Female runner suffering with pain on sports running injury iStockphoto

Druckempfindlichkeit am Schienbein Schienbeinkantensyndrom

Schmerzen und Empfindlichkeit entlang des Schienbeins (Tibia) während des Laufens deuten auf ein Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) hin.

Das Schienbeinkantensyndrom (auch Shin Splints, mediales tibiales Stress-Syndrom oder Periostitis) ist wahrscheinlich ein Vorläuferstadium einer Stressreaktion oder Stressfraktur der Tibia (Schienbein).

Die Symptome beim Schienbeinkantensyndrom

In der unteren Knochenhälfte des Schienbeins besteht eine diffuse Druckempfindlichkeit entlang des Schafts mit tast- und sichtbaren Schwellungen. Ebenfalls kann eine Unregelmäßigkeit über der Schienbeinkante zu spüren sein. In der Regel wird der Schmerz so stark, dass das Laufen unterbrochen werden muss. Der Schmerz klingt in Ruhe ab, jedoch tritt er bei erneuter Belastung wiederholt auf, wenn die Zehen oder das Sprunggelenk plantarflektiert werden (beim Abrollen).

Was sind die Ursachen für ein Schienbeinkantensyndrom?

Das Schienbeinkantensyndrom ist bei Läufern ein häufiges Beschwerdebild, wenn im Frühjahr oder Herbst der Bodenbelag gewechselt wird, bei hohen Kilometerumfängen oder durch intensive Trianingseinheiten wie Intervalltraining. Eine abrupte Steigerung des Trainingsumfangs und/oder der Laufgeschwindigkeit können weitere Ursachen für Shin Splints sein.

Falsche oder ausgetragene Schuhe können ebenfalls Schienbeinschmerzen hervorrufen. Die Hauptursache für den Schmerz am Schienbein ist wiederholtes Springen und Landen. Läufer mit vermehrter Pronation, die den Fuß nach außen rotieren, hauptsächlich den Vorfuß belasten oder mit Spikes laufen, erleiden besonders häufig ein Schienbeinkantensyndrom.

Wie kann man ein Schienbeinkantensyndrom behandeln?

Der Schmerz ist ein Warnzeichen, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Sie sollten das Lauftraining unterbrechen und so früh wie möglich in den Schongang schalten. Die körperliche Fitness kann durch Fahrradfahren und Schwimmen beibehalten werden. Beim Fahrradfahren sollten Sie versuchen, mit der Ferse zu treten und nicht mit dem Vorfuß, um eine Plantarflexion (die schmerzauslösende Bewegung) zu vermeiden.

Kräftigen Sie die Schienbeinmuskulatur durch abwechselndes Gehen auf dem Hacken und dem Ballen, wobei Sie die Füße jeweils sowohl nach außen als auch nach innen drehen. Gehen Sie im Laufe der Zeit schließlich dazu über, alle vier Übungselemente in hockender Position auszuführen.

Mit dem Laufen sollten Sie erst dann wieder beginnen, wenn unter Belastung keine Schmerzen mehr auftreten und die Druckempfindlichkeit des Schienbeins (Tibia) nicht mehr besteht. Wärme- und Kälteanwendung im Wechsel können Schmerzlinderung bewirken. Wenn die Schmerzen trotz konservativer Behandlung weiterhin bestehen, sollten Sie einen Sportarzt oder Physiologen aufsuchen, um ein Kompartmentsyndrom oder eine Stressfraktur auszuschließen.

Die Symptome des Schienbeinkantensyndroms ähneln einer Ermüdungsfraktur

In beiden Fällen treten die Schmerzen im Schienbeinbereich auf. Bei Shin Splints betreffen sie den vorderen Schienbeinmuskel und die innere Schienbeinkante beziehungsweise die Knochenhaut des Schienbeins, und sie lassen oft während eines Laufs nach. Bei einem Ermüdungsbruch in diesem Bereich hingegen wird der Schmerz mit fortdauerndem Training immer stärker. Außerdem sind die Frakturschmerzen tief gehend und ausstrahlend. Je stärker man das Bein belastet, desto stärker werden sie. Während Shin Splints gut auf Wärme und auch leichte Mas sagen reagieren, ist bei Stressfrakturen ein Druck mit dem Finger schon sehr schmerzhaft. Wenn die Symptome auch nach einer zwei- bis dreiwöchigen Pause nicht verschwinden, sollten Sie sich röntgen lassen.

So können Sie einem Schienbeinkantensyndrom vorbeugen

Steigern Sie Ihren Trainingsumfang nicht um mehr als 10 Prozent pro Woche, um Muskeln und Sehnen Zeit zu geben, sich der neuen Belastung anzupassen. Legen Sie Wert auf geeignete Laufschuhe, die zu Ihrem Fuß, Laufstil, Lauftempo und Laufuntergrund passen, sowie auf funktionelle Laufbekleidung.

Probieren Sie andere Schuhe aus und wechseln Sie die Laufschuhe immer wieder. Vermeiden Sie harte Untergründe, wechseln Sie ab zwischen Asphalt und Naturwegen.

Das Dehnen der Wadenmuskeln hat sich entgegen landläufiger Meinungen bei Shin Splints nicht als hilfreich erwiesen. Empfehlenswert beim Schienbeinkantensyndrom ist hingegen das Tapen des Unterschenkels mit Kinesio-Tape oder funktionellem Tape. Und auch eine Sprunggelenksbandage oder Wärmebandage, die beim Laufen getragen werden kann, hat eine präventive und heilende Wirkung bei Shin Splints. Die Manschette stabilisiert den Knöchel, wodurch der Schienbeinmuskel effektiv entlastet wird.

Um einem tibialen Stresssyndrom vorzubeugen ist ein sorgfältiges Aufwärmen vor dem Lauftraining unerlässlich.

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