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Brooks Adrenaline GTS 22 im Test

Stabil-Klassiker Brooks Adrenaline GTS 22 im Test

Wer ein Schuh mit einem Mix aus weicher Dämpfung und Support sucht, ist beim Brooks Adrenaline richtig.

Hier bestellen: Männermodell (ab 149,95 €) oder Frauenmodell (ab 139,95 € als GTS 21, Nachfolgemodell in Kürze erhältlich)

Bekannt, beliebt, bewährt – der Adrenaline ist so etwas wie der VW Golf unter den Laufschuhen. Beliebt durch alle Läufergruppen hinweg, für Einsteiger genauso geeignet wie für Fortgeschrittene, unkompliziert, zuverlässig und seit Jahren ein Bestseller. Die allgemeine Beliebtheit dieses Modells spiegelt sich auch im Ergebnis unserer Laufschuhwahl des Jahres wieder: In der Kategorie der Bewegungskontrollschuhe wurde der Adrenaline mehrfach von unseren Lesern zum unangefochtenen Sieger gekürt.

Ein komfortorientierter Laufschuh auch für schwerere Läufer

Zu den klassischen Zutaten eines stabilen Laufschuhs gehörten beim Adrenaline verschiedene Elemente: Ein wesentliches Merkmal des Schuhs sind seine 12 Millimeter Sprengung, das ist im Vergleich eher überdurchschnittlich. Gerade Anfängerinnen und Anfängern mag das normal und angenehm vorkommen beim Hineinschlüpfen in den Schuh, aber wenn man von einem flacheren Trainings-Laufschuh umsteigt in den Adrenaline, merkt man deutlich, dass die Ferse gegenüber dem Vorfuß deutlich höher steht. Daneben zeichnet den Adrenaline die sehr gerade geschnittene Leistenform aus, was bei Fersenläufern für einen stabilen Abrollvorgang sorgt.

Diese Eigenschaften sind beim neuen Adrenaline unverändert. Überhaupt: Wer den 22er mit dem 21er vergleicht, wird (außer neuen Farben) äußerlich nur sehr geringe Unterschiede feststellen: Das Obermaterial ist leicht optimiert, die Schnürösen entsprechen jetzt der Form der flacheren, weniger voluminösen Schnürsenkel. In der Außen- und Mittelsohle ist das Crash-Pad etwas überarbeitet; die meisten Läufer werden dies kaum wahrnehmen, aber der Abrollkomfort für Läufer, die sehr zentral mit der Ferse landen, ist jetzt etwas verbessert gegenüber dem Vorgängermodell. Ansonsten ist die Außensohle unverändert. In der Mittelsohle setzt Brooks jetzt ausschließlich auf DNA Loft, doch dazu unten mehr. .

Knieprobleme? Der Adrenaline könnte der richtige Schuh sein

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Die Frauenversion des Adrenaline 22 GTS.

Als Stabilitäts-Element fungiert auch beim Adrenaline GTS 22 ST das bewährte Guiderail-Konzept. Es stabilisiert den Fuß beim Abrollen progressiv – wer keine Stütze benötigt, merkt von diesem Stabilitätselement fast nichts, außer, das beim Aufsetzen der Fuß wie in eine Art Schale hineinsinkt – der Fuß wird beidseitig gut geführt. Je mehr der Fuß im Abrollvorgang zu einer Seite drängt, je stärker stützt das Guiderail-Element. Aber: So wie der Golf auch nicht das perfekte Auto für jeden Autofahrer ist, ist der Adrenaline trotz seiner Allround-Qualitäten auch nicht der perfekte Schuh für jeden Läufer. "Ich mag den Schuh gerne, bekomme aber, wenn ich mehrere Tage hintereinander in ihm laufe Probleme im Knie, obwohl er ja eigentlich genau das verhindern soll", berichtet etwa ein anderer Neutralfußläufer aus unserem Testteam. Wer also keine Pronationsprobleme beim Laufen hat, greift besser zum Ghost oder zum Glycerin, den beiden neutralen "Geschwistern" des Adrenaline.

