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Fersenschmerz beim Laufen Fersensporn – Ursache und Behandlung

Etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung plagt ein Fersensporn. Er entsteht vor allem bei dauerhafter Überbelastung des Fußes.

Plötzlich gibt es diesen einen Tag, da fängt die Ferse nach mehreren Laufkilometern an zu schmerzen. "Wird schon wieder weggehen", denkt man sich. Die nächsten beiden Laufeinheiten verlaufen ähnlich. Einige Wochen später schmerzt die Ferse beim Loslaufen, wird dann für einige Kilometer besser. Wieder daheim tut der Fuß erst richtig weh. Von diesem Tag an schmerzt die Ferse beim Loslaufen, zwischendurch und am Ende jeder Laufeinheit. Was akut hilft? Nicht laufen. Die Diagnose? Vielleicht ein Fersensporn (Aponeurosensporn). Die Ursache? Vielleicht ein Problem im Rücken. Oder eine Muskeldysbalance der Beinmuskulatur. Was die Ursache für einen Fersensporn bei Läufern sein kann, wie man einen Fersensporn behandelt und warum eher selten der Fuß selbst das Problem ist, erfahren Sie hier.

Was ist ein Fersensporn?

Der Fersensporn ist ein Knochenauswuchs (im Foto oben rot markiert), der vom Fersenbein (Calcaneus, Tuber Calcanei) aus in Form eines Zahns an der Fußunterseite (plantar) in Richtung der Zehen zeigt. Der Fersensporn befindet sich im Ansatzbereich der kurzen Fußmuskeln.

Was fühlt sich Fersensporn an?

Typische Symptome eines Fersensporns sind Schmerzen an der Fußsohle oder direkt am Fersenbein. Diese Schmerzen sind vor allem stechend und treten überwiegend morgens oder nach längerem Sitzen auf. Auch Schmerzen im Längsgewölbe des Fußes und der Wadenmuskulatur sind bei einem Fersensporn möglich. Läufer klagen häufig über Anlaufschmerzen oder Fersenschmerzen, die nach einer Laufeinheit besonders stark auftreten. Manchmal werden die Schmerzen so stark, dass sie am darauffolgenden Tag einen normalen Abrollvorgang beim Gehen und Laufen unmöglich machen.

Fersensporn – die Ursachen

Die Hauptursachen für einen Fersensporn sind ein Spreizfuß und eine mangelnde Beweglichkeit der kurzen Zehenmuskeln. Ursächlich sind vermutlich zu starke Zugkräfte der kurzen Zehenmuskeln, die über die Plantarfaszie oder Plantaraponeurose (Sehnenplatte an der Unterseite des Fußes) auf den unteren Fersenknochen wirken.

Die Struktur eines Knochens richtet sich nach den Zug- und Druckkräften, die auf ihn wirken. Beim Fersensporn oder Aponeurosensporn kommt es durch eine übermäßige Beanspruchung der Plantarfaszie zu einer Entzündung der Plantarfaszie (das wird dann Plantarfasziitis genannt) und/oder der Bildung eines knöchernen Vorsprungs am Sehnenursprung der Plantarsehne.

Eine starke Beugestellung der Zehenmuskeln ist ursächlich für den Fersensporn. Funktionelle Beinlängendifferenzen und/oder muskuläre Dysbalancen (vor allem der Hüft- und Gesäßmuskulatur, Wadenmuskulatur, Rumpfmuskulatur allgemein) und/oder Fußfehlstellungen (Spreizfuß, Überpronation, Plattfuß, Senkfuß, Supinierer) können das Krallen der Zehen und damit die Entstehung des Fersensporns begünstigen. Weitere mögliche Ursachen eines Fersensporns sind langes Stehen und Übergewicht bzw. Adipositas.

Wie wird ein Fersensporn behandelt?

