Die besten Laufmomente des Jahres 2025

Die Lauf-Highlights des Jahres
Das Jahr 2025 im Rückblick

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.12.2025
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Day 3 - World Athletics Championships Tokyo 2025
Foto: Christian Petersen, Getty Images AsiaPac

Jeder Lauf erzählt eine Geschichte. Manche Laufmomente dauern nur Sekunden, bleiben ein Leben lang im Gedächtnis. In dieser Jahresübersicht blicken wir gemeinsam zurück auf starke Bestzeiten, spannende Laufevents und packende Marathonmomente der Top-Athleten, die 2025 geprägt haben – und zeigen, warum es sich auch für dich lohnt, deine Erinnerungen des Laufjahres festzuhalten und zu feiern. Denn auch deine ganz persönlichen Laufmomente des Jahres 2025 sind mehr als Zahlen, Zeiten oder Bestleistungen – sie sind unvergesslich und emotional. Ob der erste 5-km-Lauf, der erste Marathon oder ein spontaner Lauf bei Sonnenuntergang: Genau diese Augenblicke machen dein Laufjahr so besonders.

Teile deinen Laufmoment 2025 mit uns und allen Leserinnen und Lesern. Ganz unten im Artikel steht, wie’s geht.

Warum wir unsere Laufmomente feiern sollten

Laufen ist weit mehr als reine Bewegung von A nach B. Es ist ein Ausgleich zum Alltag, mentale Stärke, Selbstbegegnung – und für viele sogar eine Form von Therapie. Jeder Lauf trägt eine Geschichte in sich: von Überwindung, von inneren Dialogen, von Momenten, in denen man weitermacht, obwohl man eigentlich stehenbleiben möchte. Unsere Laufmomente sind persönliche Meilensteine, unabhängig davon, ob sie im Zielbogen eines Marathons oder auf einer ruhigen Runde durch den Park stattfinden.

Wenn wir unsere Lauferfolge und Laufgeschichten bewusst feiern, schaffen wir Raum für Anerkennung – uns selbst gegenüber. Gerade in Phasen, in denen Motivation fehlt, das Training stockt oder neue Ziele noch weit entfernt scheinen, helfen diese Erinnerungen. Sie zeigen uns schwarz auf weiß, was wir bereits geschafft haben.

Erfolge sichtbar machen

Nicht jede Leistung lässt sich an Minuten oder Platzierungen messen. Der erste schmerzfreie Lauf nach einer Verletzung, das Durchhalten bei Regen, der Mut zur Anmeldung für den ersten Wettkampf – all das sind Erfolge. Indem wir sie bewusst wahrnehmen, lösen wir uns vom ständigen Vergleich und erkennen: Fortschritt ist individuell.

Persönliche Entwicklung zu erkennen

Ein Blick zurück auf das Laufjahr zeigt oft mehr als jede Statistik. Wo warst du zu Beginn? Was hat sich verändert – körperlich, mental, emotional? Das bewusste Reflektieren deiner Laufmomente macht sichtbar, wie sehr du gewachsen bist. Nicht nur als Läuferin oder Läufer, sondern auch als Mensch.

Emotionale Highlights wertschätzen

Manche Läufe bleiben im Herzen, weil sie sich besonders angefühlt haben. Der Sonnenaufgang auf der frühen Runde, das gemeinsame Training mit dem besten Freund, der Zieleinlauf mit Gänsehaut. Diese emotionalen Höhepunkte sind es, die uns langfristig ans Laufen binden – und sie verdienen es, festgehalten und gefeiert zu werden.

Neue Ziele mit Stolz und Selbstvertrauen anzugehen

Wer sich seiner eigenen Laufgeschichte bewusst ist, startet mit einem ganz anderen Mindset in die Zukunft. Das Feiern der bisherigen Laufmomente stärkt das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Es erinnert uns daran, dass wir Herausforderungen meistern können – Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer.

Die unvergesslichen Rennen des Jahres 2025

Was macht einen Lauf unvergesslich? Meist sind es nicht die Zeiten, sondern die Gefühle, die bleiben. 2025 war für viele von euch geprägt von besonderen Lauferlebnissen und Marathonmomenten, die weit über sportliche Zahlen hinausgingen. Der erste Wettkampf mit Herzklopfen an der Startlinie, ein Marathon, der mehr mentale Stärke als Muskelkraft verlangte, oder ein Laufevent mit Gänsehautstimmung und jubelnden Zuschauern – all diese Momente brennen sich ein. Sie zeigen, wozu wir fähig sind, wenn wir uns Herausforderungen stellen. Manchmal sind es auch die leisen Augenblicke: ein Trainingslauf ohne Erwartungen, der genau im richtigen Moment Klarheit brachte. Kein Zielbogen, keine Cheerzone, kein Applaus – nur du, die Bewegung an der frischen Luft und deine Gedanken, die sich sortieren.

Aber wie sah es in diesem Jahr an der Weltspitze und für die deutschen Athletinnen und Athleten aus? Hier findest du einen kurzen Rückblick auf unsere größten Laufmomente des Jahres.

Frühjahr

Das Laufjahr 2025 begann nicht leise. Es tastete sich nicht vorsichtig heran, wartete nicht auf wärmere Temperaturen oder erste Stadionmeetings.Es begann entschlossen, schnell und mit einer auffälligen Präsenz deutscher Athleten.

Berliner Halbmarathon

Amanal Petros beim Berliner Halbmarathon 2025
SCC EVENTS / Petko Beier

Allen voran: Amanal Petros beim Berliner Halbmarathon im April. Als erster nationaler Läufer durchbrach der 29-Jährige die Stunden-Barriere und belegte einen sehr starken dritten Platz. Petros verbesserte seinen deutschen Rekord von 60:09 auf 59:31 Minuten. Er wurde damit zum viertschnellsten Europäer aller Zeiten und stellte eine europäische Jahresbestzeit auf. Haarscharf hatte zuvor Gemechu Dida als Sieger den Streckenrekord verpasst. Der Äthiopier verfehlte die Marke mit einer Zeit von 58:43 um nur eine Sekunde. Der zweitplatzierte Kenianer Richard Etir lief bei sehr kalten Temperaturen und eisigem Wind knapp vor Amanal Petros nach 59:30 ins Ziel.

Hinter Amanal Petros kam Richard Ringer auf Platz 4 ins Ziel. Mit einer starken Zeit von 1:00:51 Stunden lief auch er eine persönliche Bestzeit. Bei den Frauen durfte sich Esther Pfeiffer über eine – bis dato – neue Bestzeit von 1:09:15 Stunden und Platz 7 freuen. Kurz dahinter kam Blanka Dörfel als Neunte mit Bestzeit ins Ziel: Mit ihren gelaufenen 1:09:46 Stunden über den Halbmarathon, gehört sie ebenfalls zu Deutschlands schnellsten Läuferinnen. Auch die zweimalige Hindernis-Europameisterin Gesa Krause lief eine beeindruckende Zeit von 1:10:02 Stunden und überquerte somit als Elfte die Ziellinie. „Das war eine gute Erfahrung auf der langen Strecke.“

Meilen-Rekord für Robert Farken

Auch für Robert Farken war es ein starkes Frühjahr. Beim John-Thomas-Terrier-Classic in Boston lief er die Meile (1609 m) in 3:49,45 Minuten – so schnell wie kein Deutscher je zuvor (bisher 3:50,45 Minuten, Amos Bartelsmeyer, 2023). Und auch seine Durchgangszeit über 1500 Meter, die mit 3:33,61 Minuten gestoppt wurde, war schneller, als die schnellste je von einem Deutschen gelaufene Zeit (zuvor 3:34,13 Minuten, Homiyu Tesfaye, 2015). Doch diese Zeiten sollte er zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres noch toppen...

