Was können Nasenpflaster? Wirkung auf Atmung, Leistung und Erholung

Wirkung, Anwendung und Tipps
Was können Nasenpflaster wirklich?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.12.2025
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US-Athletin Sara Hall mit Nasenpflaster nach dem Boston-Marathon 2023
Foto: Erica Denhoff/Icon Sportswire via Getty Images

Beim Laufen ist es wie in der Mode: Trends kommen und gehen. Dazu gehören auch Nasenpflaster. Anfang der 1990er Jahre in den USA für den Profisport entwickelt, waren sie auch in Deutschland bei Volksläufen häufig zu sehen. Danach ebbte der Hype ab und die Klebestreifen verschwanden von den Nasen – bis sie ab 2025 ein Comeback erlebten. Viele Läuferinnen und Läufer tragen sie wieder und auch in anderen Sportarten wie Fußball tauchen sie auf. Aber wie sinnvoll sind Nasenpflaster wirklich und kannst du damit tatsächlich besser atmen? Ein Faktencheck.

Was sind Nasenpflaster und wie funktionieren sie?

Nasenpflaster sind dünne Klebestreifen, in die flexible Kunststoffverstärkungen eingearbeitet sind. Diese rippenartigen Elemente ziehen deine Nasenflügel leicht nach außen, wenn du die Pflaster auf dem Nasenrücken trägst. Dadurch weitet sich der Bereich direkt am Eingang der Nasenlöcher, der Atemwegswiderstand sinkt und du hast das Gefühl, besser Luft zu bekommen. Die physikalische Vergrößerung der Querschnittsfläche ist durch Messungen belegt, insofern haben Nasenpflaster eine nachweisbare Wirkung. Sie werden deshalb auch Dilatatoren, also Erweiterer, genannt. Wie groß der Nutzen dieses Effekts beim Laufen ist, wurde in weiteren Studien untersucht.

Nasenpflaster im Sport: Welche Wirkung haben sie wirklich?

Die entscheidende Frage ist: Haben die rein mechanische Weitung an der Nasenklappe und das subjektive Gefühl des leichteren Atmens in irgendeiner Weise Vorteile beim Laufen? Es kommt darauf an, wie schnell du unterwegs bist. Bei höherem Tempo brauchst du mehr Sauerstoff und gehst automatisch zur Mundatmung über – dann verlieren Nasenpflaster weitgehend ihre Funktion. Joggst du dagegen locker und kannst noch durch die Nase atmen, verlängern die Pflaster einer Studie zufolge diese Phase. Du kannst also etwas länger in der Nasenatmung bleiben. Das heißt aber nicht, dass du schneller oder ausdauernder wirst.

Können Nasenpflaster die Leistung steigern?

Messungen von objektiven Leistungswerten wie der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO₂max) im Rahmen von Feldstudien haben gezeigt: Nasenpflaster bringen keine signifikanten Verbesserungen. Je nach Versuchsanordnung und Probandengruppe zeigten sich allenfalls geringe Effekte im Bereich der maximalen aeroben Leistungsfähigkeit. Größere Übersichtsarbeiten kommen zu dem Fazit, dass insgesamt keine nennenswerte Leistungssteigerung durch die Verwendung der Dilatationsstreifen nachweisbar ist.

Trotzdem machen viele Sportlerinnen und Sportler gute Erfahrungen mit Nasenpflastern, ob im Freizeit- oder Profibereich. Sie empfinden die Klebestreifen als Unterstützung. Selbst wenn das objektiv gesehen ein Placebo-Effekt ist, kann es subjektiv von Nutzen sein.

Vorteile von Nasenpflastern für Läufer

Neben ihrem bereits genannten Nutzen – Reduktion des Atemwegswiderstands, verzögerter Wechsel auf Mundatmung und leichte Effekte bei Maximalbelastung – haben Nasenpflaster einige weitere Vorteile.

1

Hilfe bei verstopfter Nase

2

Bessere Luftqualität durch Nasenatmung

3

Stabilerer Atemrhythmus

4

Erhöhung der Schlafqualität

5

Günstige und nebenwirkungsarme Anwendung

6

Psychologischer Nutzen

Nachteile und Grenzen: Wann helfen Nasenpflaster nicht?

