Top Themen: HWS-Syndrom | Fersensporn | Selbst-Massage | Shin Splints | Knieschmerzen | Sprunggelenksverletzung | Laufen

Vorbeugung und erste Hilfe Zecken: Gefahr beim Laufen

Bei jedem Lauf durch die Natur lauern die Zecken auf der Wiese und im Gebüsch, daher ist Vorsicht geboten. So schützen Sie sich vor den kleinen Blutsaugern.

Zecken +
Foto: iStockphoto

Zecken haben einen Stechrüssel mit Zähnen, die als Widerhaken wirken. Sie ritzen die Haut ein und saugen Blut aus der Wunde, deshalb ist Zeckenstich treffender als Zeckenbiss.

THEMEN

Zecken

Egal wo man läuft – fast überall kommt man mit langen Gräsern, tiefen Ästen oder Büschen in Kontakt. An dieses Orten lauern Zecken. Die stecknadelkopfgroßen Spinnentiere ernähren sich von Blut und brauchen dafür einen Wirt. Mit ihren kurzen Klamotten und dem Schweiß auf der Haut sind besonders Läufer ein leichtes Ziel für die kleinen Blutsauger. Zecken besitzen nämlich ein Haller’sches Organ an den Vorderbeinen, mit dem sie unter anderem Buttersäure und Ammoniak im Schweiß riechen können.

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, Zecken ließen sich von Bäumen fallen, lauern die Parasiten überall: Schon ein flüchtiges Streifen des Astes, auf dem die Zecke sitzt, kann dazu führen, dass diese auf Sie überspringt. Besonders gefährdet sind auch Hundebesitzer. Die Zecken können sich leicht ins Fell der Tiere krallen und beim Streicheln oder Bürsten auf den Besitzer überspringen.

Wir fassen zusammen, was Zeckenstiche so gefährlich macht und was Sie zur Vorbeugung tun können.

Warum sind Zeckenstiche gefährlich?

Zecken graben sich mit ihrem Stechrüssel unter die Haut, bevorzugt in gut durchbluteten Körperpartien wie Achselhöhlen, Kniekehlen oder die Leistengegend. So unangenehm allein die Vorstellung ist, einen Blutsauger mit sich herumzutragen – viel schlimmer sind die Folgen des Stichs: Zecken sind als Überträger gefährlicher Krankheiten gefürchtet. Die bekanntesten sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME). Den Zeckenstich spürt man nicht, da die Einstichstelle mit einem Sekret betäubt wird. Die Zecke kann bis zu 15 Tage am Körper des Wirts verweilen und lässt sich dann vollgesogen abfallen.

Borreliose: Die häufigste von Zecken übertragene Krankheit

Bereits jede dritte bis fünfte Zecke trägt die gefährlichen Borrelien in sich. Nach Schätzungen des Berliner Robert Koch Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr knapp 40.000 bis 80.000 Menschen an Borreliose, eine Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe angreift. Damit ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Gegen die Lyme-Borreliose dagegen kann man sich bislang nicht impfen lassen.

Lyme-Borreliose sollte daher frühzeitig mit konventionellen Antibiotika behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Spätere Krankheitssymptome sind oft so unspezifisch, dass ein Zeckenstich als Ursache möglicherweise gar nicht erkannt wird. Wenn Sie von einer Zecke gebissen wurden, sollten Sie die Wunde gut beobachten und bei ersten Krankheitssymptomen umgehend einen Arzt aufsuchen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Zecke richtig entfernt oder sonstige Bedenken haben, sollten Sie ebenfalls einen Experten befragen.

FSME-Virus: Risikogebiete in Süddeutschland

Im Jahr 2016 erkrankten in Deutschland 348 Menschen an der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Diese Erkrankung wird durch Zecken, die das FSME-Virus in sich haben, übertragen und kann zu einer – im schlimmsten Falle tödlichen – Hirnhautentzündung führen. 146 Landkreise sind in Deutschland als FSME-Risikogebiete identifiziert. Diese liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und Thüringen. Welche Landkreise genau davon betroffen sind, erfahren Sie auf der Seite des Robert Koch-Institutes: www.rki.de.

Allen Personen, die in FSME-Gebieten leben oder Urlaub machen und sich im Freien aufhalten, empfehlen Experten die FSME-Impfung. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Impfschutz vollständig ist und zeitgerecht aufgefrischt wird.

