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Schluss mit Husten! Was tun bei Bronchitis?

Eine Entzündung der Bronchien heilt meist nach 14 Tagen ab. Eine chronische Bronchitis kann weitaus länger andauern. Alles über Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung der Bronchitis.

Eigentlich fing alles mit einer leichten Erkältung an: ein bisschen Schnupfen, Halsschmerzen und Husten. Ausruhen? Überbewertet. Doch dann kommt plötzlich nerviger Husten hinzu, außerdem Atembeschwerden bei der kleinsten Anstrengung. Die neue Diagnose? Vermutlich eine Bronchitis. Was gegen eine Bronchitis hilft und wie Sie sie beim nächsten Infekt vermeiden, lesen Sie hier.

Was ist eine Bronchitis?

Eine Bronchitis entsteht, wenn zu einem viralen Erkältungsinfekt eine zusätzliche (bakterielle) Infektion der Atemwege kommen. Bei der Entzündung der Bronchien oder Bronchitis unterscheidet man die akute Bronchitis und die chronische Bronchitis. Eine akute Bronchitis tritt pro Jahr bei etwa fünf Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung auf.

Wird eine akute Bronchitis nicht rechtzeitig behandelt oder bekommt der Körper in der Erkrankungsphase nicht die nötige Ruhe, um sich zu erholen, kann eine akute Bronchitis in eine chronische Bronchitis übergehen. Aus einer chronischen Bronchitis kann sich die chronisch-obstruktive Bronchitis entwickeln. Sie gehört zu den chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD: Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Betroffene leiden schon bei mäßiger körperlicher Anstrengung wie Treppensteigen oder Bergaufgehen unter Atemnot und haben ein erhöhtes Risiko, zusätzlich an Asthma Bronchiale zu erkranken.

Welche Symptome hat eine Bronchitis? Woran erkenne ich eine Bronchitis?

Durch eine Entzündung der Bronchien schwillt die Schleimhaut der Atemwege an und es kommt zur Bildung von zähem Schleim. Dieser löst einen schmerzenden Hustenreiz, Fieber und ein beklemmendes Gefühl in der Brustgegend aus. Starker Husten, der vor allem im Liegen oder zu Beginn einer körperlichen Anstrengung zunimmt (Belastungsdyspnoe), gilt als führendes Symptom.

Zu Beginn einer Bronchitis ist der Husten meist trocken, geht dann zwischenzeitlich mit schleimigem Auswurf einher und klingt nach zwei bis drei Wochen mit trockenem Husten langsam ab. Bei einer länger andauernden Bronchitis von bis zu acht Wochen klagen Betroffene häufig noch einige Zeit über eine erhöhte Empfindlichkeit der Atemwege auf äußere Bedingungen wie kalte Temperaturen, Rauch oder beispielsweise Gräserpollen. Bei einer chronischen Bronchitis tritt meistens am Morgen eine starke Schleimbildung auf.

Da eine Bronchitis fast immer mit einer Erkältungserkrankung verbunden ist, sind oft auch Symptome wie Schnupfen, allgemeine Abgeschlagenheit, (meist frontale) Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden oder Halsschmerzen und Appetitverlust vorhanden. Diese gehören jedoch nicht speziell zu einer Bronchitis.

Woher kommt eine Bronchitis?

In der Regel wird eine Bronchitis durch eine normale Erkältung ausgelöst. Außerdem können Schadstoffe aus der Luft wie Dämpfe, Gase und Feinstaub oder Reizstoffe wie Tabakrauch zu einer Entzündung in den Bronchien führen. Im Frühjahr und im Herbst tritt eine Bronchitis am häufigsten auf, besonders bei kaltem und feuchten Wetter. Wer zu Nebenhöhlenentzündungen (Stirnhöhle oder Nasennebenhöhle) neigt, bekommt häufiger eine akute Bronchitis. Betroffene leiden drei bis viermal pro Jahr an dem anhaltenden Hustenreiz.

