Ein Leben ohne Smartphone ist für die meisten Menschen inzwischen fast unvorstellbar. Auch bei der Joggingrunde soll das Handy häufig dabei sein – um Musik, ein Hörbuch oder einen Podcast zu hören (vielleicht ja auch unseren RUNNER’S-WORLD-Podcast), erreichbar zu sein, zwischendurch die Laufroute zu checken oder aus Sicherheitsgründen. Wichtig für ein entspanntes Training ist dann, dass nichts wackelt, rutscht, oder das Smartphone womöglich sogar herunterfällt.
In diesem Artikel findest du ein paar praktische Tipps, Ideen und Tricks, damit du auch mit Smartphone ungestört laufen kannst und gleichzeitig dein Handy das Training unbeschadet übersteht.
Wohin mit dem Handy beim Joggen?
Vielleicht kennst du das Problem: Du möchtest dein Handy beim Laufen dabeihaben – sei es aus Sicherheitsgründen, um Fotos zu machen oder um Musik zu hören. Es gibt nichts nervigeres als ein Gegenstand an der Laufkleidung, der stört. Das Handy sollte also nicht hüpfen, nicht scheuern, nicht klatschnass werden und vor allem nicht deine Laufbewegung stören. Die gute Nachricht: Es gibt einige Lösungen – von minimalistischen Taschen bis hin zu Laufwesten für lange Distanzen.
Grundsätzlich unterscheiden wir in vier verschiedene Kategorieren für den Transport deines Handys, die wir in diesem Artikel näher beleuchten:
- Laufgürtel/ Bauchtasche
- Handy-Armband oder Armtasche
- Laufweste bzw. Laufrucksack
- integrierte Handy-Taschen in der Laufkleidung (Tights, Shorts, Sport-BH)
Laufgürtel, Armtasche oder Handy-Armband
Ein Laufgürtel, den du um die Hüfte beziehungsweise den unteren Rücken trägst, ist eine gute Wahl, um das Handy zu transportieren, weil das Gewicht gut verteilt wird und nah am Körperschwerpunkt sitzt. Ähnlich ist es bei herkömmlichen Bauchtaschen. Bei diesen solltest du jedoch darauf achten, dass sie fürs Laufen eher flach gearbeitet sind. Mit Laufgürtel und Bauchtasche kannst du je nach Volumen auch Schlüssel, etwas Geld und Verpflegung verstauen. Es gibt auch Laufgürtel, die extra aufs Traillaufen ausgelegt sind und Halterungen für Trailstöcke bieten. Ein weiterer Vorteil eines Laufgürtels ist, dass du auch während des Laufens bequem im Beutel herumkramen kannst und stets alles griffbereit hast.
Laufgürtel: Vor- und Nachteile
Laufgürtel gehören zu den beliebtesten Lösungen, weil sie das Handy körpernah und stabil halten. Viele Modelle bestehen aus elastischem Material, das sich eng an den Körper schmiegt und kaum verrutscht. Dadurch bleibt das Smartphone sicher verstaut, selbst wenn du schnell läufst oder hügelige Strecken bevorzugst.
Vorteile:
- Laufgürtel sind stabil und du spürst sie kaum
- Du hast Platz für Handy, Schlüssel, Gels oder Taschentücher
- Sie eignen sich perfekt für kurze und mittlere Distanzen in einem moderaten Tempo
- Viele Modelle sind schweiß- und wasserabweisend
Nachteile:
- Bei falscher Größe kann der Gürtel rutschen, das ist vor allem bei längeren oder schnelleren Läufen sehr lästig
- Große Smartphones passen nicht in jeden Gürtel
- Bei Hitze kann das zusätzliche Material störend wirken
Armtaschen: Eine praktische Alternative
Auch eine Armtasche kann als Handy-Transportmittel dienen – wird oft aber von vielen Läuferinnen als unbequemer empfunden als ein Lauf- oder Hüftgurt. Das liegt unter anderem daran, dass das Handy nur auf einer Seite – entweder am linken oder rechten Oberarm – fixiert wird, und das Gewicht somit einseitig präsent ist. Achte beim Kauf darauf, dass du die Tasche stramm um den Arm fixieren kannst; das geschieht meistens durch einen Klettverschluss. Gerade bei Frauen mit dünneren Armen ist die stramme Fixierung bei manchen Modellen nicht möglich. Natürlich sollte der Gurt auch nicht zu fest sitzen und gar die Blutzirkulation stören. Wähle die Tasche passend zur Größe deines Smartphones, damit es einerseits gut hineinpasst, andererseits aber nicht in der Tasche wackelt oder hin und her rutscht. Das Fenster der Tasche sollte Touchscreen-kompatibel sein. Für eine bessere Sichtbarkeit im Dunklen sind Reflektoren an der Armtasche praktisch.
