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Benehmen beim Laufen

Der Läufer-Knigge

Wir empfehlen Ihnen das richtige Benehmen bei Training und Wettkampf. Im Knigge schlagen wir für jede Situation eine Lösung vor.

Laufen macht gesund, klug und schlank – aber nicht zwangsläufig sympathisch. Das wollen wir ändern: Unser Läufer-Knigge über korrektes Benehmen beim Training, Wettkampf und danach liefert für alle Zweifelsfälle das Regelwerk, dessen Befolgung aus jedem Läufer einen netten Menschen macht.

§1 Läufer-Gruß

Gibt es unter Läufern eigentlich so etwas wie Grüß-Gebote? Und wenn ja, welche sind es?

Muss der langsame Laufeinsteiger darauf warten, dass ihn der ambitionierte Läufer grüßt? Oder ist im Gegenteil der Langsamläufer zum Erstgruß verpflichtet? Und was tun, wenn die Läuferdichte so hoch ist, dass man vor lauter Grüßen gar nicht mehr zum Laufen kommt?

Es ist noch gar nicht so lange her, da stellten sich diese Probleme gar nicht. Die Gemeinschaft der Hobbyläufer war schlicht so klein, dass man über den Anblick eines anderen Läufers hocherfreut war. Eine Art Grüß-Automatismus war an der Tagesordnung, frei nach dem Motto: Ich bin ja so froh, dir zu begegnen und nicht der einzige Sonderling zu sein, der ziellos und – zumindest in den Augen der anderen – völlig sinnentleert im Laufschritt durch die Gegend irrt.

Die Situation hat sich grundlegend geändert. Und damit auch das Gruß­verhalten. Längst wird nicht mehr überall und von jedem gegrüßt. Als Grund­regel gilt aber nach wie vor: Läufer sind grundsätzlich freundliche Menschen, die sich, von einigen Ausnahmen abgesehen, untereinander grüßen.

Regel 1

Läufer grüßen sich normalerweise – es sei denn...

a) es sind so viele Läufer unterwegs, dass man öfter als einmal pro Minute grüßen müsste.
b) einer der beiden trainiert gerade erkennbar oberhalb seiner aerob-anaeroben Schwelle.
c) einer der beiden ist gerade erkennbar mental in sich versunken.

Regel 2

Eine grundsätzliche Verpflichtung zum Grüßen besteht nicht. Wird ein Läufer jedoch von einem anderen Läufer gegrüßt, ist das Zurückgrüßen Pflicht. Ausnahmen gelten hier nur für die unter 1 b) aufgeführte Extremsituation.

Regel 3

Für die Reihenfolge gelten die allgemein bekannten Regeln: Jung grüßt Alt, Mann grüßt Frau, Einzelner grüßt Gruppe. Eine Läufer-Sonderregel „Langsam grüßt Schnell“ gibt es nicht.

Regel 4

Zu den geläufigen und allgemein anerkannten Formen des Läufergrußes gehören ein freundliches „Hallo“, ein Kopfnicken, ein Lächeln oder ein kurzes Heben der Hand. Welche Form als adäquat empfunden wird, obliegt der Entscheidung des Läufers. Dialektgefärbte Grüße wie „Moin“ oder „Servus“ sollten nur in der entsprechenden Region angewendet werden.Regel 5Als überflüssig gelten lange Grußformeln, da sie erstens den Grüßenden selbst wichtigen Atem kosten und zweitens den Adressaten in der Regel nur unvollständig erreichen.

§2 Überholen und überholen lassen

Darf man überholen? Wenn ja, wie? Und wie lässt man sich richtig überholen?

