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Faire Laufbekleidung Bade Hersteller

Faire Laufbekleidung im Test

Nachhaltige Sportbekleidung Faire Laufbekleidung im Test

Wir haben nachhaltige Laufbekleidung getestet, und erklären, wie man als Sportler bewusster konsumieren kann.

Die Anforderungen an moderne Sportkleidung sind hoch: Sie soll nicht nur gut sitzen und aussehen, sondern auch atmungsaktiv, schweißabsorbierend, schnell trocknend, ultra-leicht, extra-dehnbar und noch vieles mehr sein. Alles auf einmal, versteht sich. Ein Plus an Funktionen bedeutet aber meist auch ein Plus an Chemie. Denn Baumwolle kann all diesen Ansprüchen nicht gerecht werden. Die Sportmode-Industrie entwickelt deshalb mit Hochdruck immer neue Kunstfasern. Diese basieren im Regelfall auf der endlichen Ressource Erdöl, für deren Förderung und Transport (Ur-)Wälder gerodet und Küstenregionen in Industrieanlagen umgewandelt werden.

Aber nicht nur bei den verwendeten Textilien sind neue Ansätze notwendig. Nachhaltigkeit bezeichnet nämlich mehr als das Bestreben, möglichst wenig Müll zu produzieren. Es geht auch darum, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden. Aspekte können dabei zum Beispiel sein, die Transportwege möglichst gering zu halten und den Produktionsmitarbeitern faire Löhne zu zahlen.

Sollten Sie jetzt normale Sportkleidung in den Müll werfen?

Bitte nicht! Auch die Entsorgung von erdölbasierten Kunststofffasern ist kritisch zu betrachten. Denn sie sind nicht biologisch abbaubar, verrotten also nicht und sammeln sich zum Beispiel in den Meeren an. Stichwort: Mikroplastik. Darüber hinaus sind in Kunststofffasern oft Schadstoffe, die nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit schaden können. Besser also, Sie entsorgen solche Kleidung beim Fachhändler oder in speziellen Sammelcontainern. Noch wesentlich umweltfreundlicher: Einfach länger tragen! Weitere Tipps haben wir für Sie am Ende des Artikels zusammengefasst.

Welche Sportmarken sind nachhaltig?

Wenn Sie doch mal etwas Neues benötigen, können Sie sich für fair produzierte und/oder Sportkleidung aus alternativen, nachwachsenden Rohstoffen entscheiden. Hier finden Sie dazu Artikel einiger Hersteller, die wir getestet haben:

Ambiletics

Hersteller

(1) Urban Stories Bra (UVP 55 €)

(2) Urban Stories Leggins (UVP 98 €)

Die Urban-Stories-Collection ist eine Produktlinie der noch jungen Marke Ambiletics. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihre nachhaltige und faire Produktionsweise aus, sondern ist auch vegan (PETA ausgezeichnet). Durch die recycelten Materialien werden Ressourcen geschont und der Energieverbrauch gesenkt. Zudem pflegt der Hersteller eine enge Beziehung zu der in Portugal ansässigen Näherei und legt Wert auf angemessene Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung. “Der Stoff der Urban-Stories-Collection ist weich, flexibel und sieht wirklich schön aus. Zudem ist das Material atmungsaktiv, hält aber gleichzeitig warm. Nützlich ist auch die kleine Tasche mit Reißverschluss, die sich am Rückenbund der Tight befindet”, urteilt eine Testerin. Insgesamt also gelungene Laufkleidung, die man ohne schlechtes Gewissen kaufen kann.

Jack Wolfskin

Hersteller

(1) Narrow-T-Shirt Mann (UVP 39,95 €)

(2) Trailshorts Mann (UVP 49,95 €)

Die deutsche Marke Jack Wolfskin versucht schon seit einigen Jahren möglichst nachhaltig zu produzieren. Dafür arbeitet sie zusammen mit zahlreichen grünen Partnern, wie beispielsweise dem Siegel Bluesign oder der Fair Wear Foundation. Ersteres achtet auf umweltfreundliche Produktion an jeder Stelle der Wertschöpfungskette, während sich die zweite Organisation für menschenwürdige und gerechte Arbeitsbedingungen einsetzt.

