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Garmin Venu 2 im Test

Lifestyle-Smartwatch für Läufer Garmin Venu 2 im Test

Gesundheits- und Fitnesstracking, Musikfunktion, Smart-Notifications und eine ganze Menge Lauf-Funktionen: Das bietet die Venu 2 von Garmin.

"Dein Stil, deine Fitness, deine Welt" – mit diesem Spruch vermarktet Garmin sein Uhrenmodell Venu. Und macht klar, wo hier die Prioritäten liegen: erst kommt der Stil, dann die Fitness. Laufen gehört für Garmin vermutlich eher zu Letzterem. Sprich: Die Venu ist in erster Linie eine Lifestyle-Uhr und weniger ein Sportprofi. Als GPS-Smartwatch mit einem besonders hellen und kontrastreichen Display ist sie für Läufer aber durchaus nutzbar. Wir haben sie getestet und erklären, für welchen Läufer-Typ die Venu 2 geeignet ist.

Was kann die Garmin Venu 2?

Wie gesagt: Die Venu 2 ist von Garmin eher als Lifestyle- denn als reinrassige Sportuhr konzipiert. Sie kann deutlich mehr als gängige Fitnesstracker und bietet ein fast lückenloses Paket an Sensoren und Funktionen zur Fitness- und Gesundheitsanalyse. Doch in der Analyse der Daten und Messwerte geht die Software nicht so in die Tiefe wie die Fenix- oder Forerunner-Modelle desselben Herstellers. Dafür hat man der Venu einige Smartwatch-Funktionen mitgegeben, die durchaus auch beim Sport eine Bereicherung sein können, wie Smartphone-unabhängiges Musikhören über einen integrierten Speicher und das Anzeigen von Benachrichtigungen des Smartphones. Insgesamt ist die Venu also ein Mittelding zwischen Smartwatch, Sportuhr und Fitnesstracker.

Die wichtigsten Features der Venu 2 im Überblick

  • GPS (auch Glonass und Galileo)
  • Herzfrequenzmessung am Handgelenk
  • Messung der Sauerstoffsättigung (Pulse-Ox-Sensor)
  • Barometrischer Höhenmesser, Kompass, Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Thermometer
  • Schlafanalyse
  • Smart-Notifications
  • Stress-Level-Tracking
  • Menstruationszyklus-Tracker
  • Atemfrequenzmessung
  • mehr als 20 vorinstallierte Sportarten
  • Voreingestellte und animierte Fitness-Workouts plus Atemübungen
  • integrierter 8 GB Musikspeicher für ca. 2000 Songtitel
  • 1,3 Zoll großes AMOLED-Display (Auflösung: 416 mal 416 Pixel; Venu 2S: 1,1 Zoll, 360 mal 360)
  • 11 Tage Akkulaufzeit im Smartwatch-Modus, 22 Stunden mit GPS (Venu 2S: 10 Tage bzw. 19 Stunden)
  • wasserdicht bis 50 Meter Tiefe
  • Garmin Pay für bargeldloses Bezahlen

Für wen ist die Venu gedacht?

Die Garmin Venu richtet sich an anspruchsvolle Freizeitsportler, die all ihre Gesundheitsdaten jederzeit im Blick haben wollen und beim Laufen vor allem wissen wollen, wie weit und wie schnell sie gerannt sind.

Garmin Venu 2
hübsch anders
Die Uhr liefert eine Fülle an Fitness- und Gesundheitsdaten.

Der Funktionsumfang der Venu 2 ist fast identisch mit dem der Fitness-Uhr Vivoactive 4 von Garmin. Hauptunterschiede sind das modernere Display der Venu, der etwa viermal so große Musikspeicher und die längere Akkulaufzeit.

Beim Gehäuse gibt es mehrere Varianten: einmal die kleinere Venu 2S im gleichen Look und dazu die hier nicht getestete "rechteckige" Venu Sq. Bei Letzterer verzichtet Garmin auf das hochauflösende AMOLED-Display und die Edelstahlteil-Lünette sowie auf einige "Premiumfunktionen" wie animierte Trainings. Dafür ist sie preiswerter und man kann selbst entscheiden, ob man den Musikspeicher wirklich haben möchte (dafür gibt's die Venu Sq Music).

Mit ihren noch halbwegs kompakten Maßen und dem ansprechendem Design ist die Venu nicht nur für den Sport, sondern auch für den Alltag gut geeignet. Für das Modell 2S mit dem etwas kleineren Gehäuse gilt das noch mehr. Kurz: Wer eine ästhetisch ansprechende Uhr für Alltag und Sport sucht, ist bei der Venu genau richtig.

Aber natürlich gibt es für Läufer sinnvolle Alternativen, auch von Garmin selbst: Mehr Lauffunktionen, aber dafür weniger Lifestyle-Features bietet die Forerunner 245 (299,95 €). Wer auf das neuartige AMOLED-Display (dazu später mehr) verzichten kann, für den kommt auch die etwas günstigere Vivoactive 4 (ab 299,00 €) infrage. Hier geht's zum ausführlichen Test der Vivoactive 4.