Es gibt kaum etwas Peinlicheres, als einen anderen Läufer zu überholen, um dann 500 Meter weiter schwer atmend und völlig entkräftet einzubrechen. Auf der feierabendlichen Laufrunde wird man ein solches Verhalten vielleicht noch mit einer gewissen Belustigung zur Kenntnis nehmen. Setzen Sie aber mit hochrotem Kopf und sichtbar am Ende Ihrer Kräfte auf der Zielgraden eines Marathons zum Spurt Ihres Lebens an, um die Mitstreiter, die Sie die letzten 20 Kilometer mitgezogen haben, auf der Zielgeraden noch zu überholen, dann können Sie froh sein, wenn man Sie nur bedauernd belächelt. Denn auf kopf- und rücksichtsloses Überholen auf der Zielgeraden steht in Läuferkreisen die moralische Disqualifikation.

Bliebe noch der umgekehrte Fall: Sie sind nicht derjenige, der überholt, sondern derjenige, überholt wird. Hier heißt es: Haltung bewahren! Genauso, wie es nichts Lächerlicheres gibt, als zu überholen und dann einzubrechen, gibt es nichts Alberneres als Läufer, die die Anwesenheit eines sich von hinten nähernden Läufers mit einem völlig unvermittelten Kickstart quittieren und sich von da an alle Nase lang umdrehen, um sich der eigenen Überlegenheit zu versichern. Seien Sie sich sicher: Wenn der andere physisch in der Lage dazu ist, wird er genau jetzt alles daran setzen, Sie zu überholen – auch wenn er es eigentlich nie darauf angelegt hatte.

Legen Sie sich in solchen Fällen eine große Portion Gelassenheit zu und arbeiten Sie lieber an Laufstil und Lovehandles als an der Beschleunigung von 8 auf 18 km/h in drei Sekunden. Ein lockerer, eleganter Schritt, stramme Waden und ein flacher Bauch lassen Sie professionell aussehen, ganz egal, in welchem Tempo Sie durch die Gegend laufen. Es weiß schließlich niemand, ob Sie gerade einen Tempodauerlauf oder eine Regenerationseinheit absolvieren.

Regel 1

Nähert sich ein auf der Trainingsrunde befindlicher Läufer von hinten einem anderen Läufer, sollte er diesen nur dann überholen, wenn er das Tempo, das er beim Überholvorgang anschlägt, im Zweifelsfall auch bis nach Hause halten kann. Ein Überholvorgang, der damit endet, dass der vormals Überholte aufgrund eines rapiden Tempo­einbruchs des ursprünglich Überholenden nun seinerseits zum Überholen ansetzt, gilt in Läuferkreisen als rechtmäßiger Belustigungsgrund auf Kosten des Gescheiterten.

Regel 2

In dem Fall, in dem ein Läufer einen anderen Läufer von hinten kommen spürt, sollte er das aktuelle Tempo in jedem Fall beibehalten. Eine sprunghafte Erhöhung des Tempos zur Verhinderung des Überholvorgangs lässt zu Recht auf eine gewisse Un­reife des betreffenden Läufers schließen.

Regel 3

Regel 1 und 2 gelten nicht auf Laufbahnen.

Regel 4

Während eines Wettkampfs gilt das Überholen von Mitläufern auf der Zielgeraden als unsportliches Verhalten. Das gilt umso mehr...

a) je länger die Distanz des absolvierten Rennens ist und
b) wenn es sich um Mitläufer handelt, in deren Wind­schatten sich der betreffende Läufer auf der gesamten Strecke ausgeruht hat.

Ausnahmen:
a) Es geht um Meisterschaften oder olympisches Metall.
b) Die Uhr steht im Zielbereich kurz vor einer magi­schen Grenze und der betreffende Läufer versucht, unter dieser Grenze zu bleiben.

§3 Allzumenschliches

Schnäuzen, Pinkeln, Pupsen, Spucken und Co.: alles menschlich, allzu menschlich. Aber gerade beim Laufen in der Gruppe oder in bewohntem Gebiet äußerst heikel.

Stellen Sie sich vor, Sie laufen fröhlich vor sich hin. Leider tut Ihre Nase das auch. Zu blöd, denn das Taschentuch liegt zu Hause. Gerade bei Männern ­eine beliebte Variante: ein Nasenloch zu­halten und losrotzen. Unverzeihlich, wenn jetzt die Hälfte Ihren Hintermann trifft. Gleiches gilt fürs Spucken. Wenn es sich denn gar nicht vermeiden lässt, sollten Sie sich nicht nur für eine möglichst dezente und geräuscharme Va­riante entscheiden, sondern sich auch unbedingt vorher nach hinten absichern.

