Weil wir die Natur lieben
Laufen und Nachhaltigkeit
Laufen in der Natur Giordano Poloni / Agencyrush.com

Fair Play beim Laufen in der Natur

Richtiges Verhalten beim Laufen in der Natur So geht Fair Play im Wald

Laufen in der Natur erfreut sich weiterhin steigender Beliebtheit. Was Läuferinnen und Läufer über Wolf, Wildschwein und Naturschutz wissen sollten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie erfreuen sich der Laufsport und die Bewegung in der Natur ja großer Beliebtheit. Doch was sollte der Mensch, speziell der laufende, bei seinen Touren durch die ­Natur beachten? Darüber sprachen wir mit Walter Kemkes, dem Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald. Er kann auf eine 40-jährige Berufserfahrung im Naturschutz zurückblicken – sowie auf eine er­folgreiche 5.000- und 10.000-Meter-Lauf­karriere in jün­geren Jahren. Heute schnürt er allerdings lieber die Wander- statt die Laufschuhe, etwa für eine Alpen­überquerung.

Wie läuft man in der Natur, ohne die Tiere zu stören?

Wie verhält man sich also beim Laufen in der Natur, sodass man Tieren nicht zur Last fällt, Herr Kemkes? „Ein wichtiges Gebot ist es, auf den Wegen zu bleiben“, so der Experte. „Die meisten Wildtiere, ob scheu oder nicht, haben ein deutlich besseres Hör-, Riech- und Sehvermögen als wir. Sie haben sich meist darauf eingestellt, dass Menschen auf bestimmten Routen unterwegs sind.“ Solange das der Fall sei, reagierten die Tiere in der Regel sehr relaxt und blieben einfach still in ihren Verstecken links und rechts des Weges, so Kemkes. Den meisten Tieren, denen wir nahe kommen, begegnen wir also gar nicht richtig.

Ganz besonders wichtig sei die Regel, nur auf den Wegen zu laufen, in der Brut- und Aufzuchtzeit im Frühling und Früh­sommer, wenn junge Vögel und ­Säugetiere wie etwa Igel oder Auerhühner unterwegs sind. „In dieser Zeit sind viele Tierarten sehr empfindlich, weil sie ihre Jungtiere schützen wollen“, erklärt Kemkes.

Doch auch im Winter können Störungen durch Menschen abseits der Wege ­große Pro­­bleme bereiten. „Die Tiere sind auf den Winter mit knappem Nahrungs­angebot gut eingestellt“, sagt Kemkes. „Im Herbst fressen sie sich Fettreserven an, im Winter ruhen sie einen großen Teil des Tages und zehren von ihren Reserven. Wenn sie aufgeschreckt werden, raubt ihnen die Flucht, teilweise durch hohen Schnee, sehr viel Energie. Die könnte ihnen in einem langen Winter am Ende fehlen, sodass sie womöglich verhungern.“

Im Dunkeln gehört die Natur den Tieren

Und wie sieht es nachts aus? Stellen Läufer mit Stirnlampen ein Problem dar? „Viele Wildtiere haben sich daran gewöhnt, dass sie in der Dämmerung und in der Nacht relativ ungestört ihrem Lebenszy­klus nachgehen können. Wenn es irgendwie möglich ist, sollten wir die Nacht den Tieren lassen und uns nicht unbedingt auch noch in der Dunkelheit durch Wald und Flur bewegen“, plädiert Kemkes um Rücksichtnahme. „Viele Wildtiere mit guter Nachtsicht sind nachts deutlich aktiver. Da stören Geräusche und flackernde Lichter die scheueren Tiere durchaus.“

Nachts durch städtische Parks zu laufen sei unproblematischer. Doch in großen geschlossenen Wäldern und erst recht in Natur- oder Waldschutzgebieten sollte man im Dunkeln nicht unterwegs sein. Gerade das Licht von Stirn­lampen sei für viele ­Tiere schwer zu deuten, sagt Kemkes. „Sie sehen ein unruhiges Flackern, eine Bewegung, die näher kommt. Sie können nicht einschätzen, ob das eine Gefahr ist oder nicht. Das führt zu Stress.“ Es gelte daher das dringende Gebot, nachts beim Laufen Wälder und Schutzgebiete möglichst zu meiden – gerade im Winter, wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind.

