Generali München-Marathon / Wilfried Feder

2020 amoi anders München-Marathon wird zum 30-Kilometer-Lauf

Die Veranstalter des München-Marathon haben aufgrund der Beschränkungen und dem Verbot für Großveranstaltungen ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept mit dem Motto „2020 amoi anders“ erarbeitet. Einen Marathon wird es aber nicht geben, sondern einen 30-Kilometer-Lauf.

Der München-Marathon 2020 soll am 11. Oktober in abgewandelter Form stattfinden: Die Veranstalter planen einen 30-km-Lauf mit maximal 12.600 Läufern und haben dafür heute ein entsprechendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgestellt. Dieses liegt den entsprechenden Behörden in München zur Prüfung vor. „Das ist ein Vorschlag unsererseits. Die Entscheidung haben natürlich die Behörden. Wir hoffen, dass wir uns am 11. Oktober hier in München unter dem Motto ,2020 amoi anders’ sehen“, sagte der Münchner Race-Direktor Gernot Weigl, der das Konzept am 29. Juni online präsentierte.

Hamburg und München im Herbst

Damit könnte es in der Herbstsaison – sofern es die Coronavirus-Situation zulässt und die jeweiligen Ämter den Konzepten zustimmen – zumindest zwei größere deutsche Läufe geben: Sechs Tage vor den Münchnern hatten die Organisatoren des Hamburg-Marathons ein umfangreiches Konzept vorgestellt. Sie hoffen, ihr Rennen über die volle Distanz sowie einen Halbmarathon mit insgesamt 14.000 Läufern am 13. September veranstalten zu können. Dagegen hatten in der vergangenen Woche die Organisatoren des Berlin- und des Köln-Marathons ihre Veranstaltungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt.

30 Kilometer als Lösung

„Eine Hygienekonzept für die 42,195 Kilometer lange Marathondistanz war nicht zu leisten. Da fehlte es aufgrund der derzeitigen Situation unter anderem auch an Streckenpersonal“, sagte Gernot Weigl. „Wir haben dann bewusst eine Distanz gewählt, die zwischen dem Halbmarathon und dem Marathon liegt. Hinzu kommt, dass sicherlich viele Teilnehmer eine Bestzeit über 30 Kilometer laufen werden. Denn wann hat man schon einmal die Chance, über diese Distanz zu laufen?“ Im Laufsport-verrückten Japan hat der 30-km-Lauf einen Stellenwert, ansonsten gibt es so gut wie keine Rennen über diese Strecke. International ist die Distanz jedoch anerkannt. So werden auch Weltbestzeiten sowie kontinentale und nationale Bestzeiten über 30 Kilometer geführt.

Keine anderen Kategorien

In München soll am 11. Oktober ausschließlich über 30 Kilometer gelaufen werden. Neben dem Marathon entfallen auch die Wettbewerbe über 10 Kilometer und im Halbmarathon. Den bereits gemeldeten Teilnehmern bietet der Veranstalter an, auf die 30-km-Strecke zu wechseln. Während die Marathon-Messe entfällt, erhalten alle Läufer ihre Startunterlagen per Post.

Startzonen und Ampelsystem

Ähnlich wie der Hamburg-Marathon wollen auch die Münchner die erstklassige Infrastruktur mit viel Platz im Start- und Zielbereich nutzen. Zwei Startzonen werden am Münchner Olympiastadion eingerichtet. „Die maximal 12.600 Teilnehmer werden über einen ausgedehnten Zeitraum von dreieinhalb Stunden starten. Dabei wird es Startblöcke mit 300 Läufern geben, die jeweils alle zehn Minuten starten“, erklärte Gernot Weigl. Alle Läufer erhalten nach der Anmeldung ihre individuelle Startzeit. Die Münchner wollen dann über ein Ampelsystem die Starts so regeln, dass jeder einzeln mit einem Abstand von vier Sekunden loslaufen kann. In den ersten acht Startreihen gibt es jeweils vier Plätze, und die Läufer rücken dann stetig auf. In diesem Bereich ist der Mindestabstand markiert. „Durch diese Starts vermeiden wir eine Pulk-Bildung auf der Strecke“, sagte Gernot Weigl.

Teilnehmer sorgen selbst für Verpflegung

Auf der Strecke wird es keine klassischen Verpflegungsstationen geben. Die Teilnehmer sind gebeten, Wasserflaschen und gegebenenfalls Verpflegung selbst mitzuführen, wie es auch im Training üblich ist. Bei Kilometer 19 und 26 wird es aber offene Wasserhähne geben, wo die Flaschen aufgefüllt werden können. Im Ziel gibt es für alle Läufer ein verschlossenes Verpflegungspaket.

Kontakterfassung für Läufer, Zuschauer und Helfer

Im gesamten Start-Ziel-Gebiet ist eine Nase-Mund-Bedeckung vorgeschrieben. Sollten Läufer ohne Schutzmaske oder -tuch ins Ziel kommen, liegen entsprechende Schutzmaterialien bereit, ebenso die Medaillen, die aufgrund der einzuhaltenden Hygienevorschriften nicht wie gewöhnlich überreicht werden dürfen. Sowohl Helfer als auch Zuschauer, die sich im weitläufigen Olympiastadion verteilen können, müssen ihre Kontaktdaten hinterlegen, falls eine Nachverfolgung nötig werden sollte.

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