Noch heikler wird’s, wenn dann auch noch die Blase drückt oder sich das große Geschäft mit zwei Tagen Verspätung ausgerechnet während der Lauf­runde ankündigt. Soll man sich jetzt am besten von allen unbemerkt mit einem gezielten Sprung ins Unter­holz aus der Affäre ziehen oder sich lieber offen­siv auf die unaufschiebbaren mensch­lichen Grundbedürfnisse berufen, die man auch offen am Wegesrand verrichten darf (Frei nach dem Motto: Sollen die anderen doch weg­gucken, wenn es sie stört!)?

Regel 1: Schnäuzen

Als adäquatestes Mittel, um die Nase von unerwünschtem Inhalt zu befreien, gilt gemeinhin das Taschentuch. Befindet sich ein solches nicht in erreichbarer ­Nähe, darf in Ausnahme­fällen auf die Entleerung der Nase durch das Zuhalten eines Nasenloches ­unter Zuhilfenahme der Finger zurückgegriffen werden. In diesem Fall aber gilt es, einen möglichst unbeobachteten Moment abzuwarten. Unabdingbar ist es, sich zu versichern, dass niemand Unbeteiligtes mit dem Inhalt der eigenen Nase unfreiwillig in Berührung kommt.

Regel 2: Spucken

Grundsätzlich ist das Spucken beim Sport ­eine erlaubte Verhaltens­weise. Zu bevorzugen ist, gerade im Beisein an­derer Personen, eine dezente und geräuscharme Variante. Des Weiteren gilt die unter Regel 1 genannte Verpflichtung zum Schutz der den Läufer freiwillig oder zufällig umgeben­den Personen: Erst gucken, dann spucken!

Regel 3: Pupsen

Hier gilt an erster Stelle die Regel des vorausschauenden Handelns: Wenn sich die Bildung unangenehm riechender Gase durch eine geringfügige Modifikation des Speiseplans vermeiden lässt, sollte diese Möglichkeit gewählt werden.Ist diese Vermeidungsstrategie – aus welchen Gründen auch immer – fehlgeschlagen, gelten folgende Regeln:

  • Die geräuscharme ist der lauten Variante vorzuziehen.
  • Im Zweifelsfall sollte durch gleichzeitiges Husten oder Räuspern die Geräuschkulisse erhöht werden.
  • Ein dezentes Zurückfallenlassen ist zur Entlüftung grundsätzlich anzuraten. Wurde der Darmwind trotz ­dieser Vorsichtsmaßnahmen bemerkt, tritt der stilvolle Läufer die Flucht nach vorn an und sagt: „Entschuldigung.“

Regel 4: Verrichten der Notdurft

Wenn sich die Verrichtung der Notdurft, ­welcher Gestalt diese auch sein mag, nicht bis zu Hause oder bis zur nächsten öffentlichen Toilette hinauszögern lässt, gelten folgende Bestimmungen:

  • Eine Verrichtung der Notdurft sollte nie auf Privatgrund erfolgen. Umso weniger, je gepflegter dieser ist.
  • Zur Wahrung der Schamgrenze aller Personen sollte sich der Verrichtende ein Stück vom Weg entfernen und sich so positionieren, dass allen anderen der Blick auf Gesicht und entblößte Körperpartien erspart bleibt.
  • Für Mitlaufende gilt: Mindestens das Tempo verlangsamen oder in respektvoller Entfernung auf der Stelle oder vor- und zurücklaufen und auf die Rückkehr des anderen warten.