Erster Halbmarathon und direkt Deutscher Meister

Ein weiteres Highlight des Frühjahr war Luca Madeoos erster Halbmarathon beim Paderborner Osterlauf, bei dem er gleich Deutscher Meister wurde. Mit einer starken zweiten Rennhälfte hängte Luca alle Konkurrenten ab und kam nach 65:21 Minuten als Erster ins Ziel. Die Besonderheit: „Das war mein erster Straßenlauf seit drei Jahren und mein erster Halbmarathon“, sagte der 22-Jährige im Ziel, der sich neben dem Männer- auch den U23-Titel sicherte. „Ich bin hundert Prozent zufrieden!“. Später im Jahr belegte er bei den deutschen U23-Meisterschaften über 10.000 Meter den zweiten Platz – ebenfalls eine starke Leistung auf der Bahn.

Esther Pfeiffer holt globalen Triumph beim Wings for Life Run

Wings for Life World Run 2025
Wings for Life World Run

Im Mai hat auch der Wings for Life World Run wieder weltweit Menschen bewegt. 310.719 Personen aus 170 Ländern sammelten durch ihre Teilnahme und Spenden 8,6 Millionen Euro für die Wings-for-Life-Stiftung. Das Geld kommt der Rückenmarksforschung zugute – also Menschen, die selbst nicht laufen können.

Der Wings for Life World Run ist aber nicht nur ein riesiger Spendenlauf, sondern längst auch ein Spitzensportevent. So hat sich Esther Pfeiffer, amtierende Deutsche Meisterin im Halbmarathon, gemeinsam mit ihrem Ehemann Hendrik und 14.000 anderen Läuferinnen und Läufern an den Start im Münchner Olympiapark gestellt. Während es für Hendrik nach 66,72 Kilometern zum nationalen Sieg reichte, holte Esther mit 59,03 Kilometern sogar den globalen Titel. Für beide war es der längste Lauf ihres Lebens. „Die ersten Kilometer liefen noch ziemlich locker, aber ab Kilometer 30 wurde es richtig hart für mich, da ich im Training selten mehr als 25 Kilometer laufe“, so Esther nach dem Lauf.

Ultra-Läufer Kim Gottwald

Kim Gottwald
Jens Nieth

Wessen Namen bereits im vergangenen Sommer in aller Munde war und spätestens nach diesem Sommer bekannt ist: Kim Gottwald. Der 22-Jährige lief im vergangenen Sommer während der Fußball-Europameisterschaft mehr als 1000 Kilometer von Austragungsort zu Austragungsort der Deutschlandspiele. Doch damit nicht genug: Im Mai 2025 startete er beim Go One More Backyard Ultra in Texas und gewann das Rennen nach 56 Stunden und über 370 Kilometern gemeinsam mit Kendall Picado Fellas. Aufgrund eines schweren Unwetters gingen sie als geteilte Sieger aus dem Rennen.

Sommer

Die Sommermonate des Jahres bereicherten uns vor allem in der Leichtathletik und im Trailrunning mit spannenden Momenten und tollen Erfolgen deutscher Athletinnen und Athleten.

Diamond-League-Meeting

Beim Diamond-League-Meeting in Rom zeigt der Leipziger Robert Farken, dass kein Rekord für die Ewigkeit ist. Fast 45 Jahre lang hielt die Zeit, die Thomas Wessinghage im August 1980 in Koblenz über 1.500 Meter aufgestellt hatte. An den 3:31,58 Minuten bissen sich dutzende Läufer jahrelang die Zähne aus. Auch Robert Farken, Deutschlands bester Mittelstreckler, hatte den Rekord „die letzten Jahre schon im Hinterkopf“. Und jetzt hat es endlich geklappt. Beim Diamond-League-Meeting zeigte der Leipziger, der beim OAC in Boulder unter Dathan Ritzenhein trainiert, ein mutiges Rennen – und eine bestechende Form. Lange Zeit führt er das Weltklassefeld an. Am Ende steht ein 4. Platz und – viel wichtiger – ein neuer deutscher Rekord: 3:30,80 Minuten.