Unsere Tester sind von den zu 100 Prozent recycelten Produkten überzeugt: „Das Shirt für Männer ist etwas weiter geschnitten, gut verarbeitet und punktet mit einer Reihe technologischer Features wie einer antibakteriellen Ausstattung, die Geruchsbildung hemmen soll“, so das Urteil über das Narrow-T-Shirt. Auch die Narrow Shorts vermitteln einen hohen Tragekomfort. „Beim Laufen hat man, was das Material betrifft, fast das Gefühl, gar nichts anzuhaben“, meint ein Tester. Auffällig sind der sehr gute Feuchtigkeitstransport der verarbeiteten Stoffe und ihre kurze Trocknungszeit. Die eng am Bein anliegende Hose hat zudem zwei seitliche Hüfttaschen - mit Reißverschlüssen! – und einen elastischen Hosenbund. Insgesamt ist sie vor allem für Trailrunner gemacht, da es bei schnelle Bahn- und Straßenläufen ergonomischer geschnittene Alternativen gibt.

Salewa

Hersteller

Pedroc Hybrid 2 Polartec (UVP 200 €)

Die mittlerweile italienische Marke achtet nicht nur bei der Produktion auf faire und ökologische Methoden. Der Firmenhauptsitz in Südtirol erhielt das Work-and-Life-Zertifikat und produziert durch die eigenen Photovoltaik-Anlagen doppelt so viel Strom wie das Gebäude benötigen würde. Seit 2019 verwendet der Konzern für die Verpackungen Holz aus den nachhaltig bewirtschafteten Wäldern Europas. Darüber hinaus wird für die die Verpackungs-Innenschicht zu 40 Prozent aus regionalem Gras. Und auch die Pedroc Hybrid 2 Polartec Jacke wurde zu 100 Prozent aus recycelten Material gefertigt und ist ideal für Trail- und Langstreckenläufer.

Durch den Feuchtigkeitsaustausch reagiert sie schnell auf Temperaturschwankungen von Körper und Umgebung. Trotzdem wird sie von eine unserer Testerinnen als "kuschelig und warm" umschrieben und ist eher für die kälteren Monate oder für Trail- und Ultraläufe gemacht. Nicht zuletzt auch, weil die Jacke sich extrem klein falten lässt und dadurch leicht transportiert werden kann. Vom Tragegefühl an sich waren unsere Tester überzeugt: "Das Produkt liegt durch das sehr elastische Material eng am Körper, ohne das man sich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühlen würde."

Scroc

Hersteller

(1) sCool Merino Shirt Friska (UVP 59 €)

(2) sMerino 160 BH Ina (UVP 49 €)

(3) sCool Merino Shirt Heroa (UVP 59 €)

(4) sMerino 160 Boxershort Viro (UVP 39 €)

Scroc ist ein österreichisches Unternehmen, das sich auf funktionelle Sportmode aus Merinowollgemischen spezialisiert hat. Gegründet wurde es vom aktiven Sportler Christian Rieger. Die Produkte werden alle in Österreich entwickelt und in Mitteleuropa produziert. Die Merinowolle wird für ihr weiches Hautgefühl und die lange Geruchsfreiheit geschätzt. Bei der konventionellen Variante der Merinowolle-Gewinnung wird die Schafshaut rund um den Schwanz ohne Betäubung entfernt. Scroc hingegen verwendet Mulesing-freie Merinowolle von australischen Farmen, die auf der Website namentlich aufgeführt werden.

Ein weiterer Bestandteil ist Tencel. Dies ist eine Faser, die aus Holz gewonnen wird und verantwortlich für das "glatte“ und "kühlende“ Trageempfinden ist. „Das Funktionsshirt ist gut verarbeitet (wenn auch nicht durchgängig mit flachen Nähten) und trägt sich dank der hohen Elastizität sehr angenehm“, urteilt eine Testerin. Jedoch fallen die Produkte sehr „körpernah“ aus, weswegen sich Luft-Liebhaber lieber für eine größere Nummer entscheiden sollten. Die natürlichen Materialien eignen sich auch für sportliche Unterwäsche. „Der Sport-BH ist sehr leicht und sitzt eng, aber nicht zu eng am Körper. Außerdem überzeugt mich das nachgiebige und natürliche Material. Es nimmt den Schweiß gut auf, ohne dass sich der BH nass anfühlt“, so eine Testerin. Insgesamt waren alle unsere Probanden überzeugt von der Scroc-Funktionsbekleidung.