Wie behandelt man eine Bronchitis? Was hilft bei einer Bronchitis?

Eine akute Bronchitis ohne weitere Komplikationen wird anhand der Symptome behandelt. Viele Sportlerinnen und Sportler suchen bei Verdacht auf eine Bronchitits ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf, in der Hoffnung, mit Medikamenten versorgt zu werden. Bei einem viralen Infekt sind Anitbiotika jedoch wirkungslos, denn diese helfen nur bei einer bakteriellen Infektion – zudem heilt eine Bronchitis sowohl mit als auch ohne Zuhilfenahme von Medikamenten meistens innerhalb von 14 bis 21 Tagen ganz von alleine ab. Die Bronchitis gilt laut der Deutschen Medizinischen Wochenschrift als eine der Erkrankungen, bei denen besonders häufig unnötigerweise Antibiotika verschrieben werden.

Unterstützende Maßnahmen zu Hause können Ihnen das Leben während einer Bronchitis einfacher machen:

  • Hausmittel Nr. 1: Inhalieren Sie für etwa 20 Minuten über heißem Salzwasser. Die feuchte salzhaltige Luft dringt bis tief in die Bronchien ein. Die Schleimhäute werden auf natürliche Art befeuchtet und mit einem feinen Film ausgekleidet, festsitzender Schleim wird gelöst. Dadurch werden die Krankheitserreger abtransportiert. Kochen Sie dazu Wasser auf, füllen Sie es mit etwas Salz in eine hitzebständige Schüssel. Setzen Sie sich entspannt an einen Tisch, legen sich ein Handtuch über den Kopf und beugen Sie sich mit etwas Abstand über die Schüssel (Achtung vor Verbrennungen), sodass der Wasserdampf nicht zur Seite entweichen kann. Atmen Sie den Wasserdampf mit regelmäßigen tiefen Atemzügen ein und aus.
  • Hausmittel Nr. 2: Die Heiße Rolle kann unterstützend zur Steigerung der Durchblutung im Lungenbereich und zur Entspannung der Atemmuskulatur eingesetzt werden. Tupfen und reiben Sie mit der heißen Rolle Ihren Brustkorb ab oder lassen Sie sich von einer zweiten Person im gesamten Brustwirbelsäulenbereich verwöhnen. Versuchen Sie dabei möglichst tief und regelmäßig zu atmen.
  • Hausmittel Nr. 3: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser oder Kräutertee.

Wichtig für Raucherinnen und Raucher: Reduzieren Sie Ihren Zigarettenkonsum, wenn Sie an einer Bronchitis leiden. Rauchen verlängert die Dauer der Erkrankung deutlich.

Bei chronischer Bronchitis sollten Sie regelmäßig Atemtherapie durchführen. Wie die speziellen Dehnlagen und Atemübungen funktionieren, kann Ihnen ein Physiotherapeut oder eine Physiotherapeutin zeigen. Machen Sie außerdem an drei bis vier Tagen pro Woche mindestens eine halbe Stunde Ausdauersport. Geeignete Sportarten sind Walken, Bergwandern, Radfahren oder Schwimmen. Viele Vereine bieten spezielle Lungensportgruppen an.

Allgemeine Bewegungsübungen können die Belüftung der Lunge verbessern und zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Geeignete Übungen sind die folgenden:

Krafttraining & Stretching
Krafttraining & Stretching
Krafttraining & Stretching

Treten Begleitsymptome wie blutiger Husten (Hämoptoe), starke Schmerzen im Brustkorb oder hohes Fieber über mehrere Tage auf, ist eine umfangreiche ärztliche Diagnostik wichtig. So können eine Lungenentzündung (Pneumonie), Influenza oder Probleme am Herzen durch eine unbekannte vorbestehende Erkrankung ausgeschlossen werden.

Wie viel Bewegung ist bei einer Bronchitis in Ordnung?

Zu Beginn einer akuten Bronchitis sollten Sie sich vor allem Ruhe gönnen. Sobald Sie sich fitter fühlen, sind entspannte Spaziergänge an der frischen Luft, natürlich in adäquater warmer Kleidung, erlaubt und hilfreich für eine bessere Durchlüftung Ihrer Bronchien.

Bei einer chronischen Bronchitis sind Bewegung und Ausdauersport einer der wichtigsten Pfeiler einer erfolgreichen Behandlung. Empfohlen werden mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauertraining.

Was passiert, wenn ich trotz Bronchitis trainiere?

Körperliches Training und anstrengende Aktivitäten schwächen in den ersten 24 Stunden nach dem Training das Immunsystem. Erst nach dieser anfänglichen Abschwächung stellt sich eine Verbesserung des Leistungszustandes ein (Stichwort: Superkompensation). Körperliche Anstrengung behindert Ihren Körper somit dabei, die Bronchitis und andere Erkrankungen auszukurieren, im Gegenteil: Zuerst schwächen Sie ihn noch mehr und es können andere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall eine Herzbeutel- oder Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entstehen. Eine akute Bronchitis, die nicht auskuriert wird, kann zudem in eine chronische Bronchitis übergehen (siehe oben).

Wie lange dauert eine Bronchitis?

Eine akute Bronchitis dauert in der Regel nicht länger als 14 Tage und klingt spätestens nach vier Wochen von alleine wieder ab. Voraussetzung: Sie schonen sich und gönnen Ihrem Körper ausreichend Ruhe für die Genesung. Eine chronische Bronchitis dauert mindestens zwölf Wochen und kann bei schwerem Verlauf die Vorstufe und später Teil einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sein. Diese bleibt lebenslang und ist nicht heilbar.

Wann kann ich nach einer Bronchitis wieder Sport machen?

Steigen Sie erst dann wieder ins Training ein, wenn Sie problemlos durchatmen können, ohne dass ein Hustenreiz entsteht. Beginnen Sie mit flotten Spaziergängen und steigern Sie sich langsam. Denken Sie bei der Planung Ihrer Laufeinheiten daran, dass Sie nicht einfach so wieder an dem Punkt einsteigen sollten, an dem Sie vor zwei oder drei Wochen aufgehört haben. Gehen Sie im Trainingsplan lieber die Dauer der Bronchitis und der eventuell vorhergehenden Erkältung zurück. So sind Sie auf der sicheren Seite und verhindern Rückfälle.

Gute Anhaltspunkte für einen sicheren Wiedereinstieg ins Lauftraining nach Infekten und Erkältungserkrankungen bietet ein Training nach Herzfrequenz. Trainieren Sie unmittelbar nach Abheilen der Bronchitis vorerst im Grundlagenausdauerbereich 1 (GA 1).

Wie kann ich einer Bronchitis vorbeugen?

Bewegung (an der frischen Luft) ist das A und O! Nehmen Sie die Treppe anstatt mit des Fahrstuhls, gehen Sie ein paar Schritte zu Fuß und lassen Sie das Auto öfter stehen. Bauen Sie in Ihren Arbeitstag am Schreibtisch Bewegungsübungen ein, die die Aufrichtung des Oberkörpers trainieren und damit die Lungenfunktion positiv beeinflussen. Laufen an der frischen Luft steigert die Fitness und stärkt das Immunsystem. Wenn Sie regelmäßig laufen gehen, beschäftigen Sie sich doch einfach mal damit, wie Sie beim Laufen richtig atmen.

Wenn Ihr Immunsystem intakt ist, kann Ihr Organismus sich besser gegen Viren und andere Erreger wehren. Kneipp-Güsse, Wechselduschen und regelmäßige Saunabesuche trainieren das Immunsystem zusätzlich. Meiden Sie im Alltag Tabakrauch, denn dieser enthält zahlreiche Substanzen, die das Lungengewebe schädigen und Entzündungsreaktionen in den Bronchien auslösen können.

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