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Dresden

Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2025 in Dresden boten ebenfalls spannende Rennen. Über 5.000 Meter sicherten sich Lea Meyer bei den Frauen in 15:26,33 Minuten und Mohamed Abdilaahi (13:50,28 Minuten) bei den Männern die Meistertitel. Die Silbermedaille sicherte sich bei den Frauen Elena Burkard in 15:27,43 Minuten, die in Dresden auch noch über 1.500 Meter starten möchte. Konstanze Klosterhalfen holte bei ihrem DM-Comeback Bronze (15:36,77 Minuten). Fast das gesamte Rennen allein hinter dem Führungstrio bestritt Blanka Dörfel, die dafür mit Rang vier und einer Bestleistung von 15:41,20 Minuten belohnt wurde. Im Sprintbereich setzte sich Gina Lückenkemper über die 100 Meter in 11,21 Sekunden durch, während Owen Ansah bei den Männern in 10,23 Sekunden Gold holte. Auch über 1.500 m beeindruckte Robert Farken mit taktischer Cleverness in 3:36,45 Minuten und sicherte sich den Titel, während das 3.000 m-Hindernisrennen der Männer ein packendes Duell war, das Lokalmatador Karl Bebendorf in 8:29,12 Minuten vor Frederik Ruppert gewann.

Leichtathletik-Team-Europameisterschaften in Madrid

Im Juni konnte sich auch Marc Tortell einen Traum bei den Leichtathletik-Team-Europameisterschaften in Madrid erfüllen und erstmals als Teil der Nationalmannschaft im Deutschlandtrikot starten. Dort rannte Marc nämlich über 1500 Meter in starken 3:40,58 Minuten auf Rang 5 und half damit dem deutschen Team beim Erreichen der Bronzemedaille. Dabei hatte Marc zum Ende der vergangenen Saison fast schon seine Laufkarriere beendet. Doch durch eine neue Trainingsgruppe in Madrid gewann Marc neue Motivation. Also: Manchmal braucht es nur frischen Wind.

Besonders im Fokus stand auch Karl Bebendorf, der im 3.000-Meter-Hindernislauf einen echten Höhepunkt setzte: In 8:20,43 Minuten gewann er nicht nur den Lauf, sondern stellte zugleich einen neuen Meisterschaftsrekord auf, was ein außergewöhnlicher Erfolg für den deutschen Läufer war und der Mannschaft wertvolle Punkte einbrachte.

Frauen-Power: Faith Kipyegon bricht eigenen Weltrekord

Beim #Breaking4Projekt in Paris war es der dreifachen Olympiasiegerin Faith Kipyegon nicht gelungen, die Meile (1609 Meter) als erste Frau unter 4 Minuten zu rennen. Doch ihre Zeit von 4:06,42 Minuten zeigte, dass die Kenianerin in Topform ist. Dies bewies sie nun eine Woche später in Eugene bei den Prefontaine Classics, wo sie ihren eigenen Weltrekord über 1500 Meter auf 3:48,68 Minuten verbesserte. Was ziehen wir daraus? Lasst euch von „schlechten“ Trainings oder Wettkämpfen nicht herunterziehen. Irgendwann wird sich das Training auszahlen.

Einer der bekanntesten Namen im deutschen Laufsport: Laura Hottenrott. Sie gehört zu den besten Läuferinnen Deutschlands – egal, ob auf der Straße oder auf Trails. Vor einem Jahr lief sie bei den Olympischen Spielen in Paris Marathon und in diesem Sommer wurde sie Vizemeisterin bei der Berglauf-DM und gewann den E51 beim Eiger Ultra Trail. „Man läuft gegen sich selbst und nicht gegen die Zeit“, sagt Laura über ihre Leidenschaft fürs Traillaufen.

Bei der City Night in Berlin konnten sowohl Esther Pfeiffer als auch Hendrik Pfeiffer persönliche Bestzeiten über 10 Kilometer laufen. Esther Pfeiffer rückt mit ihrer Zeit von 31:39 Minuten sogar auf Rang 7 der ewigen deutschen Bestenliste vor.

