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Asics Metaspeed Sky Hersteller

Asics Metaspeed Sky im Test

Der neue Carbon-Laufschuh im Test Asics Metaspeed Sky

Beim Wettlauf um den schnellsten Marathonschuh möchte Asics mit dem Metaspeed ein Wörtchen mitreden. Ob der Carbon-Laufschuh mit der Konkurrenz mithalten kann, haben wir getestet.

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Eigentlich hatte Asics mit dem Metaracer schon im vergangenen Jahr seinen Laufschuh für den Olympia-Marathon im Heimatland Japan vorgestellt. Nun, ein Jahr später – die Olympischen Spiele haben immer noch nicht stattgefunden –, bringt Asics schon ein neues Modell auf den Markt. Wobei sich hinter dem Namen Metaspeed eigentlich zwei Modelle verbergen. Denn den Metaspeed gibt es in der Sky- und der Edge-Variante.

Ein Schuh, zwei Varianten – was soll das? Letztlich steckt dahinter ein einfacher und logischer Gedanke: Jeder Mensch läuft anders und stellt damit andere Anforderungen an einen Laufschuh. Vor allem wenn es sich um einen Marathon-Wettkampfschuh handelt. Und die beiden neuen Modelle von Asics richten sich an unterschiedliche Läufertypen oder vielmehr Laufstile. Der Metaspeed Sky soll laut Asics speziell auf die Anforderungen von Läufern mit einem eher langen, dynamischen Schritt angepasst sein, während der Metaspeed Edge eher den Anforderungen von Läufern entspricht, die mit einer höheren Schrittfrequenz unterwegs sind.

Asics Metaspeed Sky
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Den Metaspeed Sky hat Asics rechtzeitig auf den Markt gebracht, sodass es für die verschobenen Olympischen Spiele in Tokio zugelassen ist.

Laut Analysen von Asics benötigen Läufer im Metaspeed Sky 1,2 Prozent weniger Schritte, um einen Marathon zu finishen. Gleichzeitig soll sich die Laufökonomie um 3 Prozent verbessern. Beim Metaspeed Edge sind es 2,6 Prozent weniger Schritte. Eine Angabe zur Laufökonomie macht Asics beim Edge (noch) nicht. Solche Angaben kennt man beispielsweise auch von Nike, als sie den Vaporfly 4% oder Next% auf den Markt gebracht haben. Und genau mit diesen Schuhen, in denen in den letzten Jahren diverse Weltrekorde gelaufen wurden, messen sich die neuen Asics-Schuhe auch.

Dicke Sohle, geringes Gewicht

Da wir die Edge-Variante, sie erscheint am 4. Juni 2021, noch nicht testen konnten, konzentrieren wir uns im Folgenden gänzlich auf den Metaspeed Sky. Zwar verfügte auch der Metaracer, also das Modell aus dem vergangenen Jahr, über eine Carbonplatte in der Mittelsohle, doch der Metaspeed Sky kommt mit einer deutlich dickeren Mittelsohle daher, wie sie die allermeisten Marathon-Wettkampfschuhe der vergangenen Jahre aufweisen. Unter dem Rückfuß befinden sich beim Frauenmodell 31 Millimeter und beim Männermodell 33 Millimeter, unter dem Vorfuß 26 beziehungsweise 28 Millimeter Fastfoam Blast Turbo, wie Asics das Mittelsohlenmaterial nennt. Das ergibt eine recht flache Sprengung von 5 Millimetern. Die Damenvariante bringt es auf 165 Gramm, die Männervariante auf 199 Gramm. Das ist verdammt leicht und entspricht im Grunde dem Gewicht des Next% von Nike, der in der Männervariante 195 Gramm wiegt.

Schmale Passform, guter Komfort

Asics Metaspeed Sky
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Optisch wirkt der Asics Metaspeed Sky breiter, als er wirklich ist. Die Passform ist, wie für einen Wettkampfschuh üblich, eher schmal.