Smartphone-Armband oder Griff-Case

Wen dich eine Armtasche zu sehr stört, ist vielleicht ein Smartphone-Armband etwas angenehmer für dich. Dieses trägst du beim Laufen um das Handgelenk oder hälst es mithilfe eines Griff-Bands in der Hand. Bei letzterer Variante ist aber Vorsicht geboten. Im Falle eines Sturzes erhöht sich die Gefahr, dass du dich nicht ordentlich abfangen kannst – sodass das Handy zu Bruch gehen könnte, oder, schlimmer noch, dass du dich verletzt. Dies ist also die dringende Bitte, beim Laufen das Handy nicht in der Hand zu halten, sondern es ordentlich zu verstauen. Dann kannst du dich auch viel besser aufs Laufen konzentrieren.
Handy in der Laufkleidung verstauen
Moderne Laufkleidung bietet immer häufiger eingenähte Taschen, die speziell für den Transport deines Smartphones entwickelt wurden. Klarer Vorteil an integrierten Taschen: Du benötigst keine zusätzliche Ausrüstung für dein Handy.

Integrierte Taschen in Lauftights oder Shorts
Früher kaum verbreitet, finden sich aktuell an vielen Lauf-Tights für Frauen und für Männer und weiten Laufhosen für Frauen oder für Männer Taschen extra zum Verstauen des Smartphones. Achte also vielleicht einmal beim nächsten Hosenkauf darauf, dass das Kleidungsstück eine Tasche vernäht hat. Die Taschen befinden sich bei den engen Hosen in der Regel seitlich am Oberschenkel, bei Shorts meist über dem Gesäß bzw. am unteren Rücken. Bei guten Laufhosen sind die Taschen so optimiert, dass du beim Laufen nichts mehr vom Handy spürst und dieses nicht verrutschen oder gar herausfallen kann. Sportleggins mit Taschen sind enorm praktisch: Du merkst beim Laufen nichts mehr von Handy & Co und müssen vor allem bei Läufen über kurze oder mittlere Distanzen nichts weiter mit dir herumtragen.
Eingenähte Taschen in Laufoberteilen
Auch an manchem Laufoberteil gibt es Taschen zum sicheren Verstauen deines Handys. Dazu sollte das Oberteil eng geschnitten sein, damit das Handy beim Laufen nicht unangenehm hin und her geschleudert wird. Während der heißen Jahreszeit empfiehlt sich allerdings ein möglichst dünnes Funktionsshirt. Hersteller verzichten hier meist auf eingenähte Taschen. Achte dann darauf, dass die Laufshorts deiner Wahl eine Tasche aufweist – und dass diese groß genug zum bequemen Verstauen deines Handys ist. Das ist vor allem bei vielen Frauenshorts, aber auch bei manchen Männershorts, nicht der Fall.
Handytaschen in Sport-BHs
Es gibt sogar Sport-BHs mit Handytaschen, meist am Rücken, zwischen den Schulterblättern. Der Nachteil: Der Griff nach hinten-oben oder über den Kopf zwischen die Schulterblätter kann sehr umständlich sein. Vom Verstauen des Smartphones in einem normalen Sport-BH raten wir hingegen ab. Einerseits beeinträchtigt das zusätzliche Gewicht die wichtige Funktion des Sport-BHs, andererseits droht das Handy durch den Schweiß Schaden zu nehmen.