§4 Verhalten gegenüber Nichtläufern

Laufen ist ein toller Sport, und regelmäßige Läufer verfügen ganz sicher über einige Vorteile gegenüber Nichtläufern. Aber Obacht: Unbegründete Arroganz gehört ganz sicher nicht dazu! Läufer, die nichts Besseres zu tun haben, als sich etwa in Bezug auf Walker in Lästereien über „Spaziergänger in Funktionsfasern“ oder Vergleichbarem zu ergehen, werfen ein schlechtes Licht auf die Läufer-Community und deren Vorstellungen von sportlicher Fairness und Toleranz.

Zum angemessenen Verhalten gegenüber Nichtläufern gehört natürlich auch, Ihre nicht laufenden Mitmenschen nicht über Gebühr und vor allem ungefragt mit Details aus Ihrem Läuferleben zu beglücken. Nicht jeder interessiert sich für Pulswerte, Temposchnitte inklu­sive Verbesserungen im Millisekunden-Bereich. Wenn Sie merken, dass Ihr Gesprächspartner sich verstohlen nach einem Fluchtweg umsieht, dann ist es höchste Zeit, das Thema zu wechseln. Vielleicht fragen Sie ihn einfach mal nach seinem Hobby?

Regel 1

Läufer sind dazu angehalten, auch jenen Menschen mit Respekt zu begegnen, die die positive Wirkung des Laufens auf Körper und Geist für sich noch nicht entdeckt haben und dies bis auf Weiteres auch nicht zu tun gedenken.

Regel 2

Ein Läufer darf nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass sich Nichtläufer in demselben Maße für die Details des Laufsports inter­essieren wie er selbst. Im Zweifelsfall gilt es, die Reaktionen der Mitmen­schen genauestens zu überprüfen, um eventuell das Thema in eine andere Richtung steuern zu können, bevor der Gesprächspartner der Konversation ein Ende setzt. Dies gilt um­so mehr, je interessierter der Läufer am betreffenden Gesprächspartner ist.

Regel 3

Läufer haben ihren Mis­sions­eifer zu zügeln und müssen akzeptieren, dass es Personen gibt, die aus unterschiedlichen Gründen von den Vorteilen des Laufsports nicht überzeugt werden wollen. Spätestens nach zwei erfolglosen Missionierungsversuchen hat der Läufer zu akzep­tieren, dass die betreffende Person ohne das Laufen ­leben möchte. Das gilt insbesondere in Lebens­gemeinschaften.

§5 Hunde und Halter

Wer erschreckt wen? Rudimentäre Kenntnisse der Hunde-Psychologie schützen die Gesundheit.

Unangenehme Begegnungen mit Hunden - fast jeder Läufer kennt sie: völlig unschuldig trabt man seiner Wege und steht auf einmal einem bellenden Vierbeiner gegen­über. „Der tuuuut nichts!“, schallt es einem von Herrchen oder Frauchen aus der Ferne entgegen, während sich das liebe Tier auf die Hinterbeine begibt, um einen mit vollem Körpereinsatz aus den Laufschuhen zu hauen. Auf das ungeteilte Bedauern oder gar eine Entschuldigung des Besitzers zu hoffen ist häufig nicht mehr als ein ­frommer Wunsch.

Aber Hand aufs Herz: Nicht jede Begegnung mit Hund und Halter verläuft derart dramatisch. Gehen Sie also erst mal von folgender positiver Grundannahme aus: Nicht jeder Hund hat es auf Ihr Leben abgesehen und nicht jedes Herrchen gibt seinem Liebling die uneingeschränkte Erlaubnis, Jogger zum Frühstück zu vertilgen.

In dem unwahrscheinlichen Fall, dass Halter und Hund sich doch entschlossen haben sollten, die Jagdsaison auf unschuldige Läufer zu eröffnen, ist es selbstverständlich Ihr gutes Recht, Ihre exzellenten Läufermanieren für einen kurzen Moment zu vergessen! Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, können Ihnen die folgenden Regeln helfen.

Regel 1

Das beste Verhalten gegen­über fremden Vierbeinern ist ein deutlich signalisiertes Des­interesse. Je desinteressierter der Läufer, desto weniger Interesse wird im Regelfall auch der Hund zeigen.