Rockay

Hersteller

Rockay Men’s Tights (UVP 89 €)

Rockay schreibt sich auf die Fahne, dass sie bei der Produktion Materialien verwenden, die sie aus den Weltmeeren fischen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Plastikmüll, aber auch um Fischernetze oder Teppiche. In einem speziellen Verfahren wird aus diesem „Ozean-Müll“ wiederverwendbares Material gefertigt. Daraus entstehen dann Produkte wie die Rockay Men’s Tight, die in unserem Test absolut überzeugte.

Trotz des recht schlichten Designs sorgen die farbigen Reißverschlüsse an den Knöcheln und die eingearbeiteten Reflektoren auch bei Dunkelheit für Sichtbarkeit. Vom Tragegefühl fühlt sich diese Tight wie eine zweite Haut an. „Nichts verrutscht oder kratzt beim Laufen und durch die Atmungsaktivität kann man die Tight auch nur kurz zum Trocknen aufhängen und gleich wieder loslaufen, ohne eine Geruchsbelästigung für andere zu sein,“ lobte ein Tester. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die praktische Tasche, die groß genug für ein Handy oder den Haustürschlüssel ist.

Fitico Sportswear

Hersteller

Ocean Collection Longpants (UVP 85 €)

Das österreichische Label Fitico lässt in Portugal produzieren und achtet sehr auf faire Herstellungsbedingungen. Das Material der Ocean Collection Longpants ist aus recycelten Fischernetzen und anderem Nylon-Abfall gemacht. Die so entstehende Faser firmiert unter dem Namen „Econyl“. Die Tight wird vom Hersteller als geeignet für verschiedene Sportarten beschrieben, darunter auch das Laufen – und in der Praxis erwies sich die Hose als absolut passend für den Sport.

„Der breit geschnittene Bund sitzt total angenehm und gab mir viel Bewegungsfreiheit beim Laufen“, berichtet eine Testerin. Des Weiteren wurde die hohe Anschmiegsamkeit des Stoffs gelobt. „Sitzt gut und fühlt sich an wie eine zweite Haut“, so ein Testurteil. „Die Nähte sind angenehm flach und der Stoff schön dünn – aber nicht zu dünn, denn durchsichtig ist nichts.“ Umso schöner, dass die Tight sogar noch einen integrierten UV-Schutz mitbringt. Fazit: Wenn im Herbst oder Frühling die Sonne noch oder schon recht stark scheint, die Temperaturen aber nach einer langen Tight verlangen, dürfte die Longpants aus der Ocean Collection von Fitico hervorragend geeignet sein.

Páramo

Hersteller

Alize Windproof Jacket (UVP 120 €)

Páramo arbeitet schon seit 1992 mit der kolumbianischen Miquelina-Stiftung zusammen, welche sozial gefährdeten Frauen zu einem selbstbestimmten Leben verhilft. Außerdem bietet das britische Unternehmen ein eigenes Recycling-Programm an. Das bedeutet, dass man sämtliche Kleidungsstücke der Marke (ausgenommen Unterwäsche) im Tausch gegen einen Einkaufsgutschein zurück an den Hersteller geben kann. Páramo kümmert sich dann um die Weiterverwertung der Kleidung.

Die Jacke Alize Windproof ist, wie es der Name schon vermuten lässt, eine winddichte Jacke mit leichtem Regenschutz. Glücklicherweise ist sie dabei ebenso atmungsaktiv, weshalb sich das Kleidungsstück prima für sportliche Aktivitäten eignet – also auch fürs Laufen. Im Bereich der Handgelenke gibt es Gummibündchen, die dafür sorgen, dass hier kein Wind eindringt. Im Kragenbereich lässt sich die Jacke sogar mit einstellbaren Gummizügen regulieren. „Durch die hoch geschnittene Konstruktion mit integrierter Kapuze wird hier der Wind schön abgehalten“, erklärt eine Testerin. Möchte man dann aber doch wieder etwas Luft am Körper, kann man die Jacke sowohl in der Mitte als auch an den Seiten – hier sind zwei Belüftungsöffnungen mit Reißverschluss integriert – ein Stück weit öffnen. Ein weiterer Hinweis aus dem Test-Team: Die Jacke weist einen recht langen Schnitt auf. Daher sollte sie vor allem größeren Läuferinnen und Läufern passen. Weil sie außerdem noch sehr leicht ist, dürfte die Jacke sich auch prima eignen, um beim Lauf gegen einen eventuellen Regenschauer gewappnet zu sein.

