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Rippenbruch: Ursache, Symptome, Behandlung

Verletzung des Brustkorbs Rippenbruch

Rippenbrüche ereignen sich in der Regel beim Sport oder bei Unfällen während Alltagsaktivitäten. Sie heilen meist problemlos aus.

Die Rippen bilden das Gerüst des stabilen Brustkorbs (Thorax) und haben die Funktion, die darunter liegenden Organe zu schützen. Sie dienen als Ursprung und Ansatz für das Zwerchfell (Diaphragma) und stehen deshalb in engem Zusammenhang mit der Atmung. Wenn eine einzelne Rippe bricht, heilt diese in der Regel komplikationslos aus. Wenn mehr als drei Rippen derselben Körperseite brechen (Rippenserienfraktur) und dadurch eine Instabilität des Brustkorbs entsteht, ist eine Operation erforderlich, um den Bruch zu stabilisieren.

Wie entsteht ein Rippenbruch?

In der Regel entsteht ein Rippenbruch durch Fremdeinwirkung, beim Sturz auf einen harten Gegenstand oder bei einem heftigen Zusammenstoß mit einer anderen Person. Häufig sind Rippenfrakturen die Folge von einem Auto-, Fahrrad- oder Reitunfall.

Eine weitere Ursache, die zu einem Rippenbruch führen kann, ist starker und länger andauernder Husten, z. B. bei einer Bronchitis. Die wiederkehrenden Hustenstöße, bei denen sich das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur (Interkostalmuskulatur) jedes Mal stark anspannen, können die Belastungsgrenze der Knochenstrukturen übersteigen.

Die Symptome bei einem Rippenbruch

Ist eine Rippe gebrochen, treten beim Atmen, besonders beim tiefen Ein- und Ausatmen, Schmerzen in der Brust oder seitlich am Brustkorb auf. Schmerzverstärkend wirken Husten, Niesen und plötzliche Bewegungen des Oberkörpers. Zusätzliche Atembeschwerden und Kreislaufprobleme können darauf hindeuten, dass durch eine gebrochene Rippe ein darunterliegendes Organ komprimiert wird. In solchen Fällen sollten Sie schnellstmöglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um langfristige Schäden zu vermeiden. Ein instabilder Rippenbruch, bei dem die gebrochene Rippe in das Lungenfell drückt, kann zu der Komplikation Spannungspneumothorax führen.

Bei einem Spannungspneumothorax gelangt Luft in den Pleuraspalt, also den Bereich zwischen Lunge und Brustfell (Pleura), der eigentlich luftleer ist. Der Pleuraspalt stellt die Verbindung des rechten und linken Lungenflügels zu Zwerchfell und Brustkorb her und sorgt so dafür, dass sich die Lunge bei der Einatmung ausdehnt und beim Ausatmen wieder zusammenzieht, also sich den Bewegungen des Brustkorbs anpasst.

Wie erkenne ich, ob meine Rippe geprellt oder gebrochen ist?

Krepitations-Geräusche (Knirschen) im Bereich des Brustkorbs treten nur bei einem Rippenbruch, nicht aber bei einer Rippenprellung auf und zählen zu den sicheren Frakturzeichen. Weder Hämatome (blaue Flecken) oder ein starker Druckschmerz beim Druck auf die schmerzende Rippe lassen eine sichere Unterscheidung zwischen Prellung und Bruch zu. Die (atemabhängigen) Schmerzen bei Bewegung, beim Husten und Niesen ähneln sich bei Rippenprellung und Rippenbruch in den meisten Fällen.

Wie läuft die Diagnostik bei einem Rippenbruch ab?

Rippenfrakturen werden in einem Röntgenbild sichtbar. Ein zusätzliches MRT kann zeigen, ob innere Organe wie beispielsweise die Lunge durch den Bruch beeinträchtigt werden und ob Bandstrukturen oder Muskeln verletzt sind. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie untersuchen und dabei unter anderem die Lunge abhören, um auszuschließen, dass weitere Verletzungen aufgetreten sind.

Wie wird ein Rippenbruch behandelt?

Frakturen einzelner Rippen können symptomatisch behandelt werden. Ein Gipsverband oder eine Brustkorb-Bandage und Ruhigstellung sind in der Regel nicht notwendig. Schmerzmittel können dabei helfen, alltägliche Bewegungen so normal wie möglich beizubehalten und nachts eine gute Schlafposition zu finden.

