Magnesium für Läufer

Entspannte Muskeln und Nerven
Magnesium für Läufer

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 16.04.2026
Als Favorit speichern
Magnesiumreiche Lebensmittel
Foto: Getty Images

Magnesium gilt oft als das klassische „Krampf-Mineral“ – doch seine Rolle für Läuferinnen und Läufer geht weit darüber hinaus. Und auch ist nicht jeder Muskelkrampf ein Anzeichen für einen Magnesiummangel. Der Mineralstoff ist an hunderten Stoffwechselprozessen beteiligt: Er unterstützt die Muskel- und Nervenfunktion, spielt eine wichtige Rolle bei der Energieproduktion und trägt zur Regeneration bei. Wir werfen deshalb einmal einen genaueren Blick auf das Mineral.

Welche Funktion hat Magnesium in unserem Körper?

Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Neben Natrium, Kalium und Calcium gehört er zu den wichtigsten Elektrolyten. Sie sind an unzähligen Vorgängen in unserem Körper beteiligt und gerade für Ausdauersportlerinnen und -sportler von besonderer Bedeutung. Magnesium gilt als echter Allrounder: Es unterstützt die Muskelfunktion, die Reizweiterleitung der Nerven, den Energiestoffwechsel und viele weitere Prozesse. Kommt es zu einem Magnesiummangel, können diese Körperfunktionen nicht mehr reibungslos ablaufen.

Dies sind einige der wichtigsten Prozesse, an denen Magnesium beteiligt ist:

1

Muskelkontraktion & Muskelentspannung

2

Nervenfunktion

3

Energieproduktion

4

Elektrolythaushalt

5

Knochenstoffwechsel

6

Herzfunktion

7

Regeneration und Zellschutz

Da der Mineralstoff nicht selbstständig produziert werden kann, muss er über die Nahrung aufgenommen werden. Mit einer ausgewogenen, bewussten Ernährung und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr lässt sich der Magnesiumbedarf in der Regel leicht decken. Eine Möglichkeit, um Struktur in deinen Ernährungsalltag zu bekommen, bietet unser RUNNER’S WORLD Ernährungscoaching. Dieses bietet dir individuelle Rezepte und Wissen rund um leistungsfördernde Mahlzeiten – gefördert von deiner Krankenkasse!

Wie viel Magnesium wird Sportlern empfohlen?

Die täglich empfohlene Zufuhrmenge für Magnesium hängt vom Alter und Geschlecht, aber auch von der sportlichen Aktivität ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt geschlechterabhängig tägliche Zufuhrmengen von 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer. Diese Referenzwerte beziehen sich jedoch auf die allgemeine Bevölkerung und nicht speziell auf Menschen mit regelmäßig hoher körperlicher Belastung. Für Sportlerinnen und Sportler ist das insofern relevant, als Magnesium an genau den Prozessen beteiligt ist, die im Training besonders stark beansprucht werden: Muskelkontraktion, Muskelentspannung, Energieproduktion, Nervenfunktion und Elektrolythaushalt.

Unter Belastung steigt nicht zwangsläufig der „offizielle Bedarf“, wohl aber die Wahrscheinlichkeit, dass Magnesium schneller verbraucht oder in bestimmten Situationen vermehrt verloren wird. Das betrifft vor allem Phasen mit hohem Trainingsumfang, häufigen intensiven Einheiten, starkem Schwitzen oder unzureichender Energiezufuhr. Gleichzeitig ist Magnesium kein Nährstoff, den man einfach nach dem Prinzip „viel hilft viel“ supplementieren sollte. Viele Präparate enthalten 400, 500 oder noch mehr Milligramm pro Portion – also deutlich mehr als die allgemeine Zufuhrempfehlung. Das ist nicht automatisch sinnvoll, weil überschüssiges Magnesium, insbesondere aus Supplementen, häufig zu Magen-Darm-Beschwerden wie weichem Stuhl oder Durchfall führt und nicht unbedingt besser vom Körper genutzt wird. Gerade im Sport sollte Magnesium daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern immer als Teil einer insgesamt ausreichenden Energie- und Nährstoffzufuhr.

Haben Läufer und Läuferinnen einen erhöhten Magnesiumbedarf?

