Laufen im Dunkeln
Stirnlampen fürs Laufen im Test

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 24.11.2025
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Stirnlampen-Test Titel
Foto: RUNNER’S WORLD

Für viele Läuferinnen und Läufer sind Einheiten im Dunkeln ganz normal. Gerade, wer nach der Arbeit die Laufschuhe schnürt, kommt im Herbst und Winter kaum um schlechte Lichtverhältnisse herum. Gut, dass es Stirnlampen gibt: Die Leuchtmittel sorgen nicht nur dafür, dass man selbst den Weg besser erkennt, sie erhöhen auch die eigene Sicherheit. Und wer gerne Trails läuft, wird bei Ultratrails auch nicht um den Einsatz einer Stirnlampe herumkommen.

So weit, so gut – inzwischen ist die Auswahl einer geeigneten Stirnlampe jedoch alles andere als einfach, denn der Markt bietet eine raue Menge an Modellen an. Das hat den Vorteil, dass für verschiedenste Einsatzzwecke die richtige Lampe dabei ist. Die Entscheidung für eines der Modelle fällt aber gar nicht so leicht. Wir haben einige praktische Leitfragen und Tipps zusammengestellt, die bei der Auswahl einer Stirnlampe helfen.

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Wie finde ich die passende Stirnlampe?

Beim Kauf einer Stirnlampe solltest du den Einsatzzweck der Lampe klar definieren. Eine Lampe für die kurze Feierabendrunde auf leicht beleuchteten Wegen in der Stadt muss ganz andere Ansprüche erfüllen als eine Lampe für lange Trailläufe in absoluter Dunkelheit. Sobald du weißt, wofür du die Lampe benutzen möchtest, kannst du dich auf die Suche nach geeigneten Modellen machen. Im Folgenden erklären wir die wichtigsten Merkmale einer Lampe: Sitz am Kopf, Leuchtkraft und Lichtkegel sowie Ladeoptionen.

Wie viel Lumen sollte eine Stirnlampe fürs Laufen haben?

Mit der Einheit Lumen wird die Leuchtkraft einer Lampe angegeben. Je höher der Wert, desto heller ist die Lichtquelle. Genauer gesagt misst die Lumen-Angabe die Leuchtkraft pro Zeiteinheit.

Stirnlampen werden anhand des Lumen-Wertes in Kategorien eingeteilt:

  • Mit bis zu 90 Lumen handelt es sich um Kompakt-Stirnlampen, die eine geringe Leuchtweite haben und eher für Laufwege durch die Stadt oder zum Spazierengehen geeignet sind.
  • Die Allround-Stirnlampen mit über 200 Lumen Lichtstrom haben meistens verschiedene Helligkeitsstufen und können bis zu etwa 80 Meter weit leuchten. Diese eignen sich vor allem für Läuferinnen und Läufer, die auf ihrer Strecke unterschiedliche Lichtverhältnisse durchlaufen und zum Beispiel auf dem Weg zum dunkleren Park noch durch beleuchtete Straßen laufen.
  • Hochleistungs-Stirnlampen müssen mindestens 100 Meter weit leuchten und einen Lumen-Wert von mindestens 500 bis 600 Lumen haben. Sie sind für Läufe in absoluter Dunkelheit gedacht.

Die Orte, an denen du läufst, sind also ausschlaggebend für die Wahl einer Stirnlampe. Bist du überwiegend in der Stadt auf beleuchteten Wegen und Straßen unterwegs, hat das Gesehenwerden die oberste Priorität. Durch die vielen Lichter der Stadt ist die Laufstrecke meist ausgeleuchtet. Andere sehen dich aber deutlich besser, wenn du neben Reflektoren auch noch eine Stirnlampe trägst. Hier reicht ein simples Modell mit relativ geringer Lichtleistung aus – auf diese Weise blendest du mit der Lampe auch niemanden, was gerade auf Wegen mit viel Fuß- und Radverkehr gut ankommen wird.

Im Wald und in unbeleuchtetem Gelände ist es dagegen wichtig, den Weg optimal zu erkennen. Auf unbeleuchteten Wegen solltest du deshalb eine leistungsfähigere Stirnlampe bevorzugen. Das Gute: Im Grunde haben alle Stirnlampen mehrere Leuchtmodi, um für verschiedene Anforderungen gewappnet zu sein.

Welche Rolle spielt der Lichtkegel?

Jede Lampe erzeugt einen Lichtkegel, der sich nach vorn öffnet. Wichtig ist vor allem die Ausleuchtung weit nach vorn, um den Weg gut im Blick zu haben. Falls dir wohler ist, wenn auch die Umgebung links und rechts der Strecke erhellt ist, achte auf einen breiten Lichtkegel anstelle eines zentrierten. Zudem ist es wichtig, dass die Leuchte nach oben und unten justierbar ist. So hast du es in der Hand, ob du lieber den Weg direkt vor dir oder ein bisschen weiter weg ausgeleuchtet haben möchtest – je nach Tempo und Terrain. Aber Achtung: Eine zu hoch eingestellte Lampe kann gerade in der Stadt andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer blenden.