Trailrunning-Legende UTMB

Ende August startete das wohl wichtigste Event der Trailrunning-Szene: der UTMB (Ultra Trail du Mont Blanc). Die Highlights des UTMB 2025 waren der historische Sieg von Tom Evans (19:18:58 Stunden) und Ruth Crofts (22:56:23 Stunden) beim Hauptrennen über 174 Kilometer mit 9.900 Höhenmetern. Katharina Hartmuth konnte sich mit einer beeindruckenden Zeit von 24:16:39 Stunden den dritten Platz sichern. Seid ihr schon einmal stundenlang durch Nacht, Kälte und Platzregen gelaufen?

Obwohl sie beim TDS ihr Rennen nach etwa 100 Kilometern beenden musste, zählt Ida-Sophie Hegemann ohne Zweifel zu den spannendsten Sportlerinnen der internationalen Trail‑ und Ultralaufszene. Über die anspruchsvolle Distanz von rund 153 Kilometern und mehr als 9.000 Höhenmetern lag Ida-Sophie im Rennen über viele Stunden sogar auf einem hervorragenden zweiten Platz und gehörte zu den Mitfavoritinnen im Feld. Leider musste sie etwa bei Kilometer 100 aufgrund von körperlichen Problemen das Rennen vorzeitig beenden – ein Drama, das in der Trail‑Community für viel Mitgefühl sorgte, zeigt aber gleichzeitig, wie stark sie trotz widriger Umstände unterwegs ist. Abseits des Mont‑Blanc‑Klassikers hatte Ida‑Sophie in dieser Saison bereits andere große Erfolge feiern können. Beim Grand Raid Ventoux by UTMB über 124 Kilometer und 5700 Höhenmeter dominierte sie das Damenfeld und gewann souverän, in einer Zeit von knapp 15:57:25 Stunden – ein absoluter Saisonhöhepunkt und ein Beweis für ihre Stärke auf langen Distanzen. Auch beim Kaiserkrone Trail (56 km) und Pitz Alpine Glacier Trail (P60) ergatterte sie den ersten Platz bei den Frauen.

Herbst

Mit dem Herbst beginnt die klassische Marathon-Saison. Doch neben packenden Marathon-Momenten, wurde auch in der Leichtathletik und auf dem Trail Geschichte geschrieben.

Leichtathletik-WM in Tokio

Day 3 - World Athletics Championships Tokyo 2025
Christian Petersen, Getty Images AsiaPac

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio wurde Amanal Petros Vizeweltmeister im Marathon – und machte den Zieleinlauf spannender als jeden 100-Meter-Sprint. In 2:04:03 Stunden lief er nur 0,03 Sekunden nach dem Weltmeister ins Ziel. Erstmals seit 30 Jahren holte Amanal Petros eine deutsche Medaille im Marathon bei Weltmeisterschaften.

Auch Robert Farken zeigte bei der Leichtathletik-WM im Finale über 1.500 Meter eine beeindruckende Leistung in 3:35,15 Minuten. Eingangs der Zielgeraden lag der 27 Jahre alte Leipziger, der sich lange im hinteren Feld aufgehalten hatte, noch auf Rang neun. Dann aber zündete Farken den Turbo, zog noch an drei Konkurrenten vorbei und belohnte sich in einer Zeit von 3:35,15 Minuten mit Rang sechs.

Berlin-Marathon

Berlin-Marathon 2025
Victah Sailer

Vielleicht sind auch einige von euch beim diesjährigen Berlin-Marathon gestartet? Die Bedingungen waren mit 25 Grad und Sonnenschein allerdings alles andere als optimal für einen Marathon. Mit Bestzeiten und Rekorden war daher eigentlich nicht zu rechnen. Doch Fabienne Königstein blieb cool und lief exakt das, was sie vor dem Rennen angekündigt hatte. In 2:22:17 Stunden pulverisierte sie nicht nur ihre vorherige Bestzeit um 3:31 Minuten, sondern rannte auch noch auf Rang 3 der ewigen deutschen Bestenliste. Diese Position hatte bis dahin Domenika Mayer inne, die gestern ebenfalls ein starkes Rennen lief und ihre persönliche Bestzeit um immerhin 31 Sekunden verbessern konnte. Auch die schnellsten deutschen Männer, allen voran Hendrik Pfeiffer (2:09:14) und Johannes Motschmann (2:10:40 – eine Sekunde langsamer als PB), zeigten sich nach Berlin Marathon zufrieden.