Läuferinnen und Läufer haben nicht automatisch einen massiv erhöhten Magnesiumbedarf, aber sie gehören zu den Gruppen, bei denen die Versorgung besonders relevant ist. Der Grund liegt in mehreren Mechanismen: Zum einen ist Magnesium direkt an der Energiebereitstellung in den Muskelzellen beteiligt. Je häufiger und intensiver trainiert wird, desto stärker laufen diese Prozesse. Zum anderen können über den Schweiß Mineralstoffe verloren gehen – vor allem im Sommer, bei langen Läufen oder bei individuell hoher Schweißrate. Zwar steht beim Schwitzen meist Natrium stärker im Vordergrund als Magnesium, doch auch Magnesiumverluste können sich bei regelmäßig hoher Belastung summieren.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Viele Läuferinnen und Läufer achten stark auf ihr Körpergewicht, essen sehr „clean“ oder trainieren mit einem insgesamt eher knappen Energieangebot. Genau hier kann das Risiko steigen, bestimmte Mikronährstoffe – darunter Magnesium – nicht in ausreichender Menge aufzunehmen. Das Problem ist dann oft nicht der Sport allein, sondern die Kombination aus hohem Verbrauch und zu geringer Zufuhr. Besonders betroffen sein können daher Menschen mit hohen Trainingsumfängen, häufigen Doppelbelastungen, starkem Schwitzen, restriktiver Ernährung oder einseitigen Essgewohnheiten.

Trotzdem gilt auch hier: Ein erhöhter Trainingsumfang bedeutet nicht automatisch, dass sofort supplementiert werden muss. Für die meisten Freizeitläuferinnen und -läufer bleibt die beste Strategie eine konsequent magnesiumreiche Ernährung. Supplemente können sinnvoll werden, wenn typische Beschwerden wie Muskelzucken, wiederkehrende Krämpfe oder ungewöhnliche Ermüdung auftreten, wenn sehr hohe Umfänge trainiert werden und wenn ärztlich tatsächlich ein Mangel festgestellt wurde.

Welche Lebensmittel liefern viel Magnesium?

Die empfohlene Tagesdosis lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme erreichen. Und das, obwohl der menschliche Körper nur 30 bis 55 Prozent der zugeführten Menge an Magnesium aufnehmen kann. Auf die Frage „Sollte ich Magnesium supplementieren?“, antworten wir daher mit: nicht zwangsweise. Versuche stattdessen, mit deiner täglichen Kost den Bedarf zu decken. Damit gewinnst du doppelt: Du gewöhnst dir langfristig einen gesunden Ernährungs- und Lebensstil an, und sparst Geld für teure Supplemente.

Magnesium ist in fast allen Lebensmitteln. Besonders pflanzliche Lebensmittel wie Bohnen und Erbsen enthalten viel Magnesium. Zudem sind Vollkornprodukte aus Weizen, Dinkel, Gerste, Buchweizen, Hafer oder Roggen sowie Nüsse ebenfalls gute Lieferanten. Tierische Produkte wie zum Beispiel Milchprodukte enthalten auch Magnesium, jedoch nicht so viel. Um den Magnesiumbedarf zu decken, kann auch magnesiumhaltiges Mineralwasser dienen. Allerdings solltest du beim Kauf darauf achten, dass das Calcium-Magnesium-Verhältnis 2:1 beträgt. Denn Magnesium ist ein natürlicher Calcium-Antagonist. Das bedeutet: Magnesium verdrängt Calcium.

Zu viel Kaffee, Zucker, Alkohol und eine proteinreiche Ernährung reduzieren die Magnesiumwerte. Die Zufuhrrate sollte dann erhöht werden. Gemüsesäfte enthalten das 13- bis 17-fache an Magnesium im Vergleich zu Sportgetränken und zusätzlich wertvolle Vitamine. Wer Gemüsesaft nicht mag, kann auf andere magnesiumreiche Lebensmittel zurückgreifen.

Diese Lebensmittel enthalten reichlich Magnesium:

  • Grünkohl: ca. 88 mg pro 100 g
  • Spinat: ca. 79 mg pro 100 g
  • Grüne Erbsen: ca. 33 mg pro 100 g
  • Avocados: ca. 29 mg pro 100 g
  • Paranüsse: ca. 350 mg pro 100 g
  • Cashewnüsse: ca. 250 mg pro 100 g
  • Erd- und Walnüsse: ca. 150–160 mg pro 100 g
  • Kürbiskerne: ca. 590 mg pro 100 g
  • Sesamsamen: ca. 350 mg pro 100 g
  • Sonnenblumenkerne: ca. 325 mg pro 100 g
  • Sojabohnen: ca. 280 mg pro 100 g
  • Haferflocken: ca. 145 mg pro 100 g
  • Studentenfutter: ca. 130 mg pro 100 g
  • Tofu: ca. 60 mg pro 100 g
  • Linsen: ca. 36 mg pro 100 g

Extra-Tipp: Wenn du gerne Salat isst, ergänze diesen mit einem „Magnesium-Topping“, indem du eine Nuss-, Samen- und Kernmischung drüberstreust. Besonders gut eignen sich Kürbiskerne, Walnüsse oder Sesam.

Sollte ich Magnesium supplementieren?

