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Laktatwerte verstehen und deuten Ist eine Laktatmessung für Hobbysportler sinnvoll?

Bei Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung geht es oft um Laktatwerte. Wie sinnvoll das ist, erfahren Sie hier.

Sportmedizinische Untersuchung +
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Um den Laktatwert zu ermitteln, muss eine aufwändige Untersuchung mit mehreren Blutabnahmen erstellt werden.

Was ist Laktat und warum wird es gemessen?

Laktat ist das Salz der Milchsäure und gilt als ein Indikator für körperliche Leistungsfähigkeit. Das Stoffwechselprodukt entsteht, wenn der über die Atmung aufgenommene Sauerstoff nicht ausreicht um den Energiebedarf der Muskeln zu decken, etwa bei sehr langen oder intensiven Einheiten. Im Hochleistungssport finden Laktatmessungen Anwendung, um anhand der gemessenen Werte die Trainingsbelastung zu steuern bzw. eine Wettkampftaktik aufzustellen. Denn die Höhe der Laktatkonzentration im Blut lässt unter anderem darauf schließen, wie viele Fette oder Kohlenhydrate für die jeweilige Belastung verbraucht werden.

Was sagt ein gemessener Laktatwert aus?

Das Problematische an der Laktatmessung ist die große Streuung der Werte: Untersuchungen haben gezeigt, dass selbst bei Ausdauersportlern die Ruhe-Werte zwischen 0,4 und 3,5 mmol/l schwanken. Diese Variabilität kann in Teilen dem Einfluss der Muskelfaserverteilung, aber auch der Ernährung zugerechnet werden. Genauso schwanken auch die Laktatwerte bei langsamen Läufen, bei denen es noch nicht zu einem nennenswerten Laktatanstieg gekommen ist.

Kurzum reflektiert ein gleicher Laktatwert bei zwei Individuen also nicht immer die gleiche Belastungsintensität. So kann im individuellen Falle auch bei einem ruhigen Dauerlauf ein Laktatwert von beispielsweise 4 mmol/l gemessen werden, ohne dass man daraus automatisch eine für diese Art der Belastung zu hohe Intensität ableiten könnte. Was heißt das nun? Um eine aussagekräftige Bewertung Ihrer Laktatwerte zu erhalten, müssten Sie also mehrere Tests in verschiedenen Belastungsintensitäten durchführen, da ein einzelner (im Zweifel erhöhter) Laktatwert wenig aussagekräftig ist.

Lässt sich die Laktatschwelle verschieben?

Eine Verschiebung der Laktatschwelle bedeutet, dass man bei gleicher Belastungsintensität weniger Laktat produziert. Ist das möglich? "Ja, man kann die Laktattoleranz verbessern", erklärt Runner’s-World-Trainingsexperte Martin Grüning. „Und zwar schlicht durch das richtige Training, mit dem man seine Leistung insgesamt verbessert.“ Wie das »richtige« Training aussehen sollte, hängt dabei von vielen Faktoren ab: Wie oft und schnell sind Sie bisher gelaufen? Sind Sie ein erfahrener Läufer oder ein Laufeinsteiger? Grundsätzlich gilt: Eine maßvolle Trainingssteigerung bringt immer auch eine Leistungsverbesserung mit sich, die sich dann auch unter anderem durch eine "Verschiebung" der Laktatschwelle zeigt.

Warum bildet der Herzmuskel eigentlich kein Laktat?

Während vor allem die Beinmuskeln beim Laufen Laktat produzieren, entsteht im Herzmuskel nur sehr wenig Laktat. Das liegt daran, dass der Herzmuskel sehr stark auf den aeroben Energiestoffwechsel ausgelegt ist. Als Endprodukte dieses Vorganges entstehen lediglich Kohlendioxid und Wasser, die beide rasch aus der Zelle „entsorgt“ werden können und auf den Muskel keinen ermüdenden Effekt ausüben. Würde mit der anaeroben Glykolyse im Herzmuskel in nennenswertem Maße ein Stoffwechselweg beschritten, der als Folgeprodukt Laktat erzeugt, so bestünde zum Beispiel während körperlicher Belastung die Gefahr, dass die daraus resultierende Übersäuerung den Herzmuskel in potenziell fataler Weise in seiner Funktion einschränkt. Ist die Bildung von Laktat im Herzmuskel also eher gering, so ist das Herz jedoch interessanterweise in der Lage, Laktat selbst gut zu verstoffwechseln und dadurch zu entsorgen.

Fazit: Eignet sich eine Laktatmessung für Hobby-Sportler?

Eine genaue Interpretation von im Training gemessenen Laktatwerten ist erst dann möglich, wenn man das individuelle Laktatverhalten des untersuchten Läufers im Mehrstufentest aus einer leistungsdiagnostischen Untersuchung kennt. Mit anderen Worten: Die Interpretation bedarf eines großen Aufwands, wie er sich in der Regel für Freizeitläufer kaum lohnt. Für die Belastungssteuerung im Lauftraining ist die Messung der Herzfrequenz mehr als ausreichend.

Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre maximale Herzfrequenz näherungsweise bestimmen können. Mit unserem Herzfrequenz-Rechner können Sie anschließend die richtigen Intensitäten für Ihre Läufe individuell ermitteln. Institute, die eine Leistungsdiagnose durchführen, finden Sie hier.
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