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joggen Sport gegen Bluthochdruck

Zu Bluthochdruck führen vor allem Faktoren wie Übergewicht und Stress. Trotzdem kann Hypertonie auch Läufer betreffen.

Wer sich in seiner Familie umschaut und umhört, wird mindestens eine Person finden, bei der im Laufe des Lebens zu hoher Blutdruck festgestellt wurde: Hypertonie. Meist fallen in solchen Gesprächen Sätze wie "Der Arzt hat mir Beta-Blocker verschrieben", "Ich muss unbedingt mein Gewicht reduzierten" oder "Der Therapeut hat gesagt, ich solle mich jeden Tag mindestens 30 Minuten bewegen, um den Blutdruck in den Griff zu bekommen". Was Bluthochdruck überhaupt ist, was er für den Körper bedeutet und was man gegen Hypertonie tun kann, haben wir hier zusammengefasst.

Was ist der Blutdruck und wie misst man ihn?

Der Blutdruckwert setzt sich zusammen aus dem systolischen oberen Wert und dem diastolischen unteren Wert. Gemessen werden diese Werte "Riva-rocci". Dieser Name stammt von dem italienischen Mediziner Scipione Riva-Rocci ab, der als erster Arzt die Blutdruckmessung mittels einer Armmanschette beschrieb. Deswegen finden Sie in Ihren ärztlichen Befunden auch häufig die Abkürzung RR vor Ihrem Blutdruckwert.

Im medizinischen Bereich wird der Gefäßdruck der Arterien auf Höhe des Herzens für die Diagnostik herangezogen. Deshalb erfolgt die Messung des Blutdrucks am Oberarm. Dazu wird die Armmanschette am nackten Oberarm mit einem Klettverschluss befestigt und gleichmäßig mit Luft aufgepumpt, bis sie den Blutfluss kurzzeitig unterbricht. Ein Manometer zeigt an, wie hoch dieser Druck ist. Danach wird der Druck langsam und kontinuierlich aus der Manschette abgelassen. Gleichzeitig misst man den Puls in der Armbeuge mit einem Stethoskop. Sobald der Luftdruck in der Manschette unter den systolischen Blutdruckwert sinkt, wird ein Klopfen im Stethoskop hörbar. Dadurch ergibt sich der obere Wert des Blutdrucks, z. B. 120 mmHg. Sobald der Druck der Manschette so gering ist, dass das Blut ungehindert fließen kann, hört das Klopfen im Stethoskop auf: der diastolische Wert und damit der untere Wert des Blutdrucks, z. B. 80 mmHg. Ihr Blutdruck wird in der Einheit "Millimeter-Quecksilbersäule" angegeben, also mmHg, zum Beispiel 120/80 mmHg (sprich: 120 zu 80). Digitale Blutdruckmessgeräte erledigen diese Messung komplett selbst, indem sie die Manschette bis zu einem bestimmten Druck aufpumpen und dann beider Werte ermitteln.

Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf besonders bei Sportlern erheblich. Deshalb ist es wichtig, den Blutdruck für eine genaue Diagnostik zu unterschiedlichen Tageszeiten und über mehrere Tage zu messen. Einige Blutdruckmessgeräte eignen sich gut für den Hausgebrauch, z.B. das Modell ExactFit von Braun.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Generell gilt ein Blutdruck von etwas weniger als 120/80 mmHg als optimal. Normal sind 120/80 mmHg bis 129/84 mmHg. Werte von 130/85 mmHg bis 139/89 mmHg gelten als hochnormal. Von Bluthochdruck oder Hypertonie spricht man ab Werten von 140/90 mmHg. Die Unterteilung der Hypertonie erfolgt in drei Schweregrade.

Die Definition von Bluthochdruck hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach verändert. Während man heute bereits ab 140/90 mmHg von Bluthochdruck spricht, war dies früher noch ein normaler Blutdruckwert.

Wodurch entsteht Bluthochdruck?

Die Pumpfunktion des Herzens sorgt für die Blutzirkulation im Körper. Die Höhe des Blutdrucks ist abhängig von der Pumpkraft des Herzens und der Elastizität der Arterien, also der Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut beispielsweise zu den Muskeln transportieren. Je elastischer die Arterien sind, desto besser können sie sich an eine höhere Blutzirkulation im Körper anpassen, etwa, wenn Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Sind die arteriellen Blutgefäße jedoch verhärtet oder durch Ablagerungen verengt, muss das Herz stärker pumpen, um ausreichenden Sauerstofftransport sicherzustellen. Dadurch steigt der Druck im Gefäßsystem an.

Wer ist betroffen von hohem Blutdruck?

Generell kann Bluthochdruck oder Hypertonie jeden betreffen. Zu den Risikofaktoren von Bluthochdruck zählen jedoch vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum und Stress. Aber auch genetische Faktoren und das Alter können begünstigende Faktoren für einen Bluthochdruck sein. Unter anderem wird ein zu hoher Kochsalz-Konsum mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Nicht jeder Bluthochdruckpatient ist aber „Salz-sensitiv“, kann also zu viel Salz nicht effektiv ausscheiden, ohne dass der arterielle Blutdruck ansteigt.