Schöffel

Hersteller

(1) Fleece Jacket Leukerbad Herren

(2) Fleece Jacket Leukerbad Damen

Schöffel ist seit 2011 Mitglied der Fair Wear Foundation und setzt sich für soziale Produktionsstandards ein. Seit 2013 ist Schöffel Bluesign Systempartner, einem Label, das für den Schutz von Mensch, Umwelt und Ressourcen sowie eine nachhaltige Textilherstellung steht. Bei der Fleece Jacket Leukerbad kommt das S.Café-Material zum Einsatz. Es hat einen Anteil von recyceltem Kaffeesatz. Die Tester waren sich einig: "Tolles, weiches Material", "Schön warm und kuschelig, super auch bei leichtem Wind", so einige Stimmen unserer Tester.

Patagonia

Hersteller

(1) Herren Shirt Airchaser (UVP 60 €)

(2) Damen Jacke Houdini Air (UVP 160 €)

(3) Herren Jacke Houdini Air (UVP 160 €)

Patagonia produziert weltweit, ist aber zum Beispiel Mitglied der Fair Labor Association. Das Unternehmen ist bestrebt, den Produktionsprozess möglichst transparent zu machen und setzt sich regelmäßig mit großen Kampagnen für den Umweltschutz ein. Ziel ist es, Produkte herzustellen, die möglichst lange halten. Die vor allem fürs Traillaufen gemachte Bekleidung ist dabei durchaus straßentauglich. Ein Testurteil über das Airchaser-Shirt: "Das Shirt ist ein feines Leichtgewicht, das Material sehr dünn und leicht, dazu relativ elastisch. Die Verarbeitung ist tadellos, alle Nähte sind sehr flach. Trägt sich sehr luftig." Eine Testerin der Houdini Air-Jacke resümiert: "Tolle Laufjacke mit praktischer Tasche. Ideal für verregnete Tage."

Odlo

Hersteller

(1) Ceramicool Black Space Dye T-Shirt Damen (UVP 59,95 €)

(2) Zeroweight Ceramicool Split Shorts Damen (UVP 44,95 €)

(3) Ceramicool Poloshirt Herren (UVP 79,95 €)

(4) Zeroweight Ceramicool Pro 2-in-1 Shorts Herren (UVP 64,95 €)

Odlo ist seit 2008 Mitglied in der Fair Wear Foundation und hat sich somit verpflichtet, auf Fair-Wear-Standards hinzuarbeiten. 73 % der Odlo-Produkte werden in Europa hergestellt. Viele Teile haben das Öko-Tex 100-Siegel. Eine Testerin berichtet: "Die Odlo Zeroweight Ceramicool Split Shorts ist ein Hingucker. Der Stoff fällt luftig in zwei Lagen, sodass diese Split Shorts nicht nach knallharter Leichtathletik aussieht, sondern feminin. Als Einsatzzweck würde ich sie für die lockere Runde bei schönem Wetter empfehlen.“ Das Ceramicool-Material soll kühlend wirken. Eine Testerin des Ceramicool Funktionsshirts lobte das Tragegefühl und den Feuchtigkeitstransport.

Trigema

Hersteller

(1) Damen 3/4-Tight (UVP ab 58 €)

(2) Damen Sport-Shirt Coolmax (UVP ab 51 €)

(3) Herren Sport-Bermuda (UVP ab 47,50 €)

(4) Herren Sport-Shirt Coolmax (UVP ab 62 €)

Das Familienunternehmen Trigema produziert traditionell nur in Deutschland. Ein Tester der Herren Sport-Bermuda berichtet: "Vor allem bei Wind ist der Stoff (wie auch der Innenslip!) sehr luftig. Insgesamt aber sehr angenehm zu tragen und im positiven Sinne unaufdringlich." Die Damen-Tight wurde für ihr anschmiegsames Tragegefühl gelobt. "Die Hose sitzt wie eine zweit Haut und fühlt sich schön kühl auf der Haut an", so eine Testerin. Die Funktionsshirts fanden unsere Tester gut verarbeitet und bescheinigten ein angenehmes Tragegefühl.

