Läufer können zwischen Pulsuhren, Laufuhren, Sportuhren, Smartwatches, Stoppuhren und Activity-Trackern wählen. Florian Raz

GPS-, Multisport-, Lauf- und Pulsuhren im Test So finden Läufer die richtige Uhr

Sie suchen eine neue Laufuhr? Wir haben die aktuellen GPS-, Multisport-, Lauf- und Pulsuhren getestet. Das sind die Empfehlungen der Redaktion.

Es kommt bei der Wahl der passenden Laufuhr nicht so sehr darauf an, welche sportlichen Ambitionen man hat. Viel wichtiger sind die individuellen Bedürfnisse. Diese gilt es zu klären, bevor man sich eine Uhr kauft. Denn es gibt mehr als ein Dutzend Hersteller mit einer breiten Palette an Modellen, die sich teils nur in einer einzigen Funktion unterscheiden.

Welche Funktionen brauche ich an meiner Laufuhr?

Wer sich mit der Materie nicht stunden-, ja tagelang auseinandersetzt, weiß im Zweifel gar nicht, welche Anforderungen er an eine Sportuhr stellen kann, da er die Möglichkeiten moderner Uhren nicht alle kennt. Am besten geht man systematisch vor und prüft seine Bedürfnisse Schritt für Schritt.

GPS

Wer wissen möchte, wie lange, wie weit und wie schnell er läuft, braucht eine Uhr mit GPS-Sensor. Der steckt in fast jeder modernen Sportuhr, aber auch in Smartwatches und sogar einigen Activity-Trackern (hier erfahren Sie, für wen Activity-Tracker geeignet sind). In manch teurem Uhrenmodell sind zusätzlich Empfänger für die Ortungssysteme GLONASS (russisch), Galileo (euro­päisch) und QZSS (japanisch) verbaut. Das soll die Genauigkeit erhöhen, ist für den Alltagsgebrauch aber nicht von Bedeutung. Die Messgenauigkeit ist übrigens keine Frage des Preises: Es gibt teure Uhren, die bei der zurückgelegten Distanz fehler­anfälliger sind als günstigere.

Herzfrequenzmessung (optischer Sensor/Brustgurt)

Wer sein Training anhand der Herzfrequenz steuern oder überwachen möchte (dazu weiter unten mehr), kann ebenfalls fast jedes Modell wählen. Immer öfter sind optische Sensoren an der Gehäuseunterseite verbaut, die den Puls am Handgelenk messen. Das ist jedoch bauartbedingt fehleranfälliger und ungenauer als die Messung mittels Brustgurt. Ambitionierte Läufer, denen verlässliche Werte wichtig sind, sollten darauf achten, dass die Uhr die Möglichkeit bietet, einen Pulsgurt zu koppeln.

Multisport-Unterstützung/Akkulaufzeit

Läufer, die auch andere Sport­arten betreiben, sollten über eine Multisportuhr nachdenken. Es gibt sogar Modelle, die neben Schwimmen und Radfahren auch Golfen oder Rudern unterstützen. Die Topmodelle der Hersteller braucht eigentlich nur, wer besonders lange läuft oder tagelang unterwegs ist und auf die bislang genannten Funktionen nicht verzichten möchte. In diesen steckt nämlich ein größerer Akku, der Sie auch bei langen Akti­vitäten von 10, 15 oder gar mehr als 20 Stunden nicht im Stich lässt. Zudem stecken in vielen teureren Modellen auch ein Barometer zur Höhenmessung – was für Trail- beziehungsweise Ultraläufer und Bergsportler interessant ist – sowie ein Thermometer für die Außentemperatur.

Navigation/Kartendarstellung/Smart-Funktionen

Es gibt sogar Modelle mit Navigationsfunktion und farbiger Kartendarstellung, was das Laufen in fremdem Terrain erleichtert. Viele Sportuhren sind zudem in der Lage, das Training auszuwerten und zuverlässig die Trainingsbelastung anzuzeigen. Sie sind quasi ein Laufcoach am Handgelenk. Die Synchronisierung und Auswertung der Einheiten erfolgt bei den meisten Modellen per App am Smartphone und/oder Web-Anwendung. Apropos Smartphone. Viele Uhren bieten sogenannte Smart-Funktionen. Die Frage ist nur, wie „smart“ die wirklich sind. Zeigt die Uhr bloß als zusätzlicher Bildschirm Benachrichtigungen an oder kann man Anrufe absetzen und Musik hören und Einkäufe bezahlen? Wichtiger noch: Ist die Uhr selbstständig in der Lage, die Strecke aufzuzeichnen, oder benötigt sie das Signal des Smartphones?

Welche Arten von Laufuhren gibt es und welche eignet sich für mich?

Bevor Sie über konkrete Modelle nachdenken, sollten Sie sich zuerst für eine Uhrenkategorie entscheiden. Unten stellen wir Ihnen, sortiert nach Preis, vier Gattungen vor, verraten, was sie bieten, und nennen exemplarische Modelle.

Laufuhren/GPS-Uhren

  • messen Zeit, Distanz, Pace (und Puls)
  • können auch als Activity-Tracker dienen
  • für Freizeitläufer meist ausreichend
Sigma iD. Run HR
Florian Raz
Die Sigma iD. Run HR ist eine günstige GPS-Laufuhr ohne Spielereien.