Vorbeugung von Zeckenstichen

Um das Risiko eines Zeckenstiches so niedrig wie möglich zu halten, sollten Läufer während des gesamten Jahres folgende Tipps berücksichtigen:

  • Auf den Wegen bleiben: Laufen Sie möglichst nicht durch hohes Gras und Unterholz, da Zecken hier bevorzugt lauern. Zecken fallen nicht von den Bäumen.
  • Kleidung schützt vor Zecken: Durch lange und enge Laufkleidung können Sie vermeiden, dass Zecken nackte Hautstellen finden. Ziehen Sie möglichst helle Kleidung an, damit Sie die Blutsauger erkennen, bevor sie zustechen.
  • Duschen und Körper nach Zecken absuchen: Duschen Sie gleich nach dem Training und suchen Sie Ihren Körper dabei sorgfältig nach Zecken und Zeckenstichen ab. Häufig stechen Zecken in die Haut am Hals oder auf dem Kopf sowie in Achselhöhlen und Kniekehlen.
  • Schutzsprays: Zeckenschutzmittel verringern das Zeckenstichrisiko auch während langer Läufe (auch die Kleidung einsprühen!). Allerdings bieten sie allein keinen zuverlässigen Schutz.
  • Impfung: Sind Sie in Risikogebieten unterwegs, lassen Sie sich gegen FSME impfen. Gegen Borreliose gibt es in Europa bislang keine Schutzimpfung.
  • Haustiere absuchen: Haben Zecken sich noch nicht am Wirtstier festgesogen, können sie vom Haustier auf den Menschen überspringen. Untersuchen Sie daher auch Ihren treuen Begleiter!

Erste Hilfe bei Zeckenstichen

Wenn Sie eine Zecke finden, die sich an Ihrem Körper festgebissen hat, ist schnelles Handeln gefragt. Hier erfahren Sie, was Sie bei einem Zeckenstich tun sollten:

  • Schnell handeln: Entfernen Sie die Zecke sofort. Verwenden Sie dazu eine möglichst feine Pinzette oder eine sogenannte Zeckenkarte. Hebeln Sie die Zecke vorsichtig heraus, ohne den Parasiten dabei zu zerquetschen. Desinfizieren Sie die Stichstelle.
  • Keine Hausmittel: Die Zecke nicht mit Öl oder anderen Substanzen beträufeln. Der „Schock“ könnte sie veranlassen, Krankheitserreger in die Wunde abzugeben.
  • Stich beobachten: Ein sicheres Symptom für Borreliose ist eine auffällige kreisförmige Hautrötung, die noch bis zu vier Wochen nach dem Stich auftreten kann. Suchen Sie in diesem Fall sofort einen Arzt auf. Bei Verdacht auf Borreliose muss in jedem Fall sofort eine Antibiotikabehandlung erfolgen.
  • Aufbewahren: Werden Sie während der Arbeit von einer Zecke gestochen, bewahren Sie die Zecke auf, um Ansprüche gegen die Berufsgenossenschaft geltend machen zu können. Borreliose gilt in diesem Fall als Berufskrankheit.
  • Lieber zum Arzt: Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Zecke vollständig entfernt haben oder wenn Krankheitssymptome wie Hautrötung, grippeähnliche Symptome, steifer Nacken, Mattheit, Sehbeschwerden oder Übelkeit auftreten.

Mehr Informationen zu Borreliose und Zeckenschutz erhalten Sie auch auf www.borreliose.org.
Jetzt noch besser laufen: aktuelle Lauftipps, News und Tests >>

Autor: Tina Manhenke 24.05.2018
Kostenloser Newsletter
RUNNER'S WORLD ERLEBEN
Mehr zu Gesundheit
Ist Laufen bei Eiseskälte möglich?
Laufen im Winter

Foto: Norbert Wilhelmi

Minusgrade auf Rekordniveau! Schadet das Laufen bei den eisigen Temperaturen der Lunge? ...mehr

So vermeiden Sie Magen-Darm Probleme beim Laufen
Magen-Darm-Probleme

Foto: iStockphoto

Ihr Magen- und Darmbereich spielt verrückt bei intensiven Trainingseinheiten oder im Renne... ...mehr

Kann Laufen süchtig machen?

Wir richten unsere Woche nach einem Trainingsplan aus, opfern Wochenenden für lange Läufe ... ...mehr

Sie sind hier: >> >> >>Zecken: Gefahr beim Laufen
(©) Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG