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So bestimmen Sie Ihren Maximalpuls Die maximale Herzfrequenz ermitteln

Sie möchten mit einem systematischen Lauftraining nach Puls beginnen? Dann müssen Sie zuerst Ihre maximale Herzfrequenz, kurz die HFmax, herausfinden. Drei Methoden.

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Foto: iStockphoto

Wer nicht sicher ist, ob er sich den Maximaltest allein zutraut, kann seine maximale Herzfrequenz ganz genau beim Sportmediziner bestimmen lassen.

Die maximale Herzfrequenz ist der Herzfrequenzwert, den ein Mensch unter größtmöglicher körperlicher Anstrengung erreichen kann. Die gängige Abkürzung für die maximale Herzfrequenz lautet: HFmax. Sie wird in Herzschlägen pro Minute gemessen (Abkürzung: bpm, beats per minute). Der Maximalpuls hängt maßgeblich vom Alter und bedingt vom persönlichen Fitness-Zustand ab. Frauen haben im Schnitt eine etwas höhere maximale Herzfrequenz als Männer. Allerdings kann die HFmax individuell sehr verschieden sein: Zwei gleich alte Läuferinnen mit gleicher Leistungsfähigkeit können sehr unterschiedliche Maximalpulswerte erreichen. Daher ist der Maximalpuls kein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit. Dazu dient eher der Ruhepuls.

HFmax als Basis der Trainingsbereiche

Für ein pulsorientiertes Training ist es wichtig, seine maximale Herzfrequenz möglichst genau zu kennen. Denn von der HFmax ausgehend kann man die verschiedenen Trainingsbereiche bestimmen. So läuft man etwa beim langsamen Dauerlauf mit einer Herzfrequenz von 70 bis 75 Prozent der HFmax und beim zügigen Dauerlauf mit einem Puls zwischen 85 und 88 Prozent der HFmax. Das Training nach Herzfrequenz lässt eine sehr genaue Steuerung der Belastung zu. Denn bei jeder körperlichen Anstrengung reagiert das Herz sofort, die Herzfrequenz steigt. Die Anzahl der Schläge pro Minute wird zum Gradmesser für die körperliche Belastung. Deshalb bauen wir auch unsere Trainingspläne auf dieser Basis auf.

Drei Methoden zur Bestimmung der maximalen Herzfrequenz

Um Ihre maximale Herzfrequenz zu ermitteln, gibt es drei Möglichkeiten: per Formel, mittels einer Leistungsdiagnose oder im Selbsttest. Die erste Variante ist allerdings eher ungenau, mit der Formel bekommen Sie nur einen "Richtwert". Größere individuelle Abweichungen sind im Einzelfall möglich. Die Leistungsdiagnose dagegen ist sehr genau und hat den Vorteil, dass Sie während des Tests unter medizinischer Aufsicht sind. Der Selbsttest ist ebenfalls sehr genau, erfordert aber eine gute Grundkondition und eignet sich nur für Läufer, die komplett gesund sind und bereits seit längerer Zeit trainieren. Wir stellen Ihnen die drei Methoden etwas genauer vor:

Die HFmax-Formel

Als Faustformel empfehlen wir die Formeln von Winni Spanaus zur Bestimmung der maximalen Herzfrequenz HFmax:

Bei Männern:
HFmax = 223 – 0,9 x Lebensalter

Bei Frauen:
HFmax = 226 – Lebensalter

Es gibt sicher ein Dutzend Formeln, die aber alle ähnlich sind und somit ähnliche Ergebnisse ermitteln. Da die HFmax von sehr vielen individuellen Gegebenheiten (nicht nur dem Geschlecht) abhängt, kann die individuelle HFmax nicht genau berechnet werden. Die beschriebenen Faustformeln sind daher zur Ermittlung einer Trainingsherzfrequenz nur sehr grob, maximal als "Annäherungswert" geeignet.

Die Leistungsdiagnose

Die beste Methode zur Feststellung der individuellen Herzfrequenzbereiche ist ein sportmedizinischer Leistungstest in Form einer Leistungsdiagnose mit Bestimmung der Laktatkonzentration unter standardisierten Bedingungen. Der Vorteil: Vorausgesetzt Sie lassen den Test von einem Sportmediziner machen, so Sie sind unter ständiger ärztlicher Betreuung. Den Test kann jeder machen, auch Einsteiger mit Risikofaktoren wie z. B. starkem Übergewicht. Unser Tipp: Wählen Sie ein renommiertes Leistungsdiagnose-Zentrum mit ärztlicher Betreuung. Hier finden Sie eine Übersicht von Instituten zur Leistungsdiagnose.

Der Selbsttest

Wenn Sie gesund und körperlich fit sind und schon längere Zeit trainieren, können Sie Ihre maximale Herzfrequenz mit diesem Selbsttest bestimmen: Laufen Sie sich 10 Minuten locker ein. Laufen Sie anschließend 3 x 3 Minuten im gesteigerten Tempo. Die erste der drei Minuten gemütlich, die zweite, so dass Sie schon fast außer Atem kommen und die dritte Minute "volle Pulle". Nach jeder Drei-Minuten-Belastung traben Sie zwei Minuten. Am Schluss laufen Sie sich zehn Minuten aus. Die Herzfrequenzen, die Sie bei den "volle Pulle" gelaufenen Minuten zum Schluss messen, stellen Sie in einen Vergleich. Die höchste gemessene Herzfrequenz ist Ihr Maximalpuls. Am einfachsten tragen Sie bei diesem Selbsttest einen Pulsmesser. Wenn Sie keinen besitzen, bleiben Sie nach den schnellen drei Minuten sofort stehen, suchen Ihren Puls an der Halsschlagader oder dem Handgelenk und zählen fünfzehn Sekunden lang die Pulsschläge. Multiplizieren Sie diesen Wert mit 4, erhalten Sie Ihre HFmax. (Wenn Sie eine ganze Minute lang zählen, sinkt der Puls in dieser Zeit je nach Trainingszustand schon deutlich ab, was den Wert verfälschen würde.)

Die maximale Herzfrequenz sinkt mit dem Alter

Auch wenn die maximale Herzfrequenz ein sehr individueller Parameter ist – eines ist bei allen Menschen gleich: Im Laufe des Lebens sinkt der Maximalpuls ab, denn das Herz kann im Alter nicht mehr so schnell schlagen wie in jungen Jahren. Ab dem 20. Lebensjahr fällt die HFmax durchschnittlich alle fünf Jahre um etwa vier Schläge pro Minute. Zu dieser altersabhängigen Verschiebung kommt in geringerem Maße noch der Faktor Trainingsanpassung hinzu. Ausdauertrainierte haben in der Regel eine etwas niedrigere maximale Herzfrequenz als Untrainierte. Dies bedeutet, dass kurz nach dem Trainingseinstieg mit einer etwas größeren Veränderung der Trainingsherzfrequenz gerechnet werden muss. Überprüfen Sie Ihre maximale Herzfrequenz in halbjährlichen Abständen. Wenn sie sich im Vergleich zum letzten Test verändert hat, passen Sie Ihre Trainingsherzfrequenzen für die verschiedenen Dauerlauftempi an, zum Beispiel mit Hilfe unseres Herzfrequenzrechners:

Hier geht’s zum Herzfrequenzrechner.

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