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Wenn das Schienbein schmerzt Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints)

Schmerzen und Empfindlichkeit entlang des Schienbeins (Tibia) während des Laufens deuten auf ein Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) hin.

Das Schienbeinkantensyndrom (auch Shin Splints, mediales tibiales Stress-Syndrom oder Periostitis) ist wahrscheinlich ein Vorläuferstadium einer Stressreaktion oder Stressfraktur der Tibia (Schienbein). Generell handelt es sich dabei um eine Knochenhautreizung.

Die Symptome beim Schienbeinkantensyndrom

In der unteren Knochenhälfte des Schienbeins besteht eine diffuse Druckempfindlichkeit entlang des Schafts mit tast- und sichtbaren Schwellungen. Ebenfalls kann eine Unregelmäßigkeit über der Schienbeinkante zu spüren sein. Bei den schmerzhaft tastbaren Strukturen handelt es sich um die Muskeln Tibialis Anterior und / oder Tibialis Posterior. Der Tibialis Posterior gehört zur Wadenmuskulatur und bewirkt im Fuß eine Streckung sowie die Supination. Er verläuft von der Innenseite des Fußes mit der Wadenmuskulatur in Richtung Kniekehle. Der Tibialis Anterior zieht den Fuß nach oben an und bewirkt ebenfalls eine Supination. Er verläuft von der Innenseite des Fußes zur Außenseite des Unterschenkels, kurz unter dem Kniegelenk.

In der Regel wird der Schmerz bei Shin Splints besonders beim Auftreten so stark, dass das Laufen unterbrochen werden muss. Der Schmerz klingt in Ruhephasen ab, jedoch tritt er bei erneuter Belastung wieder auf, sobald die Zehen oder das Sprunggelenk beim Abrollen plantarflektiert, also gestreckt, werden.

Was sind die Ursachen für ein Schienbeinkantensyndrom?

Das Schienbeinkantensyndrom ist bei Läufern ein häufiges Beschwerdebild, wenn im Frühjahr oder Herbst der Bodenbelag von der Straße zum Trailrunning oder auf die Bahn gewechselt wird und umgekehrt, bei hohen Kilometerumfängen oder durch intensive Trianingseinheiten wie Intervalltraining. Eine abrupte Steigerung des Trainingsumfangs und/oder der Laufgeschwindigkeit können weitere Ursachen für Shin Splints sein. In den meisten Fällen fehlt die Einhaltung regelmäßiger Regenerations- und Taperingphasen.

Bei bestehenden muskulären Dysbalancen, beispielsweise einer einseitigen Schwäche der Gesäß-, Waden- oder Oberschenkelmuskulatur, kann es beim Laufen zu einer Überbeanspruchung der Muskulatur im vorderen Unterschenkel kommen. Die Überreizung im Ansatzbereich und im Muskelverlauf selbst führt dann zu den für ein Schienbeinkantensyndrom typischen Schmerzen.

Falsche oder ausgetragene Schuhe können ebenfalls Schienbeinschmerzen hervorrufen. Die Hauptursache für den Schmerz am Schienbein ist wiederholtes Springen und Landen sowie plötzliche Richtungswechsel. Läufer mit vermehrter Pronation, die den Fuß nach außen rotieren, hauptsächlich den Vorfuß belasten bzw. gerade vom Fersen- oder Mittelfußlauf zum Vorfußlaufen wechseln oder mit Spikes laufen, erleiden besonders häufig ein Schienbeinkantensyndrom.

Wie kann man ein Schienbeinkantensyndrom behandeln?

Der Schmerz am Schienbein ist ein Warnzeichen! Um eine Chronifizierung der Symptome zu vermeiden, sollten Sie das Lauftraining zeitnah unterbrechen und so früh wie möglich in den Schongang schalten. Die körperliche Fitness kann durch Fahrradfahren und Schwimmen beibehalten werden. Beim Fahrradfahren sollten Sie versuchen, die schmerzauslösende Bewegung zu vermeiden. Variieren Sie die Belastung des Fußes auf dem Pedal so, dass Sie schmerzfrei treten können. Ist das nicht möglich, sollten Sie vorübergehend lieber auf Alternativen wie Aquajogging zurückgreifen.