Wie trägt sich die Garmin Venu?

Garmin Venu
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Das Tragegefühl einer Uhr wird maßgeblich durch ihre Größe bestimmt. Hier bietet Garmin bei der Venu zwei Gehäuse-Varianten, in denen dieselbe Technik steckt: Die Venu 2 misst im Durchmesser 45 Millimeter, die 2S immer noch 40. Das Gewicht der größeren Venu 2 entspricht mit 49 Gramm etwa dem einer Forerunner 745 oder Vivoactive 4, die 2S wiegt sogar unter 40 Gramm. Dabei wirkt das faserverstärkte Polymer-Gehäuse sehr hochwertig und robust, wenn auch nicht ganz so unverwüstlich wie die schweren Stahlgehäuse der Fenix-Modelle.

Das Besondere an der Venu 2 (wie auch am Vorgängermodell ohne die 2 im Namen) ist ihr hochauflösendes AMOLED-Display. Die Abkürzung steht für Active Matrix Organic Light Emitting Diode und bedeutet, dass die Diplaypixel selbst Licht abgeben. Dadurch ist die Anzeige deutlich schärfer, bunter und kontrastreicher als herkömmliche Displays.

Garmin Venu 2
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Zur Zeitanzeige gibt es zahlreiche "Watchfaces" – auch im klassischen Analog-Look.

Allerdings verringert die AMOLED-Technik die Akkulaufzeit ein wenig. Gegenüber der ursprünglichen Venu hat Garmin das aber super in den Griff gekriegt: Im Smartwatch-Modus kommt man mit der Venu 2 jetzt stolze elf Tage (früher fünf) mit einer Akkuladung aus, im GPS-Modus rund 22 statt vorher 15 Stunden.

Im Vergleich zu anderen Garmin-Modellen stellt man jedochfest, dass die "transreflektiven" MIP-Displays der Forerunner- oder Fenix-Modelle bei starker Sonneneinstrahlung weniger spiegeln und deshalb unter Umständen besser ablesbar sind. Außerdem verbrauchen sie weniger Strom und können daher "always on" betrieben. Eine entsprechende Funktion gibt es bei der Venu zwar auch, sie gilt aber nur für Aktivitäten, zur Batterieschonung aber nicht für den Alltagsbetrieb. Das AMOLED-Display der Venu ist aber so hell und klar, dass es sich auch in der Sonne trotzdem fast immer gut ablesen lässt.

Germin Venu 2
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Das Display neigt zum Spiegeln ist aber meist trotzdem gut ablesbar.

Standardmäßig ist die Uhr mit einem schnell wechselbaren Silikonarmband ausgestattet. Dieses fühlt sich Garmin-typisch sehr angenehm auf der Haut an, sitzt gut und ist schön flexibel sowie unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Wie das Kunststoffgehäuse und die Edelstahl-Lünette ist es tadellos verarbeitet. Insgesamt macht die Uhr, die es in drei Farbvarianten gibt (die 2S sogar in fünf), einen sehr schicken und hochwertigen Eindruck.

Wie lässt sich die Venu bedienen?

Zum Glück, wie viele Läuferinnen und Läufer sagen werden, hat die Venu nicht nur ein Touchdisplay, sondern auch zwei physische Druckknöpfe an der rechten Seite. Viele Smartwatches verzichten darauf heute ganz und verlassen sich auf das Wischen und Tippen mit dem Finger – beim Laufen mit schwitzigen Händen oder Handschuhen oft nicht optimal.

Bei der Venu kann man mit den beiden Knöpfen auf der rechten Seite sein Lauftraining starten und stoppen bzw. eine neue Runde oder den nächsten Teil der Trainingseinheit beginnen sowie durch das Menü navigieren.

Davon abgesehen folgt das einfache, intuitive Menü der Venu der Logik, die man von anderen Modellen des Herstellers kennt: Vom Haupt-Bildschirm mit Uhrzeitanzeige kann man durch Nach-oben- oder Nach-unten-Wischen durch die diversen Funktionen und Statistiken blättern, ein längerer Druck auf eine der beiden Tasten bringt einen zum Steuerungsmenü und zu den Geräteeinstellungen. Der untere der beiden Knöpfe rechts bringt einen jeweils einen Schritt zurück. Man kann in den Tiefen der Menüs also nie verlorengehen.

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Wie gut ist die Venu 2 zum Laufen geeignet?

Wie aus der Feature-Liste oben zu erkennen, verfügt die Venu 2 hardwareseitig über alle Sensoren, die auch in den teuersten Laufuhren stecken – bis hin zu Sauerstoffsättigung, Kompass und Höhenmesser. Unterschiede beim Funktionsumfang ergeben sich nur aus einer anderen Software, die weniger Wert auf eine detaillierte Laufstil- und Trainingsanalyse setzt als bei den Forerunner- oder Fenix-Modellen.

