Mittelfußbruch durch Laufen iStockphoto

Mittelfußbruch durch Laufen

Ermüdungsbruch oder Trauma Mittelfußbruch durch Laufen

Eine Fraktur im Mittelfuß ist eine häufige Verletzung im Laufsport. Lesen Sie hier alles über Symptome, Ursachen und Therapie.

Ein Mittelfußbruch entsteht bei Läuferinnen und Läufern meist als Stressfraktur oder Ermüdungsbruch. Die Symptome beginnen schleichend, und es kann bis zu zwei Monaten dauern, bis die Diagnose einer Stressfraktur im Röntgenbild möglich ist, weil anfangs keine eindeutige Unterbrechung der Knochen sichtbar ist. Mittelfußfrakturen, die durch ein Trauma, beispielsweise beim Traillaufen oder Hindernislaufen entstehen, können im Röntgenbild meist direkt diagnostiziert werden.

Was ist ein Mittelfußbruch?

Der Mittelfußbruch ist eine Verletzung der Mittelfußknochen, bei der ein Fußknochen in seiner Struktur unterbrochen ist. Man unterscheidet zwischen traumatischen Frakturen durch Unfälle oder Gewalteinwirkung, Ermüdungsfrakturen und Stressfrakturen (z. B. "Marschfraktur") sowie pathologischen Frakturen, die in einem krankhaft veränderten Knochen (z. B. bei Osteoporose) entstehen.

Bei Läuferinnen und Läufern mit Stressfraktur oder Ermüdungsbruch ist der zweite Mittelfußknochen am häufigsten betroffen. Mittelfußfrakturen, die nicht durch sportliche Belastung entstehen, betreffen meist den kleinen Zeh. Häufig sind das Kahnbein (Os Naviculare) und das Würfelbein (Os Cuboideum) zusätzlich verletzt. Möglich ist außerdem eine Abrissverletzung des Mittelfußköpfchens des kleinen Zehs.

Exkurs: Nummerierung der Fußknochen

In der Medizin spricht man von den Mittelfußknochen 1 - 5. Dabei erfolgt die Nummerierung vom großen Zeh mit der Nummer 1 aufsteigend zum kleinen Zeh mit der Nummer 5. Eine Fraktur des fünften Mittelfußknochens ist also ein Mittelfußbruch des kleinen Zehs.

Woran erkennt man einen Mittelfußbruch?

Die Hauptsymptome eines Mittelfußbruches. sind:

  • Schmerzen beim Auftreten und Abrollen des betroffenen Fußes,
  • Schmerzen bei Belastung und/oder bei Kompression des Fußes,
  • betonte Druckempfindlichkeit über den Mittelfußknochen.

Eine Schwellung, Hämatome (blaue Flecken) sowie Einblutungen und Schmerzen alleine sind keine Garantie für einen Mittelfußbruch. Gerade Stressfrakturen können auch ohne Schwellung auftreten. Eine Röntgenaufnahme muss in jedem Fall angefertigt werden, um einen Bruch zu bestätigen.

Schmerzen im Fuß können auch bei Sprunggelenksverletzungen, einer Bänderzerrung, durch eine Achillessehnenentzündung, einen Fersensporn, Plantarfasziitis oder ein Überbein am Fuß ausgelöst werden. Ist im Röntgenbild bei der ersten Untersuchung keine Fraktur sichtbar, sollte bei gleichbleibenden Schmerzen deshalb weiter nach der Schmerzursache geforscht werden.

Wo hat man bei einem Mittelfußbruch Schmerzen?

Die Schmerzen bei einem Mittelfußbruch sind abhängig davon, welcher Zeh an welcher Knochenstelle betroffen ist. Meist schmerzt die Fußsohle mittig, sobald Belastung auf den Fuß ausgeübt wird. Durch ein direktes Trauma entstandene Mittelfußfrakturen (z. B. herunterfallender Gegenstand) schmerzen häufig sowohl am Fußrücken, also auf der Oberseite des Fußes, als auch an der Fußsohle.

Was sind die Ursachen für einen Mittelfußbruch?

Bei Läuferinnen und Läufern kommt der Mittelfußbruch oft als Ermüdungsbruch oder Stressfraktur vor. Ursächlich dafür sind eine zu schnelle Steigerung des Trainingsumfangs und starke Belastung durch Bergabläufe oder extrem lange Läufe. Außerdem spielt die Biomechanik des Laufstils eine große Rolle, wenn es um die Entstehung eines Mittelfußbruchs geht. Durch eine einseitig schwach ausgeprägte Gesäß- und Wadenmuskulatur wird der Fuß bei jedem Laufschritt ungebremst aufgesetzt und einer enorm hohen Belastung ausgesetzt. Schafft es die Wadenmuskulatur nicht, das Fußgewölbe ausreichend zu aktivieren und zu stabilisieren, entsteht durch die hohe Wiederholungsrate beim Laufen ein Bruch im Mittelfußbereich, auch als "Marschfraktur" bekannt.

Sportler und Sportlerinnen, bei denen sich ein Mittelfußbruch als Ermüdungsfraktur herausstellt, können durch eine Ganganalyse oder Laufanalyse muskuläre Schwächen aufdecken und herausfinden, in welcher Phase des Gangzyklus die jeweilige Muskulatur nicht adäquat arbeitet oder gezielt angesteuert werden kann. Diese Muskeln sollten Sie dann unter professioneller Anleitung auftrainieren, um eine erneute Verletzung zu vermeiden.

Abseits des Sports ist ein Mittelfußbruch häufig das Resultat eines direkten Schlags auf die Rückseite des Fußes. Dies führt zu einer subkapitalen Querfraktur der Mittelfußknochen und zu Spiralfrakturen des Schafts.

Wie behandelt man einen Mittelfußbruch?

Die gezielte Behandlung eines Mittelfußbruchs ist gerade bei Läuferinnen und Läufern wichtig, da durch eine gestörte Kraftübertragung in den Fußknochen und der Fußmuskulatur beim Laufen langfristig weitere Verletzungen an Kniegelenken, Hüftgelenk und Wirbelsäule entstehen können.

Mittelfußbrüche können in den meisten Fällen konservativ behandelt werden, vorausgesetzt es gibt keine dislozierten Knochenteile. Disloziert bedeutet, dass sich ein oder mehrere Knochenanteile verschoben haben. In den ersten sechs Wochen besteht eine aktive Bewegungsstabilität. Hierbei dürfen Sie an Stützen gehen und den verletzten Fuß zwar abrollen, aber nicht mit dem Körpergewicht belasten. In der Regel dürfen Sie den Fuß weiterhin ganz normal bewegen. Die sechswöchige Belastungspause (für Läuferinnen und Läufer gleichbedeutend mit: Sportpause) ergibt sich aus den Mechanismen der Frakturheilung: Innerhalb der ersten drei bis vier Wochen nach der Verletzung bildet sich Gewebe, das den Frakturspalt überbrückt und stabilisiert. Dieser Knorpelkallus wird danach zu Faserknochen und dann zu Lamellenknochen umgebaut und benötigt etwa vier bis sechs Wochen, bis er alltäglichen Belastungen wieder standhalten kann.

In der Physiotherapie wird zunächst während der Entlastungsphase der restliche Körper weitertrainiert. Danach folgen das Training der Koordination und die langsame Steigerung der Belastung des Fußes, bevor es an die gezielte Kräftigung des Fußes geht. Nach drei Monaten ist der Bruch ausgeheilt und Sie können das Training wiederaufnehmen.

Mittelfußfrakturen gehen häufig mit einer starken Schwellung (sogenanntes Lymphödem) einher. Behandlungen mit Manueller Lymphdrainage können die Abschwellung des Fußes beschleunigen. Lymphdrainage können Physiotherapeutinnen und einige Masseure mit Zusatzqualifikation durchführen. Zusätzlich sollten Sie den geschwollenen Fuß regelmäßig hochlagern.

Im Anschluss an die Ruhigstellung des Fußes können Sie den Fuß mit elastischem Kinesiotape oder straffem Leukotape tapen, um ihn für die ersten Trainingseinheiten zu stabilisieren. Das gibt ein wenig Sicherheit für den Wiedereinstieg und erinnert beim Laufen an den richtigen Bewegungsablauf, damit nicht gleich die nächste Verletzung durch einseitige Belastung oder Überlastung entsteht.

Dislozierte Mittelfußfrakturen, die fast immer mit Verletzungen der umliegenden Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder) einhergehen, erfordern eine operative Behandlung, bei der die Knochenteile an ihre ursprüngliche Position zurückversetzt und dort fixiert werden. Die anschließende Ruhigstellung erfolgt in einem Gips oder Entlastungsschuh.

Wie lange dauert die Heilung eines Mittelfußbruchs?