Bei Rippenserienfrakturen, also wenn mehr als drei Rippen gebrochen sind, ist aufgrund der möglichen Instabilität und der Beeinträchtigung innerer Organe eine Überwachung auf der Intensivstation notwendig. Ein elastischer Brustkorbgürtel (Thoraxgürtel: Männermodell, Frauenmodell) oder Tapes können schmerzlindernd wirken. Intensive Atemtherapie mit gezielten Atemübungen hält den Brustkorb beweglich.

Wie schlafe ich bei einem Rippenbruch?

Meist entscheiden die Schmerzen darüber, welche Schlafposition für Sie nach einem Rippenbruch oder nach einer Rippenprellung möglich und geeignet ist. Empfehlenswert ist das Schlafen auf dem Rücken oder auf der nicht verletzten Seite. Die Seitlage auf der verletzten Seite sorgt meist für zu starke Druckschmerzen im Frakturbereich.

Hilftreich in Rückenlage kann ein großes dickes Kopfkissen sein, um den Druck der Matratze zu verringern. Manchmal hilft aber auch ein Nackenstützkissen besser, weil Wirbelsäule und Brustkorb dann ganz gerade abgelegt werden können.

In Seitlage empfiehlt sich ein Seitenschläferkissen oder ein Stillkissen. Auf beiden Kissen können Sie z. B. den obenliegenden Arm und das obenliegende Bein ablegen, um so eine Verdrehung des Brustkorbs zu verhindern. Angenehm ist es häufig auch, wenn Sie sich das Kissen in den Rücken legen und sich im Schlaf daran anlehnen. So verringern Sie den Druck auf den Brustkorb insgesamt.

Wie viel Bewegung ist bei einem Rippenbruch in Ordnung?

Nach einem einfachen Rippenbruch, bei dem die Stabilität des Brustkorbs nicht beeinträchtigt ist, dürfen Sie grundsätzlich, angepasst an die vorhandenen Schmerzen, alles machen. Vermeiden Sie in den ersten Tagen plötzliche Start- und Stoppbewegungen wie beim Fußball oder Tennisspielen und Tätigkeiten, die eine starke Drehung des Oberkörpers erfordern, um unnötige Schmerzen zu vermeiden. Steigen Sie vorübergehend vom Laufen auf Fahrradfahren um, bis sich Ihre Muskeln erholt haben und nicht mehr wehtun.

Nach einer Rippenserienfraktur sollten Sie sich von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten genaue Anweisungen dazu geben lassen, welche Bewegungen in Ihrem Fall ungünstig sein können und wie Sie Ihre Belastungsfähigkeit langsam wieder steigern können. Beginnen Sie mit gezielten Atemübungen und statischen (isometrischen) Halteübungen, bei denen Sie Pressatmung vermeiden. Gehen Sie gemütlich spazieren und bauen Sie Ihre Ausdauer zum Beispiel auf einem Ergometer aus, auf dem Sie sich während des Sports auf Ihre Atmung konzentrieren können.

Wie lange tut eine gebrochene Rippe weh?

Das Gemeine an Rippenfrakturen ist, dass die Schmerzen im Verlauf der ersten Woche meist vorerst zunehmen, bevor sie danach innerhalb von vier bis sechs Wochen langsam abklingen. Schmerzintensität und Schmerzdauer sind allerdings auch von zusätzlichen Verletzungen abhängig. Bei einem Auto- oder Fahrradunfall beispielsweise können neben dem Schmerz durch die Rippenfraktur(en) Schmerzen im gesamten Rücken auftreten, die durch die Abwehrspannung der Muskulatur bei dem plötzlichen Aufprall entstehen.

Wie lange braucht ein Rippenbruch, um zu verheilen?

Ein einfacher Rippenbruch heilt, entsprechend der Heilungsdauer des Knochengewebes, innerhalb von sechs bis zwölf Wochen weitestgehend ab. Bei Rippenserienfrakturen spielen oft zusätzliche Verletzungen eine große Rolle hinsichtlich der Heilungsdauer.

Wie lange muss ich bei einem Rippenbruch auf Sport verzichten?

Bei einer einfachen Rippenfraktur ohne Begleitverletzungen können Sie Ihr sportliches Training, angepasst an vorhandene Schmerzen, fortführen. Regelmäßige Atemübungen für sechs Wochen nach der Verletzungen als Ergänzung zum Training sind sinnvoll, um die volle Beweglichkeit des Brustkorbs zu erhalten.

Nach einer Rippenserienfraktur entscheiden Ihre behandelnde Ärztin und Ihr Physiotherapeut anhand vorhandener Begleitverletzungen über Ihre Sportfähigkeit und Ihren sportlichen Wiedereinstieg. Meist ist eine sportliche Pause von etwa zwölf Wochen notwendig, bis die Stabilität der Rippen wieder weitestgehend hergestellt ist.

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