Vaude

Hersteller

Scopi Tights Women (UVP 80 €)

Vaude arbeitet seit 2001 mit dem strengen Umweltstandard Bluesign, der die gesamte textile Wertschöpfungskette kontrolliert. Der Outdoor-Ausrüster steht für umweltfreundlich und fair produzierte Bekleidung fürs (Trail-)laufen. Bei der Tight lobte eine Testerin die Tasche, die im Gegensatz zu vielen anderen Modellen vorn angebracht ist.

Craft

Hersteller

(1) Damen Craft Cool Comfort Shirt (UVP 34,95 €)

(2) Herren Craft Cool Comfort Shirt (UVP 34,95 €)

Die schwedische Marke Craft hat das Cool Comfort Shirt aus recycletem Polyester entwickelt, für das PET-Flaschen eingeschmolzen und zu neuen Fasern gesponnen wurden. Das schont Ressourcen und übt einen positiven Einfluss auf den nachhaltigen Umgang mit Materialien aus. Das Kurzarmshirt ist zudem nahtlos verarbeitet und sorgt durch Netzeinsätze für mehr Belüftung. Der schnelle Feuchtigkeitsabtransport und der kühlende Effekt machen das Kleidungsstück zum funktionalen Begleiter an warmen Tagen – der mit gutem Gewissen getragen werden kann.

Braganza

Hersteller

Braganza Sportshirt Ladies (UVP 78 €)

Ausgedacht hat sich das Shirt von Braganza ein sportbegeisterter Bayer, der in der Textilbranche arbeitet. „Die Idee zu meinem Shirt kam mir während einer Bergtour: Ich trage gern Natur auf der Haut, dann kühle ich aber beim Schwitzen aus, da sich das Shirt vollsaugt und nass bleibt. Die synthetische Alternative riecht nun mal unangenehm“, so Braganza-Erfinder Christian Zwiesler.

Auf der Innenseite des zweischichtigen Sportshirts liegen 100% Baumwolle auf der Haut. Darüber sorgt als zweite Lage eine Microfaser für Feuchtigkeitstransport. Das Braganza Sportshirt ist fair und nachhaltig produziert: Die zertifizierten Stoffe kommen aus der Schweiz, aus Österreich und Deutschland. Die Fertigung findet in Polen statt. Das Shirt ist etwas schwerer als ein reines Funktionsshirt aus Kunstfaser und wiegt etwa so viel wie ein Merinoshirt mit 200g/qm-Qualität. Beim Test fällt bereits beim Auspacken auf: Das Shirt müffelt (oder stinkt) nicht nach Lösungsstoffen – man möchte es ob des weichen Griffs gleich anziehen. Im Hang-Tag im Shirt (seitlich eingenäht) sind die Materialangaben: Innenstoff 100% Baumwolle. Außenstoff 86% Polyester, 14% Elasthan.

Im Tragetest erweist sich die Innenseite tatsächlich als äußerst hautfreundlich, das Shirt sitzt weich. Es lässt sich dank Reißverschluss gut an- und ausziehen. Kritisieren lässt sich eventuell die Schnittform – im Rumpf ist das Shirt sehr kurz geschnitten. Die Passform fällt bei den Größen eher knapp aus. Beim Laufen fällt die Materialzusammensetzung zunächst gar nicht auf. „Überrascht hat mich, entgegen meiner Erwartung, dass sich gar keine Schwitzflecken bilden“, so ein Testläufer. Bei normalem Trainingstempo und milden Temperaturen zeigte sich das Testshirt sehr funktionell. Grenzen hat die Funktionalität jedoch an ganz heißen Tagen oder bei intensiven Läufen. Empfehlenswert ist das Braganza-Shirt aber gerade für Läufe von bis zu 45 bis 60 Minuten, hier ist es funktionell und der Tragekomfort kommt voll zur Geltung.

The North Face

Hersteller

(1) Glacier Shorts M (UVP 60 €)

2) Glacier Shorts F (UVP 50 €)

Diese Produkte stammen aus einer Bekleidungslinie, die für Aufenthalte im Traillauf-Mekka Chamonix (am Fuße des Mont Blanc) gemacht wurde. Doch auch für das Laufen anderswo eignen sie sich gut. Die kurze Hose besitzt einen breiten Gummibund und praktischerweise ein kleines Zugband zur Nachjustierung und Größenanpassung. Dennoch, so urteilten zwei unserer Tester, fällt die Hose recht groß aus, sodass man sich im Zweifel getrost für die kleinere Größe entscheiden darf.