Komfortable Passform, leichte Materialien

Brooks Adrenaline GTS 21
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Mit den Flexkerben im Ballenbereich ist der Adrenaline ausreichend flexibel in der Sohle

Die Passform: Theoretisch ist der Adrenaline in drei Weiten erhältlich – aber erfahrungsgemäß sind die verfügbaren Weiten nur begrenzt erhältlich: Die normale Weite „D“ ist Standard, die weiteren Versionen sind abgestuft in 2E (etwas breiter) und 4E (sehr breit). Aber auch in Weite D bietet er vergleichsweise viel Platz im Schuh, mittelbreite bis etwas breitere Füße fühlen sich in dem Schuh wohl. Und selbst für schmalere Füße ist der Sitz gut, da die gut justierbare Schnürung und die sehr gute Fersen-Auspolsterung den Fuß sehr gut im Schuh halten.

Wer die ohnehin schon sehr komfortabel gedämpften Vorgängermodelle des Adrenaline kennt, wird einen Unterschied beim 22er feststellen: Die noch weichere Dämpfung, die vor allem beim Mittelfußaufsatz spürbar wird. Das noch im Vorgänger verwendete „BioMogo“ wurde weggelassen, dafür besteht die Mittelsohle jetzt komplett aus supersoftem „DNA Loft“, was gleichzeitig etwas Gewicht (vorher 301 Gramm, jetzt 289 Gramm in Männerversion) spart. Die etwas erhöhte Dynamik der Mittelsohle kommt einem flüssigeren Abrollkomfort zu Gute. Allerdings: Der Unterschied ist recht gering und fällt weniger auf als die zehn Euro Preisunterschied, die der neue jetzt mehr kostet (150 Euro).

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Nur im direkten Vergleich ein Unterschied erkennbar: Beim neuen Brooks Adrenaline (oben) wurde eine Schicht des Mittelsohlenmaterials ersetzt. Der Adrenaline GTS22 hatte noch BioMogo-Material (grau) im Mittel- und Vorfußbereich.

Laufeindruck: Der Adrenaline ist im Laufeindruck über die letzten Versionen sehr konstant. Die Änderungen im Obermaterial zum Vorgängermodell wird man eher im Sommer bei wärmeren Temperaturen spüren, wenn das Mesh-Material etwas mehr Luftaustausch bietet. Zu den Sohleneigenschaften mit der DNA-Loft-Dämpfung gab es im Test zwei Meinungen: Während eine Testläuferin die bessere Eignung auch für leichtere Läufer hervorhob, gab es andererseits Zweifel, ob durch das softere Material die Stabilität etwas nachlässt. Aber ohnehin bleibt das Abrollverhalten sehr stabil – Läuferinnen und Läufer, die sich für ihren Fuß eine Art Geländer wünschen, der vor dem Wegknicken schützt, finden im Adrenaline GTS 22 eine sehr gute Option.

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Fazit: Komfort und Stabilität gehen Hand in Hand

Das „Guiderail“-System des Adrenaline in Kombination mit der insgesamt stabilien Schuhkonstruktion stabilisieren den Fuß beim Abrollen progressiv – je mehr Stütze verlangt wird, desto mehr Stütze bietet der Schuh; und wer keine Stütze benötigt, merkt von diesem Stabilitätselement relativ wenig. Spürbar ist aber der sehr weiche Dämpfungsschaum der Sohles und das weiche, geschmeidige Obermaterial, „Panzer mit Kuschelrand“, nannte eine Testläuferin den Adrenaline, und das trifft nach wie vor zu. Spürbar ist neben dem Komfort und der Stabilität die hohe Sprengung (12 mm). Insofern ist der Adrenaline GTS 22 eine hervorragende Wahl als Allround-Trainingsschuh für Läuferinnen und Läufer, die sich einen sehr stabilen Abrollkomfort wünschen. Vor allem bei mittlerem bis zu etwas höherem Körpergewicht ist die Sohlenabstimmung des Adrenaline sehr gut geeignet. Obendrein ist der Schuh auf einem sehr hohen Qualitätsniveau und verspricht eine lange Lebensdauer.

Brooks Adrenaline GTS 22 in Zahlen

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