Versteckte Wildschweine

Dass scheue Tiere von uns Läuferinnen und Läufern möglichst nicht gestört werden wollen, wissen wir jetzt. Aber können uns Tiere auch gefährlich werden, wenn wir allein in der Natur unterwegs sind? Fangen wir mit Wildschweinen an. Wie viele es genau in Deutschland gibt, ist schwer zu sagen. Dass es ganz schön viele sein müssen, lässt sich jedoch an der Jagdstatistik des Deutschen Jagdverbands ablesen: Im Jagdjahr 2019/20 sind immerhin mehr als 882.000 Wildschweine geschossen worden. „Grundsätzlich kommt das Wildschwein in ganz Deutschland nahezu flächen­deckend vor“, bestätigt auch Walter Kemkes. Theoretisch sei eine Begegnung also fast überall und jederzeit möglich.

„Allerdings ist das Wildschwein ein sehr intel­ligentes Tier, es kann hervorragend riechen und noch besser hören. Bevor wir das Wildschwein sehen oder auch nur erahnen, hat es sich mit nahezu hundert­prozentiger Wahrscheinlichkeit zurück­gezogen.“ Sobald wir angetrabt kommen, suchen die Wildschweine also das Dickicht auf. Erst wenn wir uns weit genug entfernt haben, tauchen sie wieder auf. „Falls es doch einmal zu einer näheren Begegnung kommen sollte, werden Wildschweine in der Regel ein Fluchtverhalten zeigen und das Weite ­suchen“, kann Kemkes beruhigen.

Selbst wenn Jungtiere im Spiel sind, bestehe höchstens theoretisch ein Risiko, faktisch spiele das aber keine Rolle. „Natürlich würde eine Wildschweinmutter ihre Frisch­linge verteidigen. Doch wenn sie eine Gefahr hört oder riecht, lockt sie zunächst ihre Frischlinge an und bleibt in deren Nähe. Wer wider Erwarten zwischen Frischlinge und Muttertier gerät, sollte sich zügig und vorsichtig entfernen. Dann finden Mutter und Jungtiere wieder zueinander und das Thema ist erledigt.“ Auch In-die-Hände-Klatschen helfe, eine herannahende Schwarzwildrotte abdrehen zu lassen. Zur Not hinter einem dicken Baum in Deckung gehen. In seiner fast 40-jährigen Berufstätigkeit ist Kemkes noch kein Fall untergekommen, in dem es zu einem Konflikt zwischen Mensch und Wildschweinmutter gekommen wäre.

Laufen in der Natur
Giordano Poloni / Agencyrush.com
Wildschweine am Wegesrand? In den allermeisten Fällen dürften Sie sie kaum zu Gesicht bekommen, da die Tiere sich gut verstecken, lange bevor Sie vorbeilaufen.

Schlaue Wölfe

Wie wahrscheinlich ist es, beim Laufen einem Wolf zu begegnen? „Einem Wolf begegnet man beim Laufen eher noch seltener als einem Wildschwein“, schätzt Kemkes. Das wird auch von der Statistik bestätigt. Gerade einmal 128 Wolfsrudel, 35 Paare und zehn sess­hafte Einzelwölfe in ganz Deutschland weist das Wolfsmonitoring 2019/2020 des Bundesamts für Naturschutz aus. „Der Wolf hört, riecht und sieht sehr gut und meidet den Menschen, wo immer er kann“, so Kemkes. „Auch ihn werden wir also in der Regel beim Laufen nicht wahrnehmen. Er ist intelligent und schlau genug, dass er einen Riesenbogen um uns macht.

Und falls man doch einmal einen Wolf zu Gesicht bekommen sollte, wird er sich in den meisten Fällen auch davon­machen, weil er keinen Wert darauf legt, in Kontakt mit dem Menschen zu geraten.“ Wir Menschen dürften uns aber freuen, ein so seltenes und scheues Tier gesichtet zu haben! In den letzten 50 Jahren sei vermutlich kein Tier in Europa so gut untersucht worden wie der Wolf, so Kemkes. Dabei sei kein einziger Fall bekannt worden, in dem ein Wolf einen Menschen angefallen hätte.

„Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich größer, dass Sie von einem Haushund an­gegriffen werden, der entweder sein Grundstück verteidigt oder schlecht erzogen beziehungsweise ausgebildet ist“, führt Kemkes aus. In den letzten 20 Jahren habe es immerhin 1.500 solcher Fälle in Deutschland gegeben.

Allerdings könnten sich Wölfe aus drei gewichtigen Gründen einem Menschen trotzdem nähern, so Kemkes.

  • Erstens: Der Mensch ist in Begleitung des nächsten Verwandten des Wolfes, also des Haushunds. „Für einen Wolf ist ein Hund, egal ob klein oder groß, ein potenzieller Rivale. Wenn der Wolf sich durch ihn in seinem Revier bedroht fühlt, wird er versuchen sich zu verteidigen.“ Dies könne für den Hund, je nach Größe, sehr gefährlich werden. „Als Läufer sollten Sie den Hund von der Leine lassen, um nicht zwischen die Fronten zu kommen“, rät Kemkes. Allerdings sei auch dieses Sze­nario äußerst unwahrscheinlich. In aller Regel werde der Wolf einen großen Bogen um Mensch und Hund machen.
  • Zweitens berichtet Kemkes von jungen Wölfen, die von Menschen gefüttert wurden. Sie neigten mitunter dazu, in der Hoffnung auf Futter auf Menschen zuzu­gehen. Er mahnt daher eindringlich: „Bitte Wildtiere niemals füttern, und seien sie noch so niedlich und possierlich.“ Die resultierenden Verhaltensänderungen könnten zu großen Problemen führen. „Junge Wölfe müssen wild bleiben und lernen, sich von wilden Tieren zu ernähren, wovon wir in Deutschland genug haben, wie etwa Wildschweine, Rehe, Hirsche.“ Das vermeide Konflikte.
  • Der dritte Grund, weshalb Wölfe sich Menschen nähern könnten, ist, wenn sie krank sind. „Das ist heute zum Glück eher ein theoretisches Problem, da die Tollwut bei uns keine Rolle mehr spielt“, kann Kemkes beruhigen. Durch breite Impfaktionen bei Füchsen sei die Tollwut in Deutschland seit 10, 15 Jahren so gut wie besiegt.

Hunde an die Leine

Widmen wir uns dem Verwandten des Wolfs, dem Haushund, noch einmal genauer. Nicht in der Rolle des Wolfsrivalen, sondern in der unseres treuen Mitläufers. „Hunde stammen vom Wolf ab und haben deshalb auch das genetische Potenzial eines Raubtiers, das Interesse an anderen Tierarten hat“, sagt Kemkes. „Daher sollte man gerade in den Brut- und Aufzucht­zeiten den Hund überall an der Leine führen.“ Bei keinem Hund sei es auszuschließen, dass beispielsweise Jungvögel im Nest oder die ver­tei­digenden ­Alttiere seinen Jagdinstinkt wecken.

In Schutzgebieten und oftmals auch in bestimmten Arealen im Wald gilt deswegen Leinenpflicht. In der Regel weisen Ge- und Verbotsschilder darauf hin. „Insbesondere weil Laien nicht unbedingt fachlich einschätzen können, was in dem jeweiligen Schutzge­bieten besonders geschützt werden soll und um welche Tier- oder Pflanzen­arten es sich gerade handelt, werden Hundebesitzer dazu aufgefordert, ihre Schützlinge in Schutz­gebieten an die Leine zu nehmen. Daran sollte sich auch jeder umstandslos halten“, sagt Kemkes.

Auch beim Laufen durch landwirtschaftlich genutzte Flächen gehört der Hund an die Leine. Die meisten Landes­gesetze verbieten in der Zeit von der Einsaat bis zur Ernte der Feldfrüchte das Betreten, und zwar für Zwei- wie Vierbeiner. Mit gutem Grund, erklärt Kemkes: „Zum einen sind in den Ackerfluren seltene Tier- und Pflanzen­arten zu finden, die geschont werden sollen. Zum anderen könnten Kot und Urin in der landwirtschaft­lichen Ernte landen, was eine aufwendige Reinigung nach sich zieht.“

Angriffslustige Greifvögel?