Die Heilung eines Mittelfußbruchs dauert meist insgesamt zwölf Wochen bis zur vollständigen Ausheilung. Heilungsdauer und Heilungsverlauf sind abhängig von der Anzahl der gebrochenen Mittelfußknochen und den zusätzlich verletzten umliegenden Strukturen.

Wann kann ich nach einem Mittelfußbruch wieder Sport machen? Wie steige ich ins Training ein?

Im Optimalfall führen Sie auch während der Entlastungsphase weiterhin Ihr Athletiktraining mit allen Übungen durch, die Sie im Sitzen und Liegen machen können, zum Beispiel Beinheben, Vierfüßlerstand oder Ballbrücke mit einseitiger Beinbeugung. So erhalten Sie die Stabilität und Leistungsfähigkeit Ihrer Muskulatur und können nach der Verletzung besser wieder in das Lauftraining einsteigen.

Beginnen Sie mit dem Joggen erst, wenn Sie Ihren verletzten Fuß wieder gezielt ansteuern und normal abrollen können. Nach einem Mittelfußbruch gilt nicht: Laufen lernt man durch Laufen, sondern: Laufen lernt man durch gezielte Bewegungsübungen. Denn gerade beim Laufen erfolgt die Kraftübertragung bei jedem Laufschritt über die beiden Fußgewölbe des Fußes (Längsgewölbe und Quergewölbe). Schwachstellen in diesem Bereich führen langfristig zu weiteren Verletzungen. Sorgen Sie daher vor dem Wiedereinstieg in Ihr Training dafür, dass Sie problemlos abrollen und sich mit dem Vorfuß nach vorne abdrücken können. Außerdem sollte die Wadenmuskulatur wieder einwandfrei funktionieren und ein ähnliches Kraftniveau wie auf der gesunden Körperseite erreicht haben.

Sind die oben genannten Voraussetzungen für Ihren Wiedereinstieg erfüllt, sollten Sie mit einem Wechsel aus Gehen und Joggen beginnen. Dafür gibt es keinen generellen Masterplan. Hören Sie in Ihren Körper hinein und schalten Sie bei Schmerzen direkt wieder einen Gang zurück. Ergänzen Sie Ihr Ausdauertraining durch weniger fußbelastende Sportarten, wie Rudern, Aquajogging, Schwimmen oder Radfahren, bis Sie sich beim Laufen wieder 100%ig sicher fühlen.

Welche Schuhe sind nach einem Mittelfußbruch die richtigen?

"Den richtigen Schuh" nach einem Mittelfußbruch gibt es nicht. Handelt es sich bei Ihnen um eine Ermüdungsfraktur, kann es sein, dass Ihr aktueller Laufschuh eine ungünstige Verteilung der Belastung auf den Fuß beim Laufen verursacht. Dann sollten Sie darüber nachdenken, das Modell zu wechseln. Am besten gehen Sie nach einem Mittelfußbruch eigentlich barfuß, denn so bekommen Sie von Ihrem Körper eine direkte Rückmeldung über Belastung und Überlastung, und die Beinmuskulatur kann sich optimal an die neue Belastung anpassen. Suchen Sie Ihre neuen Laufschuhe am besten mit fachkundiger Beratung aus. Wenn Sie Einlagen tragen, kann es sein, dass diese erneuert werden müssen, weil sich das Abrollverhalten Ihrer Füße durch die Verletzung verändert hat.

Wie kann man einem Mittelfußbruch vorbeugen?

Achten Sie auf Ihre Trainingsplanung! Schneller wird man beim Laufen nicht von heute auf morgen, sondern durch eine kontinuierliche und gezielte Steigerung der Trainingsumfänge. Steigern Sie daher Ihr Laufpensum pro Woche um höchstens 10 Prozent, damit sich das Muskel-Skelett-System an die Belastung anpassen kann. Regelmäßige Kräftigungsübungen für die Bein- und Fußmuskulatur tragen dazu bei, dass die Fußgewölbe auch für Bergläufe und lange Läufe ausreichend stabilisiert werden können. Übungen mit dem Miniband kräftigen die Gesäßmuskulatur, stabilisieren den Rumpf und entlasten langfristig die knöchernen Strukturen der Beine und Füße.

Zur Startseite
Gesundheit Verletzungen & Vorbeugung Sportliches Burnout-Syndrom Was ist Übertraining?

Da hilft nur eine Reduzierung der Belastung.