Wieso ist Bluthochdruck gefährlich?

Auf Dauer kann es bei Bluthochdruck zu Gefäßveränderungen durch mangelnde Durchblutung oder eine zu starke Belastung der Gefäße kommen. Unbehandelter Bluthochdruck kann langfristig zu Spätfolgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen, weil der Herzmuskel permanent stärker arbeiten muss, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Auf diese Weise steigt außerdem der Druck in den Blutgefäßen und die Gefahr für Schädigungen der Gefäßwände mit der Folge "Schlaganfall" steigt.

Die schwerste Form des Bluthochdrucks ist die Hypertensive Krise. Sie tritt bei Blutdruckwerten ab 180/120 mmHg auf und äußert sich unter anderem durch Schwindel, Erbrechen, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und Herzrhytmusstörungen. Die Hypertensive Krise ist ein Notfall, rufen Sie sofort den Rettungswagen unter 112!

Bluthochdruck – die Symptome

Die Symptome von Bluthochdruck sind Schwindel, allgemeine Unruhe, starkes Schwitzen, dauerhafter Schlafmangel, Atembeschwerden bei Belastung und Kopfschmerzen bis hin zu Herzbeschwerden. Durch Belastung ausgelöste Atemnot kann auch Ausdruck einer Lungenerkrankung wie Asthma Bronchiale sein. Bei starkem Bluthochdruck kann außerdem Nasenbluten auftreten.

Wie wird Bluthochdruck festgestellt?

Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung gibt Ausschluss über die Blutdruckwerte im gesamten Tagesverlauf. Interessant für den Arzt ist hierbei auch, wie sich der Blutdruck bei Belastung verändert und bei körperlicher Anstrenung anpasst. Die endgülige Diagnostik von Bluthochdruck geschieht über das Blutbild und einen Urintest. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder eine Echokardiografie geben genauer Aufschluss über mögliche Engstellen im Gefäßsystem und Veränderungen der Gefäßwände.

Wie behandelt man hohen Blutdruck?

Bei Blutdruckwerten im Grenzbereich zwischen normalem und zu hohem Blutdruck helfen vor allem körperliches Ausdauertraining, die Reduzierung von Salz in der Ernährung, Gewichtsreduzierung bei Adipositas und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Reguliert sich der Bluthochdruck unter diesen konservativen Maßnahmen nicht, werden hochdrucksenkende Medikamente verabreicht. Das bekannteste Medikament sind Beta-Blocker (ß-Blocker).

Welche Hausmittel wirken blutdrucksenkend?

Nicht nur Medikamente können den Blutdruck senken – es gibt auch einige Hausmittel, die gut für den Blutdruck sind. Bürstungen der Beine und Arme und wechselwarme Duschen bringen die Blutgefäße auf Trab. Als blutdrucksenkende Lebensmittel sind Bananen, Rote Beete, Rosinen, Datteln und Kartoffeln bekannt.

Hilft Sport gegen Bluthochdruck?

Nicht zwingend. Aber regelmäßige körperliche Betätigung und Sport können die Blutgefäße mobil halten und den Bluthochdruck auf natürliche Weise senken. Wenn Sie zuvor kaum Sport gemacht haben, gehen Sie mindestens viermal pro Woche etwa 20 Minuten spazieren oder absolvieren Sie im Fitnessstudio ein effektives Ganzkörpertraining unter Beachtung Ihrer Pulswerte. Achten Sie beim Training an Geräten darauf, dass Sie Pressatmung vermeiden, denn das wirkt wiederum blutdrucksteigernd. Zu den ausdauerfördernden Sportarten gehören Walking, Wandern, Rudern, Radfahren und Laufen. Kampfsport und Gewichtheben sind aufgrund der Belastungsspitze nicht zu empfehlen.

Egal, für welche Sportart Sie sich letztendlich entscheiden: Eine Pulsuhr oder Laufuhr, die Ihnen Ihre Herzfrequenz und andere Belastungswerte anzeigt, ist eine große Hilfe bei der Trainingssteuerung und schützt Sie am Anfang vor Überbelastung und später vor Unterforderung. Eine Übersicht über Laufuhren und Activity Tracker finden Sie hier.

Fazit: Sport hält die Blutgefäße mobil

Wer seinen Blutdruck langfristig senken und normalisieren möchte, kommt um regelmäßige Bewegung nicht herum. Pulsuhren oder Activity Tracker erleichtern beim Einstieg in den Sport die Trainings- und Belastungskontrolle. Wichtig sind zudem die Reduzierung von negativem Stress und bei Übergewicht die Reduzierung des Körpergewichts. Je flexibler Sie Ihre Blutgefäße durch den Wechsel von Ruhe und Anstrengung halten, desto besser können sie sich an Belastungen anpassen und den Blutdruck effizient regulieren. Also: runter vom Sofa!

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