Die Lichtkegel aller getesteten Stirnlampen sind unter dem jeweiligen Testeindruck zu finden. Wir haben dabei versucht, den Lichtkegel auf hellster Stufe abzubilden. Auffällig ist, dass die Lichtkegel heutzutage alle sehr gleichmäßig sind und keine allzu deutlichen Artefakte oder Schwerpunkte aufweisen. Das Modell von Evadict hat zwar einen stärkeren Fokus auf die Mitte als etwa das Modell von Lupine, aber beim Laufen bringt das kaum Nachteile mit sich.

Akku oder Batterien?

Viele Stirnlampen haben einen Akku, der über ein USB-Kabel aufgeladen wird. Es gibt aber auch Stirnlampen, die mit Batterien (Einweg oder wiederaufladbar) betrieben werden. Hierbei solltest du darauf achten, dass die Batterien einfach zugänglich sind, damit sie ohne großen Aufwand gewechselt werden können. Im Test haben wir mit der Petzl Actik Core in diesem Jahr eine Lampe mit Akku, der jedoch gegen drei AAA-Batterien getauscht werden kann.

Wichtig für die Kaufentscheidung einer Stirnlampe ist ihre Akkulaufzeit. Dabei gilt grundsätzlich zweierlei: je heller die Lampe, desto kürzer die Akkulaufzeit. Und je größer (und damit schwerer) der Akku, desto länger die Laufzeit. Du solltest dir also überlegen, wie wichtig jeweils Leuchtstärke, Akkulaufzeit und Tragekomfort sind. Achte darauf, dass die Versprechen einer langen Akkulaufzeit für die niedrigen Leuchtstufen gelten. Die Akkulaufzeit verschiedener Modelle solltest du immer bei ähnlichem Lumen-Wert vergleichen.

Wozu dient das Rotlicht bei einer Stirnlampe?

Bei Stirnlampen gibt es zwei Arten von Rotlicht. Manche Lampen besitzen einen Nachtsichtmodus mit rotem statt weißem Licht. Das rote Licht blendet weniger stark und das Nachtsehen der Augen bleibt erhalten – weil deine Augen sich nicht auf das helle Licht einstellen, kannst du auch in der nicht ausgeleuchteten Umgebung noch etwas sehen. Ein rotes Rücklicht am Hinterkopf dient der Sichtbarkeit vor allem im Straßenverkehr, egal ob blinkend oder stetig leuchtend.

Wie sitzt eine Stirnlampe am Kopf?

Weiteres Kriterium ist der Sitz der Lampe am Kopf – hier spielt der Komfortfaktor eine wichtige Rolle. Sobald die Lampe drückt oder das Gewicht der Lampe oder des Akkus stört, ist sie ungeeignet für die Laufstrecke. In der Regel lassen sich Stirnlampen fürs Laufen in ihrer Weite einstellen und an den Kopf anpassen. Ein weiteres elastisches Band, das mittig über den Kopf führt, unterstützt den Sitz von etwas schwereren (meist leistungsstärkeren) Modellen. Es gibt Stirnlampen, bei denen sich der Akku dank eines Verlängerungskabels separat, zum Beispiel im Laufrucksack, verstauen lässt. Egal, für welche Lampe du dich entscheidest: Teste vorher die Verstellmöglichkeiten und trage die Lampe probeweise, um sicherzustellen, dass nichts wackelt oder drückt.

Sind Stirnlampen fürs Laufen wasserdicht?

Die meisten Stirnlampen sind nicht wasserdicht, aber zumindest gegen Spritzwasser geschützt. Selbst günstigere Modelle halten in der Regel Nieselregen stand, während teurere, entsprechend abgedichtete Modelle auch problemlos stundenlangen Dauerregen überstehen.

Fazit: So findest du die richtige Stirnlampe

Für jeden Laufeinsatz gibt es die passende Stirnlampe. Vor dem Kauf solltest du diese Punkte bedenken:

  • Für die Stadt eignen sich leichte Stirnlampen mit niedrigerer Lichtstärke, ein Rücklicht oder Reflektor erhöht die Sichtbarkeit.
  • Auf unbeleuchteten Wegen brauchst du eine hohe Lichtstärke, um den Weg auch im Lauftempo sicher zu sehen.
  • Ein Akkufach am Hinterkopf verhindert Kabelsalat, allerdings tragen manche Läufer den Akku lieber in einer Tasche/im Laufrucksack, um Gewicht am Kopf zu sparen.
  • Wer bei jedem Wetter läuft, wählt eine zuverlässig wasserfeste Stirnlampe.

Aktuelle Stirnlampen für Läufer im Test

Wir haben die aktuellen Stirnlampen für Läuferinnen und Läufer getestet. Hier findest du alle Modelle sortiert nach Lumen.