Trainieren Sie mit einem Fersensporn nur im schmerzfreien Bereich. Trainingseinheiten, die Sie mit Schmerzen absolvieren, laufen ganz nach dem Motto: einen Schritt vor, zwei zurück. Schieben Sie deshalb bei akuten Schmerzen lieber eine Trainingseinheit auf dem Fahrrad oder im Schwimmbad ein. Wenn Sie trotzdem laufen gehen, ziehen Sie Schuhe mit einer großen Zehenbox und einer leichten Sprengung an.

Empfehlenswert bei einem Fersensporn ist die Kräftigung der Fußmuskulatur, zum Beispiel durch regelmäßiges Barfußlaufen auf weichen Untergründen (Sand, Wiese). Indem Sie den Vorfuß etwas erhöht auf einem Kissen oder einem Brett aufstellen, das gleichseitige Knie leicht beugen und Ihr Körpergewicht nach vorne verlagern, können Sie die Fußsohle mobilisieren und aufdehnen. Leichte Selbstmassagen der Fußmuskulatur sind ebenfalls hilfreich, um die Zehenmuskeln zu dehnen. Mit einem Golf- oder Tennisball können Sie die Fußsohle nebenher im Büro unter dem Schreibtisch ausrollen. Aber Achtung: Dabei nicht die Zehen krallen, sondern strecken!

Lassen Sie von einem Physiotherapeuten Ihre Gesäß-, Waden- und Bauchmuskulatur im Seitenvergleich auf muskuläre Defizite testen. Auf dieser Grundlage können Sie gemeinsam ein Athletikprogramm erstellen, dass die Fußmuskulatur und damit die Plantarsehne und den Fersensporn langfristig entlastet.

Einige Ärzte bieten bei einem Fersensporn Stoßwellentherapie an, deren Wirkung jedoch bis heute nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist. Bei einem Fersensporn ist auch eine Cortison-Injektion möglich, jedoch sollten Sie sich vorher genau über die Nebenwirkung von Cortison informieren und zuerst die Möglichkeiten der konservativen Therapie in Betracht ziehen, sprich Dehnung, Kräftigung, etc.

Einlegesohlen sind bei einem Fersensporn häufig eine gute Unterstützung zur Schmerzlinderung, aber keine alleinige Lösung, da sie grundsätzliche Muskeldysbalancen nicht ausgleichen. Falls Sie sich Einlagen anfertigen lassen, achten Sie darauf, dass der Hersteller einen individuellen Abdruck Ihres Fußes anfertigt und Sie auch beim Laufen und Gehen (zum Beispiel auf dem Laufband) genau analysiert. Schließlich wollen Sie die Einlegesohlen ja beim Laufen tragen.

Wenn nichts hilft, besteht bei einem Fersensporn noch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs, bei dem der knöcherne Vorsprung am Fersenbein entfernt wird. Vorher sollten jedoch alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft und sichergestellt sein, dass nach der Operation nicht weiterhin zu starke Zugkräfte auf dem Fersenbein lasten, z. B. durch individuell angefertigte Einlagen.

So können Sie einem Fersensporn vorbeugen

Um der Entstehung eines Fersensporns vorzubeugen, achten Sie auf ein regelmäßiges, ausgeglichenes Training und eine angepasste Steigerung der Trainingsleistung. Das Aufwärmen ist nicht des Läufers liebste Trainingseinheit, beugt aber Belastungssyndromen wie einem Fersensporn vor.

Nehmen Sie sich Zeit für kräftigende Übungen und Dehnübungen, um Fehlbelastungen einzelner Körperbereiche zu vermeiden. Ein besonderes Augenmerk sollte hierbei auf den beim Laufen stark beanspruchten Bereich der Fuß- und Wadenmuskulatur sowie auf die Kraft der Gesäßmuskulatur gelegt werden. Geeignete Übungen für Läufer, die einem Fersensporn vorbeugen möchten, sind der Gewölbebauer, die Ballbrücke mit einseitiger Beinbeugung oder der Handlauf im Stütz. Mit einer regelmäßigen Selbstmassage der Fußsohle erhöhen Sie die Durchblutung in diesem Bereich und entlasten die Fußmuskulatur.

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