Olympia 2021
Olympische Spiele in Tokio
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Olympia-Vorschau Tokio 2021 – Teil 1

Tokio 2021 Olympia-Vorschau – Teil 1

Die Mitteldistanzen und das 3.000-Meter-Hindernisrennen der Männer. Wer hat Siegchancen? Teil eins unserer Vorschau auf die Laufwettbewerbe von Tokio.

Olympische Spiele wie nie zuvor werden vom Freitag, 23. Juli bis zum 8. August 2021 in Japan stattfinden. Ohne Zuschauer und mit vielen Corona- und Hygieneregeln sollen die Wettkämpfe veranstaltet werden. Das Gros der Leichtathletik-Wettbewerbe findet im Olympiastadion von Tokio statt, das normalerweise 68.000 Zuschauern Platz geboten hätte. Aufgrund der klimatischen Situation hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) unter anderen Wettbewerben die Marathonläufe ins Nord-japanische Sapporo verlegt.

An der Weltspitze ist es deutlich enger als noch 2016 in Rio

Von den zwölf Lauf-Disziplinen hatten die Kenianer vor fünf Jahren bei den Spielen in Rio die Hälfte gewonnen. Doch in verschiedenen Wettbewerben ist es inzwischen deutlich enger an der Weltspitze, so dass es schwieriger wird für die Laufnation Nummer eins, diesen Erfolg zu wiederholen. 18 deutsche Läufer werden in Japan an den Start gehen, darunter alleine sechs im Marathon. Die besten Chancen hinsichtlich einer sehr guten Platzierung hat sicherlich die 3.000-Meter-Hindernisläuferin Gesa Krause (Eintracht Frankfurt). Sie hatte vor zwei Jahren bei den Weltmeisterschaften die Bronzemedaille gewonnen.

Teil 1 der Vorschau auf die Lauf-Wettbewerbe bei den Spielen beschäftigt sich mit den Mittelstrecken und dem 3.000-Meter-Hindernisrennen der Männer. Alle drei Wettbewerbe sind überraschungsträchtig. Die Zeitangaben beziehen sich auf die deutsche Zeit (MESZ).

800 Meter

Vorläufe: 31. Juli, 2.50 Uhr
Halbfinale: 1. August, 13.25 Uhr
Finale: 4. August, 14.05 Uhr
Olympiasieger 2016: David Rudisha (Kenia)
Weltrekord: 1:40,91 David Rudisha (Kenia/2012)
Deutscher Rekord: 1:43,65 Willi Wülbeck (TV Wattenscheid/1983)

Über 800 Meter ist ein sehr offenes Rennen zu erwarten, bei dem vielleicht alle acht Finalteilnehmer Medaillenchancen haben könnten. Wenige Wochen vor der Eröffnung der Spiele meldete sich der Olympia-Zweite von 2012, Nijel Amos (Botswana), überraschend mit einer Jahresweltbestzeit von 1:42,91 Minuten zurück, nachdem er in den vergangenen Jahren kaum eine Rolle gespielt hatte. Während nicht minder überraschend der Weltmeister von 2019, Donavan Brazier (USA), bei den knallharten amerikanischen Trials hängen blieb und die Olympia-Qualifikation verpasste, setzen die Kenianer auf Ferguson Rotich und Emmanuel Korir. Eine sehr gute Leistung ist auch dem Briten Elliot Giles zuzutrauen, der rechtzeitig in Form zu kommen scheint, und dem polnischen Hallen-Europameister Patryk Dobek. Marc Reuther und Marvin Heinrich (beide Eintracht Frankfurt) scheiterten knapp an den Qualifikations-Anforderungen, so dass keine deutschen Starter im Rennen sind.

David Rudisha, der Weltrekordler und Olympiasieger, hatte nach diversen Problemen erst gar keinen Qualifikationsversuch unternommen. Der Kenianer verpasste damit die Chance, als erster Athlet drei olympische 800-m-Goldmedaillen in Folge zu gewinnen.

