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Morgens oder abends laufen? Das ist für Sie die optimale Tageszeit zum Laufen

Morgens, abends oder nachts? Unsere Tipps helfen Ihnen, die optimale Tageszeit für das Training zu bestimmen.

Das Schöne am Laufen ist – unter vielen anderen schönen Aspekten – , dass man es quasi zu jeder Tages- und Nachtzeit ausüben kann. Man benötigt keine Halle, keinen gemieteten Platz und keinen Zeitplan – es sei denn, man ist verabredet oder läuft im Verein. Doch viele Lauf-Anfänger, aber auch Fortgeschrittene, laufen gerne für sich alleine, um das passende Tempo und den richtigen Rhythmus für sich zu finden. Somit sind sie auch relativ frei in der Frage, wann sie trainieren. Doch wann ist die beste Trainingszeit?

Der Tagesablauf bestimmt meist die Trainingszeit

Die Wissenschaft vom tageszeitlichen Einfluss auf den Menschen ist die Chronobiologie. Dabei gilt es zwischen Aspekten zu unterscheiden: denen, die sich aus der inneren Rhythmik, und denen, die sich aus den äußeren Bedingungen ergeben. Für die meisten Läufer sind die entscheidenden Faktoren, diejenigen, die sich aus dem Tagesablauf ergeben, also Schlaf, Nahrungsaufnahme, Familie Arbeit, Schule und andere Termine. Sie "müssen" sich schlichtweg an ihrem Lebensstil orientieren und darin das für sich passende Zeitfenster zum Laufen finden.

Das sieht je nach Beruf und Privatleben anders aus: Menschen in Berufen, die wenig geregelte Arbeitszeit bieten und die immer wieder abends länger arbeiten oder beruflich unterwegs sein müssen, laufen am besten morgens früh. Andere tun es abends nach der Arbeit. Hausfrauen oder Hausmänner bauen ihren Lauf nicht selten tagsüber ein, und wenige Privilegierte, die über eine Dusche am Arbeitsplatz verfügen, laufen in der Mittagspause. Auch der Lauf zu bzw. von der Arbeit (nach Hause) ist eine Variante, die für Abwechslung im Laufalltag sorgt. All diese Varianten sind vor dem Hintergrund individueller Tagesabläufe zu sehen.

So funktioniert der Körper

Um ein wenig zu verstehen, wie der Körper zu den verschiedenen Tageszeiten funktioniert: Die Gelenksflüssigkeit wird in der Schlafphase etwas zäher, die Muskulatur unbeweglicher. Nach dem Schlaf benötigt man also einige Zeit, bis man einen lockeren Laufschritt erreicht. Auch ergibt sich beim Schlafen ein Flüssigkeitsdefizit im Körper. Dieser sollte vor einem morgendlichen Dauerlauf unbedingt ausgeglichen werden. Dies gilt auch nach einem Mittagsschlaf. Wer also zu Beginn eines morgendlichen Laufs schwere Beine hat, braucht nicht glauben, er sei nicht gemacht für Morgenläufe.

Auch psychische Faktoren verschieben sich im Tagesablauf. Die subjektive Belastungsempfindung ist nachmittags am niedrigsten. Daher ist man in der zweiten Tageshälfte eher versucht, schneller zu laufen als am Morgen. Die frühmorgendliche Schläfrigkeit kann auch dazu führen, dass der Bewegungsablauf und die koordinative Kontrolle so gestört sind, dass eine Verletzungs- oder Unfallgefahr bei solchen Personen erhöht ist.

Schneller in Fahrt können Sie nach dem Aufstehen zum Beispiel mit Aufwärmübungen kommen:

Unsere Tipps für die optimale Trainingszeit

Finden Sie heraus, was für ein „Chronotyp“ Sie sind. Es gibt den Morgen-Typ, der bereits früh am Tag seinen größten Bewegungsdrang entwickelt und auch alle denkbaren Belastungen am Morgen gut toleriert. Vielleicht sind Sie aber auch ein Abend-Typ: Er ist morgens weder leistungsfähig noch zu irgendeiner körperlichen oder seelischen Belastung motivierbar. Die Berücksichtigung derartiger Typen-Raster für den Trainingsalltag ist hauptsächlich dann für Sie relevant, wenn Sie regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen und es darauf ankommt, möglichst fit zu sein und sich außerdem an die zumeist unchristlichen Startzeiten zu gewöhnen.

Aber auch für Läufer, die nie an Wettkämpfen teilnehmen, ist es interessant zu wissen, wann ihnen das Laufen mehr Spaß macht und wann weniger. Ein Morgentyp wird ein morgendliches Training als wenig problematisch empfinden, ein Abendtyp wird sich beim Laufen am Feierabend am wohlsten fühlen. Spätabendliches Laufen ist übrigens keineswegs ungesund; lediglich lange Läufe oder Tempoläufe können wirklich Einschlafprobleme nach sich ziehen.

Probieren Sie sich also durch die verschiedenen Tageszeiten – sofern Sie die Möglichkeit dazuhaben. Machen Sie sich aber bewusst, dass die Laufleistung und die Lust am Laufen auch immer abhängig von der allgemeinen Tagesform sind. Ihnen kann der Lauf am späten Abend dreimal Spaß machen und am vierten Abend quälen Sie sich. Geben Sie auch nicht auf, wenn Ihnen die ersten beiden Morgenläufe schwer fallen. Vielleicht sieht es beim dritten Versuch ganz anders aus. Stressen Sie sich nicht mit dem Vorhaben, die passende Trainingszeit zu finden. Manchmal braucht die Entwicklung von Routinen eine gewisse Zeit.

Haben Sie herausgefunden, wann Ihnen das Laufen am meisten behagt, versuchen Sie es entsprechend in Ihren Tagesablauf einzubauen. Vielleicht stehen Sie dafür eine Stunde eher auf und gehen eine Stunde früher ins Bett. Vielleicht lassen Sie Ihren Partner oder die Großeltern zweimal die Woche abends auf die Kinder aufpassen, damit Sie eine Runde drehen können. Stoßen Sie das Thema "Laufen in der Mittagspause" doch auch mal bei Ihrem Arbeitgeber oder Ihren Kollegen an. Manchmal ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, nur weil man einmal darüber spricht. Seien Sie auch offen dafür, alteingesessene Gewohnheiten zu verändern. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Sie Ihre Abendbrotzeit nach hinten verlegen, um vorher noch eine Laufrunde zu schaffen. Das kann auch bedeuten, dass Sie nicht wie gewohnt mit einem Kaffee, sondern einem Tee in den Tag starten, damit Sie sich bei einem morgendlichen Lauf besser fühlen.

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