Schluss mit Schmerzen und Fehlkäufen! Mit einer professionellen Laufanalyse erhältst du einen gesünderen und schnelleren Laufstil. Wir zeigen dir, wie Videoanalyse, biomechanische Untersuchungen und medizinische Ursachenforschung deinen Laufstil optimieren und Verletzungen vermeiden können.
Was ist eine Laufanalyse?
Anders als bei der Leistungsdiagnostik geht es bei einer Laufanalyse nicht um die Ermittlung des Fitnesszustandes oder der Trainingsbereiche, sondern allein um die Betrachtung der Laufbewegung. Landest du auf der Ferse oder auf dem Vorfuß? Knickt der Fuß sehr stark nach innen ein (Überpronation)? Bleibt die Hüfte stabil? Wackelst du mit dem Oberkörper?
Oft erfolgt bei vielen Laufanalysen eine rein visuelle Betrachtung des Fußaufsatzes. Wird dabei eine Überpronation festgestellt, wird dann gern mal ein Stabil- beziehungsweise Bewegungskontrollschuh empfohlen. Solch ein Schuh bietet eine in der Mittelsohle integrierte Stütze, mit der die Überpronation, also ein ausgeprägtes Nach-innen-Knicken des Fußes, aufgefangen wird. Beim Vorher-Nachher-Vergleich, erst ohne und dann mit Schuh, sieht es dann erst einmal so aus, als sei mit Schuh alles besser. Ein prima Verkaufsargument, doch der tatsächliche Nutzen für deine langfristige Laufgesundheit sollte dabei immer im Vordergrund stehen und kritisch hinterfragt werden.
Die Krux: Es ist längst klar, dass es keine Norm für die Laufbewegung gibt. Ein nach innen knickendes Sprunggelenk ist nicht gleich ein Grund zur Sorge. Außerdem kann schon eine kleine Veränderung an einem Punkt große Auswirkungen auf andere Punkte im Bewegungsapparat haben – dann knickt vielleicht der Fuß nicht mehr nach innen, aber dafür verschieben sich die Kniewinkel. Die Laufbewegung ist derart komplex, dass ein einzelner Ausschnitt niemals das gesamte Bild widerspiegeln kann. Achte daher darauf, dass bei der Laufanalyse nicht allein der Fußaufsatz von hinten betrachtet wird, sondern der gesamte Körper aus allen Perspektiven.
Welche Arten von Laufanalysen gibt es?
Laufanalyse ist nicht gleich Laufanalyse. Während es früher oft nur darum ging, ob man beim Abrollen nach innen knickt, schauen moderne Experten heute auf das große Ganze. Je nachdem, ob du nur den passenden Schuh suchst oder hartnäckige Knieschmerzen loswerden willst, stehen dir zwei Wege offen:
Optische Laufanalyse
Das ist der Klassiker, den du oft im gut sortierten Laufschuhladen findest. Hier geht es primär um die Biomechanik in der Bewegung.
- Wie es funktioniert: Du läufst auf einem Laufband, während Hochgeschwindigkeitskameras dich von hinten und von der Seite filmen.
- Der Fokus: Der Berater analysiert die Beinachse, den Aufsatz des Fußes (Rückfuß, Mittelfuß oder Vorfuß) und das Abrollverhalten.
- Das Ziel: Den perfekten Schuh zu finden, der Fehlstellungen ausgleicht oder natürliche Bewegungen unterstützt.
- Ideal für: Läufer ohne akute Beschwerden, die Material-Ermüdung vorbeugen und den Komfort maximieren wollen.
Medizinische Laufanalyse
Komplexere Laufanalysen werden auch als medizinische Laufanalysen bezeichnet und können dabei helfen, Laufbeschwerden auf den Grund zu gehen und Verletzungen vorzubeugen:
- Wie es funktioniert: Neben Kameras kommen oft Druckmessplatten und Elektromyografie (EMG) zum Einsatz, um die Muskelaktivität zu messen. Zudem wird der Körper oft schon im Stand statisch vermessen.
- Der Fokus: Es geht um muskuläre Disbalancen, Verkürzungen und die gesamte Kette – vom Beckenstand bis zur Kopfhaltung. Ein Mediziner oder Physiotherapeut prüft: „Warum knickt der Fuß ein? Liegt es an einer schwachen Hüfte?“
- Das Ziel: Verletzungsursachen finden, individuelle Einlagen anpassen oder gezielte Kräftigungsübungen verordnen.
- Ideal für: Läufer mit chronischen Schmerzen (z.B. Läuferknie, Achillessehnenprobleme) oder Profis, die ihre Effizienz bis ins letzte Detail optimieren wollen.
Anders als eine sportmedizinische Untersuchung zahlen Krankenkassen eine Laufanalyse in der Regel nicht.