Über meine Frage nach Greifvogelattacken wundert sich der Experte. Das komme nur in sehr seltenen Einzelfällen vor. „Im Normalfall machen Greifvögel das nicht. Von Adlern oder auch Habichten ist zwar grundsätzlich bekannt, dass sie ihren Horst verteidigen, wenn jemand diesem zu nah kommt“, erläutert Kemkes, „aber dann muss man wirklich schon sehr nah rankommen.“ Und da die Horste sich in der Regel auf hohen Bäumen befinden, sei die Gefahr absolut vernachlässigbar. Komme es dennoch zu einer Attacke, sei es hilfreich, eine Jacke oder einen Pullover über dem Kopf zu schwenken. „Außerdem ist sofortiger Rückzug aus dem Gebiet angesagt.“

Prozession der Raupen: Eichenprozessionsspinner

Kommen wir nun zu kleineren Tieren, von denen leider manchmal größere Gefahren ausgehen als von den großen. Der Eichenprozessionsspinner tritt infolge der Klimaerwärmung in den letzten Jahren vermehrt auf, auch wenn die Intensität von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfällt. Im Frühjahr schlüpfen die Raupen und sind häufig – wie der Name schon sagt – in riesigen Prozessionen unterwegs, meist in Gebieten mit Eichenbeständen. Problematisch sind ihre winzigen toxischen Brennhaare, die bei Berührung abbrechen oder durch die Luft verbreitet werden. Mittels Häkchen können sie sich an Schuhen, Kleidung, Haut und Schleimhäuten festsetzen. „Die Haare lösen bei fast allen Menschen allergische Reaktionen aus“, so Kemkes, im Extremfall drohe ein aller­gi­scher Schock.

„Als Läufer sollte man Gebiete, in denen Eichenprozessionsspinner unterwegs sind, meiden. Die meisten Waldbesitzer informieren am Waldrand, dass er dort vorkommt.“ Da die Brennhaare mehrere Jahre toxisch sind, können Gesundheitsgefahren theoretisch immer auftreten, die Hauptsaison ist aber die Fraßzeit der Raupen vom Frühjahr bis Mitte/Ende Juni. Falls Sie beim Laufen auf bislang unmarkierte Vorkommen des Insekts stoßen, rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die Nester dem Gesundheits- oder Forstamt zu melden.

Fiese Zecken

Noch kleiner, aber ebenfalls lästig und teils auch sehr gefährlich sind Zecken. „Die Zecke oder der Gemeine Holzbock ist gerade dann, wenn wir bei schönem Wetter draußen laufen wollen, auch gern unterwegs“, sagt Kemkes. „Sie hält sich am oberen Bereich von Grashalmen, Kräutern oder Sträuchern fest und reagiert auf Butter­säure. Wenn ein Säugetier, also beispielsweise ein Läufer, vorbeikommt und für die Zecke besonders lecker riecht, so lässt sie sich fallen.“ Von den Schuhen oder der Kleidung aus wird eine geeignete Hautstelle angesteuert, wo die Zecke sich festzubeißen beginnt. „Die Einstichstelle fängt bald an zu jucken“, weiß Kemkes aus eigener Erfahrung.

Wenn es also irgendwo zu kribbeln beginnt, sollte man schnell nachsehen, ob sich eine Zecke festgesetzt hat. „Wenn man sie rasch entfernt, kann man vermeiden, dass sie beim Blutsaugen Borrelien überträgt“, sagt Kemkes. „Das Entfernen geht am besten mit einer guten Zeckenkarte oder -zange.“ Borrelien sind Bakterien, die laut SDW bundesweit fast jede dritte Zecke in sich trägt. Sie verursachen die Krankheit Borreliose. Eine Infektion setzt aber eine Saugzeit von 12 bis 24 Stunden voraus.