Regel 2

Ein Läufer sollte niemals direkt auf einen ihm fremden Hund oder dessen Halter zulaufen. Beides könnte vom Hund als Angriff gewertet werden, der ihn zur Verteidigung seiner selbst oder seines Herrchens zwingt.

Regel 3

Nähert sich ein Läufer einem Hund und dessen Halter von hinten, ist es ratsam, sich möglichst früh bemerkbar zu machen. So reduziert er die Gefahr, dass sich der Hund erschreckt und in einer Weise reagiert, die der Situation unangemessen ist. Gleichzeitig gibt er dem Halter die Möglichkeit, sein Tier anzuleinen oder, falls es bereits an der Leine geht, strammer zu halten, um dem Läufer ein problemloses Passieren zu ermöglichen. Das Bemerkbarmachen kann auf unterschiedliche Art erfolgen – etwa durch lautes Räuspern oder schlurfende Schritte.

Regel 4

Hat ein Läufer große Angst vor einem Hund, den er zu passieren hat, sollte er sich nicht davor scheuen, den Halter des Hundes darum zu bitten, sein Tier für den entsprechenden Zeitraum anzuleinen. Diese Bitte sollte in jedem Fall freundlich formuliert werden, zumal dann, wenn von dem Hund bislang keinerlei aggressives Verhalten an den Tag gelegt wurde.

Regel 5

Sollten Sie tatsächlich von einem Hund physisch angegriffen werden und materiellen oder körperlichen Schaden davontragen, lassen Sie sich vom Halter des Tieres Name und Anschrift geben, um mit diesem später zur Schadens­regulierung erneut Kontakt aufnehmen zu können. Wenn Sie Zweifel an der Seriosität des Halters haben, suchen Sie sich einen Zeugen, der dem Vorfall beigewohnt hat.

§6 Kleidung und Hygiene

Welche Kleidung zum Laufen gewählt wird, bleibt im Prinzip jedem selbst überlassen. Ob Sie sich in Hightech-Funktionsfasern oder ins gute alte Baumwoll-Shirt werfen, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und eventuell auch eine des Geldbeutels.

Dennoch: So wie Sie zum Gala-Empfang nicht in Fetzen-Jeans erscheinen, gibt es auch beim Laufen einige Empfehlungen aus ästhetischer Sicht. Und was für die Kleidung gilt, gilt natürlich in gesteigertem Maße für die Hygiene. Unschuldige Opfer mit einem Duft-Cocktail aus Eau de Toilette und Schweiß zu beläs­tigen, ist schlicht untragbar. Das gilt besonders, wenn Sie Ihrem Hobby in geschlossenen Räumen wie etwa auf dem Laufband eines Fitness-Centers nachgehen.

Regel 1

Prinzipiell ist jeder Läufer frei in der Wahl seiner Bekleidung.

Regel 2

Aus Rücksichtnahme auf das ästhetische und sittliche Empfinden der dem Training freiwillig oder unfreiwillig beiwohnenden Personen empfehlen sich jedoch folgende Richtlinien:

  • Männliche Bäuche, zumal solche jenseits eines als normal ein­zustufenden Umfangs, sollten zumindest mit einem dünnen Träger­shirt verhüllt werden.
  • Die weibliche Ober­weite und das männliche Geschlecht sollten durch entsprechend stützende Kleidung so fixiert werden, dass sie andere Personen beim Anblick nicht peinlich berühren oder in der Konzentra­tion auf den Sport nachhaltig stören.

Regel 3

Die Laufbekleidung sollte möglichst optimal auf die Anforderungen der sportlichen Betätigung ausgerichtet sein. Ein Läufer, der in Tights und Laufschuhen ein Restaurant und damit ein deutlich außerhalb des Trainings liegendes Umfeld besucht, kann sich darauf jedoch nicht berufen.

Regel 4

Läufer haben aus Rücksicht auf die sie umgebenden Personen – und dies gilt insbesondere für ein Training in geschlossenen Räumen – für ihre körperliche Hygie­ne und einen neutralen Körpergeruch zu sorgen. Lauf­sachen sind nach dem Training der Wasch­maschine zuzuführen.