Übrigens gibt es auch noch die Ganganalyse. Diese unterstützt orthopädische Spezialisten vor allem bei der Diagnose von Fehlstellungen der Beinachse, Fußfehlstellungen, Beinlängenunterschieden und Haltungsfehlern. Häufig leiden Betroffene hierbei unter Rückenschmerzen oder Knieschmerzen beim Gehen im Alltag. Im Gegensatz dazu setzt die Laufanalyse dort an, wo die Belastung deutlich höher wird: beim Sport. Während die Ganganalyse die Basis prüft, schaut die Laufanalyse ganz gezielt auf die Dynamik und die Kräfte, die erst beim Joggen entstehen.
Wo kann ich eine Laufanalyse machen und wer führt eine solche durch?
Gute Lauf- und Sportfachgeschäfte bieten eine Laufanalyse an – oft im Rahmen des Schuhverkaufs. Gerade hier sind jedoch die oben genannten Punkte zu beachten. Als Kunde oder Kundin solltest du vermeintlich simple und allgemeine Empfehlungen stets kritisch hinterfragen. Da die Analysen in der Regel nur visuell durchgeführt werden, ist die Expertise des betrachtenden Menschen sehr wichtig.

Neben spezialisierten Sport- und Trainingsinstituten bieten mittlerweile sogar einige Fitnessstudios professionelle Laufanalysen an. Auch viele Laufcoaches nutzen dieses Tool als festen Bestandteil ihres Trainings, um die Technik ihrer Athletinnen und Athleten gezielt zu verfeinern. Wer tiefer in die Materie eintauchen will, findet zudem in physiotherapeutischen Praxen Experten, die Bewegungsmuster mit medizinischem Hintergrundwissen bewerten.
Wie viel kostet eine Laufanalyse?
Die Kosten für eine Laufanalyse betragen zwischen 0 und 200 Euro. Oft wird die rein optische Analyse mithilfe von Kameras in Laufläden mit dem Kauf eines Laufschuhs verrechnet – ist also kostenlos. Aufwändiger und teurer sind die computer- und sensorgestützten Analysen, die ebenfalls in einigen Geschäften, aber auch von Orthopädinnen und Orthopäden oder Sportinstituten angeboten werden.
Eine komplette Biomechanikanalyse mitsamt wissenschaftlicher Auswertung kostet ab rund 150 Euro.
Wie läuft eine Laufanalyse ab?
Vielleicht fragst du dich jetzt, wie der genaue Ablauf einer solchen Analyse eigentlich aussieht. Bei einer Laufanalyse läuft der Proband in der Regel auf einem Laufband. Daher ist oft auch von einer Laufbandanalyse die Rede. Es gibt auch Analysen, bei denen mehrfach über eine vorher definierte Strecke gelaufen wird. Wichtig: Der Laufstil sollte sowohl mit Schuhen als auch ohne (barfuß) betrachtet werden.
Die Bewegung wird dabei mithilfe von Kameras aufgezeichnet. Ob dabei festinstallierte Kameras oder die Kameras von Smartphones/Tablets verwendet werden, spielt kaum eine Rolle. Viel wichtiger als die Technik ist bei einer visuellen Laufanalyse sowieso die Expertise der analysierenden Person. Sprich: Die beste Technik bringt nichts, wenn die Person, die die Analyse durchführt, keine Ahnung hat.
Je nach Methode dauert eine Laufanalyse zwischen einer Minute und einer Stunde. Je häufiger du laufen darfst und je intensiver du beraten wirst, desto länger ist die Dauer der Prozedur.
Für wen ist eine Laufanalyse sinnvoll – und für wen nicht?
Eine Laufanalyse ist zunächst einmal für alle sinnvoll, die wissen möchten, wie sie laufen. Die Selbstbetrachtung ist beim Laufen nämlich sehr schwierig.
Wer jedoch keinerlei akute Probleme (Schmerzen, Verletzungen) hat, benötigt nicht zwingend eine Analyse. Grundsätzlich kann eine Laufanalyse und eine entsprechende Optimierung der Bewegung, also eine Veränderung des Laufstils, dabei helfen, die Laufeffizienz zu verbessern, Verletzungen vorzubeugen und Schmerzen zu lindern. Wer durch eine Laufanalyse erfährt, dass die Hüftmuskulatur schwach ausgeprägt ist, kann mit den richtigen Übungen schon viel erreichen.
Auch kann eine gute Laufanalyse und eine fachkundige Beratung dabei helfen, individuell geeignete Laufschuhmodelle zu finden oder den Bedarf und Nutzen von orthopädischen Schuheinlagen zu verifizieren.
Wenn es darum geht, das Optimum aus sich herauszuholen, die Laufökonomie zu verbessern und den (individuell) besten Laufschuh zu finden, kann eine Laufanalyse ebenfalls ein wichtiger Anhaltspunkt sein.