Was kann die Kleidung aber technisch? „Das atmungsaktive Obermaterial ist relativ glatt und liegt angenehm auf der Haut“, sagt eine Läuferin. Seitlich und im Innern der beiden Eingriff-Taschen ist robustes Mesh-Material eingearbeitet. Das sorgt für zusätzliche Belüftung. Auf der Rückseite befindet sich direkt unterhalb des Hosenbunds eine recht breite Verstaumöglichkeit, ebenfalls aus Mesh. Darüber hinaus bestehen alle Produkte der Linie zu 100 Prozent aus recycelten Materialien.

Hier lesen Sie außerdem Tipps, wie Sie Ihre Sportkleidung generell nachhaltiger nutzen können:

Tipp 1: Nachhaltiger heißt, weniger Kleidung mit weniger Funktionen

Eine Statistik besagt, dass rund 750.000 Tonnen Klamotten die Deutschen jährlich wegschmeißen. Eben weil so viele Frauen und Männer sich ständig dazu verführen lassen, Nachschub zu kaufen. Besser würde die Statistik aussehen, würden Sie sich vor jedem Kauf fragen, ob Sie dieses Teil wirklich brauchen. Ja ja, Spaßverderber... Aber da gibt es eine ganz einfache Rechnung für Sportkleidung: Brauchen Sie wirklich 4 Funktionsshirts, wenn Sie nur 2-mal in der Woche trainieren? Natürlich nicht! Auch ganz wichtig: Sparen Sie an Funktionen, wenn Sie diese nicht unbedingt brauchen. Wer zum Beispiel immer im Gym trainiert und nur dann und wann bei schönem Wetter draußen joggen geht, braucht keine Laufjacke mit massivem Regenschutz.

Tipp 2: Recycling-Kleidung schont die Ressourcen

Noch nachhaltiger ist es, nicht nur wenig, sondern auch recyceltes Material zu kaufen. Denn für die Herstellung von Recycling-Kleidung wird nur etwa die Hälfte an Energie verbraucht wie bei neu aus Rohöl produzierten Fasern. Immer mehr Sportmode-Marken produzieren deshalb Textilien oder Schuhe, die komplett oder zum Großteil aus Recycling-Fasern bestehen. Toll! Auch Sportequipment gibt es in Recycling-Variante. Recycelte Sportkleidung erkennst du meist schon auf den ersten Blick an Werbehinweisen wie "Ich war mal eine Flasche".

Wer genau wissen will, wieviel Recycling im neuen Shirt oder Schuh steckt, guckt aufs Etikett. Hier muss es nämlich angegeben werden. Auch eine Lösung, aber vielleicht gerade bei Sportswear nicht jeder Frau Geschmack: Second Hand kaufen – mehr Recycling geht nicht!

Tipp 3: Bio-Sportbekleidung nutzt nachwachsende Rohstoffe

Wer Kleidung aus nachwachsenden Rohstoffen trägt, hinterlässt einen viel kleineren CO2-Fußabdruck als mit Fast-Fashion-Ware aus Plastik. Immer mehr Labels setzen deshalb bei der Produktion auf nachwachsende Rohstoffe. Für die Produktion verwenden die Hersteller gern ungewöhnliche Materialien wie Kork, Hanf und Eukalyptus. Klingt schräg, fühlt sich aber super an, ist schadstoffarm, umwelt- und hautverträglich. Auch klassische Naturfasern wie Merinowolle kommen immer häufiger zum Einsatz.

Tipp 4: Faire Sportbekleidung schont auch die Ressource Mensch

Kleidung mit gutem Gewissen zu kaufen, ist so eine Sache. Das gilt auch für Sportmode. Denn um billige Wegwerfmode zu produzieren, werden allzu oft Arbeitskräfte in Billiglohnländern ausgebeutet. Einfach nur ein hoher Preis ist natürlich keine Garantie dafür, dass ein Teil fair produziert wurde. Achten Sie deshalb besser auf das Fairtrade-Siegel. Es verrät Ihnen, dass bei der Herstellung grundlegende soziale und auch ökologische Bedingungen herrschen.

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