Köln-Marathon

Köln-Marathon 2025
Norbert Wilhelmi

Nur kurze Zeit später – beim Köln Marathon – war Esther Pfeiffer trotz widriger Bedingungen nicht zu stoppen: Esther lief von Beginn an offensiv an und nahm Kurs auf den 17 Jahre alten Streckenrekord von Sabrina Mockenhaupt (68:51 Minuten). An der Seite ihres Pacemakers und Mannes Hendrik erreichte sie die 10-Kilometer-Marke bereits nach 31:58 Minuten. Das hohe Tempo konnte sie auf der zweiten Streckenhälfte halten und rannte nach 67:28 Minuten ins Ziel. Mit dieser Zeit pulverisierte Esther den Halbmarathon-Streckenrekord und sprang in der ewigen deutschen Bestenliste von Platz 10 auf 3.

Berg- und Traillauf-Weltmeisterschaften

Bei der Berg- und Traillauf-WM im spanischen Canfranc dominiert die 29-Jährige Nina Engelhard erst den Uphill (6,4 Kilometer, 990 Höhenmeter), um nur drei Tage später auch beim Classic (14 Kilometer, 775 Höhenmeter) keine Zweifel aufkommen zu lassen. „Ich habe mich richtig gut gefühlt, damit hätte ich nach dem Rennen am Donnerstag gar nicht gerechnet.“, erzählt die Doppelweltmeisterin. Erst im vergangenen Jahr hatte die Hessin bei den Europameisterschaften in Annecy ebenfalls zwei Goldmedaillen erlaufen. Gold gab es auch für Julia Ehrle, die im kürzeren Classic-Rennen der U20 (7,8 Kilometer, 400 Höhenmeter) ihren Konkurrentinnen im Downhill davonlief.

Fastest Known Time rund um den Bodensee

Florian Neuschwander verbessert die Fastest Known Time rund um den Bodensee auf 20:29:31 Stunden! Bei seinem Rekordlauf ist Flo aber nicht alleine – insgesamt rund 400 Läuferinnen und Läufer sollen ihn auf den knapp 200 Kilometern immer wieder begleitet haben. „Längster Community Run ever?“, fragt der Ultraläufer unter seiner Einheit bei Strava. Was nach viel Spaß aussah, war aber ein harter Kampf. „Die Nacht war brutal“, so Flo. Da er schon früh mit Magen- und Muskelproblemen zu kämpfen hatte, konnte er die anfängliche Pace von 4:40 min/km nicht halten und lief zum Ende hin eher 7 Minuten pro Kilometer. Wir sind gespannt, was sich Flo als nächstes Ziel setzt.

Kim Gottwald siegt beim Last Soul Ultra nach 448 Kilometern

Nachdem Kim Gottwald beim Backyard Ultra in Texas Blut geleckt hatte, organisierte er Anfang Oktober den „Last Soul Ultra“ – einen Backyard Ultra, bei dem ein 6,7 Kilometer langer Rundkurs zu jeder vollen Stunde absolviert werden musste –, solange, bis nur noch ein Läufer übrig ist. Und auch dieses Mal war es der Bochumer Kim Gottwald. Nach einem Rennen durch kalte Nächte, Sturm und Matsch war Kim nach 67 Stunden und 448 gelaufenen Kilometern der letzte im Rennen. Das, was sich der 22-Jährige vorgesetzt hatte – einen neuen deutschen Rekord aufzustellen – verpasste er jedoch. Dieser liegt aktuell bei 82 Runden (mehr als 550 Kilometern). Allerdings wird bei einem Backyard Ultra nur so lange gelaufen, wie der am Ende Zweitplatzierte durchhält. Danach ist automatisch Schluss. Sobald der vorletzte Läufer aufgibt, muss der Sieger nur noch eine Runde beenden. Wir sind gespannt aufs nächste Rennen, Kim!

