Norbert Wilhelmi

Marathons für eine neue Bestzeit Die schnellsten Marathons in Deutschland

Die mittlere Finisherzeit der 20 größten Marathons in Deutschland weicht fast eine Stunde auseinander. Wir zeigen, wo es sich besonders schnell läuft.

Flache Strecken liefern in aller Regel schnellere Zeiten. Die äußeren Bedingungen spielen natürlich auch eine zentrale Rolle dabei. Bei großer Hitze rücken die angepeilten Ziele schnell in weite Ferne. Für unsere Vorstellung der schnellsten Marathons in Deutschland haben wir uns die mittlere Finisherzeit unter den 20 größten deutschen Marathons angeschaut. Um außergewöhnlich hohen Temperaturen oder sonstigen Erschwernissen den Spielraum einzugrenzen, beziehen wir uns hierbei auf ein Mittel der letzten fünf Jahre, also auf alle Ergebnisse zwischen 2015 und 2019.

Hierzu wurden die Mediane der männlichen und weiblichen Finisher pro Marathon gemittelt. Das einzige Manko dabei: Der Median der Frauen wird genauso stark gewichtet, wie der der Männer, die je nach Marathon rund 80 Prozent der gesamten Finisher ausmachen. Dennoch soll unsere Übersicht einen guten Eindruck darüber vermitteln, wo es für den Durchschnittsläufer besonders schnell über die 42,195 Kilometer sein kann.

Berlin-Marathon nur auf Platz 17 der schnellsten mittleren Finisherzeiten

Unterhalb den zehn schnellsten Marathons in Deutschland finden Sie eine weitere Übersicht über die schnellsten Siegerzeiten. Auch hier wurde ein Mittelwert der männlichen und weiblichen Siegerzeit über die letzten fünf Jahre gebildet. Zwar liegt der Berlin-Marathon mit einer mittleren Finisherzeit von 4:13:27 Stunden nur auf Platz 17 unter den 20 größten Marathons, doch wo die absolut gesehen schnellsten Zeiten gelaufen werden, ist natürlich klar. Bereits elf Marathonweltrekorde wurden in Berlin gelaufen – zuletzt 2018 von Eliud Kipchoge in beeindruckenden 2:01:39 Stunden.

Platz 1: Frankfurt-Marathon

Nur zwei Marathons liegen in unserer Wertung unter einem Mittel von vier Stunden. Der Frankfurt-Marathon belegt mit 3:58:35 Stunden den ersten Platz. Die gemittelten Mediane der Geschlechter über die letzten fünf Jahre waren bei keinem anderen der 20 größten Marathons in Deutschland schneller. Nicht umsonst stellen sich viele Marathonläufer mit dem Ziel einer neuen persönlichen Bestleistung Ende Oktober an die Startlinie in die Mainmetropole.

Tomás Ortiz Fernandez

Platz 2: Dresden-Marathon

Der Dresden-Marathon belegt mit 3:58:57 Stunden den zweiten Platz. Nur 22 Sekunden später als in Frankfurt wurden hier die Mediane der Frauen und Männer innerhalb der letzten fünf Austragungen gezeitet.

Liemesrun 2016
Norbert Wilhelmi

Platz 3: Leipzig-Marathon

Etwas über vier Stunden liegt der Leipzig-Marathon. Für diesen bedeuten 4:01:38 Stunden den dritten Platz und somit den Sprung auf das Podest.

Platz 4: Freiburg-Marathon

Auf Platz vier springt der Freiburg-Marathon. Der über die Geschlechter gemittelte Durchschnitt zwischen 2015 und 2019 liegt tief im Süden bei 4:02:03 Stunden. Gründe hierfür können – wie bei anderen Laufevents, die nicht nur die volle Distanz anbieten – sein, dass weniger erfahrene und ambitionierte Läufer eher Tendenzen zu den kürzeren Distanzen aufweisen und so nur die Allerfittesten über die 42,195 Kilometer starten, was in einer schnelleren mittleren Finisherzeit mündet.

Michael Ripberger

Platz 5: Düsseldorf-Marathon

Auch Düsseldorf gilt nicht zu Unrecht – ähnlich wie Frankfurt – als heißes Pflaster für schnelle Zeiten. Das bewiesen auch die nationalen Titelkämpfe. Mit 4:02:52 Stunden liegt der Düsseldorf-Marathon auf dem fünften Platz.

Norbert Wilhelmi

Platz 6: Bonn-Marathon

In kleinen Schritten geht es weiter: 48 Sekunden mehr bedeuten für den Bonn-Marathon zwischen 2015 und 2019 den sechsten Platz. Mit 4:03:40 Stunden wird der Bonn-Marathon in unserem Ranking gewertet.

Robin Böttcher

Platz 7: Marathon Bremen

4:04:04 Stunden beträgt das Mittel der männlichen und weiblichen Mediane der letzten fünf Jahre an der Weser. Mit einem flotten Jahr 2019, das alleinstehend fast für Platz drei gut gewesen wäre, verbesserte sich der Bremen-Marathon um einige Sekunden.

Bremen Marathon 2017, 01.10.17
Thomas Sobczak
Bremen Marathon 2017, 01.10.17

Platz 8: Hannover-Marathon

Gute eineinhalb Minuten langsamer wird der Hannover-Marathon gerankt - Platz acht in 4:05:37 Stunden. Damit belegt der Hannover-Marathon den gleichen Platz wie im Ranking der größten Marathons Deutschlands 2019.