Kann man eine Laufanalyse selbst durchführen?
Grundsätzlich kannst du eine Videoanalyse selbst machen. Die simpelste Möglichkeit ist, sich von jemandem filmen zu lassen (am besten im Zeitlupen-/Slo-Mo-Modus) oder die Kamera selbst aufzustellen. Wichtig ist, dass du am Ende Aufnahmen im normalen Dauerlauftempo von jeder Perspektive hast: von vorn, von der Seite und von hinten. Mit ein wenig Ahnung kannst du hier eventuell schon erkennen, woran du arbeiten musst.
Es gibt sogar schon Apps wie zum Beispiel Runology, die es dir ermöglichen, eine Laufanalyse direkt mit deinem Handy durchzuführen. Doch hierbei solltest du aufpassen, denn die Aussagekraft einer solchen Do-it-yourself-Analyse ist begrenzt. Eine professionelle Laufanalyse ist mehr als nur ein Blick auf das Videobild. Experten betrachten den Körper als kinetische Kette. Ein instabiles Knie kann seine Ursache zum Beispiel in einer schwachen Hüftmuskulatur haben. Eine simple App wird diese Problematik nicht erkennen.
Hier stößt die selbstdurchgeführte Analyse an ihre Grenzen:
- Eine App sagt dir vielleicht, wo das Problem liegt, aber sie erklärt dir meist nicht, welche gezielten Kräftigungsübungen du dafür machen kannst.
- Wer versucht, seinen Laufstil krampfhaft in ein theoretisches Idealbild zu pressen, riskiert oft neue Verletzungen durch ungewohnte Belastungsmuster.
- Professionelle Systeme arbeiten oft mit Druckmessplatten und multidimensionalen Kameras, die Nuancen erfassen, die dem menschlichen Auge und der Handykamera entgehen.
Die häufigsten Fragen zur Laufanalyse
Ja! Gerade für Anfängerinnen und Einsteiger ist die Analyse ideal, damit ein gesunder und entspannter Laufeinstieg gelingt. Wer untrainiert startet, dessen Sehnen und Gelenke müssen sich erst an die enorme Stoßbelastung gewöhnen, die bei jedem Schritt das Mehrfache des Körpergewichts beträgt. Eine Analyse deckt Fehlstellungen wie die Überpronation sofort auf, bevor daraus chronische Beschwerden wie das Schienbeinkantensyndrom werden. Außerdem bewahrt dich ein guter Profi-Blick vor teuren Fehlkäufen. Statt sich auf das Design, Empfehlungen aus dem Internet oder allgemeine Testsieger zu verlassen, kann dir die optische Analyse helfen, dass der Schuh deine individuelle Biomechanik unterstützt. Wenn du von Anfang an im richtigen Material und mit ökonomischem Stil läufst, sparst du Kraft, vermeidest Schmerzen und behältst vor allem eines: die Freude an der neuen Sportart.
Wenn du vor allem auf schmalen Pfaden, Wurzeln und Geröll unterwegs bist, stellst du dir vielleicht die Frage, ob eine Laufanalyse auf dem ebenen Laufband überhaupt aussagekräftig ist. Die Antwort lautet: Absolut. Zwar ist der Untergrund im Gelände ständig in Bewegung, doch genau deshalb ist eine stabile Basis entscheidend. Eine Analyse deckt auf, wie es um die funktionale Stabilität deiner Sprunggelenke und Hüften bestellt ist – jener Muskelketten, die dich bergab vor dem Umknicken bewahren.
Ein weiterer Vorteil: Die Analyse hilft bei der Wahl des richtigen Schuhs. Ein Trailrunner mit starker Überpronation braucht auf technischen Trails eine andere Unterstützung als ein neutraler Läufer, um Ermüdung vorzubeugen. Da die Belastung im Gelände durch Steigungen und Gefälle extrem variiert, ist eine medizinische Analyse oft sogar aufschlussreicher als für Straßenläufer, um muskuläre Disbalancen zu finden, bevor sie bei langen Bergauf-Passagen zu Rücken- oder Knieschmerzen führen.
Auch hier ist die Laufanalyse sehr sinnvoll, denn sie optimiert die Laufökonomie. Jede unnötige Ausweichbewegung, jedes zu tiefe Einsinken in der Hüfte und jeder unsaubere Fußaufsatz kosten wertvolle Energie, die dir auf den letzten Kilometern eines Wettkampfs fehlt. Durch die Videoanalyse lassen sich technische Stellschrauben finden – etwa eine zu geringe Schrittfrequenz oder eine instabile Rumpfhaltung – die dich buchstäblich bremsen. Eine professionelle Analyse zeigt dir präzise, wo du Kraft verlierst und wie du deinen Abdruck dynamischer gestaltest. Das Ergebnis: Du läufst bei gleichem Krafteinsatz ein höheres Tempo.