Beim ersten Hineinschlüpfen merkt man gleich, dass nun auch Asics auf eine sehr weiche Mittelsohle setzt. Im Stand hat man das Gefühl, als stünde die Ferse tiefer als der Vorfuß, was auch an der leicht gebogenen Mittelsohle (Rocker-Konstruktion) liegt. Die Passform ist, typisch für einen Wettkampfschuh, eher schmal. Man spürt, dass der Schuh möglichst leicht konstruiert wurde: Eine gepolsterte Zunge sucht man vergebens, nur am Schuhkragen und der flexiblen Fersenkappe findet man etwas Polsterung. Trotz allem ist der Schuh durchaus komfortabel, weil das dünne, luftige und eher feste Mesh-Obermaterial, welches übrigens aus recyceltem Polyester besteht, sich gut an den Fuß anpasst und nirgends drückt. So hält der Fuß sehr gut im Schuh.

Weiches Laufgefühl, viel Rückstellvermögen

Womit wir beim entscheidenden Punkt angekommen wären: dem Laufverhalten. Auch hier muss der Vergleich zum Nike ZoomX Vaporfly Next% herhalten, denn im Blindtest könnte man die Schuhe beinahe miteinander verwechseln. Beide eint ein sehr weiches Laufgefühl, welches gepaart mit hohen Rückstellkräften aber erstaunlich aktiv ist. Die ZoomX-Mittelsohle im Next% ist im direkten Vergleich noch ein wenig weicher und hat etwas mehr Rückstellkraft. Doch auch beim Metaspeed Sky landet man weich und wird sogleich wie bei einem Trampolin wieder vom Boden abgestoßen. Die sanfte Rocker-Konstruktion unterstützt dabei den Abrollvorgang spürbar, wobei die steife Carbonplatte vor allem im letzten Moment des Abstoßvorgangs zu spüren ist.

Asics Metaspeed Sky
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In der weichen Mittelsohle steckt eine steife Carbonplatte.

Der Asics Metaspeed Sky ist ein Marathon-Wettkampfschuh für die Straße. Besonders gut läuft er sich daher auf glattem Asphalt. Die dicke Mittelsohle schluckt leichte Unebenheiten, führt in engen Kurven oder bei Unebenheiten aber zu einem eher nervösen, kippeligen Laufverhalten. Dabei ist der Metaspeed ein wenig stabiler als der Next%. Für Dauerläufe im Park oder Tempoläufe auf der Bahn gibt es dennoch bessere Modelle, die mit Kurven und Unebenheiten besser zurechtkommen.

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Um Gewicht zu sparen, ist die griffige Außensohle nur in den besonders stark belasteten Bereichen vorhanden und zudem perforiert.

Fazit zum Asics Metaspeed Sky

Macht der Asics Metaspeed Sky wirklich schneller? Was den subjektiven Eindruck angeht, können wir diese Frage nur mit Ja beantworten. Verschiedene Untersuchungen, nicht nur von Laufschuhherstellern, zeigen, dass Laufschuhe mit Carbon die Laufökonomie verbessern und zu schnelleren Zeiten führen. So verwundert es nicht, dass Asics-Athleten in den Prototypen des Metaspeed persönliche Bestzeiten gelaufen sind. Der japanische Marathon-Vielstarter Yuki Kawauchi hat seine Bestzeit um 47 Sekunden verbessert (2:07:27 Stunden). Auch die US-Amerikanerin Sara Hall steigerte sich zweimal um insgesamt um 1:44 Minuten auf 2:20:32 Stunden. Nachdem Nike-Athleten jahrelang die Straßenläufe dominierten und Adidas im vergangenen Jahr nachzog – so lief Kibiwott Kandie im Adizero Adios Pro in 57:32 Minuten Halbmarathon-Weltrekord –, hat nun auch Asics einen Straßen-Superschuh im Programm.

Inwieweit sich der Metaspeed Edge vom Metaspeed Sky unterscheidet, werden wir in den kommenden Wochen testen, sobald uns der Schuh zu Verfügung steht.

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