Auch wenn die Werbung für Nasenpflaster anderes vermuten lässt: Die Klebestreifen sind keine Wundermittel. Eine Leistungsexplosion beim Laufen ist damit nicht zu erzielen. Eine krampfhafte Anwendung kann dich im Gegenteil sogar beeinträchtigen, wenn du versuchst, künstlich in der Nasenatmung zu bleiben. Dann fehlt dir für ein schnelleres Tempo die Luft. Nasenpflaster können insofern zu langsamem Laufen verleiten und du lässt Potenzial liegen.

Auch bei strukturellen Problemen wie einer Fehlstellung der Nasenscheidewand oder einer sehr engen inneren Nasenklappe wird die Wirkung der Klebedilatatoren überschätzt. Hier hilft oft nur eine OP. Bei einer schweren Schlafapnoe oder starkem Schnupfen stoßen Nasenpflaster ebenfalls an ihre Grenzen.

Anwendung: Wie klebt man Nasenpflaster richtig?

Nasenpflaster wirken nur dann mechanisch auf die Nasenflügel, wenn sie korrekt sitzen. Mit unserer kleinen Anleitung klebst du sie richtig auf.

  1. Die Klebefläche muss sauber und fettfrei sein. Reinige die Haut auf deiner Nase mit Wasser und Seife und trockne sie gut ab.
  2. Entferne die Schutzfolie und setze das Pflaster mittig über den Nasenrücken an, sodass die Verstärkungen links und rechts symmetrisch die Nasenflügel bedecken. Drücke sie kurz an und streiche die Ränder glatt.
  3. Der Klebestreifen sollte fest sitzen, aber nicht zu straff, sodass es für dich unangenehm ist.
  4. Trage das Nasenpflaster nicht ununterbrochen. Als maximale Anwendungsdauer werden 12 Stunden empfohlen.
  5. Verwende das Pflaster nur einmal, es ist nicht für einen mehrfachen Gebrauch geeignet.

Welche Nasenpflaster eignen sich für Läufer?

Es gibt zwei Grundarten von Nasenpflastern: die klassischen Streifen für ein breites Anwendungsspektrum und spezielle für den Sport. Die Allrounder haben eine Klebefläche oder haften mit Magneten. Dafür klebst du zwei Magnetstreifen auf und befestigst daran einen wiederverwendbaren magnetischen Bügel. Durch die Anziehungskraft haben diese Modelle eine stärkere Spreizwirkung. Da du beim Laufen schwitzt, haften klassische Nasenpflaster nicht so gut.

Sportoptimierte Varianten bestehen deshalb aus einem atmungsaktiven Material und haben eine schweißresistente Haftschicht. Manche sind mit extra großen Flügeln ausgestattet, um die Wirkung zu verstärken.

Darüber hinaus gibt es unauffällige, transparente und farbige Nasenpflaster. Welches Produkt das richtige für dich ist, zeigt nur ein Selbsttest.

Alternativen zu Nasenpflastern für bessere Atmung

Willst du deine Atmung optimieren, sind Nasenpflaster nur eine Option von vielen. Es gibt weitere Methoden, die du einzeln oder kombiniert anwenden kannst.

Atemschulung

Du kannst deine Atmung trainieren: Bestimmte Übungen wie die tiefe Bauchatmung stärken das Zwerchfell und damit die Atemmuskulatur. Auch der Wechsel zwischen Nasen- und Mundatmung oder das Atmen durch ein Nasenloch kann dir helfen, die Effizienz deiner Atmung zu erhöhen.

Atemtrainer

Neben Technikübungen gibt es Geräte für das inspiratorische Muskeltraining. Atemtrainer erzeugen einen Widerstand, gegen den du ein- und ausatmen musst. Das kräftigt die Atemmuskulatur und verbessert die Lungenkapazität. Eine Leistungssteigerung ist möglich und auch in Studien nachgewiesen.

Medizinische Behandlung

Bei Fehlstellungen oder Engstellen in der Nase und chronischem Schnupfen solltest du HNO-ärztlich abklären lassen, ob eine korrigierende Operation bzw. Medikamente Abhilfe schaffen könnten.

Nasenspülungen

Gerade bei Allergien können auch Nasenspülungen mit Salzwasser entlastend wirken, da du die Auslöser wie etwa Hausstaub oder Pollen aus der Nase entfernst. Auch bei Verschleimung durch einen Infekt sorgt die Nasendusche für ein befreites Aufatmen.

Fragen und Antworten zu Nasenpflastern

Fazit