Winter

Auch im Sport ist der Winter oft mehr als nur eine Pause zwischen zwei Wettkampfphasen – er steht für Übergänge, Veränderungen und manchmal für das leise Ende einer Ära. Passend dazu bildete der Marathon in Valencia einen würdigen sportlichen Schlusspunkt des Jahres.

Valencia-Marathon

Der Valencia-Marathon begeisterte auch in diesem Jahr mit einem hochklassigen und spannenden Rennen. Auf der schnellen Strecke, die längst als eine der besten Marathonrouten Europas gilt, trafen internationale Spitzenathletinnen und -athleten aufeinander und lieferten sich bis in die letzten Kilometer hinein packende Duelle. Amanal Petros konnte sich den deutschen Rekord im Marathon zurückholen, den er vor einem Jahr an Samuel Fitwi verloren hatte. Damals war dieser in Valencia 2:04:56 gelaufen, jetzt war Amanal Petros fast eine Minute schneller (2:04:03 Stunden).

Ganz stark auch Hendrik Pfeiffer: Mit einem Rennen bis zur kompletten Erschöpfung sicherte sich der 32-Jährige in 2:06:46 Stunden den erhofften Platz im Bundeskader und schob sich auf den vierten Platz der ewigen deutschen Bestenliste. Drittbester Deutscher war Samuel Fitwi, der in 2:07:00 Stunden exakt so schnell lief, wie vom Deutschen Leichtathletik-Verband für einen Platz im Marathonkader verlangt.

Das sportliche Ende einer Ära

Eliud Kipchoge
VCM / Michael Gruber

Eliud Kipchoge, der größte Marathonläufer aller Zeiten, und geht in Rente. Beim New-York-City-Marathon rannte er zwar lange in der Spitzengruppe, kam am Ende aber als 17. in 2:14:36 Stunden ins Ziel – sein langsamster Marathon jemals. In seiner außergewöhnlichen Karriere verbesserte Eliud in Berlin zweimal den Marathon-Weltrekord: 2018 lief er 2:01:39 Stunden, 2022 dann 2:01:09 Stunden. Bei einem inoffiziellen Projektlauf blieb er 2019 in Wien in 1:59:40 Stunden als erster und bislang einziger Mensch unter zwei Stunden. Zudem gewann er zweimal Olympiagold.

Doch nun ist es mit der Zeitenjagd vorbei. Er habe erkannt, dass die Jüngeren inzwischen besser seien, als er es heute sei. Zukünftig wird sich Eliud neuen Projekten widmen. So möchte er im Rahmen einer „Eliud Kipchoge World Tour“ auf allen sieben Kontinenten einen Marathon laufen, um Geld für seine Stiftung zu sammeln und Aufmerksamkeit auf den Sport zu lenken. Eliud bleibt uns als ein Botschafter des Sports erhalten. Er selbst spricht daher auch nicht davon, dass er in Rente geht. Für ihn sei es ein Übergang, von nun an für ein höheres Ziel zu laufen. „Eine Welt, in der gelaufen wird, ist eine glückliche Welt.“ – Ein schöner Gedanke – und vielleicht die perfekte Zusammenfassung dieses Laufjahres.

Tipps für die perfekte Lauf-Rückblick-Challenge

Du möchtest deine besten Laufmomente des Jahres nicht nur erinnern, sondern bewusst reflektieren? Dann ist eine Lauf-Rückblick-Challenge genau das Richtige. Sie hilft dir dabei, dein Laufjahr strukturiert Revue passieren zu lassen, Erfolge wertzuschätzen und neue Motivation für kommende Ziele zu sammeln.

Der große Vorteil: Es geht nicht um Vergleiche oder Statistiken, sondern um deine ganz persönliche Laufreise.