Norbert Wilhelmi

Platz 9: Drei-Länder-Marathon Bregenz

Nicht ganz so schnell wie bei seinem Kollegen aus dem tiefen Süden, dem Freiburg-Marathon, wird beim Drei-Länder-Marathon Bregenz im Durchschnitt gelaufen. Dennoch reichen 4:06:49 Stunden zum neunten Platz.

Josef Rüter

Platz 10: Marathon Hamburg

Auch der Marathon Hamburg sichert sich mit 4:07:13 Stunden knapp hinter Bregenz noch den Sprung unter die Top Ten.

Redakteur Henning Lenertz lief beim Hamburg-Marathon 2019 eine 2:47:54.
Björn Brzeske

Nur um Sekunden die Top Ten verfehlt haben der Baden-Marathon Karlsruhe und der Münster-Marathon. Zwischen 4:08 Stunden und 4:13 Stunden bewegen sich die Marathons in Mainz, München, Köln, Dresden (Oberelbe-Marathon) und Berlin auf den Plätzen 13 bis 17. Dahinter geht der 18. Rang an den Vivawest-Marathon Gelsenkirchen mit 4:16:49 Stunden. Der Brocken-Marathon Wernigerode und der Rennsteiglauf bilden die Schlusslichter in Sachen schnellster mittlerer Finisherzeit mit rund 4:45 Stunden bzw. 4:52 Stunden. Die Gründe liegen hier natürlich vor allem im Streckenprofil.

Die schnellsten Siegerzeiten bei Marathons in Deutschland

Nur die aller wenigsten Marathons in Deutschland können Streckenrekorde aufweisen, die den Siegerzeiten der Frauen des Berlin-Marathons entsprechen. Keine Frage also, welcher Marathon an der absoluten Spitze für die schnellsten Zeiten sorgt. Auch dahinter setzen sich Frankfurt und Hamburg klar an die Plätze zwei und drei. Am unteren Ende der innerhalb der 20 größten Marathons in Deutschland liegen erneut aus Gründen des Höhenprofils der Rennsteiglauf und der Brocken-Marathon Wernigerode.

Stark beeinflusst wird dieses Ranking natürlich von den Starts internationaler Topläufer. Strecken wie in Köln gehören auch zu sehr schnellen Pflastern. Doch aufgrund von deutschen Siegern in den letzten Jahren haben die Zeiten ganz vorne deutlich das Nachsehen gegenüber Eliud Kipchoge, Gladys Cherono und Co.

Platz 1: Berlin-Marathon

Bei beeindruckenden 2:11:17 Stunden liegt über die letzten fünf Jahre hinweg der Durchschnitt aus männlicher und weiblicher Siegerzeit beim Berlin-Marathon. Das bedeutet etwa, dass der erste Mann im Schnitt nach 2:03:00 Stunden und die erste Frau im Schnitt nach 2:19:30 Stunden die Ziellinie überqueren.

Platz 2: Frankfurt-Marathon

Gute drei Minuten dahinter sichert sich mit dem Frankfurt-Marathon auch der zweitgrößte deutsche Marathon von 2019 den zweiten Platz der schnellsten Siegerzeiten. In gemittelten 2:14:29 Stunden liefen in der Festhalle in den letzten Jahren die Sieger ins Ziel.

Platz 3: Marathon Hamburg

Eine gute Minute mehr lassen sich die Schnellsten in der Hansestadt Hamburg Zeit. Der Marathon Hamburg belegt mit 2:15:56 Stunden den dritten Platz.

Platz 4: Hannover-Marathon

Ein ebenfalls von ostafrikanischen Läufern geprägtes Rennen an der Spitze beschert dem Hannover-Marathon mit 2:19:29 Stunden den vierten Platz. Dennoch zeigt sich, dass die Klasse zu den Spitzenläufern in Berlin, Frankfurt und Hamburg mit denen in Hannover nicht zu vergleichen lässt.

Platz 5: Düsseldorf-Marathon

70 Sekunden dahinter sichert sich der Düsseldorf-Marathon mit 2:21:39 Stunden den fünften Platz. Oftmals gelingt in der Stadt am Rhein auch Europäern der Sprung auf das oberste Siegertreppchen.

Platz 6: Münster-Marathon

Mit Siegerzeiten der Männer meist zwischen 2:10 Stunden und 2:15 Stunden und bei den Frauen meist über 2:30 Stunden belegt der Münster-Marathon in 2:23:05 Stunden Platz sechs.

Platz 7: Köln-Marathon

Tobias Blum, Deborah Schöneborn sowie zwei Mal Hendrik Pfeiffer und Rebecca Robisch heißen in der Domstadt in den letzten drei Jahren die Sieger. Zwar liefen diese nicht ganz in die Regionen der früheren Zeiten des Köln-Marathons, doch bewiesen sich gerade Blum, Schöneborn und Pfeiffer auf nationalem Niveau mit Top-Leistungen. Hier liegt der gemittelte Fünf-Jahres-Wert bei 2:26:04 Stunden, was Platz sieben bedeutet.

Platz 8: Gutenberg-Marathon Mainz

Weitere gut vier Minuten länger benötigen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt die Sieger. Mit 2:30:20 Stunden geht Platz acht an den Gutenberg-Marathon Mainz.

Platz 9: Dresden-Marathon

Knapp über 2:31 Stunden liefen beim Dresden-Marathon in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt die männlichen und weiblichen Sieger. 2:31:12 Stunden bedeuten Platz neun.

Platz 10: Drei-Länder-Marathon Bregenz

Den zehnten Platz sichert sich der Drei-Länder-Marathon Bregenz mit einer Zeit von 2:32:39 Stunden.

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