Neben der Aufnahme über Lebensmittel werden auch zahlreiche magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Gerade im Sportbereich wird Magnesium häufig als Wundermittel gegen Muskelkrämpfe, Müdigkeit oder Regenerationsprobleme vermarktet. Tatsächlich ist eine pauschale Supplementierung jedoch nur selten notwendig. In den meisten Fällen lässt sich der Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung gut decken – vorausgesetzt, die Energiezufuhr stimmt insgesamt.

Viele Magnesiumpräparate sind zudem deutlich zu hoch dosiert. Das kann nicht nur unnötig sein, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Klassische Magnesium-Brausetabletten oder hoch dosierte Kapseln führen bei empfindlichen Personen häufig zu Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Das ist zwar überwiegend nicht gefährlich, kann aber gerade für Läuferinnen und Läufer problematisch sein – insbesondere, wenn das Präparat rund um Training oder Wettkampf eingenommen wird.

In sehr hohen Mengen kann es auch zu einer Hypermagnesiämie, also einem krankhaften Magnesiumüberschuss, kommen. Das betrifft zwar vor allem Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, zeigt aber: Auch Magnesium ist kein Nährstoff, den man unbegrenzt „vorsorglich“ einnehmen sollte. Problematisch ist außerdem, dass Magnesium und Calcium über ähnliche Transportwege im Darm aufgenommen werden. Eine dauerhaft sehr hohe Magnesiumzufuhr kann deshalb die Calciumaufnahme beeinträchtigen. Gerade für Sporttreibende, bei denen Knochenstabilität und Muskelgesundheit eine wichtige Rolle spielen, ist ein ausgewogenes Verhältnis entscheidend. Als Orientierung gilt: Das Verhältnis von Calcium zu Magnesium sollte idealerweise etwa 2:1 betragen.

Sinnvoll kann eine Supplementierung sein, wenn ein Mangel ärztlich festgestellt wurde, bei sehr hohen Trainingsumfängen, starkem Schwitzen oder anhaltenden Beschwerden wie Muskelzucken, Krämpfen oder ungewöhnlicher Erschöpfung. Dann ist es wichtig, auf die richtige Form und Dosierung zu achten: Magnesiumcitrat gilt als gut verfügbar und wird vom Körper gut aufgenommen, kann in höheren Mengen aber leicht abführend wirken. Magnesiumbisglycinat ist besonders gut verträglich und daher oft eine gute Wahl für empfindliche Personen. Magnesiumoxid hingegen ist zwar günstig, wird vom Körper jedoch schlecht aufgenommen und verursacht meist Verdauungsbeschwerden.

Wie erkenne ich einen Magnesiummangel?

Ein Magnesiummangel entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich schleichend. Häufige Ursachen sind eine dauerhaft zu geringe Magnesiumzufuhr – etwa durch eine einseitige Ernährung, strenge Diäten oder insgesamt zu wenig Energiezufuhr. Auch ein erhöhter Bedarf kann eine Rolle spielen: Stress, schwere körperliche Arbeit oder regelmäßiger Sport fordern den Magnesiumstoffwechsel stärker. Hinzu kommen mögliche krankheitsbedingte Verluste, zum Beispiel bei Diabetes, durch entwässernde Medikamente oder bestimmte genetische Faktoren. Ebenso kann die Aufnahme im Darm gestört sein – etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder im höheren Alter.

Die Symptome eines Magnesiummangels sind oft unspezifisch und werden deshalb nicht immer sofort erkannt. Typisch sind ein allgemeiner Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch die Muskulatur reagiert häufig empfindlich: Muskelkrämpfe, Verspannungen, Muskelzucken – zum Beispiel am Augenlid – oder ein Kribbeln in Armen und Beinen können Hinweise sein. Daneben berichten Betroffene oft von Nervosität, Schlafstörungen oder einer erhöhten Stressempfindlichkeit. Bleibt ein Mangel über längere Zeit bestehen, kann er sich langfristig auch negativ auf Gefäße, Nieren und den gesamten Stoffwechsel auswirken.

Wichtig ist jedoch: Nicht jeder Muskelkrampf ist automatisch ein Zeichen für Magnesiummangel. Gerade im Laufsport können Krämpfe viele Ursachen haben. Neben Magnesium spielen auch andere Elektrolyte wie Natrium, Kalium oder Calcium eine wichtige Rolle für Muskel- und Nervenfunktion. Besonders bei langen Belastungen, starkem Schwitzen oder großer Hitze kann ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt hinter den Beschwerden stecken. Wer häufiger Symptome bemerkt, sollte deshalb nicht vorschnell zu Supplementen greifen, sondern die Ursache gezielt abklären lassen.

Weitere Fragen zu Magnesium

Fazit