. von Zwift oder Brooks), bei denen Minuten/Kilometer gesammelt werden müssen, um Abzeichen oder Belohnungen freizuschalten. Wer sich noch extra motivieren will, kann auch eigene Herausforderungen erstellen und Freunde einladen, daran teilzunehmen.
Der Feed ist in „Mehr entdecken“, „Freunde“ und „Ich“ gegliedert. Unter „Mehr entdecken“ erscheinen Beiträge der weltweiten MapMyRun-Community (erst nach Einwilligung). Wichtig zu wissen: Zwischen den Posts sind Werbeeinblendungen. Das ist zwar transparent gekennzeichnet, wirkt aber mitunter präsenter als bei manch anderer Lauf-App. Trainingserfolge können wie gewohnt nicht nur im MapMyRun-Netzwerk, sondern auch bei Instagram geteilt werden.

Für Motivation ist gesorgt: Community-Wettkämpfe mit Fortschrittsanzeige.
Webversion: starker Kalender, magere Routenwahl
Im Browser punktet MapMyRun mit einem übersichtlichen Kalender, in dem sich alle Einheiten nach Woche/Monat filtern und schnell nachträglich öffnen lassen. Damit lässt sich der Trainingsmonat realistisch abbilden. Praktisch für Trainingsblöcke und Multisport-Übersichten.
Ebenfalls an Bord: Routen finden und erstellen – inklusive Suchradius und Distanzfiltern. In der Praxis ist die Routenauswahl jedoch recht mager: Für manche Städte gibt es nur wenige Community-Strecken, sodass man häufig selbst zeichnen oder externe GPX-Dateien nutzen muss.

Stark im Browser: übersichtlicher Kalender für Trainingsblöcke und Karte mit Routenfinder.
MapMyRun Premium: Lohnt sich das?
Auch MapMyRun bietet eine Premiumversion. Ähnlich wie bei den Mitbewerbern schaltet man hinter der Paywall Live-Tracking und individuelle Trainingspläne frei. Dazu gibt’s noch eine ausführlichere Analyse zu den Herzfrequenzzonen bei Aktivitäten und die Werbung im Feed verschwindet. Das Freischalten der Funktionen kostet monatlich 9,99 Euro. Verpflichtet man sich für ein Jahr, sind 44,99 Euro (3,75 Euro im Monat) fällig.
Für den eher schmalen Funktionsumfang, den ein kostenpflichtiges Abo bietet, sind Läuferinnen und Läufer bei anderen Apps besser aufgehoben. Besonders loben kann man hier Adidas Running, die seit kurzem ihre gesamte Lauf-App mit allen Funktionen kostenlos zur Verfügung stellen.

So verdient sich die App ihr Geld: Das Premium-Abo schaltet Live-Tracking, personalisierte Pläne und weniger Werbung frei.
MapMyRun: Für wen eignet sich die App?
- Multisportler: Laufen plus Alternativtraining im selben Logbuch
- Planer und Datenfans: übersichtliche Web-Kalenderansicht mit Import/Export
- Pfadfinder: Strecken entdecken und eigene Routen im Browser bauen
- Pragmatische: weniger Glanz im Design, dafür solide Funktion und Web-Unterstützung









