Olympia 2021
Olympische Spiele in Tokio
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Olympia-Vorschau – Teil 3

Tokio 2020 Olympia-Vorschau – Teil 3

Anstelle von Geoffrey Kamworor wird Rhonex Kipruto für Kenia über die 10.000 Meter starten. Der Ausblick auf die Langstrecken der Männer.

Teil 3 der Vorschau auf die Lauf-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen beschäftigt sich mit den Bahn-Langstrecken der Männer, also den 5.000- und 10.000-Meter-Rennen. Hier wird der Nachfolger von Mo Farah ermittelt. Die Zeitangaben beziehen sich auf die deutsche Zeit (MESZ).

5.000 Meter

Vorläufe: 3. August, 13.00 Uhr
Finale: 6. August, 14.00 Uhr
Olympiasieger 2016: Mo Farah (Großbritannien)
Weltrekord: 12:35,36 Joshua Cheptegei (Uganda/2020)
Deutscher Rekord: 12:54,70 Dieter Baumann (Bayer Leverkusen/1997)

Kommt der 5.000-Meter-Olympiasieger 2021 nach 13 Jahren wieder aus Afrika? 2008 hatte der Äthiopier Kenenisa Bekele die Goldmedaille über diese Distanz gewonnen. 2012 und 2016 triumphierte dann jeweils Mo Farah. Der Brite wird in Tokio aber nicht am Start sein. Als Favorit gilt eigentlich Joshua Cheptegei, der vor zwei Jahren zunächst Crosslauf-Weltmeister wurde und dann auch den globalen Titel über 10.000 Meter gewann sowie 2020 die Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter brach. Doch der 24-jährige Langstreckler aus Uganda konnte in seinem bisher einzigen 5.000-Meter-Rennen der Saison nicht überzeugen. In Florenz lief er als Sechster ins Ziel.

Wenn sein jüngerer Landsmann Jacob Kiplimo nicht nur über 10.000 Meter, sondern auch über 5.000 Meter antritt, gehört der 20-Jährige neben dem Kenianer Nicholas Kimeli und dem Äthiopier Getnet Wale zu den größten Konkurrenten von Joshua Cheptegei. Wale ist eigentlich ein 3.000-Meter-Hindernisläufer, der jedoch über die flache Distanz in diesem Jahr in die Weltelite vorgestoßen ist. Er hat den 5.000 Meter offenbar Priorität eingeräumt, könnte aber in Tokio auch über beide Distanzen starten.

Die Frage ist natürlich auch noch: Was macht Jakob Ingebrigtsen? Es sprach einiges dafür, dass sich der Norweger auf die 1.500 m konzentriert, weil er dort wohl bessere Chancen hat, zumindest eine Medaille zu gewinnen. Allerdings war er es, der dann das Rennen in Florenz gewann und dort mit 12:48,45 Minuten einen Europarekord aufstellte und die bisher schnellste Zeit des Jahres weltweit lief. Mit seiner enormen Grundschnelligkeit hätte Jakob Ingebrigtsen auch über 5.000 m eine sehr gute Chance, sofern sich das Rennen entsprechend entwickelt und nicht extrem schnell wird.

Als einziger deutscher Läufer schaffte Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund) knapp die Qualifikation über die entsprechende Weltranglisten-Position von World Athletics. Für den 22-Jährigen geht es in erster Linie darum, Erfahrung zu sammeln und in seinem Vorlauf eine gute Leistung zu zeigen. Eine Qualifikation für das Finale erscheint angesichts der enorm starken Konkurrenz so gut wie unmöglich.

10.000 Meter

Finale: 30. Juli, 13.30 Uhr
Olympiasieger 2016: Mo Farah (Großbritannien)
Weltrekord: 26:11,00 Joshua Cheptegei (Uganda/2020)
Deutscher Rekord: 27:21,53 Dieter Baumann (Bayer Leverkusen/1997)

Immer wieder lieferten sich bei großen Meisterschaften die besten Langstreckler aus Kenia und Äthiopien packende Kämpfe um die Goldmedaillen. Der Brite Mo Farah, der über 10.000 Meter die Qualifikation verpasste, konnte diese Vormachtstellung bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 mit seinen Triumphen unterbrechen. Doch nun sind in Tokio wieder die Läufer aus Afrika die großen Favoriten. Aus dem jahrelangen Zweikampf Kenia gegen Äthiopien dürfte im 10.000-Meter-Finale ein Dreikampf werden. Denn die Athleten aus Uganda haben in den letzten Jahren erheblich aufgeholt. Sie stellen mit Joshua Cheptegei nicht nur den aktuellen Weltmeister und Weltrekordler über 10.000 Meter, sondern mit dem erst 20-jährigen Jacob Kiplimo auch den weltweit schnellsten Läufer über diese Strecke in diesem Jahr. Kiplimo, der auch der aktuelle Halbmarathon-Weltmeister ist, führt die Jahresbestenliste mit 26:33,93 Minuten an. Aus Äthiopien sind wohl Selemon Barega und Yomif Kejelcha am stärksten einzuschätzen. Sie liefen in diesem Jahr bei den äthiopischen Olympia-Ausscheidungen, die im holländischen Hengelo stattfanden, hochklassige Zeiten von 26:49,51 beziehungsweise 26:49,73.

Kenias Weltklasseläufer Geoffrey Kamworor war gerade rechtzeitig für das olympische Ausscheidungsrennen wieder in Form gekommen, musste nun aber kurzfristig passen: Nachdem er in Nairobi das 10.000-Meter-Rennen in 27:01,06 Minuten gewonnen hatte – dies ist angesichts der leistungsmindernden Höhenluft eine sehr starke Zeit –, stoppte ihn eine Knöchelverletzung kurz vor seinem Olympia-Start. Vor gut einem Jahr hatte Geoffrey Kamworor, der 2019 einen Halbmarathon-Weltrekord (58:01 Minuten) aufgestellt hatte und dann den New York-Marathon gewann, bereits Pech, als er beim Training von einem Motorradfahrer angefahren wurde und dann lange Zeit verletzt ausgefallen war. Für Geoffrey Kamworor wird offenbar Kenias 10-Kilometer-Straßenlauf-Weltrekordler Rhonex Kipruto (26:24 Minuten, zu sehen auf unserm Bild) in Tokio an den Start gehen. Er hatte ursprünglich überraschend die Qualifikation für Olympia verpasst.

Während über 10.000 Meter kein deutscher Läufer die Qualifikationszeit unterbieten konnte, ist dem Schweizer Julien Wanders eine sehr gute Platzierung zuzutrauen. Er könnte danach vielleicht auch noch über 5.000 Meter an den Start gehen.

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