1.500 Meter

Vorläufe: 3. August, 2.05 Uhr
Halbfinale: 5. August, 13.00 Uhr
Finale: 7. August, 13.40 Uhr
Olympiasieger 2016: Matthew Centrowitz (USA)
Weltrekord: 3:26,00 Hicham El Guerrouj (Marokko/1998)
Deutscher Rekord: 3:31,58 Thomas Wessinghage (USC Mainz/1980)

Der Weltmeister von 2019 ist eigentlich der große Favorit: Timothy Cheruiyot. Doch der Kenianer zeigte ausgerechnet bei den Olympia-Qualifikationsrennen in Nairobi eine überraschende Schwäche und wurde nur Vierter. Dennoch wurde Cheruiyot, der mit 3:28,28 Minuten auch die Jahresweltbestenliste anführt, für Tokio nominiert. Herausfordern könnte den Weltmeister aus Kenia dabei ein Europäer: Jakob Ingebrigtsen hat sich in den internationalen Bestenlisten immer weiter nach vorne geschoben. 2020 und 2019 war der norwegische Europameister jeweils der zweitschnellste Läufer weltweit über 1.500 Meter hinter Timothy Cheruiyot.

Zwei deutsche Läufer schafften die Qualifikation für die Spiele: Amos Bartelsmeyer (Eintracht Frankfurt) und Robert Farken (SC DHfK Leipzig), der zuletzt sehr starke Form zeigte. Für beide ist das erste Ziel, das Halbfinale zu erreichen. Robert Farken hat nach seinen jüngsten Leistungen wohl die besseren Chancen dies zu schaffen und könnte dann auch ein gutes Semifinale laufen.

3.000 Meter Hindernis

Vorläufe: 30. Juli, 2.00 Uhr
Finale: 2. August, 14.15 Uhr
Olympiasieger 2016: Conseslus Kipruto (Kenia)
Weltrekord: 7:53,63 Saif Saaeed Shaheen (Katar/2004)
Deutscher Rekord: 8:09,48 Damian Kallabis (SCC Berlin/1999)

Könnte in Tokio die jahrzehntelange olympische Dominanz der Kenianer über die Hindernisstrecke enden? Seit 1984 stellt Kenia ununterbrochen den Olympiasieger über 3.000 Meter Hindernis. Doch im Olympiajahr haben die Kenianer ein Problem: Ihr bester Mann, Olympiasieger und Weltmeister Conseslus Kipruto, muss sich einer Anklage erwehren und ist derzeit offenbar nur aufgrund einer Kautionszahlung auf freiem Fuß. Zuletzt war er nicht in Form und verpasste bei den Trials in Kenia die Olympia-Qualifikation. Er könnte aber kurzfristig noch nachnominiert werden. Leonard Bett und Abraham Kibiwot sind die derzeit wohl stärksten Kenianer über die Hindernisse.

Noch bis vor wenigen Wochen schienen die Kenianer mit dem stärksten äthiopischen Läufer, Getnet Wale, einen Konkurrenten zu haben, den sie nur schwer schlagen können. Doch der Äthiopier entschied sich für einen Start über 5.000 Meter in Tokio. Dennoch ist damit zu rechnen, dass es ein engeres Rennen für die Kenianer wird. Die Äthiopier haben in den letzten Jahren aufgeholt, zudem ist mit dem Marokkaner Soufiane El Bakkali zu rechnen.

Der einzige deutsche Starter in diesem Wettbewerb ist Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898). Der 25-Jährige schaffte haarscharf die Qualifikation über die undurchsichtige Weltrangliste, nachdem er mit einer starken Steigerung auf 8:23,28 Minuten die internationale Norm knapp verpasst hatte. Für Karl Bebendorf geht es in erster Linie darum, Erfahrung zu sammeln und einen guten Vorlauf zu rennen. Denn die Qualifikation für das Finale ist unter normalen Umständen nicht möglich.

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