Kräftigen Sie die Schienbeinmuskulatur durch abwechselndes Gehen auf dem Hacken und dem Ballen, wobei Sie die Füße jeweils sowohl nach außen als auch nach innen drehen. Gehen Sie im Laufe der Zeit schließlich dazu über, alle vier Übungselemente in hockender Position auszuführen. Stellen Sie sich beim Zähneputzen auf eine zusammengelegte Wolldecke und bewegen Sie Ihre Füße in alle Bewegungsrichtungen. Wechseln Sie die Belastung von rechts nach links und versuchen Sie, auf einem Bein das Gleichgewicht zu halten. So stabilisieren Sie Ihre gesamte Muskulatur vom Fuß über die Sprunggelenke bis ins Kniegelenk.

Schmerzen und Empfindlichkeit entlang des Schienbeins (Tibia) während des Laufens deuten auf ein Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) hin.
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Schmerzen und Empfindlichkeit entlang des Schienbeins (Tibia) während des Laufens deuten auf ein Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) hin.

Mit dem Laufen sollten Sie erst dann wieder beginnen, wenn unter Belastung keine Schmerzen mehr auftreten und die Druckempfindlichkeit des Schienbeins (Tibia) nicht mehr besteht. Steigern Sie Ihre Laufumfänge langsam und konsequent. Wärme- und Kälteanwendung im Wechsel können bei auftretenden Schmerzen eine Linderung bewirken. Wenn die Schmerzen trotz konservativer Eigenbehandlung weiterhin bestehen, sollten Sie einen Sportarzt oder Physiotherapeuten aufsuchen, um ein Kompartmentsyndrom oder eine Stressfraktur auszuschließen.

Die Symptome des Schienbeinkantensyndroms ähneln einer Ermüdungsfraktur

In beiden Fällen treten die Schmerzen im Schienbeinbereich auf. Bei Shin Splints betreffen sie den vorderen Schienbeinmuskel und die innere Schienbeinkante beziehungsweise die Knochenhaut des Schienbeins, und sie lassen oft während eines Laufs nach. Bei einem Ermüdungsbruch in diesem Bereich hingegen wird der Schmerz mit fortdauerndem Training immer stärker. Außerdem sind die Frakturschmerzen tief gehend und ausstrahlend. Je stärker man das Bein belastet, desto stärker werden sie. Während Shin Splints gut auf Wärme und auch leichte Massagen reagieren, ist bei Stressfrakturen ein Druck mit dem Finger schon sehr schmerzhaft. Wenn die Symptome auch nach einer zwei- bis dreiwöchigen Pause nicht verschwinden, sollten Sie sich röntgen lassen.

So können Sie einem Schienbeinkantensyndrom vorbeugen

Steigern Sie Ihren Trainingsumfang nicht um mehr als 10 Prozent pro Woche, um Muskeln und Sehnen Zeit zu geben, sich der neuen Belastung anzupassen. Legen Sie Wert auf geeignete Laufschuhe, die zu Ihrem Fuß, Laufstil, Lauftempo und Laufuntergrund passen, sowie auf funktionelle Laufbekleidung.

Probieren Sie andere Schuhe aus und wechseln Sie die Laufschuhe immer wieder. Vermeiden Sie harte Untergründe, wechseln Sie ab zwischen Asphalt und Naturwegen.

Das Dehnen der Wadenmuskeln hat sich entgegen landläufiger Meinungen bei Shin Splints bisher nicht als hilfreich erwiesen. Empfehlenswert beim Schienbeinkantensyndrom ist hingegen das Tapen des Unterschenkels mit Kinesio-Tape oder funktionellem Tape. So wird die Schienbeinmuskulatur beim Laufen entlastet. Wissenschaftlich untermauert ist die Anwendung von Kinsio-Tape allerdings nicht.

Henning Heide
Mit den richtigen Übungen können Sie das Schienbeinkantensyndrom vorbeugen und behandeln.

Um einem tibialen Stresssyndrom vorzubeugen ist ein sorgfältiges Aufwärmen vor dem Lauftraining unerlässlich. Ein ausgleichendes Athletikprogramm beugt der Überbelastung der Schienbeinmuskulatur vor. Übungen, die Sie neben einer gezielten Kräftigung der Gesäßmuskulatur in Ihr Kräftigungsprogramm integrieren können, sind zum Beispiel:

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