Mit GPS- und Herzfrequenzmessung sowie einfachen Runden- (Auto Lap) und Pausen-Funktionen (Auto Pause) erfüllt die Venu aber die Grundanforderungen an eine Laufuhr. Sie hat zwar keinen Multisport-Modus, bei dem mehrere Sportarten als eine Einheit aufgezeichnet werden können, wie etwa beim Triathlon. Die Aufbereitung der aufgezeichneten Daten in der Connect-App bzw. im Online-Portal ist aber so anschaulich und detailliert, wie man es von Garmin gewohnt ist.

Garmin Venu 2
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Die wesentlichen Laufdaten werden vollständig aufgezeichnet.

Komplexere Trainingseinheiten wie Intervalle muss man vorab über die App nach den eigenen Vorstellungen konfigurieren, denn auf der Uhr selbst geht das nicht – jedenfalls nicht so, wie man es etwa von den Fenix-Modellen gewohnt ist. Dafür kann man vorkonfigurierte oder eigene Einheiten und auch ganze Trainingspläne auf die Uhr laden. Das gilt auch für die vielen anderen Sportarten, die auf der Uhr vorkonfiguriert sind, vor allem fürs Krafttraining.

Lücken lässt die Software auch bei der Laufstil- und Trainingsanalyse. Herzfrequenzvariabilität und Erholungszeit, Trainingszustand und Trainingseffekt sucht man hier vergebens. Wer so etwas wünscht, ist mit einer dezidierten Laufuhr besser bedient als mit der Venu.

Garmin Venu 2
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Die Darstellung ist übersichtlich, Profis wünschen sich aber mehr Details.

Andererseits lassen sich die Display-Anzeigen zur Lauffunktion und den anderen Sportprofilen vielfältig konfigurieren und mit allerlei Datenfeldern wie Gesamtdistanz, aktueller oder Durchschnitts-Pace, Schrittfrequenz, Herzfrequenz, Durchschnitts-Herzfrequenz, Prozent der Hfmax etc. befüllen. Man ist also auch unterwegs immer rundum informiert.

Was in der Praxis allerdings auffällt, ist die Zeitverzögerung beim Wiederaufwachen aus dem Energiesparmodus, in den die Uhr nach einer einstellbaren Zeitspanne verfällt. Auch um ein Einbrennen des teuren Displays zu verhindern, schaltet die Uhr dabei den Bildschirm aus. Reaktiviert wird sie entweder durch Drehen des Handgelenks oder durch doppeltes Tippen auf das Display. Doch bis die Anzeige wieder da ist, vergehen ein, zwei Sekunden, woran man sich gewöhnen muss.

Sehr erfreulich ist dagegen die lange Akkulaufzeit. Für gewöhnlich kommt man so lange mit einer Ladung aus, dass man ganz vergisst, wann man die Uhr zuletzt aufgeladen hat. Es sind im Normalbetrieb auf jeden Fall mehrere Tage und auch mit GPS und sogar mit Musik viele Stunden.

Welche Nachteile hat die Uhr?

Angesichts der technischen Fähigkeiten der Uhr ist ein bisschen schade, dass ihr vom Hersteller aus Gründen der Zielgruppen-Differenzierung manch sinnvolle oder reizvolle Funktionen vorenthalten wurden. Wer sich mit anderen Läufern messen will, entweder auf der Jagd nach Segmenten oder mit einem virtuellen Gegner, der braucht eine andere Uhr.

Man kann mit der Venu nicht navigieren und keine Karten oder Höhenprofile anzeigen. Auch werden beim Trailrunning die Anstiege nicht bei der Trainingsauswertung berücksichtigt. Ähnliche Beschränkungen gibt es beim Schwimmen und Radfahren. Die eine Uhr, die alles kann und jeden glücklich macht, gibt es also auch weiterhin nicht.

Wie lautet das Fazit zur Garmin Venu 2?

Die Garmin Venu 2S ist eine schicke, technisch ausgereifte Uhr mit vielen sinnvollen Funktionen, die einen gründlich über die eigene Fitness informieren. Es ist eine Uhr, die im Alltag und – nicht zuletzt dank der Musikfunktion – auch beim Laufen Spaß macht. Eben darin findet sich ein echtes Kaufargument: Wer gern mit Musik läuft, benötigt mit der Venu auf der Laufstrecke kein weiteres Abspielgerät wie etwa das große, schwere Smartphone oder einen separaten MP3-Player. Und auf die Trainingsaufzeichnung muss man trotzdem nicht verzichten.

Hier kaufen: Garmin Venu 2 (UVP: 399,99 Euro) oder Garmin Venu 2S (UVP: 399,99 Euro)

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