§7 Laufen in der Gruppe

Eine Laufgruppe ist ein vorzüglicher Test für die soziale Kompetenz jedes Einzelnen.

Allein zu laufen wird so manchem auf ­Dauer zu öde. Aber auch das Laufen in der Gruppe birgt so einige Tücken. Ein Klassiker: Erst verabreden, um dann kurz vorher ab­zusagen. Das wirkt sich besonders negativ aus, wenn die Gruppe nur aus zwei Läufern besteht. Und führt im Wiederholungsfall schnell zum Ende der Laufgemeinschaft.

Genauso oft wie ungern gesehen: Läufer, die ihren Mitstreitern durch ständiges Vorlaufen, Trippeln, Kreiseln, Zurücklaufen und erneutes Aufschließen unmissverständlich signalisieren, dass sie eigentlich viel ­lieber schneller laufen würden.

Und dann wäre da natürlich noch die „Gruppenbildung wider Willen“ – unhöflich könnte man es auch als „dreistes Dranhängen“ bezeichnen: Ein Läufer trabt gemächlich bis unmotiviert vor sich hin und träumt von einem erfolgreichen Tempodauerlauf. Allein, es fehlt die nötige Motivation. Da kommt der schnelle Kollege von hinten gerade recht. „Dranhängen und ziehen lassen“ lautet jetzt das Motto, während der soeben ungewollt und ungefragt zum Zugläufer beförderte Unbekannte durch sein schnaufendes Anhängsel möglicherweise derart aus dem Rhythmus gerät, dass er sein eigenes Trainingsziel getrost vergessen kann.

Regel 1

Beim Laufen in einer Zweiergruppe wird neben­einander gelaufen. Der leistungsstärkere Läufer ist angehalten, für den Erhalt dieses Zustands zu sorgen und seine Überlegenheit nicht dadurch unter Beweis zu stellen, dass er dauernd einen halben Schritt vorausläuft.

Regel 2

Beim Gruppenlauf gilt generell:

  • Im Idealfall wird aus Umweltschutzgründen der Start- und Zielpunkt von den betreffenden Läufern so gewählt, dass niemand mit dem Auto anfahren muss. Lässt sich die Anfahrt mit dem Auto nicht vermeiden, sind, soweit möglich, Fahrgemeinschaften zu bilden.
  • Der Langsamste gibt das Tempo vor, es sei denn, die Gruppe teilt sich wiederum in unterschiedliche Leistungsgruppen auf. In diesem Fall dürfen leistungs­stärkere Läufer vor­laufen. Innerhalb jeder Untergruppe gilt jedoch wieder erst­genannter Grundsatz.
  • Fühlt sich ein Läufer unterfordert und hat nicht die Möglichkeit, sich einer seinem Können entsprechenden Gruppe anzuschließen, sind Extra-Etappen nach hinten – keinesfalls nach vorn – erlaubt. Wer wirklich so unterfordert ist, wie er glaubt, wird keine Schwierigkeiten haben, die entstandene Lücke ­wieder zuzulaufen.
  • Des Weiteren gilt innerhalb der Gruppe: Vor und neben jedem Läufer ­sollte von allen aus Sicher­heits- und Höflichkeitsgründen ein Abstand von einem Meter eingehalten werden.
  • Im Notfall gilt: Verletzt sich ein Läufer während der Trainingsrunde, hat sich sofort und unverzüglich mindestens ­einer der Mitläufer bereit zu erklären, den Verletzten auf kürzestem Weg zum Zielpunkt zu begleiten.• Der Missbrauch von Mitläufern als Lasten-tier gilt als unsozial. Wer Energie­riegel, Trink­flaschen oder Kleidung mitnimmt, muss für die Beförderung der genannten Utensilien selbst Sorge tragen.