Für den Großteil der Läufer reicht eine simple GPS-Uhr aus, die ihnen verrät, wie weit und wie schnell sie gelaufen sind. Hier findet man bereits Modelle für rund 50 Euro. Kaum mehr muss man zahlen, wenn man ein Modell mit (optischer) Herzfrequenzmessung (am Handgelenk) haben möchte. Die Anbindung ans Smartphone mitsamt App zur Auswertung ist beinahe selbstverständlich, ebenso wie die Funktionalität als Activity-Tracker. Abstriche muss man höchstens bei der Akkulaufzeit, dem Tragekomfort und der Display­-Auflösung machenIdeal für Laufeinsteiger und preisbewusste ambitionierte Läufer.

Unser Tipp: Sigma iD.RUN HR (zum Testbericht)
Alternative: Polar M200 (zum Testbericht)

Multisportuhren

  • zeichnen Zeit, Distanz, Puls, Höhe (und bei der Polar Vantage V Leistung in Watt (integriert) bei verschiedenen Sportarten auf
  • meist lange Akkulaufzeit
  • messen und steuert die Trainingsbelastung
  • Smartwatch-Funktionalität
Garmin Forerunner 945 mit Kartdendarstellung
Florian Raz
Die Multisportuhr Garmin Forerunner 945 bitetet eine vollwertige Kartendarstellung und Routenfunktion.

Wer ambitioniert läuft und vielleicht noch weitere Sportarten betreibt, sollte über eine Multisportuhr nachdenken. Die Topmodelle für rund 500 Euro stecken voller Sensoren und ausdauernder Akkus, die 20 und mehr Stunden durchhalten, sind aber trotzdem recht kompakt und leicht. Mit Navigationsfunktion – bei der neuen Garmin Forerunner 945 sogar mit Kartendarstellung – eignet sich solch eine Uhr auch für Abenteuer abseits des Asphalts. Wichtigstes Feature ist die Software, die hilft, das Training auszuwerten und zu steuern. Aber natürlich ist so eine Uhr in gewisser Weise auch ein Statussymbol, zumal, wenn man gar nicht alle Funktionen benötigt. Top: Die neuesten Modelle von Garmin (Forerunner 945 und Fenix 5X Plus) verfügen über Lifestyle-Funktionen, sodass sie auch Musik abspielen und als bargeldloses Zahlungsmittel (Garmin Pay) fungierenIdeal für ambitionierte Läufer und Triathleten

Unser Tipp: Garmin Forerunner 945 (599,99 €) (zum Testbericht)
Alternative: Polar Vantage V (zum Testbericht)

Outdoor-Uhren

  • haben im Grunde alle Funktionen von Multisportuhren, bieten aber noch längere Akkulaufzeit
  • unterstützen mehrere Satellitensysteme
  • Navigationsfunktion
  • großes, stabiles Gehäuse
Suunto 9
Florian Raz
Die Suunto 9 ist eine Outdoor-Uhr mit extrem langer Akkulaufzeit von maximal 120 Stunden und ideal für Ultra- und Trailläufer.

Ein großer Akku sowie spezielle Energie- und Aufzeichnungseinstellungen sorgen dafür, dass man mit den neuesten Outdoor-Uhren mehrere Tage lang aktiv sein kann, bevor ihnen der Saft ausgeht. Welche Sportart man betreibt, spielt auch keine Rolle, da sie wie die Multisportuhren auf der vorangegangenen Seite Profile für die gängigsten, aber auch für abseitigere Sportarten bieten. Ihre robusten Gehäuse taugen auch für extreme Einsätze von der Sahara über den Himalaja bis in die Arktis. Damit man dort nicht verloren geht, ist es möglich, vor dem tart Routen auf die Uhren zu laden und zu navigieren – teils sogar mit Kartendarstellung (Garmin Fenix 5X)Ideal für Ultra- und Trailläufer, Bergsportler und Triathleten.

Unser Tipp: Garmin Fenix-5-Serie (zum Testbericht)
Alternative: Suunto 9 (zum Testbericht)

Smartwatches

  • messen Zeit, Puls, Distanz und Aktivität im Alltag
  • geben Musik wieder
  • fungieren als bargeldloses Zahlungsmittel
  • ergänzen und ersetzen teilweise Smartphone und Kreditkarte
Samsung Galaxy Watch Active
Florian Raz
Die Samsung Galaxy Watch Active ist eine Smartwatch, die dank integriertem GPS-Sensor auch für Läufer eine Option darstellt.

Smartwatches sind für viele Sportler eine echte Alternative. Hardware-seitig überzeugen viele Modelle mit gutem GPS- und optischem Pulssensor. Mittels Bluetooth-Kopfhörer spielen sie zudem Musik ab. Wer eine Variante mit Mobilfunkoption wählt, kann unterwegs auch ohne Smartphone ins Inter­net und telefonieren – für Notfälle ohne Frage ein Vorteil. Nachteil der Smartwatches: Oft reicht die Akkulaufzeit im GPS-Modus nicht für einen Marathon – außer Sie laufen diesen unter 3:00 Stunden. Zudem kann die Bedienung des Touchscreens etwas fummelig und wenig intuitiv sein.

Unser Tipp: Samsung Galaxy Watch Active (zum Testbericht)
Alternative: Apple Watch Series 4 (zum Testbericht)

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