Laufrucksack & Laufweste – sinnvoll bei längeren Läufen

Wenn du auch mal längere Strecken zurücklegst, ist ein Laufrucksack sehr empfehlenswert, da du darin ausreichend Wasser und Verpflegung transportieren kannst. Auch eine Wind- oder Regenjacke sowie das Handy, Schlüssel und Geld finden hier noch Platz. Zudem gibt Rucksäcke, die aufgrund ihres Schnitts eher an eine Laufweste erinnern. Auch darin lässt sich ein Handy sicher transportieren. Der Vorteil von Laufrucksäcken ist das große Volumen, was sie praktisch für längere Läufe macht, und der sehr bequeme Sitz – vorausgesetzt, du hast ein passendes Modell gewählt. Ein Nachteil in Bezug auf das Mitnehmen des Handys ist, dass du während des Laufs nicht mal eben schnell draufschauen kannst, sondern den Rucksack erst absetzen musst. Falls dir der schnelle Zugriff aufs Smartphone wichtig ist, achte bei der Auswahl deines Laufrucksacks darauf, dass er passende Einschubtaschen an der Vorderseite der Träger hat.
Do it yourself: Sport-Handytasche zum selber Basteln
Du hast vielleicht gerade erst mit dem Laufen begonnen und dir fehlt noch jegliche Ausrüstung? Oder vielleicht gehörst zu den Menschen, die lieber alles selber machen? Dann haben wir einen kleinen Lifehack für dich: Alles, was du brauchst sind eine enganliegende Tennissocke und eine Schere. Schneide die Zehenspitzen gerade ab, drehe sie auf links und stülpe die Socke über deinen Arm. Anschließend schlägst du den unteren Rand der Socke so weit nach oben, dass du das Smartphone sicher hineinstecken kannst – fertig ist die selbstgemachte Sport-Handytasche.
Handy beim Joggen richtig schützen
Ein gewöhnliches Smartphone braucht zum sicheren Outdoor-Einsatz eine robuste Handyhülle. Unterschieden wird zwischen Cases und Bumpern. Weil letztere allerdings eher den Look des Handys im Fokus haben und Stürze zwar abfedern, je nach Stärke des Aufpralls und Bodenbeschaffenheit jedoch bei Weitem keinen Rundum-Schutz garantieren können, empfiehlt sich beim Laufen im besten Fall ein Outdoor-Case. Ein solches schützt bei Stürzen zuverlässiger, da es über erhöhte Kanten verfügt, zusätzlich bietet es Wasser- und Staubschutz. Natürlich ist ein Outdoor-Case massiver und sperriger als ein Bumper, dafür erfüllt es seinen Zweck zuverlässig und schützt dein Handy auch bei schwereren Stürzen.
Wenn du auf den Schutz gegen Stürze verzichten möchtest, kannst du dein Handy alternativ in einer wasserdichten Schutzhülle für unterwegs verstauen, was sich vor allem bei Regen, Staub und starkem Schwitzen empfiehlt. Auch eine Schutzfolie aus Panzerglas, die auf das Display geklebt werden kann, sei dir ans Herz gelegt. Denn herkömmliche Schutzfolien aus Kunststoff schützen nur vor Kratzern, nicht vor Brüchen im Display, wenn das Handy hinfällt.
So wählst du ein passendes Handy zum Laufen
Wenn du dein Handy regelmäßig beim Laufen mitnehmen möchtest, solltest du bereits beim Kauf deines Smartphones darauf achten, dass es robust ist. Zugleich sollte es leicht und einigermaßen klein sein, denn ein großes und schweres Handy stört beim Laufen. Ideal ist eine stabile, wasserdichte Ausführung bei gleichzeitig möglichst geringer Größe und leichtem Gewicht. Das ist keine selbstverständliche Kombi – Läufer müssen oftmals Kompromisse eingehen und entscheiden, was dir wichtiger ist – Robustheit oder Leichtigkeit. Von der technischen Ausstattung und der Kameraqualität ganz zu schweigen. Leider bringen gerade Outdoor-Handys oft mehr auf die Waage als gewöhnliche Smartphones. In der Regel solltest du darauf achten, dass das Handy nicht mehr als 200 Gramm wiegt.