So kannst du dabei vorgehen

1. Wähle deine Top-5-Läufe des Jahres: Das können Wettkämpfe, Trainingsläufe oder spontane Runden sein. Entscheidend ist nicht die Distanz oder das Tempo, sondern die Bedeutung, die dieser Lauf für dich hatte.

2. Notiere, warum sie besonders waren: Frage dich: Was habe ich während dieses Laufs gefühlt? Wo fand er statt? Wer war vielleicht dabei – oder hat mich unterstützt? Diese emotionalen Details machen den Moment lebendig.

3. Ergänze visuelle Erinnerungen: Fotos, Screenshots aus der Lauf-App, Streckenprofile oder Medaillenbilder helfen dabei, deine Laufmomente greifbar zu machen. Sie transportieren Stimmung und Kontext – auch Jahre später.

4. Teile deine Geschichte (wenn du möchtest): Ob als Social-Media-Post, im Freundeskreis oder einfach für dich selbst: Das Teilen deiner Laufgeschichten verstärkt die Wirkung. Es inspiriert andere – und dich selbst.

So entsteht eine persönliche Sammlung voller Laufgeschichten, Highlights und Lauferfolge, die dich nicht nur stolz zurückblicken lässt, sondern auch motiviert in Richtung 2026.

Checkliste: So dokumentierst du deine Highlights richtig

Damit deine Laufmomente nicht im Alltag verloren gehen, hilft eine bewusste Dokumentation. Diese Form der Dokumentation macht deine Lauferfolge sichtbar und greifbar. Sie erzählt deine individuelle Laufgeschichte – und erinnert dich auch in Zukunft daran, was du alles geschafft hast.

Mit dieser Checkliste hältst du deine wichtigsten Lauferlebnisse fest:

📸 Halte deinen Lauf mit Fotos oder Videos fest. Diese kannst du vor und nach dem Lauf machen oder bei einem Wettkampf auch von Freunden, Familie oder Fotografen machen lassen.

⌚ Schreibe dir die Zeit, die Distanz und den Ort auf, um den Moment auch später noch einordnen zu können.

📝 Mache eine kurze Notiz zu deinen Gefühlen: Was ging dir durch den Kopf? Wie hast du dich gefühlt? Bist du zufrieden?

🏅 Halte besondere Erfolge oder Bestleistungen fest – egal wie groß oder klein.

❤️ Was ist deine persönliche Bedeutung des Laufs – warum bleibt er in Erinnerung?

Die Highlights eures Laufjahres 2025

Jetzt seid ihr gefragt. Denn kein Laufjahr ist vollständig ohne die Geschichten der Menschen, die es geprägt haben. Was waren deine besten Laufmomente des Jahres 2025? Die Augenblicke, auf die du besonders stolz bist, die dich emotional berührt haben oder die dich als Läufer:in wachsen ließen.

Vielleicht war es dein erster Wettkampf, ein Marathon, der dich an deine Grenzen gebracht hat, oder ein ganz stiller Lauf, der dir in einem schwierigen Moment Kraft gegeben hat. Vielleicht hast du eine neue Bestleistung gefeiert – oder einfach gelernt, wieder regelmäßig und mit Freude zu laufen. All diese Erfahrungen zählen. Daher möchten wir sie mit unseren Leserinnen und Lesern teilen.

So kannst du deine Highlights mit uns teilen:

  • Auf Instagram mit dem Hashtag #RWLaufmomente2025, um Teil unserer Lauf-Community zu werden und andere zu inspirieren.
  • Per Mail an webmaster@runnersworld.de mit dem Betreff „Mein Laufmoment 2025“ – gerne mit ein paar Worten zu deinem Highlight und einem Foto.

Gemeinsam möchten wir eine Sammlung aus unvergesslichen, persönlichen und emotionalen Laufmomenten schaffen. Eine Collage aus Lauferlebnissen, Erfolgen, Zweifeln und Siegen, die zeigt, wie vielfältig, ehrlich und verbindend Laufen sein kann. Mit der Einsendung erklärst du dich dazu einverstanden, dass deine Zusendung veröffentlicht wird.

Fazit