Immerhin 240.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr mit Borreliose, so die SDW, und bei einem Viertel bis einem Drittel bricht die Krankheit aus. Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sie sich mit einem Antibio­tikum gut behandeln. Beobachten Sie nach einem Zeckenbiss die Einstichstelle und kreisen Sie sie mit einem Kuli ein: Eine sich kreisförmig ausbreitende Röte kann ein Anzeichen der Infektion sein, ebenso erkältungsähnliche Krankheitssymptome, Abgeschlagenheit und Fieber. Ein Anti­körpertest beim Arzt bringt Gewissheit.

Ebenfalls durch Zecken übertragen wird die Frühsommer-Gehirnhautentzündung (FSME). „Dagegen kann man sich impfen lassen“, so Kemkes. „FSME breitet sich in Deutschland aus, in Süddeutschland mehr als in Norddeutschland. Wer häufig draußen im Wald und Gelände unterwegs ist, dem würde ich eine Impfung empfehlen.“ Auch die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben.

Leckere Beeren naschen?

Ist Naschen beim Laufen erlaubt? Oder sollte man sich mit Blick auf den Fuchsbandwurm doch lieber zurückhalten? „Der Befall mit Fuchsbandwurm ist in verschiedenen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich ausgeprägt“, so Kemkes. „Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Beeren bis Fuchshöhe nicht sofort essen, sondern mitnehmen und abwaschen. Gerade vom Beerensammeln entlang der Wegränder ist abzuraten, daher die Füchse hier gerne entlangstreifen und dabei Bandwurmeier an den Pflanzen haften bleiben können. Bei Beeren, die in einer Höhe ab etwa einem halben Meter wachsen, ist die Gefahr gering.“

Markante Herkulesstaude weiträumig umlaufen

Bleiben wir bei den Pflanzen: Sollten Läuferinnen und Läufer sich vor der Herkulesstaude (auch: Riesen-Bärenklau oder Bärenkralle) in Acht nehmen? Kemkes: „Die Herkulesstaude löst durch Berührungen von Blüten oder Blättern massive allergische Reaktionen aus, unter Umständen bis zum Schock. Die Herkulesstaude sollte also weiträumig (!) gemieden werden.“ Der Doldenblütler komme nicht flächendeckend vor, sondern punktuell, etwa in feuchten Gräben oder ehemaligen Abraumhalden. Die markante Pflanze sei leicht zu erkennen und kaum zu übersehen. Wer sie nicht kennt, dem rät Kemkes zum Blick in ein Pflanzenbestimmungsbuch oder ins Internet (Herkulesstaude auf Wikipedia) sodass man sie beim Laufen nicht versehentlich berührt.

Herkulesstaude, Riesen-Bärenklau
iStockphoto
Die Herkulesstaude (Riesen-Bärenklau, Bärenkralle, Herkuleskraut) kann bis zu 3 Meter hoch werden.

Müll und Taschentücher

Müll gehört nicht in die Natur, logisch, wir nehmen selbstverständlich Riegel- und Gelverpackungen wieder mit nach Hause. Aber wenn man mal muss? Weiße Taschentuchfähnchen wehen parallel zur verstärkten Nutzung der Natur immer häufiger links und rechts des Weges. Was rät der Experte? „Das Taschentuch aus Zellstoff ist ja aus Holz gefertigt und vergeht natürlich irgendwann. Aber im Verarbeitungsprozess werden Stoffe eingesetzt, die das Taschentuch haltbarer und reißfester machen. Daher kann es aber auch in der Natur drei, vier, fünf Jahre liegen, bis es verrottet ist.“ Auch Bleichmittel seien nicht umweltfreundlich.

„Die beste Option ist, die Benutzung des Taschentuchs zu vermeiden oder es wieder mitzunehmen. Wenn es unvermeidbar ist, sollten Sie das Taschentuch mit dem Schuh etwas eingraben, dann geht auch der Zersetzungsprozess etwas schneller.“ Für die Wahl des Papiers gilt: Je weniger behandelt, desto besser. Und Toilettenpapier löst sich schneller auf als Taschentücher. Zum Schluss gibt’s aber noch ein Lob aus der persönlichen Erfahrung des Naturschützers: „Läuferinnen und Läufer verhalten sich zumeist regelkonform und respektieren den Schutz der Natur.“ Na, so soll es doch bleiben.

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