Noch wichtiger als Größe und Gewicht ist allerdings, dass das Handy zumindest einen starken Wolkenbruch oder sogar ein paar Minuten unter Wasser überstehen kann. Das erkennst du an der IP-Zertifzierung. Die meisten Handys bewegen sich mittlerweile in dem Bereich IP 66 bis 68 – das bedeutet, dass sie, zumindest weitgehend, wasser- und staubdicht sind. Informiere dich vor dem Kauf unbedingt, wie resistent das Handy ist, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Auch Schweiß sollte ein robustes Handy unbedingt aushalten können. Worauf du beim Kauf achten solltest und welche Modelle sich zum Laufen eignen, liest du hier:
Wie kann ich ohne Handy beim Joggen Musik hören?
Wenn du kein Fan der oben genannten Möglichkeiten bist, um dein Handy beim Laufen mitzunehmen, muss dir beim Training trotzdem nicht langweilig werden. Beispielsweise können einige Smart-Watches nicht nur deine sportliche Aktivität aufzeichnen, sondern auch Musik abspielen – selbst, wenn dein Handy zu Hause bleibt. Oder du wählst einen Mini-MP3-Player. Meist günstiger als eine Smartwatch, lässt sich das kleine Gerät leicht verstauen und sorgt ebenfalls für Unterhaltung.
Kabellose Kopfhörer sind praktisch beim Laufen
Nimmst du das Handy mit, um Bücher, Musik oder Podcasts zu hören, solltest du dir auch über die Wahl der passenden Kopfhörer Gedanken machen. Kabellose Kopfhörer sind mittlerweile Standard – kein Wunder, denn Kabel werden beim Laufen oft als störend empfunden. Mit kabellosen Kopfhörern kannst du das Handy dort verstauen, wo es am bequemsten für dich ist, ohne dass der berühmt-berüchtigte Kabelsalat entsteht. Ein weiterer Vorteil der Kopfhörer ist die Möglichkeit zur Sprachsteuerung – sodass du im besten Fall das Handy gar nicht mehr hervorholen musst. Achte beim Kauf von Kopfhörern zum Laufen darauf, dass diese sicher, aber auch störungsfrei im oder am Ohr sitzen und sie möglichst regen- und schweißresistent sind. Auch, wenn es schön sein kann, mit Geräuschunterdrückung zu laufen, solltest du dir vor deinem Lauf Gedanken machen, ob deine Strecke problemlos mit Noise Cancelling zu bewältigen ist. Deine Sicherheit sollte immer im Vordergrund stehen. Mehr zu dem Thema erfährst du hier:
Warum du das Handy nicht in der Hand halten solltest
Das Handy in der Hand zu halten, wirkt auf den ersten Blick praktisch, ist aber ziemlich unbequem und kann sogar gefährlich sein. Deine Armbewegung wird eingeschränkt, was langfristig zu Verspannungen oder Fehlhaltungen führen kann. Außerdem erhöht sich das Risiko, das Smartphone fallen zu lassen – besonders bei Regen oder Schweiß, wenn es rutschig wird. Auch die einseitige Belastung kann deinen Laufstil negativ beeinflussen. Zudem kann es immer mal passieren, dass du beim Laufen stolperst oder hinfällst. In diesem Fall kann nicht nur dein Handy beschädigt werden, sondern es fehlt dir auch eine Hand zum Abfangen deines Sturzes.
FAQ: Handy mitnehmen beim Joggen
Bei den meisten Volksläufen und Marathons ist das Mitführen eines Handys erlaubt. Jedoch ist es bei den meisten Wettkämpfen verboten, Musik mit Kopfhörern während des Laufens zu hören. Erkundige dich also am besten vor deinem Start auf der Webseite des Veranstalters.
Ein leicht feuchtes Mikrofaser-Tuch reicht meistens aus. Entferne zuerst die Hülle deines Handys, reinige diese separat und lasse dann alles gut trocknen.
Ja, wenn dein Sport-BH eine integrierte Tasche hat, kannst du dein Handy dort verstauen. Achte darauf, dass dein Handy nicht scheuert, die Tasche in deinem Sport-BH eng anliegt und deine Atmung nicht eingeschränkt wird.
Spezielle Handys nur fürs Laufen gibt es nicht, jedoch gibt es Outdoor-Smartphones, die robuster und wasserfest sind. Achte bei deinem Handy Kauf darauf, dass dein Handy nicht zu groß und recht leicht ist so wird es dich beim Laufen nicht stören.





