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Eine Folge von Überlastung

Ermüdungsbruch

Der menschliche Organismus kann großen Belastungen standhalten. Aber auch hier gibt es Grenzen, besonders bei Langstreckenläufern.

Ein erhöhtes Risiko für einen Ermüdungsbruch liegt bei Langstreckenläufern vor. Ermüdungsbrüche sind meist eine Folge von wiederholter Überbelastung, die mikroskopische Verletzungen im Muskel- und Skelettsystem verursachen. Stressfrakturen können nahezu in jedem Knochen vorkommen. Bei Läufern tritt ein Ermüdungsbruch typischerweise im Unterschenkel oder im Mittelfuß auf.

Ermüdungsbruch – die Symptome

Die Schmerzen in dem betroffenen Bereich können schleichend, aber auch akut auftreten. Zu Beginn werden die Schmerzen nur bei Belastung empfunden, nicht aber in Ruhe. Wird weiterhin hart trainiert, ist der Schmerz auch in Ruhe, oftmals nachts, zu spüren. Im Bruchbereich tritt eine Schwellung und ein dumpfer Schmerz auf.

Wie entsteht ein Ermüdungsbruch?

Den meisten Ermüdungsbrüchen geht eine Entzündung voraus. Stressfrakturen können nach normaler Belastung mit hoher Wiederholungszahl, wie einem Marathon, bei hoher Belastung mit normaler Wiederholungszahl oder bei hoher Belastung mit hoher Wiederholungszahl auftreten. Eine Stressfraktur kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Bei Läufern, die mehr als 100 Kilometer die Woche laufen, Frauen mit Menstruationsbeschwerden oder Essproblemen, ist die Inzidenz von Ermüdungsbrüchen erhöht. Häufig tritt ein Ermüdungsbruch auch in Kombination mit Fußfehlstellungen auf.

Zwei Theorien versuchen die Stressfraktur zu erklären. Die Ermüdungstheorie besagt, dass die Muskulatur während wiederholter anstrengender Belastung zu stark ermüdet und dadurch die Kraft, die beim Laufen auf das Skelettsystem einwirkt, durch die Muskulatur nicht mehr absorbiert werden kann. Dadurch wirkt die Kraft ungehindert auf den Knochen ein, bis der Knochen der Belastung nicht mehr standhalten kann. Die Überlastungstheorie besagt, dass die beim Laufen stattfindenden Kontraktionen, die auf die Tibia einwirken, so hohe Spannungen erzeugen, dass der Knochen zu stark gebogen wird, bis er schließlich bricht.

Wie wird ein Ermüdungsbruch behandelt?

Sie sollten bei Verdacht auf eine Stressfraktur unbedingt einen Arzt aufsuchen, sodass eine Röntgenaufnahme angefertigt werden kann. Der verletzte Bereich sollte 6 bis 8 Wochen geschont werden, bis die Schmerzen abgeklungen sind und deutliche Zeichen der Heilung auf den Röntgenbildern sichtbar sind. Es kann unter Umständen auch notwendig sein, einen Gehgips anzubringen.

Um nicht völlig die sportliche Fitness zu verlieren, sollten Sie Ihr Ausdauertraining, wenn möglich, auf das Rad oder ins Schwimmbad verlegen und schrittweise die sportliche Aktivität wieder aufnehmen, sodass Alltagsaktivitäten schmerzfrei durchführbar sind. Regelmäßiges Stabilisationstraining auf instabilen Untergründen schult das Gleichgewicht und bereitet die Muskulatur auf nachfolgende Trainingseinheiten vor. Geeignete Übungen bekommen Sie bei einem Physiotherapeuten oder Sporttherapeuten.

Wie können Sie einen Ermüdungsbruch vorbeugen?

Passen Sie Ihr Training immer der momentanen Belastbarkeit Ihres Körpers an, damit das Gewebe genug Zeit bekommt, sich adäquat anzupassen. Risikofaktoren müssen analysiert und beseitigt werden. Das Schuhwerk und die Laufausrüstung spielen ebenfalls eine große Rolle. Wichtig hierbei ist es, die Knochengeometrie und biomechanische Auffälligkeiten zu beachten.

So steigen Sie nach einem Ermüdungsbruch wieder ins Training ein

Nach Abklingen der Schmerzen und einer ausreichend langen Karenzzeit (durchschnittliche Behandlungsdauer nicht unter vier Monaten) sollten Sie grundsätzlich am besten strikt den Anweisungen Ihres behandelnden Arztes folgen. Schwimmen und Aquajogging sind in jedem Fall jetzt schon problemlos zu empfehlen. Gibt der Arzt schließlich grünes Licht, dann steigen Sie zunächst mit dem Walken ein: anfangs auch dies nur im gemütlichen Tempo. Daraus entwickelt sich dann über die folgenden Wochen ein schnelleres Walken und schließlich ein langsames Laufen mit Gehpausen.

Die ersten Laufintervalle sollten nur zwei Minuten lang sein (z. B. 5 x 2 min Laufen, 1 min Walken) und schließlich sukzessive in der Zeitdauer ausgebaut werden. Grundsätzlich gilt: Sie müssen ein Gespür dafür entwickeln, was Sie Ihrem Körper zumuten können. Natürlich sollte zudem versucht werden, Gewohnheiten, Trainingsgestaltung, Ausrüstung und so weiter zu verändern, um dadurch unbedingt ein Wiederaufflackern der Beschwerden zu verhindern.

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