Leistenzerrung bzw. Adduktorenzerrung iStockphoto

Leistenzerrung: Ursachen und Behandlung

Schmerzen in den Adduktoren Leistenzerrung bei Läufern

Eine Leistenzerrung bzw. Adduktorenzerrung entsteht meist durch eine plötzliche Seitwärtsbewegung.

Normalerweise sind beim Laufen hauptsächlich die Gesäßmuskeln (Musculus glutaeus maximus, Musculus glutaeus medius und Musculus glutaeus minimus) stabilisierend aktiv. Ist die Gesäßmuskulatur jedoch zu schwach, fällt ein Großteil der Arbeit der inneren Oberschenkelmuskulatur zu, den Adduktoren. Gerade bei langen Läufen wie dem Marathon, wenn die Muskulatur über einen langen Zeitraum beansprucht wird, kann dies der Fall sein. Auf diese Weise entsteht eine Überlastung der inneren Oberschenkelmuskulatur, die als Leistenzerrung oder Adduktorenzerrung enden kann.

Wo befinden sich die Adduktoren und was machen die Adduktoren?

Die inneren Muskeln des Oberschenkels gehören zur quergestreiften Skelettmuskulatur. Die Adduktorengruppe besteht aus sechs Muskeln:

  • Musculus adductor longus
  • Musculus adductor brevis
  • Musculus adductor magnus
  • Musculus adductor minimus
  • Musculus gracilis und
  • Musculus pectineus.

Alle oben genannten Muskeln haben ihren Ursprung am Becken und verlaufen zum Oberschenkelknochen. Die Funktion der Adduktoren des Oberschenkels ist das Heranführen des abgespreizten Beines zurück zur Körpermitte. Außerdem bewirken die Adduktoren eine Beugung im Hüftgelenk. Die wichtigste Aufgabe der Adduktoren speziell bei Läufern ist jedoch die Stabilisation des Beckens. Die Adduktoren sind die Gegenspieler (Antagonisten) der Gesäßmuskulatur. Beide Muskelgruppen befinden sich somit beim Laufen in einem ständigen Wechselspiel.

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Wie fühlt sich eine Leistenzerrung an?

Ziehende Oberschenkelschmerzen auf der Innenseite können Anzeichen für eine Leistenzerrung oder Adduktorenzerrung sein. Bei Schmerzen, die über längere Zeit in der Leiste auftreten, sollte durch einen Orthopäden oder Sportmediziner ein Leistenbruch (Leistenhernie) ausgeschlossen werden. Ähnliche Schmerzen können auch bei einer Schambeinentzündung auftreten.

Was sind die Ursachen für eine Leistenzerrung?

Die häufigste Ursache für eine Leistenzerrung bzw. Adduktorenzerrung ist eine Überlastung oder Überdehnung der inneren Oberschenkelmuskulatur. Die Überdehnung entsteht meist durch eine plötzliche Seitwärtsbewegung, zum Beispiel wenn Sie unvorbereitet einem Hindernis ausweichen oder mit dem Fuß auf matschigem Untergrund nach außen wegrutschen. Eine Überlastung der Adduktoren entwickeln sich über einen längeren Zeitraum durch eine Schwäche der äußeren Oberschenkelmuskulatur und der Gesäßmuskulatur.

Wie lässt sich eine Leistenzerrung behandeln?

Bei einer akuten Leistenzerrung bzw. Adduktorenzerrung sollten Sie, soweit möglich, die PECH-Regel einhalten. PECH steht für Pause, Ein bisschen Eis, Compression und Hochlagerung. Dies gilt für die ersten 24 Stunden. Das bedeutet, dass Sie das Bein mit einer Idealbinde umwickeln und optimalerweise immer wieder für 15 Minuten Eiswasser draufgeben oder einen mit Eiswasser getränkten Schwamm mit einwickeln. Das Eiswasser produzieren Sie, indem Sie Eiswürfel in normal kaltes Wasser geben und dieses so lange stehenlassen, bis die Eiswürfel geschmolzen sind.

Von einer direkten Eisbehandlung wird abgeraten, da zu viel Kälte eine Hyperämie (Mehrdurchblutung) nach sich zieht. Eigentlich soll das Kühlen jedoch durch Minderdurchblutung eine Einblutung in das Gewebe verhindern. Bei einer Mehrdurchblutung wäre genau das Gegenteil der Fall. Nach 24 Stunden gilt es, die Adduktoren leicht und schmerzadaptiert zu dehnen und die Gesäßmuskulatur sowie die Wadenmuskulatur zu aktivieren und später zu kräftigen. Die Adduktoren können ab diesem Zeitpunkt zusätzlich mit Wärme (Heiße Rolle) behandelt werden. Ultraschallbehandlungen oder Elektrotherapie bei einen Physiotherapeuten beschleunigen die Regeneration und Schmerzlinderung.

So können Sie einer Leistenzerrung vorbeugen

Trainieren Sie Ihre Gesäßmuskulatur und Wadenmuskulatur regelmäßig und sorgen Sie so für ein gutes muskuläres Gleichgewicht zwischen Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur. Ein stabiler Rumpf trägt dazu bei, dass die Hüftbeuger beim Laufen nicht übermäßig belastet werden. Kräftigungsübungen, die Sie in Ihr Athletikprogramm integrieren können, sind beispielsweise

Krafttraining & Stretching
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