Regel 3

Das Absagen der verabredeten Trainingsrunde ist, zumal dann, wenn es sich um eine besonders kurzfristige Absage handelt und/oder die Laufgruppe nur aus zwei Läu­fern besteht, nur dann entschuldbar, wenn triftige Gründe wie beispielsweise Krankheit vorliegen. Bezüglich der Absagemodalitäten hat der Absagende zu gewährleisten, dass seine Botschaft den oder die anderen auch tatsächlich erreicht. Eine Absage per SMS, die bei dem oder den anderen unter Umständen nicht ankommt und eine lange Wartezeit der Nicht­informierten am verabredeten Treffpunkt zur Folge hat, ist ein unentschuldbarer Fauxpas.

Regel 4

Zu den Grundgesetzen der Gruppenbildung gehört: Ihre Gründung muss von allen Seiten freiwillig geschehen. Das Anhängen an einen unbekannten Läufer, der dieses Verhalten nicht offenkundig als akzeptabel bestätigt hat, etwa um sich von diesem zu einer besseren Trainingszeit verhelfen zu lassen, ist zu unterlassen.

§8 Anbändeln

Nur weil jemand das gleiche Hobby hat, zählt er oder sie noch lange nicht zum Freiwild.

Den zukünftigen Partner beim Laufen kennenzulernen ist zweifelsohne eine ­tolle Vorstellung. Schließlich hat man offenkundig bereits eine gemeinsame Leiden­schaft. Und der Gesprächsstoff für die erste Unterhaltung ist gesichert. Aber eins sollten Sie bedenken: Eine niveau­volle Kontaktaufnahme mit einem attrak­tiven Läufer oder einer attrak­tiven Läufe­rin ist eine ebenso diffizile Angelegenheit wie in allen ande­ren Bereichen des Lebens und will wohlüberlegt sein.

Die „Hey, kennen wir uns nicht irgendwoher?“-Nummer ist auch im Wald nicht einfallsreicher als in der Disco – also indiskutabel. Aber wenn ER sich über Kilometer an IHRE Fersen heftet, ohne sie anzusprechen, weil er noch über den richtigen Satz nachdenkt, könnte das eher als Belästigung denn als freundliche Kontakaufnahme gewertet werden. Und wenn SIE IHN während seines harten Tempo­trainings mit der Frage nach der Uhrzeit auf sich aufmerk­sam zu machen versucht, dürfte das vermutlich auch eher mit Unwillen als mit freudiger Erwartung quittiert werden.

Sie sehen: Einige Regeln für das Baggern können auch Läufern nicht schaden!

Regel 1

Die Kontaktaufnahme unter Läufern hat auf einem gehobenen Niveau stattzu­finden. Signalisiert der oder die Angesprochene deutliches Desinteresse, ist von einem weiteren Versuch in jedem Fall abzusehen.

Regel 2

Ein Läufer oder eine Läuferin hat von vornherein von einer Kontaktaufnahme abzusehen, wenn die Zielperson erkennbar ein Training im anaeroben Bereich durchführt.

Regel 3

Gerade männlichen Personen ist dringend anzuraten, einer weiblichen Läuferin nicht über ­eine längere Strecke zu folgen, ohne sie freundlich und direkt anzusprechen. Ganz besonders dann nicht, wenn die Umgebung verhältnismäßig einsam ist.

Regel 4

Nutzen Sie bei einer Kontaktaufnahme den Vorteil des offen­sichtlich vorhandenen gemeinsamen Hobbys. Dies ermöglicht die niveauvolle Kontaktaufnahme und liefert Stoff für ein Gespräch, zu dem beide aus eigener Erfahrung etwas beitragen können.

Regel 5

Sieht ein Läufer oder eine Läuferin eine Läuferin oder einen Läufer regelmäßig auf der gleichen Laufrunde, fühlt sich aber zu einer direkten Kontaktaufnahme nicht imstande, empfiehlt sich die im Volksmund „Salamitaktik“ genannte Verhaltensweise. Erste Blickkontakte können allmählich in ein freundliches Kopfnicken und später in ein immer vertrauter werdendes Grüßen übergehen, das letztlich im besten Fall in ein Gespräch und eine Verabredung zum Laufen mündet.

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