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Barfußlaufen Sind Sie reif zum Barfußlaufen?

Barfußlaufen liegt stark im Trend. Doch nicht jeder ist dafür geeignet. Testen Sie hier, ob Ihr Fuß für das Barfußlaufen bereit ist.

Barfußlaufen Strand +

Barfußlaufen am Strand war schon immer sehr beliebt.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Sie Ihre Laufschuhe wegwerfen sollten? Schließlich predigen die überzeugten Barfuß-Philosophen, dass Laufschuhe Verletzungen verursachen und für einen unnatürlichen Bewegungsablauf sorgen. Moderate Stimmen empfehlen zumindest Barfuß- oder Minimalschuhe, die Ihren Füßen mehr Bewegungsfreiheit lassen, aber dennoch etwas Schutz bieten. Die Verunsicherung wächst. Viele Läufer fragen sich: Wann soll ich – oder wann darf ich – mit dem Barfußlaufen anfangen? Soll ich minimalistische Schuhe tragen – und wie lange darf ich damit laufen?

Zunächst lässt sich die Verunsicherung sogar noch steigern. Denn selbst Dan Lieberman, der als einer der überzeugtesten Barfußlauf-Verfechter gilt, stellt fest: „Es gibt viele Meinungen, viele Untersuchungen – aber sehr wenige Fakten über die essenziellen Fragen für Läufer. Und Barfußlaufen ist da keine Ausnahme. Das muss noch genauer erforscht werden.“ Der Harvard-Professor hat vor zwei Jahren einen viel beachteten Aufsatz in dem amerikanischen Magazin „Nature“ publiziert, in dem er das Barfußlaufen als Lösung für die allermeisten Läuferverletzungen beschrieb. Damit löste er in der Fachwelt eine breite Diskussion aus: Ist Barfußlaufen besser? Lieberman korrigiert: „Das ist die falsche Frage.“ Er präzisiert: „Die Frage ist nicht, ob man barfuß läuft oder nicht, sondern wie man läuft.“

Lieberman hatte herausgefunden, dass Läufer ohne Schuhe einen anderen Laufstil entwickeln: Sie tendieren dazu, auf dem Vorfuß oder Mittelfuß zu lan­den und nicht auf dem Rückfuß – wie 75 Prozent aller Läufer, die in Schuhen laufen.

Wenn Sie das erste Mal nach langer Zeit barfuß laufen, werden Sie feststellen, dass das nicht nur ungewohnt ist, sondern auch anstrengend. Die Füße werden anders belastet, was mitunter sogar Schmerzen bereitet. Wie gut Läufer auf das Barfußlaufen oder auch auf minimalistische Schuhe vorbereitet sind, ist sehr unterschiedlich. Damit Sie Ihre persönliche Eignung prüfen können, haben wir vier Tests entwickelt. Damit können Sie herausfinden, wie es um Ihre Füße steht. Wenn Sie einen Test nicht schaffen, heißt das aber nicht, dass Sie lebenslang in schweren, steifen Schuhen laufen müssen. Sie sollten mit dem Barfußlaufen und den minimalistischen Schuhen zunächst nur vorsichtiger sein. Durch Stärkung und Dehnung Ihrer Füße mithilfe der Übungen können Sie einen sanften Übergang einleiten. Übrigens: Viele langjährige Läufer schaffen auf Anhieb keinen einzigen der vier Tests – ein klares Signal, nicht zu schnell auf Minimalschuhe umzusatteln. ­Klassische Laufschuhe bieten einfach mehr Unterstützung und fördern zudem Ihren gewohnten Laufstil. Aber auch wenn Sie alle vier Tests auf Anhieb schaffen (Glückwunsch!), sollten Sie nur allmählich beginnen, mit Minimalschuhen zu trainieren, und erst im nächsten Schritt auf Barfußschuhe wechseln: Bänder und Bewegungsapparat brauchen Zeit, um sich anzupassen.

Minimalschuhe mit einer Sprengung von etwa vier Millimetern verändern Ihren Laufstil, ohne dass Sie dies merken. Die Sprengung bei klassischen Laufschuhmodellen beträgt meist 12 bis 16 Millimeter. Die Umstellung bei Alltagsschuhen fällt übrigens leichter: Wählen Sie hier so flache Schuhe und stehen Sie, so oft es geht – auch auf ­einem Bein. Nebenbei: Es ist nicht erwiesen, dass ein Barfußschuh für jeden Läufer besser ist. „Ich habe herausgefunden, dass mir eine geringe Sprengung bei Laufschuhen besser bekommt“, sagt der sechs­fache Berglaufweltmeister Jona­than Wyatt, „bei ganz flachen Schuhen bin ich verletzungsanfälliger.“ Das hat er übrigens erst nach einer Verletzung festgestellt.

Einen minimalistischen Laufschuh sollten Sie eher als Ergänzung in Ihren Schuhschrank stellen, nicht als Ersatz. Wenn Sie einen guten Laufstil trainieren wollen, muss das nicht heißen, dass Sie ab heute nur noch in Barfußschuhen unterwegs sind.
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12.07.2012
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